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Zwischen Blaulicht und Bauplan: Christian Ambühls Herz fürs Handwerk

Vom Schreiner zum Polizeichef – Christian Ambühl über präzises Denken, kreative Lösungen und die Parallelen zwischen Werkbank und Einsatzplanung.

BildDer Weg vom Handwerk zur Polizeiführung mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Doch die Verbindung ist enger, als man denkt. Der Sicherheitsexperte Christian Ambühl absolvierte 1985 bis 1989 seine Schreinerlehre in Klosters, arbeitete anschließend bis 1990 weiter als Schreiner und dann bis 1994 im Küchenbau – zunächst in seiner Heimatregion Davos, wo die Schreinerei seine parallele Karriere als Spitzensportler unterstützte durch flexible Arbeitszeiten. Selbst 1995, im Übergangsjahr zwischen Leistungssport und Polizeischule, war er noch als Spengler tätig. Diese Jahre prägten grundlegende Denk- und Arbeitsmuster: die Fähigkeit, von der Idee über den Plan zur Ausführung zu denken, die Notwendigkeit von Präzision, das Verständnis für Material und Konstruktion, die Freude am Schaffen mit den Händen. Als er 1996 die Polizeischule begann, brachte er diese handwerkliche Grundierung mit – und sie erwies sich als Vorteil. Während andere Polizeischüler rein theoretisch ausgebildet waren, hatte er bereits Jahre praktischer Problemlösung, Projektplanung und Qualitätsbewusstsein hinter sich. Diese Kombination – Handwerk, Leistungssport, Polizeiausbildung – formte eine Persönlichkeit, die sowohl strategisch denken als auch praktisch umsetzen kann. Eine Fähigkeit, die in Führungspositionen Gold wert ist.

Die Schreinerlehre: Mehr als nur ein Beruf

Grundlagen systematischen Denkens

Eine Schreinerlehre vermittelt weit mehr als den Umgang mit Werkzeugen. Sie lehrt einen strukturierten Denkprozess: Von der Idee über die Planung zur Materialbeschaffung, von der Vorbereitung über die Ausführung zur Qualitätskontrolle. Jedes Möbelstück beginnt mit einer Skizze, wird zum detaillierten Plan, erfordert Materialberechnungen und mündet in präzise handwerkliche Ausführung.

Christian Ambühl aus Davos lernte diesen Prozess von Grund auf: Holzarten kennen und ihre Eigenschaften verstehen, Verbindungstechniken beherrschen, mit Handwerkzeugen und Maschinen sicher umgehen, Maßgenauigkeit entwickeln, Qualitätsansprüche internalisieren. Diese Systematik prägt bis heute seine Arbeitsweise.

In der Polizeiführung folgt Projektarbeit ähnlichen Mustern: Definition des Ziels, Planung der Schritte, Ressourcenallokation, Ausführung, Kontrolle, Nachbesserung. Wer diesen Ablauf im Handwerk verinnerlicht hat, überträgt ihn mühelos auf andere Bereiche.

Präzision als Grundhaltung

Im Schreinerhandwerk entscheiden Millimeter über Qualität. Eine Türe, die nicht exakt passt, schließt nicht richtig. Eine Schublade, die schief gebaut ist, klemmt. Ein Möbelstück mit ungenauen Winkeln wirkt unprofessionell. Präzision ist keine Option, sondern Voraussetzung für brauchbare Ergebnisse. Diese Haltung überträgt sich auf alle Lebensbereiche. Wer gelernt hat, genau zu arbeiten, entwickelt einen Blick für Details, ein Bewusstsein für Qualität und eine Unzufriedenheit mit „ungefähr richtig“. Diese Präzision zeigt sich auch in der Führungsarbeit von Christian Ambühl: bei der Formulierung von Dienstanweisungen, bei der Budgetplanung, bei der Vorbereitung politischer Vorlagen.

