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Multiple Sklerose (MS): nicht selten, aber selten gesehen

28.02.2026: Zum Tag der seltenen Erkrankungen lenkt AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. den Blick auf eine Erkrankung, die oft übersehen wird.

BildZwar ist Multiple Sklerose (MS) keine seltene Krankheit – sie wird jedoch in ihren Auswirkungen vielfach nicht gesehen. Viele typische MS-Symptome sind für Außenstehende nicht sichtbar oder werden fehlinterpretiert. Das bedeutet für Betroffene eine zusätzliche Belastung, weil sie sich im Alltags- und Berufsleben rechtfertigen oder erklären müssen.

Unsichtbare Symptome – sichtbare Missverständnisse
Mit mehr als 280.000 Erkrankten ist MS in Deutschland die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems. In Baden-Württemberg sind derzeit ca. 38.000 Personen an MS erkrankt. Weil das Immunsystem die schützenden Myelinscheiden der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark angreift, wird die Weiterleitung elektrischer Impulse gestört. Das kann sich auf Bewegung, Empfindung und kognitive Funktionen auswirken. Viele Menschen verbinden mit MS vor allem sichtbare Beeinträchtigungen wie Gehhilfen oder einen Rollstuhl. Dabei gehören unsichtbare Symptome wie Fatigue (abnorme Müdigkeit und Erschöpfung), Sensibilitäts-, Gleichgewichts- oder Blasenfunktionsstörungen zu den häufigsten Beschwerden. Mit 44,4 Prozent ist Fatigue das zweithäufigste Symptom hinter Mobilitätseinschränkungen bei MS-Erkrankten in Baden-Württemberg (MS-Register 2024). Besonders belastend für MS-Erkrankte: Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen werden oftmals als Trunkenheit gedeutet.

Kein Tag wie der andere
Menschen mit Multipler Sklerose erleben häufig erhebliche Schwankungen ihrer Beschwerden. An manchen Tagen ist selbstständiges Gehen möglich, an anderen ist schon der Weg vom Bett ins Bad kaum zu bewältigen. Diese Dynamik ist ein typisches Merkmal der „Erkrankung mit den 1.000 Gesichtern“, die sich von Tag zu Tag und von Person zu Person anders zeigen kann. Während hoher entzündlicher Aktivität kann die Signalübertragung deutlich beeinträchtigt sein. Klingen entzündliche Prozesse ab, stabilisiert sich häufig auch (vorübergehend) die Funktion. Geschädigte Nerven reagieren zudem empfindlich auf Hitze, Infekte oder Erschöpfung; Symptome können sich dadurch vorübergehend deutlich verstärken.

MS-Diagnose braucht Zeit
Die Vielfalt der Symptome erschwert nicht nur das Verständnis in der Öffentlichkeit, sondern auch die Diagnosestellung. Einen einzelnen Test, der MS eindeutig nachweist, gibt es nicht. In der Regel sind mehrere Untersuchungen notwendig, darunter MRT, Analysen des Nervenwassers und neurologische Verlaufsbeobachtungen. Häufig vergeht Zeit, bis eine gesicherte Diagnose gestellt werden kann. Besonders frühe Krankheitszeichen sind oft unspezifisch und können auch bei anderen neurologischen Erkrankungen auftreten.

Mehr Wissen schafft Verständnis
MS ist keine seltene Erkrankung, aber sie wird selten im richtigen Licht gesehen. Das Wissen um die unsichtbaren Symptome und ihren Einfluss auf die Lebensqualität MS-Erkrankter fördert Verständnis und gesellschaftliche Teilhabe. Unterstützung im Umgang mit der Krankheit sowie fundierte Informationen bietet AMSEL seit über 50 Jahren auf https://www.amsel.de/

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

AMSEL e.V.
Frau Michaela Seyerlen
Nöllenstraße 7
70195 Stuttgart
Deutschland

fon ..: 0711697860
web ..: https://www.amsel.de/
email : info@amsel.de

AMSEL – wer ist das?
Die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. ist Fachverband, Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Kranke in Baden-Württemberg. Die Ziele der AMSEL: MS-Kranke informieren und ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern. Der AMSEL-Landesverband hat rund 7.200 Mitglieder, über 60 AMSEL-Gruppen und 15 Junge Initiativen in ganz Baden-Württemberg. Mehr unter www.amsel.de

