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Recht

Nach Probetraining im Fitnessstudio kein Widerrufsrecht

Wenn Sie nach der Teilnahme an einem Probetraining in einem Fitnessstudio etwas unterschreiben sollen, sollten Sie aufpassen. Mittlerweile ist es üblich, dass Fitnessstudios kostenlose Probetrainings anbieten, um anschließend neue Mitglieder zu ködern. Ziel ist es vor allem den Teilnehmern nach dem Training vorformulierten Mitgliedschaftsvertrag mit einer bestimmten Laufzeit auszuhändigen, den sie anschließend unterschreiben sollen. Unterschreiben Sie einen solchen Vertrag sind sie an den Vertrag gebunden.

Dies hat das Amtsgericht München in einem Fall entschieden, in dem eine Teilnehmerin einen solchen Vertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten unterschrieben hatte. Am nächsten Tag wollte sie dann den Vertrag vorzeitig kündigen oder widerrufen. Eine ordentliche Kündigung war allerdings laut den AGBs des Vertrages nur zum Ende der Laufzeit möglich. Die Teilnehmerin weigerte sich dennoch den Jahresbeitrag von über 500 € zu zahlen und pochte auf ihr angebliches gesetzliches Widerrufsrecht. Da verklagte der Betreiber des Fitnessstudios sie auf Zahlung vor dem zuständigen Amtsgericht und hatte damit Erfolg

Das Amtsgericht München gab der Klage mit inzwischen rechtskräftigem Urteil vom 25.10.2012 (Az.: 223 C 12655/12) statt. Das Gericht stellte hierzu fest, dass sie sich auf kein Widerrufsrecht berufen kann. Dies wird damit begründet, dass es sich bei der Werbeveranstaltung um keine Freizeitveranstaltung im Sinne des § 312 Abs. 1 Nr. 2 BGB handelt. Bei rechtlichen Problemen empfiehlt es sich einen passenden Fachanwalt bzw. Rechtsanwalt zu suchen. Dieser kann bei Bedarf die richtigen rechtlichen Schritte einleiten.