Problemlösungskompetenz durch praktische Erfahrung

Handwerk bedeutet permanente Problemlösung. Das Material verhält sich anders als erwartet, das Werkzeug passt nicht optimal, die räumlichen Gegebenheiten erschweren die Ausführung, der Kundenwunsch ist technisch herausfordernd. Ein guter Handwerker findet Lösungen – durch Erfahrung, Kreativität, Improvisation. Diese pragmatische Problemlösungskompetenz ist in Führungspositionen unbezahlbar. Theoretische Konzepte scheitern oft an der Praxis. Wer handwerklich geprägt ist, denkt automatisch in Kategorien der Umsetzbarkeit: Ist das realistisch? Welche praktischen Hürden gibt es? Wie kann man es anders lösen?

Vom Küchenbau zum Einsatzbau

Parallelen zwischen Handwerk und Polizeiarbeit
Auf den ersten Blick haben Schreinern und Polizeiarbeit wenig gemeinsam. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich erstaunliche Parallelen:

Planung und Vorbereitung:

o Handwerk: Materialauswahl, Werkzeugvorbereitung, Arbeitsschritte planen
o Polizei: Lagebeurteilung, Ressourcenplanung, Einsatzkonzept entwickeln

Präzise Ausführung:

o Handwerk: Exakte Maße, saubere Verbindungen, Qualitätsbewusstsein
o Polizei: Präzise Kommunikation, koordinierte Abläufe, rechtssichere Dokumentation

Flexibilität bei Problemen:

o Handwerk: Material bricht, Werkzeug versagt, Kunde ändert Wünsche
o Polizei: Lage entwickelt sich anders, Ressourcen fallen aus, neue Informationen erfordern Anpassung

Qualitätskontrolle:

o Handwerk: Funktioniert alles? Sieht es gut aus? Ist der Kunde zufrieden?
o Polizei: Wurde das Ziel erreicht? Lief alles rechtmäßig? Was kann verbessert werden?

Diese strukturelle Ähnlichkeit erklärt, warum handwerklich geprägte Menschen oft erfolgreiche Polizisten und Führungskräfte werden. Die Denkmuster sind übertragbar.

Räumliches Denken in drei Dimensionen

Schreinerarbeit erfordert die Fähigkeit, dreidimensional zu denken. Ein Möbelstück existiert zunächst nur als zweidimensionale Zeichnung. Der Schreiner muss visualisieren, wie es im Raum wirkt, wie Teile zusammenpassen, wie Funktionen realisiert werden.

Christian Ambühl trainierte diese Fähigkeit über Jahre. Sie ist auch in der Einsatzplanung wertvoll: Taktische Situationen räumlich erfassen, Bewegungsabläufe visualisieren, Sichtlinien und Deckungsmöglichkeiten einschätzen. Als Einsatzleiter bei der Stadtpolizei Bern und später als Kommandant musste er regelmäßig räumliche Einsatzlagen bewerten und Kräfte entsprechend positionieren.

Christian Ambühl: Handwerkliche Prägung in der Führung

Projekte von der Idee zur Umsetzung führen

Die handwerkliche Prägung zeigt sich konkret in der Projektarbeit. Als Kommandant der Polizei Stadt Grenchen realisierte Christian Ambühl zahlreiche Vorhaben: die Sanierung des Rettungsdienstes, die Einführung des Tasers, die Umstellung auf mobile Telefonlösungen, die Implementation von parking-pay, Alarmierungssysteme für Schulen.

All diese Projekte folgen der handwerklichen Logik:

o Konzeption: Was soll erreicht werden? Welche Anforderungen gibt es?
o Planung: Welche Schritte sind nötig? Welche Ressourcen werden benötigt?
o Beschaffung: Material, Personal, Technik organisieren
o Umsetzung: Schritt für Schritt realisieren, dabei flexibel bleiben
o Qualitätssicherung: Funktioniert alles? Muss nachgebessert werden?
o Übergabe: Nutzer schulen, Dokumentation erstellen

Diese Systematik hat er nicht in Führungsseminaren gelernt, sondern an der Werkbank.

Kreativität als Problemlösungsinstrument

Kreativität im Sicherheitsbereich? Das klingt zunächst widersprüchlich. Polizeiarbeit ist durch Gesetze, Vorschriften und Protokolle reglementiert. Doch gerade innerhalb dieser Rahmenbedingungen braucht es kreative Lösungen.