Pressekontakt:

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Frau Sara Grmaca
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Bundesverdienstkreuz für außergewöhnliches Engagement von Sabine Gwarys

Für ihr ehrenamtliches Engagement erhielt Sabine Gwarys das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

BildMinisterin der Justiz und für Migration Marion Gentges MdL übergab die Auszeichnung als Symbol der Anerkennung, des Respekts und großer Wertschätzung für den langjährigen Einsatz der Ettenheimerin. Durch ihr Engagement als Leitung der AMSEL-Gruppe Ortenaukreis haben Multiple-Sklerose-Erkrankte dort seit mehr als 25 Jahren eine Anlaufstelle für Austausch und Zusammenhalt.

Am 6. Februar 2026 wurde Sabine Gwarys mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Rathaus Ettenheim versammelten sich über 70 Personen, darunter Bürgermeister Bruno Metz, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges MdL und Adam Michel, Vorstandsvorsitzender der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. Selbst an Multipler Sklerose (MS) erkrankt, setzt sich Sabine Gwarys als Leiterin der AMSEL-Gruppe Ortenaukreis und im Vorstand der AMSEL für die Anliegen MS-Betroffener ein.

„Sie sind eine Frau der Tat. Aber nicht nur das. Sie sind auch eine Frau mit Herz.“

So die Worte von Ministerin Marion Gentges MdL an Sabine Gwarys. Seit 1999 leitet sie die AMSEL-Gruppe im Ortenaukreis und berät Betroffene zu allen Fragen im Leben mit MS. Gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Helferteam werden Ausflüge, Reisen speziell für Menschen mit Behinderung und gemeinsame Aktivitäten organisiert. Auch Besuche von Mitgliedern, die nicht mehr an den Treffen teilnehmen können, sind der 62-Jährigen ein großes Anliegen. In über 25 Jahren hat Sabine Gwarys ein großes Netzwerk in der Region aufgebaut, das vielen Menschen Halt und Kraft gibt und verhindert, dass MS-Betroffene in die Isolation geraten. Die Gruppe zählt derzeit über 220 Mitglieder.
Nach einigen Jahren im Kontaktgruppenbeirat der AMSEL nimmt die ehemalige Bankkauffrau seit 2009 ehrenamtlich im Vorstand der AMSEL die Funktion als stellvertretende Vorsitzende ein. Das außergewöhnliche Engagement der Gruppenleiterin wird auch von Bürgermeister Bruno Metz wahrgenommen und geschätzt, dies brachte er in seinen Begrüßungsworten zum Ausdruck. AMSEL-Vorstandsvorsitzender Adam Michel sprach Sabine Gwarys großen Dank für ihr Wirken aus, das im Alltag vieler MS-Betroffener positive Spuren hinterlässt. Mit den Worten _“Ohne engagierte Menschen wie Sie, wäre Baden-Württemberg nicht das, was es ist. Wir wären um vieles ärmer“_, überreichte Ministerin Marion Gentges MdL den Verdienstorden.

57 AMSEL-Gruppen in Baden-Württemberg

Die Anliegen von MS-Betroffenen in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, ist Sabine Gwarys, wie auch der AMSEL, ein Anliegen. AMSEL e.V. ist Fachverband, Selbsthilfeorganisation und Interessensvertretung für Multiple-Sklerose-Erkrankte in Baden-Württemberg. Neben der Gruppe im Ortenaukreis unterstützt AMSEL weitere 56 Gruppen landesweit. Selbsthilfe, gegenseitiger Austausch und Halt stehen im Mittelpunkt der Gruppen. Mehr Informationen gibt es auf https://www.amsel.de/regional/

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AMSEL aktualisiert das Kognitions-Online-Trainingsprogramm für Menschen mit Multipler Sklerose

AMSEL – Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG Baden-Württemberg, e.V. hat die Trainingsplattform „MS Kognition“ erweitert und aktualisiert.

Bild„MS Kognition“ ist ein maßgeschneidertes, interaktives Trainingsprogramm aus theoretischem Wissen und praktischen Übungen. Die aktuell zwölf wissenschaftlich fundierten Übungen schulen Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen – wichtige kognitive Funktionen, die bei Multipler Sklerose oft beeinträchtigt sind und schwerwiegende Auswirkungen auf den Alltag haben können. Neu ist die spielerische Übung „Spatzenfütterung“, mit der die Bewegungskoordination trainiert werden kann. Die Darstellungsweise und Navigation der Webseite wurden optimiert und barrierefrei gestaltet. Die App zu „MS Kognition“ wurde ebenfalls aktualisiert und erweitert. Ziel der Anwendung ist die Stärkung kognitiver Fähigkeiten.

