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Langenhorn: Wärmebox von HanseWerk-Tochter HanseWerk Natur erfolgreich etabliert

HanseWerk Natur zieht nach erster Heizperiode in Langenhorn eine positive Bilanz. Haushalte, Kita, Schule und Sporthalle werden fossilfrei versorgt. Viele Kunden zahlen weniger für ihre Wärme.

BildIn Nordfriesland läuft seit Herbst 2025 eine neue Wärmeversorgung auf Basis einer Großwärmepumpe von HanseWerk Natur, das zur HanseWerk-Gruppe gehört. Die Anlage ersetzt die bisherige Erdgasversorgung des örtlichen Wärmenetzes und versorgt neben Privathaushalten auch die Kita, Schule und Sporthalle der Gemeinde fossilfrei mit Wärme. Durch die Umstellung werden jährlich rund 340 Tonnen CO? eingespart.

Die neue Technik des HanseWerk Unternehmens HanseWerk Natur überzeugt vor allem durch ihre Effizienz: Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen in Langenhorn 2,7 Kilowattstunden Wärme, davon stammen 1,7 Kilowattstunden aus der Umgebungsluft. Zuvor waren es bei einer Kilowattstunde Erdgas nur 0,88 Kilowattstunden Wärme. Zusätzlich ist die Wärmebox in der Lage, bis zu 80 Grad Vorlauftemperatur zu liefern – dies ist besonders bei Wärmenetzen im Bestand wichtig, weil die Häuser in der Regel wenig gedämmt sind.

HanseWerk Natur: Heizkosten günstiger als Versorgung mit Erdgas

Für viele Kundinnen und Kunden sinken mit der Umstellung die Heizkosten. Ein beispielhafter Haushaltskunde mit einer Anschlussleistung von 11 Kilowatt und einem Jahresverbrauch von 11,8 Megawattstunden spart durch die neue Wärmeversorgung rund 440 Euro pro Jahr im Vergleich zur früheren Erdgasversorgung.

Beim „Tag der offenen Wärmebox“ hat HanseWerk Natur, eine Tochtergesellschaft von HanseWerk, die neue Energiezentrale erstmals für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Rund 50 Gäste informierten sich über die Technik und die Erfahrungen aus der ersten Heizperiode. Die Anlage gilt als Pilotprojekt für kleinere Wärmenetze im ländlichen Raum.

Die Wärmebox nutzt Umgebungsluft als Energiequelle. Mit Hilfe von erneuerbarem Strom hebt die Großwärmepumpe die gewonnene Energie auf das erforderliche Temperaturniveau für das Wärmenetz an. Das Projekt erhält Fördergelder aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).

Henning Mümmler-Grunow, Leiter der Abteilung für Klimaschutz und Energiewende im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN), sagt: „Die neue Wärmeversorgung in der Gemeinde Langenhorn ist ein starkes Signal für eine moderne, klimafreundliche Energiepolitik. Das Projekt verbindet Versorgungssicherheit und Klimaschutz auf hervorragende Weise. Wenn viele Haushalte gleichzeitig damit auch Geld sparen, haben alle gewonnen. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt Kommunen und Energieversorger durch gezielte Förder- und Beratungsangebote bei der Wärmewende, damit Heizen in Zukunft klimafreundlich, sicher und bezahlbar bleibt.“

Langenhorns Bürgermeister Olde Oldsen ergänzt: „Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie auch kleinere Gemeinden ihre Wärmeversorgung Schritt für Schritt umbauen können.“

„Hier in Langenhorn zeigen wir, wie eine lokale Wärmeversorgung ohne Erdgas auch in kleineren Gemeinden funktionieren kann“, sagt Dr. Gerta Gerdes-Stolzke, kaufmännische Geschäftsführerin von HanseWerk Natur, einer HanseWerk-Tochter.