Christian Ambühl aus der Schweiz beschreibt sich selbst als kreativen Menchen. Diese Kreativität manifestiert sich nicht nur im privaten Sprayen, sondern auch beruflich: beim Entwickeln innovativer Lösungen für organisatorische Herausforderungen, beim Kreieren von Gadgets für Mitarbeiter, beim Gestalten von Informationsmaterialien.

Die Fähigkeit, über Standard-Lösungen hinauszudenken und eigene Wege zu finden, ist eine direkte Folge handwerklicher und kreativer Prägung. Handwerker sind gewohnt, für jedes Problem eine Lösung zu finden – auch wenn das bedeutet, unkonventionelle Wege zu gehen.

Wertschätzung für praktische Umsetzung

Führungskräfte ohne praktische Erfahrung neigen manchmal zu theoretischen Konzepten, die an der Realität scheitern. Wer selbst handwerklich gearbeitet hat, weiß: Zwischen Plan und Umsetzung liegen Welten.

Diese Bodenhaftung prägt die Führungsarbeit von Christian Ambühl bei der Polizei RONN. Strategische Entscheidungen werden nicht im Elfenbeinturm getroffen, sondern mit Blick auf praktische Umsetzbarkeit. Mitarbeiter, die operativ arbeiten, erfahren Wertschätzung für ihre Arbeit, weil der Chef selbst weiß, was praktische Arbeit bedeutet.

Die handwerkliche Vergangenheit schafft auch eine Verbindung zu Mitarbeitern: Der Polizeichef ist nicht nur Akademiker und Verwaltungsfachmann, sondern jemand, der selbst mit den Händen gearbeitet, Probleme gelöst und Qualität abgeliefert hat.

Warum Handwerkserfahrung Führungskräfte besser macht

Ganzheitliches Denken statt Silodenken

Handwerk lehrt ganzheitliches Denken. Ein Möbelstück ist nicht die Summe einzelner Teile, sondern ein funktionales Ganzes. Jede Entscheidung – Materialwahl, Konstruktion, Oberflächenbehandlung – beeinflusst das Gesamtergebnis.

Diese Perspektive überträgt sich auf Organisationsführung. Christian Ambühl sieht die Polizei RONN nicht als Ansammlung von Abteilungen, sondern als Gesamtsystem. Personalentwicklung, Einsatzkonzepte, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzplanung – alles hängt zusammen und muss aufeinander abgestimmt sein.

Qualitätsbewusstsein und Detailorientierung

Handwerker entwickeln ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein. Gute Arbeit macht man nicht nur für den Kunden oder den Lohn, sondern aus eigenem Anspruch. Ein unsauber gearbeitetes Möbelstück stört den Handwerker selbst am meisten.

Dieser innere Qualitätsanspruch prägt auch die Führungsarbeit. Projekte werden nicht „irgendwie“ abgeschlossen, sondern mit dem Anspruch, es richtig zu machen. Dokumente werden nicht nachlässig formuliert, sondern präzise. Entscheidungen werden nicht halbherzig getroffen, sondern durchdacht.

Respekt vor praktischer Arbeit

Wer selbst jahrelang körperlich gearbeitet hat, entwickelt Respekt vor allen, die praktische Arbeit leisten. Diese Haltung ist in Führungspositionen wertvoll: Sie verhindert Arroganz, schafft Verbindung zu Mitarbeitern und fördert eine Kultur der Wertschätzung.

Der Polizeichef, der selbst an der Werkbank stand, sieht Polizisten auf Streife nicht als austauschbare Ressourcen, sondern als Menschen, die anspruchsvolle praktische Arbeit leisten. Dieser Respekt ist spürbar und prägt die Organisationskultur.

Die Verbindung von Handwerk und Innovation

Tradition und Innovation verbinden
Handwerk wird oft als traditionell, konservativ, rückwärtsgewandt wahrgenommen. Doch gutes Handwerk verbindet Tradition mit Innovation: Bewährte Techniken werden bewahrt, aber neue Werkzeuge, Materialien und Methoden integriert.

Diese Balance – Respekt für Bewährtes bei gleichzeitiger Offenheit für Neues – prägt auch die Führungsphilosophie von Christian Ambühl. Die Polizei RONN pflegt bewährte Arbeitsweisen, ist aber offen für Innovationen: neue Technologien, moderne Kommunikationssysteme, innovative Einsatzkonzepte.