Mit „Spatzenfütterung“ Bewegungskoordination trainieren

Die neue Übung „Spatzenfütterung“ simuliert das Gefühl des Sich-Bewegens. Im Spiel geht es darum, einem Vogel beim Auffangen vom Tisch fallender Gegenstände zu helfen. Es darf nur Nahrung gefangen werden, währenddessen eine Maus stört und verscheucht werden muss. Wird die Maus nicht rechtzeitig vertrieben, wird der Spatz langsamer oder friert in der Bewegung kurz ein. Mit jeder Schwierigkeitsstufe wird das Spiel schneller und die Maus erscheint häufiger. Die Übung trainiert die Reaktionszeit, geteilte Aufmerksamkeit und die Hand-Augen-Koordination beim Antizipieren der verschiedenen Bewegungsgeschwindigkeiten.

Unmittelbar nach Beendigung einer Übung erfolgt die Auswertung. Trainingsfortschritte werden dokumentiert. Zu jeder Übung wird erklärt, um welche Funktion es geht und anhand praktischer Beispiele belegt, wo diese Fähigkeit im Alltag erforderlich ist. Die Ergebnisse werden in einer Statistik dokumentiert, die geteilt werden kann.

Wissenschaftliche Konzeption

Konzeption und Gestaltung von „MS Kognition“ wurden von Prof. Dr. med. Peter Flachenecker, Chefarzt, und der leitenden Diplompsychologin Heike Meißner, beide Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof, Bad Wildbad, wissenschaftlich begleitet. Entwickelt wurde das Internetprojekt von AMSEL e.V. und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.

Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit

Alle Bereiche der Webseite können über die Tastatur oder von der Sprachausgabe navigiert werden. Die Schriftgröße kann individuell angepasst werden. Zur optimalen Darstellung auf allen Geräten wurde eine Formatänderung der Übungen von 4:3 zu 16:9 durchgeführt. Alle Übungen enthalten Filter, die Sehschwächen simulieren. Alle Kontraste wurden überprüft und den Vorgaben der Barrierefreiheit entsprechend angepasst. Neu ist auch die Druckfunktion der Übungsergebnisse, die einem Arzt vorgelegt werden können. Ergänzend zur Desktop-Version wurde auch die App aktualisiert. Diese kann im App Store und bei Google Play kostenlos heruntergeladen werden.

Mit MS Kognition kognitive Störungen behandeln

Bei 45 bis 65 Prozent der MS-Kranken sind kognitive Prozesse eingeschränkt. Bei zwei Drittel der befragten MS-Kranken bleiben die kognitiven Störungen unbehandelt. Die Einschränkungen, beispielsweise in der Aufmerksamkeit oder Informationsverarbeitung, führen zu Schwierigkeiten im Alltag und Beruf. Mit dem Trainingsprogramm MS Kognition können kognitive Fähigkeiten trainiert werden, um diese Schwierigkeiten zu reduzieren.

Reaktionsbereitschaft, geteilte Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisvermögen und Exekutivfunktionen können geschult werden – Fähigkeiten, die im Verlauf der Erkrankung Einschränkungen erfahren.

Alle Übungen und der Link zum Download der App findet sich auf der Website: https://www.amsel.de/ms-kognition/index.html

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Neujahrstreffen der AMSEL: Neue Impulse im neuen Jahr für Menschen mit Multipler Sklerose

Mit dem diesjährigen Neujahrstreffen startete die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., offiziell in das neue Jahr.