Dr. Nikolaus Meyer, technischer Geschäftsführer von HanseWerk Natur, ergänzt: „Wir nutzen die Energie aus der Umgebungsluft und erzeugen die Wärme direkt vor Ort. Damit werden Wärmenetze unabhängiger von fossilen Brennstoffen und internationalen Energiemärkten.“

Neue Technik wird im Norden weiter ausgerollt

Die Anlage in Langenhorn ist die erste Wärmebox von HanseWerk Natur, das Teil der HanseWerk-Gruppe ist. Dahinter steckt eine standardisierte Technik für kleinere Wärmenetze, die sich auch an anderen Standorten einsetzen lässt. Planung, Bau und Betrieb sollen dadurch schneller möglich werden als bei individuell geplanten Heizwerken. Die nächsten sechs Projekte im Norden stehen bereits in den Startlöchern.

Das Unternehmen betreibt mehr als 120 Wärmenetze im Norden und entwickelt für jedes Netz einen eigenen Transformationsplan. Je nach Standort kommen dabei Großwärmepumpen, Elektrokessel, Biogas, Holzpellets, Solarthermie oder Abwärme zum Einsatz. Ziel ist es, den Einsatz von Erdgas schrittweise zu reduzieren und die Wärmeversorgung regionaler aufzustellen.

Gerade kleinere Kommunen stehen bei der Wärmewende vor der Herausforderung, fossilfreie und zugleich für die Kunden bezahlbare Lösungen für das Heizen zu finden. Projekte wie in Langenhorn sollen zeigen, wie sich auch kleinere Wärmenetze auf Basis erneuerbarer Energien betreiben lassen.

Über HanseWerk Natur

Die HanseWerk Natur GmbH ist einer der größten regionalen Anbieter für Wärme und dezentrale Energielösungen in Norddeutschland und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung. Die über 120 Nah- und Fernwärmenetze des Unternehmens erreichen eine Länge von rund 880 Kilometern. HanseWerk Natur betreibt etwa 1.000 Energieumwandlungsanlagen und versorgt mehr als 70.000 Privat- und Unternehmenskunden zuverlässig 365 Tage im Jahr mit Wärme. Maßgeschneiderte Energiekonzepte und hochmoderne Anlagentechnik bringen die Wärmewende voran – im Mehrfamilienhaus-Quartier, im Krankenhaus, in Industrie und Gewerbe.

37 Prozent der Wärme von HanseWerk Natur werden bereits auf Basis Erneuerbarer Energie oder unvermeidbarer Abwärme erzeugt. Mit einem Dekarbonisierungsfahrplan stellt HanseWerk Natur unter dem Motto „Wärme mit Zukunft. Wärme von hier.“ schrittweise die Wärmenetze auf fossilfreie Energieträger um. Hierbei entsteht für jedes Wärmenetz ein individueller Transformationsplan, abhängig von den örtlichen Gegebenheiten wie dem Wärmebedarf, erneuerbaren Energiequellen in der Umgebung und Netzausbau-Möglichkeiten.

Für kleinere Wärmenetze mit hoher Wärmebedarfsdichte versorgt die standardisierte Wärmebox auf Wärmepumpenbasis Wärmenetze der Zukunft. Darüber hinaus setzt HanseWerk Natur innovative Energiekonzepte um, wie das Holzgaskraftwerk in Wahlstedt, das Kohlenstoff bindet, statt in die Atmosphäre abzugeben; „Kalte Nahwärme“ in einem Neubaugebiet in Stolpe, oder Energielösungen auf Basis von Holzpellets, Biomethan oder Solarthermie. Mit rund 260 Anlagen und einer Erfahrung von über 30 Jahren ist HanseWerk Natur zudem einer der größten Betreiber von Blockheizkraftwerken in Norddeutschland.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

HanseWerk AG
Herr Ove Struck
Schleswag-HeinGas-Platz 1
25450 Quickborn
Deutschland

fon ..: +49 41 06-6 29-34 22
web ..: https://www.hansewerk.com/de.html
email : presse@hansewerk.com

Mehr als 3 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit den Schwerpunkten Netzbetrieb, dezentrale Energieerzeugung oder E-Mobilitätslösungen.