Wer handwerklich geprägt ist, versteht: Nicht alles Neue ist besser, aber nicht alles Alte ist sakrosankt. Die Kunst liegt in der klugen Auswahl.

Prototyping und iteratives Arbeiten

Handwerker arbeiten oft iterativ: Ein Entwurf wird zum Prototyp, der getestet, angepasst, verbessert wird. Diese Arbeitsweise entspricht modernen agilen Methoden, lange bevor diese einen Namen hatten. Die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren, aus Fehlern zu lernen und anzupassen, ist in dynamischen Umfeldern entscheidend. Der Sicherheitsexperte bringt diese Haltung aus seiner handwerklichen Prägung mit: Nicht endlos planen, sondern anfangen, testen, anpassen.

Das Fundament trägt ein Leben lang

Die Schreinerlehre liegt für Christian Ambühl über 35 Jahre zurück. Doch ihre Prägung wirkt bis heute. Die Fähigkeit, strukturiert zu denken, präzise zu arbeiten, praktische Lösungen zu entwickeln und mit den Händen zu schaffen – all das sind Kompetenzen, die in der Polizeiführung täglich zum Einsatz kommen.

Die Kombination aus handwerklicher Grundausbildung, sportlicher Spitzenkarriere und umfassender Polizeiausbildung formte eine vielseitige Persönlichkeit: praktisch und theoretisch versiert, kreativ und strukturiert, visionär und umsetzungsorientiert. Diese Vielseitigkeit ist in modernen Führungspositionen unbezahlbar.

Für junge Menschen, die vor der Berufswahl stehen, ist die Botschaft klar: Eine handwerkliche Ausbildung ist nie verschenkte Zeit. Die dort erworbenen Kompetenzen – systematisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, Qualitätsbewusstsein, praktische Intelligenz – sind universell übertragbar und bilden ein solides Fundament für jeden weiteren Karriereweg.

Die Geschichte von der Werkbank zum Chefsessel zeigt: Karrieren sind nicht linear, und scheinbar unterschiedliche Lebensphasen ergänzen sich oft auf unerwartete Weise. Das Herz fürs Handwerk, das Christian Ambühl in seiner Lehre entwickelte, schlägt bis heute – ob an der Werkbank, an der Spraydose oder am Schreibtisch des Polizeichefs.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Christian Ambühl
Herr Christian Ambühl
Rümlangstrasse 6
8154 Oberglatt
Schweiz

fon ..: 044 244 85 44
web ..: https://christian-ambuehl.ch/
email : pr@christian-ambuehl.ch

Christian Ambühl ist Polizeichef und Geschäftsführer der kommunalen Polizei RONN. Die Polizei RONN ist für die Gemeinden Rümlang, Oberglatt, Niederhasli und Niederglatt zuständig und übernimmt dort die gemeindepolizeilichen Aufgaben in den Bereichen öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung, Verkehr sowie kriminalpolizeiliche Grundversorgung.

Pressekontakt:

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Farbe statt Uniform: Christian Ambühls kreative Gegenwelt zum Polizeialltag

Wenn der Polizeichef zur Spraydose greift – Christian Ambühl über Kreativität, Handwerk und den Ausgleich zur Führungsarbeit.

BildDie wenigsten Kollegen und Mitarbeiter wissen von dieser Seite ihres Polizeichefs. Der Sicherheitsexperte Christian Ambühl präsentiert sich beruflich als strategischer Denker, operativer Führer und Verwaltungsfachmann. Doch neben dieser rational-strukturierten Seite existiert eine künstlerische Dimension, die er bewusst kultiviert. Seine Aussage „Ich bin wirklich ein kreativer Mensch“ steht nicht im Widerspruch zur Führungsverantwortung, sondern ergänzt sie. Die Wurzeln dieser Kreativität liegen in seiner handwerklichen Prägung: Die Schreinerlehre von 1985 bis 1989 in Klosters, die anschließende Arbeit als Schreiner und später im Küchenbau vermittelten nicht nur technische Fertigkeiten, sondern auch räumliches Denken, gestalterisches Verständnis und die Freude am Schaffen mit den Händen. Diese Grundlagen prägen bis heute sein kreatives Schaffen – ob beim Sprayen von Bildern oder beim Entwickeln von Gadgets für die Polizei. Der bewusste Wechsel zwischen den Welten – tagsüber Führungsverantwortung mit allen Zwängen, abends oder am Wochenende freies kreatives Arbeiten – schafft jene Balance, die langfristige Leistungsfähigkeit in Führungspositionen ermöglicht.