Als Partner der Energiewende hat die HanseWerk-Gruppe in den letzten Jahren mehrere zehntausend Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 850 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungsprojekten zur Energiewende, wie zum Beispiel im Norddeutschen Reallabor. Bis 2030 wird die HanseWerk-Gruppe klimaneutral sein: Dazu werden ihre insgesamt 47 Standorte, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte, der Strom- und Gasnetzbetrieb sowie die Wärme- und Stromerzeugung bis 2030 klimaneutral gestellt.

Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie mehr als 450 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

Pressekontakt:

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HanseWerk-Tochter HanseWerk Natur: Großwärmepumpe in Langenhorn angeliefert

HanseWerk Natur, ein Tochterunternehmen der HanseWerk-Gruppe, errichtet die erste Wärmebox. Kräne stellten 38 Tonnen Anlagenkomponenten in Langenhorn auf. Die Inbetriebnahme ist im Herbst geplant.

BildHanseWerk Natur, das zur HanseWerk-Gruppe gehört, baut in Nordfriesland die erste Wärmebox in Schleswig-Holstein – ein standardisiertes Konzept für kleinere Wärmenetze, das zukünftig im Norden weiter ausgerollt werden soll. Kürzlich stellten zwei Kräne die Großwärmepumpe, Pufferspeicher und Mittelspannungsstation in Langenhorn im Redlingsweg auf. Mit der lokal erzeugten Wärme, die aus Umgebungsluft und grünem Strom gewonnen wird, macht HanseWerk Natur, eine hundertprozentige Tochter von HanseWerk, die rund 75 angeschlossenen Kunden im Redlingsweg, Hooger Weg, Olandweg, Gröderweg und Habelweg unabhängig von den globalen Energiemärkten.

Für das Abladen der Anlagenkomponenten standen am Sportplatzgelände im Redlingsweg zwei Kräne bereit. „Der erste Kran hievte die Großkomponenten am frühen Morgen vom Lkw auf den Sportplatz, der zweite stellte sie später an ihrem Bestimmungsort direkt neben unserer bisherigen Energiezentrale auf“, erklärt Projektleiter Jakob Rohweder vom HanseWerk-Unternehmen HanseWerk Natur das Geschehen.

Allein die Großwärmepumpe, das schwerste Anlagenteil, kommt auf ein Gewicht von 38 Tonnen – ein Schwergewicht für die Wärmewende. Ab Herbst 2025 liefert HanseWerk Natur als regionaler Wärmeversorger von HanseWerk fossilfreie und verlässliche Nahwärme aus der neuen Wärmebox – als Ersatz für die bisher aus Erdgas erzeugte Wärme – unter anderem an die örtliche Kita, Schule und Sporthalle sowie Privatkundinnen und -kunden.

Bürgermeister Olde Oldsen machte sich vor Ort einen Eindruck von Projekt. Er sagte: „Wir freuen uns, dass HanseWerk Natur unser Potenzial erkannt hat, um hier dieses Leuchtturm-Projekt umzusetzen.“ Die Gemeinde war von Beginn an in die Planungen von HanseWerk Natur, einem Unternehmen der HanseWerk-Gruppe, einbezogen und alle Schritte waren eng miteinander abgestimmt.

Das Bauprojekt war im Juni 2025 gestartet. Jakob Rohweder: „Die Tiefbauarbeiten und die Fundamentlegung sind bereits weitestgehend abgeschlossen.“ Mit der Anlieferung der Anlagenkomponenten hat die HanseWerk-Tochter HanseWerk Natur einen weiteren Meilenstein erreicht. Als Nächstes folgt die Installation der Anlagenteile sowie der Elektrotechnik. Außerdem wird die Wärmebox, die etwa die Größe eines Standard-Seecontainers hat, isoliert und erhält einen Schallschutz. Inklusive der Rückkühler, des Pufferspeichers und der Mittelspannungsstation kommt das innovative System für die Wärmeversorgung auf rund 400 Quadratmeter Platzbedarf.

HanseWerk Natur: Wärmeerzeugung direkt vor Ort

Das Großwärmepumpensystem entzieht der Umgebungsluft Wärme und bringt diese mit erneuerbarem Strom auf das gewünschte Temperaturniveau. So entsteht Wärme für Heizung und Trinkwarmwasser, die über das Wärmenetz an die angeschlossenen Hausanschlüsse weitergeleitet wird. Die Wärmebox nutzt ausschließlich natürliche Kältemittel, durch die Nutzung der Wärme aus dem Netzrücklauf wird die Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe zudem deutlich gesteigert. Mit der Umstellung sparen die Gemeinde Langenhorn und HanseWerk Natur 340 Tonnen CO2* pro Jahr ein. HanseWerk Natur, eine hunderprozentige Tochter von HanseWerk, erhält für das Projekt Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).

* Die Bilanzierung erfolgt nach Merkblatt Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle, Informationsblatt CO2-Faktoren, Tabelle 2, Stand 01.11.2023 unter Verwendung folgender Faktoren: 201 g CO2e/kWh Hs Erdgas sowie 107 g CO2e /kWh Strom (CO2-Faktor für die Bilanzierung von Mehrverbräuchen an elektrischer Energie beim Wechsel zu elektrischer Energie).

HanseWerk Natur

Die HanseWerk Natur GmbH ist einer der größten regionalen Anbieter für Wärme und dezentrale Energielösungen in Norddeutschland und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung. Die über 120 Nah- und Fernwärmenetze des Unternehmens erreichen eine Länge von rund 850 Kilometern. HanseWerk Natur versorgt mehrere zehntausend Privat- und Unternehmenskunden zuverlässig 365 Tage im Jahr mit Wärme. Maßgeschneiderte Energiekonzepte und hochmoderne Anlagentechnik bringen die Wärmewende voran – im Mehrfamilienhaus-Quartier, im Krankenhaus, in Industrie und Gewerbe. Für Ortsteile mit hoher Wärmebedarfsdichte versorgt die Wärmebox auf Wärmepumpenbasis Wärmenetze der Zukunft, während „Kalte Nahwärme“ in Neubaugebieten zum Einsatz kommt.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität stellt HanseWerk Natur eigene Gebäude, Fahrzeuge und Wärmeerzeugung auf neue Technologien um. Rund 40 Prozent der Wärme wird bereits heute auf Basis von Abwärme oder Erneuerbaren Energien erzeugt. HanseWerk Natur ist einer der größten Betreiber umweltschonender Blockheizkraftwerke in Norddeutschland. Rund 250 Anlagen betreut das Unternehmen und beteiligt sich gleichzeitig an vielen Innovationsprojekten. Dazu zählen zum Beispiel Hocheffizienz-Blockheizkraftwerke mit einem Wirkungsgrad weit über 90 Prozent, ein virtuelles Kraftwerk zur Erzeugung von Regelenergie oder das erste Blockheizkraftwerk der 1-Megawatt-Klasse, das mit bis zu 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden kann.

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Mehr als 3 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit den Schwerpunkten Netzbetrieb, dezentrale Energieerzeugung oder E-Mobilitätslösungen.

Als Partner der Energiewende hat die HanseWerk-Gruppe in den letzten Jahren mehrere zehntausend Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 850 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungsprojekten zur Energiewende, wie zum Beispiel im Norddeutschen Reallabor. Bis 2030 wird die HanseWerk-Gruppe klimaneutral sein: Dazu werden ihre insgesamt 47 Standorte, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte, der Strom- und Gasnetzbetrieb sowie die Wärme- und Stromerzeugung bis 2030 klimaneutral gestellt.

Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie mehr als 450 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

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Mit eigenem Nahwärmenetz und Biomasse zur nachhaltigen Energieversorgung

Neue Energie-Konzepte für Industriegebiet Bennien in Melle-Bruchmühlen: Wehrmann Transport investiert in wegweisende Technologien für die Klimaneutralität.

BildTransportunternehmen gelten in der allgemeinen Wahrnehmung nicht unbedingt als Vorreiter der Nachhaltigkeit. Klare Signale für den Klimaschutz will hingegen der Logistik-Dienstleister Wehrmann Transport aus Melle-Bruchmühlen setzen. Nachdem Photovoltaik-Anlagen den hiesigen Betrieb bereits seit Jahren mit „grünem“ Strom versorgen, wird nun auch das Beheizen mehrerer eigener Gebäude mit Biomasse-Kesseln und einem komplett neuen Nahwärmenetz auf Nachhaltigkeit umgestellt. Hiervon profitieren zugleich benachbarte Unternehmen im Industriegebiet Bennien. Sie können die umweltfreundliche Energie ebenfalls nutzen.