Von der Schreinerwerkstatt zur Spraydose

Handwerkliche Prägung als Fundament

Die vierjährige Schreinerlehre bei der Schreinerei Boris in Klosters legte das Fundament für räumliches Denken und gestalterische Kompetenz. Schreinerarbeit ist mehr als das Zusammenfügen von Holzteilen – es ist dreidimensionales Gestalten, Materialgefühl, Präzision und ästhetisches Verständnis.

Nach der Lehre arbeitete Christian Ambühl weiter im Schreinerhandwerk, zunächst 1989-1990 bei derselben Schreinerei, dann 1990-1994 stundenweise im Küchenbau bei Soltmanovski in Davos. Diese Schreinerei unterstützte seinen Leistungssport, indem sie flexible Arbeitszeiten ermöglichte. Selbst 1995, nach dem Ende der aktiven Sportkarriere und vor Beginn der Polizeischule, arbeitete er noch als Spengler bei der Firma Petri in Bern.

Diese Jahre prägten nachhaltig: Die Arbeit mit Materialien, das Visualisieren von Entwürfen, das schrittweise Umsetzen einer Idee in ein fertiges Produkt, die Präzision handwerklicher Ausführung. All diese Fähigkeiten fließen heute in kreative Projekte ein, auch wenn das Medium sich geändert hat.

Vom Holz zur Wand: Street Art als Ausdrucksform

Die Entscheidung, sich dem Sprayen zuzuwenden, mag überraschend erscheinen. Doch die Verbindung ist logisch: Beide Tätigkeiten – Schreinerarbeit und Street Art – erfordern Planung, Präzision, gestalterisches Können und handwerkliche Ausführung.

Christian Ambühl aus der Schweiz betont ausdrücklich: Seine Spray-Kunst ist ausschließlich legal. Dieser Zusatz ist ihm wichtig, denn als Polizeichef wäre illegales Graffiti mehr als nur ein Imageproblem – es wäre eine fundamentale Glaubwürdigkeitsfrage. Legales Sprayen bedeutet: auf Flächen arbeiten, für die man eine Erlaubnis hat, sei es eigene Wände, Flächen mit Zustimmung der Eigentümer oder speziell ausgewiesene Areale.

Street Art hat sich in den letzten Jahrzehnten von der Subkultur zur anerkannten Kunstform entwickelt. Städte schaffen legale Flächen, Künstler werden für Wandgestaltungen engagiert, Street Art prägt das urbane Erscheinungsbild. In diesem Kontext bewegt sich auch das kreative Schaffen des Polizeichefs.

Die kreative Gegenwelt zum strukturierten Alltag

Was Polizeiarbeit bedeutet

Der Alltag in der Polizeiführung ist von Struktur, Hierarchie, Vorschriften und Verantwortung geprägt. Als Polizeichef und Geschäftsführer des Zweckverbands Polizei RONN trägt Christian Ambühl Verantwortung für strategische Ausrichtung, Personalführung, Budgetplanung, politische Abstimmung und operative Sicherheit.

Jede Entscheidung muss begründbar sein, jedes Handeln rechtlich abgesichert, jede Ausgabe budgetiert. Die Arbeit ist eingebettet in Gesetze, Verordnungen, Dienstvorschriften. Kreativität im Polizeikontext bedeutet meist: Lösungen finden innerhalb enger Rahmenbedingungen, nicht außerhalb.

Dazu kommt die emotionale Belastung: Einsätze mit tragischem Ausgang, Konflikte im Team, politischer Druck, Medienöffentlichkeit. Die permanente Verfügbarkeit, das Verantwortungsgefühl, das auch nach Feierabend nicht abgelegt werden kann.