Melle-Bruchmühlen. Autobahn A30, Abfahrt Bruchmühlen: Von hier aus sind die beiden großen, glänzenden Pufferspeicher, die auf dem Gelände der Spedition Wehrmann aufgestellt wurden, bereits sichtbar. Die elf Meter hohen Behälter bilden aber nur einen kleinen Teil eines deutlich größeren Projekts, um Gebäude im Industriegebiet Bennien künftig deutlich nachhaltiger – und kostengünstiger – zu beheizen. Kernelemente des klimafreundlichen Konzepts sind ein neues Nahwärmenetz und der Betrieb einer Biomasse-Heizung.

Frank Wehrmann, Inhaber und Geschäftsführer von Wehrmann Transport, erklärt, wie die Idee für dieses Projekt entstand: „Den Anstoß gab 2022 die dringend nötige Erneuerung der Heizungsanlage in einem unserer Gebäude. Weil Nachhaltigkeit für meine Frau und mich eine hohe Priorität hat, kamen Technologien mit Verfeuerung von fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas nicht infrage. Deshalb beschäftigten wir uns mit den Möglichkeiten, Biomasse zu nutzen, blieben aber auch für andere Optionen offen. Und irgendwann wurde uns klar, dass wir größer denken und einen umfassenderen Plan aufstellen sollten. So kam die Verbindung aus Biomasse-Heizung und einer Nahwärmeversorgung für den gesamten Standort auf den Tisch.“

War es ursprünglich nur um die Versorgung der eigenen Immobilien an der Nordstraße in Melle-Bruchmühlen gegangen, zeichnete sich nun schnell ab, dass der Anschluss von Gebäuden benachbarter Grundstücke ebenfalls eine spannende Option darstellte. Mit Unterstützung von Dipl.-Ing. Andreas Gerhardy, einem Experten für Energien und Nachhaltigkeit von der M&P Braunschweig GmbH, ließ das Ehepaar Wehrmann ein Gesamtkonzept erstellen.

Andreas Gerhardy beschreibt den Projektumfang: „Betroffen sind im ersten Schritt rund 20.000 Quadratmeter an speditionseigenen Flächen, zu denen Lager und Logistikhallen für die 45 Lkw sowie der Verwaltungstrakt gehören. Hinzu kommen Produktionsflächen, die von Dritten genutzt werden, wie insbesondere von den Firmen Meyer Holzverarbeitung und Interzero Product Cycle. Weitere 10.000 Quadratmeter sollen für die Nutzung durch Wehrmann Transport in den kommenden Jahren erschlossen und in das Versorgungskonzept integriert werden. Es war also recht schnell deutlich, dass der Einsatz von Biomasse-Kesseln allein bei weitem nicht ausreichen würde. Hierin bestand jedoch von Beginn an ein Kernelement der nachhaltigen Wärmeversorgung.“

Schnell wachsendes Schilfgras aus eigenem Anbau

Wie nachhaltig die Technologie tatsächlich ist, hängt für den Planer wie auch für die Betreiber ganz wesentlich davon ab, mit welchem Material die Hackschnitzelöfen betrieben werden. Um den klimafreundlichen Nachschub mit nachwachsenden Rohstoffen zu gewährleisten, nutzen Frank und Sabine Wehrmann eine eigene, 4,5 Hektar große landwirtschaftliche Fläche in Melle-Buer, wo sie mittlerweile Chinaschilf (Miscanthus giganteus), ein besonders schnell wachsendes Schilfgras, anbauen. Nach zwei Jahren kann regelmäßig geerntet werden, und pro Hektar fallen jährlich rund 10 bis 20 Tonnen Biomasse an. Ein Hektar Miscanthus giganteus entspricht dabei der Energie aus rund 3.000 Litern Heizöl. Laut den Berechnungen von Andreas Gerhardy decken die vier Hektar rund 15 Prozent des Heizbedarfs von Wehrmann Transport ab.

Um den Bedarf der Biomasse-Kessel komplett nachhaltig zu decken, wird ein Großteil aus Restholz bestritten. Hierbei handelt es sich ausschließlich um naturbelassene Hackschnitzel, unter anderem aus der Forstwirtschaft. „Dieses Restholz steht beispielsweise infolge von Fällaktionen an den Landes- und Kreisstraßen zur Verfügung. Weil die Wege vom Fällen bis zum Einsatz in unserer Anlage sehr kurz sind, ist dies hinsichtlich der Umweltverträglichkeit ein weiteres Plus. Deshalb sind wir gern Ansprechpartner für die Straßenmeistereien in der Region, die Restholz abzugeben haben und es einer sinnvollen Verwertung zuführen möchten“, sagt Frank Wehrmann.

Bearbeitetes Holz zu verwenden, z. B. aus der Möbelindustrie, wäre allerdings deutlich weniger geeignet bzw. mit zu hohem technischem und bürokratischem Aufwand sowie zusätzlichen Kosten für die Entsorgung verbunden. Hingegen kann die Asche aus dem hier eingesetzten naturbelassenen Holz am Ende als Dünger weiterverwendet werden. Nach Ansicht von Frank Wehrmann schließt sich damit der Kreis.

„Nicht lang drum herumreden, sondern einen Anfang machen!“

Hohe Effizienz und geringe Emissionen sind weitere wichtige Merkmale der Biomasse-Anlage. Das Rauchgas wird in der ersten Phase des Betriebs auf rund 120 bis 100 Grad Celsius abgekühlt. Die Kessel sind so konstruiert, dass später ein weiteres Modul ergänzt werden kann, mit dem sich das Rauchgas sogar auf rund 30 Grad Celsius abkühlen ließe. Diese zusätzliche Stufe zu integrieren, hat Wehrmann für die nähere Zukunft vorgesehen.

„Wir sind nach dem Motto vorgegangen: ,Nicht lange drum herumreden, sondern machen!‘ Also mussten wir erst einmal einen Anfang schaffen, auch wenn wir wissen, dass hier und da noch Optimierungspotenziale bestehen. Aber wir bleiben dran und werden das Konzept in Richtung Nachhaltigkeit immer weiter ausbauen. Es muss halt auch betriebswirtschaftlich sinnvoll sein“, so der Geschäftsführer.

Um die Lagerung der Hackschnitzel möglichst einfach zu gestalten, ließ Wehrmann von dem ortsansässigen Metallbauunternehmen Meschter eine spezielle Vorrichtung entwickeln. Sie sorgt dafür, dass der bauliche Aufwand für die beiden Lager besonders gering gehalten werden konnte, weil Lkw die Fläche direkt befahren und die Biomasse praktisch ohne jeglichen Personalaufwand entladen können. Auch die Zuführung der Hackschnitzel für die Biomasse-Öfen wurde erheblich vereinfacht.

Die beiden Biomasse-Kessel mit einer Gesamtkapazität von 650 kW sind bereits aufgestellt und gehen Anfang März 2025 in Betrieb. Zeitgleich soll auch die neue Nahwärmeversorgung ans Netz gehen. Kernbestandteile sind die Nutzung des Abwassers aus der benachbarten Kläranlage und zwei Wärmepumpen.

Nahwärmenetz und Wärmepumpen

Diese besitzen zusammen eine Leistung von 180 kW und könnten theoretisch 20 bis 25 Einfamilienhäuser versorgen. Das aus der Kläranlage zugeführte Wasser hat im Sommer eine Temperatur zwischen 12 und 18 Grad, im Winter liegt diese zwischen sechs und neun Grad.
Das Nahwärmenetz wird mit rund 70 Grad heißem Wasser beliefert; am Ende kommt es mit rund 40 Grad zurück und wird dem Biomasse-Kessel zugeführt, der hierdurch weniger Energie aufwenden muss, um erneut eine entsprechend hohe Vorlauftemperatur zum Beheizen der Gebäude vor Ort zu erreichen.