Was Kreativität bietet

Im kreativen Schaffen gelten andere Regeln. Hier gibt es keine Vorschriften, keine Budgetverantwortung, keine Hierarchien. Die einzige Instanz ist die eigene ästhetische Entscheidung. Was entsteht, entsteht aus innerer Motivation, nicht aus äußerem Zwang.

Christian Ambühl beschreibt sich selbst als „wirklich kreativen Menschen“. Diese kreative Ader zu leben, schafft einen fundamentalen Ausgleich:

o Freiheit statt Zwang: Keine Vorschriften, keine Sachzwänge, keine Rechenschaftspflicht
o Prozess statt Ergebnis: Der Akt des Schaffens ist wichtiger als das perfekte Resultat
o Spontaneität statt Planung: Impulse folgen, experimentieren, verwerfen, neu beginnen
o Persönlicher Ausdruck statt Rollenerfüllung: Sich als Person zeigen, nicht als Funktion
o Gegenwart statt Zukunft: Vollständig im Moment sein, ohne an Konsequenzen zu denken

Diese Gegenwelt ist nicht Flucht, sondern notwendige Balance. Sie ermöglicht, den Kopf freizubekommen, Stress abzubauen und mentale Energie zu regenerieren.

Christian Ambühl: Der Polizeichef mit der Spraydose

Christian Ambühl hält seine kreative Tätigkeit bewusst getrennt von seiner beruflichen Identität. Das ist nachvollziehbar: Öffentliche Wahrnehmung funktioniert über klare Zuordnungen. Ein Polizeichef soll Sicherheit verkörpern, Autorität ausstrahlen, für Ordnung stehen. Künstlerisches Schaffen passt nicht in dieses Bild – obwohl es keinen rationalen Grund dafür gibt.

Diese Trennung ist einerseits schade, weil sie eine wichtige Dimension der Persönlichkeit verbirgt. Andererseits ist sie verständlich: Führungskräfte stehen unter permanenter Beobachtung. Jede Handlung wird interpretiert, bewertet, möglicherweise kritisiert. Die kreative Seite privat zu halten, schützt diesen Freiraum vor Instrumentalisierung oder Fehlinterpretation.

Dennoch ist diese Vielschichtigkeit wertvoll: Sie zeigt, dass Menschen nicht auf ihre berufliche Rolle reduzierbar sind. Sie demonstriert, dass Führungskräfte auch außerhalb ihrer Funktion existieren und diese Außenwelt für ihre Leistungsfähigkeit brauchen.

Gadgets für die Polizei: Kreativität im Dienst

Eine Ausnahme bildet das Kreieren von Gadgets für die Polizei. Hier verbindet Christian Ambühl seine kreative Ader mit seiner beruflichen Funktion. Solche Gadgets – kleine Aufmerksamkeiten, Erinnerungsstücke, Geschenke für besondere Anlässe – mögen unbedeutend erscheinen, erfüllen aber wichtige Funktionen:

Sie stärken die Identifikation mit der Organisation, schaffen emotionale Bindung, zeigen Wertschätzung für Mitarbeitende, markieren besondere Ereignisse. Ein selbst gestaltetes Gadget hat eine andere Qualität als ein zugekauftes Standardprodukt – es zeigt persönliches Engagement und Kreativität der Führung.

Diese Projekte sind Brücken zwischen den Welten: Kreativität nicht als Gegensatz zur Führungsarbeit, sondern als deren Bereicherung. Sie zeigen Mitarbeitenden eine andere Seite ihres Polizeichefs und können die Beziehung auf eine persönlichere Ebene heben.

Warum Kreativität für Führungskräfte wichtig ist

Mentale Gesundheit und Burnout-Prävention

Führungspositionen im Sicherheitsbereich gehören zu den belastendsten Tätigkeiten. Permanente Verantwortung, schwierige Entscheidungen, emotionale Belastung, Zeitdruck, politischer Druck – die Risikofaktoren für Burnout sind hoch.

Kreative Tätigkeiten bieten einen wissenschaftlich belegten Schutzfaktor: Sie aktivieren andere Hirnareale als analytische Arbeit, fördern Flow-Zustände (völliges Aufgehen in einer Tätigkeit), reduzieren Stresshormone und steigern das Wohlbefinden. Der Wechsel zwischen kognitiv-analytischer Arbeit und kreativ-intuitivem Schaffen nutzt unterschiedliche mentale Ressourcen und verhindert einseitige Überlastung.