Um die Wasser- bzw. Temperaturbedarfe stetig auszugleichen, installierte Wehrmann zwei Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von jeweils 45.000 Litern. Einer dieser Speicher ist für den Biomasse-Kessel vorgesehen, der andere für den Betrieb der Wärmepumpen, da die Menge des von der Kläranlage abgegebenen Reinwassers fluktuiert.
Erhebliche Entlastung für Klima und Umwelt

Durch die Nutzung des Nahwärmenetzes und der Biomasse-Anlage sparen die angeschlossenen Betriebe rund 250.000 kWh bzw. 1.200.000 kWh Gas ein. In der Folge wird die Umwelt jährlich um fast 360 Tonnen CO? entlastet. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 1,3 Mio. Euro. Etwa ein Drittel ist über einen Zuschuss aus dem Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ in der Kategorie „Nichtwohngebäude“ finanziert.

„Ohne diese Förderung hätte sich dieses Projekt nicht gerechnet und wäre wohl nicht zustande gekommen. Deshalb sind wir sehr glücklich, dass wir mit Unterstützung aus Bundesmitteln dieses nachhaltige und zukunftsweisende Vorhaben in die Tat umsetzen können.“

Weitere, ebenfalls zukunftsorientierte Projekte wurden bei Wehrmann bereits abgeschlossen oder sind in der Planung. So produzieren Photovoltaik-Anlagen am Firmenstandort mit rund 950 kWp bereits den für die Verwaltung und die Firmen-Pkw benötigten Strom. Dies entspricht in etwa dem Bedarf von 300 Einfamilienhäusern. Darüber hinaus ist geplant, die Lkw-Flotte sukzessive zu elektrifizieren und entsprechend dimensionierte Ladekapazitäten aufzubauen.

Übersicht: Wesentliche Komponenten der klimafreundlichen Energieversorgung bei Wehrmann Transport
1. Nahwärmenetz (Neu)
2 Wärmepumpen (Wasser-Wasser), 180 kW
Rohrleitungen (320 Meter)
1 Pufferspeicher / Ausgleichsbehälter, 45.000 Liter

2. Biomasse-Heizung (Neu)
2 Biomasse-Heizkessel (Hackschnitzelöfen für naturbelassenes Holz), 650 kW
2 Lagerstationen für Hackschnitzel
1 Pufferspeicher / Ausgleichsbehälter, 45.000 Liter

3. Anbaufläche für Biomasse (Neu)
Landwirtschaftliche Fläche 4,5 h in Melle-Buer für den Anbau von Chinaschilf (Miscanthus giganteus)

4. Photovoltaik (seit 2024)
Leistung: 950 kWp
PV-Module verteilt auf drei Hallendächer
6 Wallboxen für Firmen-Pkw

Weitere Infos: www.wehrmann-transport.de

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Kurzportrait: Wehrmann Transport GmbH

Das inhabergeführte Familienunternehmen Wehrmann Transport GmbH wurde 1974 gegründet. Seine Kernkompetenz besteht in der intelligenten Steuerung, Planung, Optimierung und Ausführung von Logistikprozessen. Das Leistungsportfolio umfasst klassische Logistik- und Transport-Dienstleistungen mit 45 Lkw ebenso wie das Warehousing mit großflächigen Lagermöglichkeiten und nicht zuletzt Montagearbeiten und Maschinenumzüge.

Nachhaltigkeit hat für den mittelständischen Betrieb einen hohen Stellenwert. Photovoltaik-Anlagen am Firmenstandort in Melle-Bruchmühlen produzieren mit 1.000 kWp bereits den für die Verwaltung und die Firmen-Pkw benötigten Strom. Sukzessive will Wehrmann Transport auch die Lkw auf Elektromobilität umstellen. Darüber hinaus reorganisiert das Unternehmen seine Versorgung mit Wärmeenergie durch neue, nachhaltige Konzepte mit Nahwärme und Biomasse-Nutzung.

www.wehrmann-transport.de

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