Der Polizeichef in Ronn demonstriert durch sein Beispiel: Nachhaltige Leistungsfähigkeit in Führungspositionen erfordert bewusste Ausgleichsstrategien. Kreativität ist eine davon – neben Sport, Familie, sozialen Kontakten.

Problemlösungskompetenz durch kreatives Denken

Kreativität ist nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern trainiert Fähigkeiten, die auch beruflich wertvoll sind. Kreatives Denken bedeutet: Perspektivwechsel, unkonventionelle Lösungen, Experimentierfreude, Toleranz für Unsicherheit, iteratives Vorgehen.

Diese Fähigkeiten sind in der modernen Organisationsführung zunehmend gefordert. Standardlösungen reichen oft nicht mehr, innovative Ansätze sind gefragt. Wer gewohnt ist, kreativ zu denken und zu arbeiten, überträgt diese Kompetenz auch auf berufliche Herausforderungen.

Die handwerkliche und künstlerische Prägung von Christian Ambühl fließt auch in seine Führungsarbeit ein: Bei der Gestaltung von Projekten, der Entwicklung neuer Konzepte, der Lösung komplexer Probleme. Kreativität und analytisches Denken schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich.

Authentizität und Vorbildfunktion

Führungskräfte, die sich trauen, auch private Interessen und Leidenschaften zu zeigen, wirken authentischer und nahbarer. Sie demonstrieren: Es ist erlaubt, vielschichtig zu sein. Man muss sich nicht auf die berufliche Rolle reduzieren.

Für Mitarbeitende kann das befreiend sein: Wenn selbst der Chef kreative Hobbys hat, ist es legitim, eigene Interessen neben dem Beruf zu pflegen. Diese implizite Erlaubnis fördert Work-Life-Balance und mentale Gesundheit im gesamten Team.

Die Tatsache, dass Christian Ambühl diese Seite nur selektiv zeigt, schmälert diesen Effekt nicht. Im Gegenteil: Die Andeutung, dass es da noch mehr gibt als die offizielle Rolle, macht neugierig und menschlich.

Die Kraft der Vielseitigkeit

Die kreative Seite von Christian Ambühl – das Sprayen, die Gadget-Entwicklung, die handwerkliche Prägung – ist mehr als eine Randnotiz seiner Biografie. Sie ist wesentlicher Teil dessen, was ihn als Person und als Führungskraft ausmacht.

In einer Arbeitswelt, die zunehmend Spezialisierung und Fokussierung fordert, ist Vielseitigkeit ein wertvolles Gegengewicht. Menschen sind nicht eindimensional, und ihre Leistungsfähigkeit hängt davon ab, verschiedene Facetten ihrer Persönlichkeit leben zu können.

Der Polizeichef demonstriert: Man kann strategischer Führungsverantwortlicher und kreativer Künstler sein. Man kann Struktur und Freiheit brauchen. Man kann Verantwortung tragen und gleichzeitig Raum für spielerisches Experimentieren haben. Diese scheinbaren Widersprüche sind keine Schwäche, sondern Stärke.

Für andere Führungskräfte ist die Botschaft klar: Investieren Sie in Tätigkeiten außerhalb Ihrer beruflichen Rolle. Pflegen Sie Hobbys, Leidenschaften, kreative Ausdrucksformen. Diese scheinbar „unproduktive“ Zeit ist hochproduktiv für mentale Gesundheit, Lebensqualität und langfristige Leistungsfähigkeit. Die Spraydose in der Hand von Christian Ambühl ist mehr als Freizeitvergnügen – sie ist Instrument der Selbstfürsorge und Quelle der Kraft für die anspruchsvolle Führungsarbeit.

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Christian Ambühl
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Christian Ambühl ist Polizeichef und Geschäftsführer der kommunalen Polizei RONN. Die Polizei RONN ist für die Gemeinden Rümlang, Oberglatt, Niederhasli und Niederglatt zuständig und übernimmt dort die gemeindepolizeilichen Aufgaben in den Bereichen öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung, Verkehr sowie kriminalpolizeiliche Grundversorgung.

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