BildErfolgreiche Veranstaltungen und Kampagnen des letzten Jahres sowie Ziele für 2026 standen im Mittelpunkt. Mit weiterem Ausbau digitaler Formate sollen die Angebote der AMSEL für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) und ihre Angehörigen noch zugänglicher gemacht werden. Zuversicht und gemeinsames Anpacken seien der Schlüssel zum Erfolg, waren sich der Gastredner Steffen Bilger MdB (CDU) und Adam Michel, Vorsitzender der AMSEL, einig.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sozialversicherung kamen zum traditionellen Neujahrstreffen der AMSEL in die Sparkassenakademie Stuttgart. Adam Michel fasste das AMSEL-Jahr 2025 mit den Worten „Stark im Bewährten – Innovativ im Neuen“ zusammen. Bewährte Veranstaltungsformate wie das 11. Ärztesymposium wurden ergänzt um neue wie „NextGenMS“, das die Themen und Bedürfnisse junger MS-Erkrankter unter 45 Jahren aufgriff. Die Kampagne „1.000 Gesichter und Deins“ zum Welt-MS-Tag 2025 rückte Einzelschicksale der Krankheit mit den 1.000 Gesichtern in den Fokus der Öffentlichkeit. Die App „MS Kognition“ wurde erweitert und bietet nun 12 verschiedene, MS-spezifische Übungen zum spielerischen Training kognitiver Fähigkeiten. Stolz wies Adam Michel auch auf die Spitzenposition der AMSEL im Bereich der Online-Angebote für MS-Erkrankte im deutschsprachigen Raum hin.

„Zuversicht ist das Gebot der Stunde“
So das Credo von Steffen Bilger MdB, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. In seinem Vortrag „Deutschland voranbringen – für Sicherheit, Wachstum und Wohlstand“ beschrieb er aktuelle Weltgeschehnisse, in denen neue Allianzen notwendig seien. Innenpolitisch sei eine Neuorientierung mit grundlegenden Reformen dringend erforderlich – auch im Gesundheitssystem. Unser Sozialstaat müsse als tragende Säule der Demokratie mit geeigneten Mitteln erhalten werden.
Aktuell sieht Bilger eine Aufbruchsstimmung. Der Wille zur Veränderung sei da, diese Dynamik müsse man unbedingt nutzen und positiv bleiben.
Positiv sei auch die Entwicklung und der Anstieg des ehrenamtlichen Engagements. Fast 29 Millionen Menschen seien derzeit ehrenamtlich aktiv. Der Politiker nahm das als Anlass, um allen Ehrenamtlichen der AMSEL für ihr langjähriges soziales Engagement zu danken. Dies sei eine tragende Säule unserer Gesellschaft.

MS-Themen 2026
Da sich viele Menschen zunehmend digital vernetzen, möchte die AMSEL 2026 vor allem ihre digitalen Formate weiter ausbauen, so Prof. Dr. med. Peter Flachenecker, Vorsitzender des Ärztlichen Beirats und Neurologe im Vorstand der AMSEL. Geplant sind virtuelle Gruppentreffen, ein digitales Erste-Hilfe-Tool bei MS, sowie eine KI-gestützte Suchfunktion mit wissenschaftlich fundierten Antworten. Von großer Relevanz wird auch der neu zu erwartende Wirkstoff BTKi (Bruton Tyrosinkinase-Hemmer) sein. Dieser gilt als Hoffnungsträger für MS-Kranke mit progredienten Formen der Multiplen Sklerose, für die bislang wenig zugelassene Immunmodulatoren zur Verfügung stehen.
Weitere Schwerpunkte in 2026 sind der Einfluss von Lebensstilfaktoren auf den Krankheitsverlauf und von Immuntherapeutika bei MS im höheren Lebensalter.

Seit 1974 ist AMSEL Fachverband, Interessenvertretung und Selbsthilfeorganisation für Menschen mit MS und ihre Angehörigen. Unterstützung im Umgang mit der Krankheit und jederzeit aktuelle Informationen rund um die MS gibt es auf https://www.amsel.de/

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Immunzellen im Visier: Wegweisende Grundlagenforschung zu Multiple Sklerose (MS) ausgezeichnet

Die Sobek Forschungs- und Nachwuchspreise 2025 gehen an Prof. Dr. Dr. Roland Liblau (Toulouse) und Dr. Sarah Mundt (Zürich)

BildAm 12. Dezember 2025 zeichnete die Roman, Marga und Mareille Sobek Stiftung in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart zwei Wissenschaftler aus, die mit ihren wegweisenden Arbeiten zur Rolle fehlgeleiteter Immunzellen bei Multipler Sklerose (MS) Hoffnung auf neue Therapien machen, vor allem für die fortschreitende Form der MS, für die trotz großer Fortschritte noch keine optimale Therapie zu Verfügung steht. Der mit 100.000 Euro dotierte Sobek Forschungspreis ging an den französischen Neuroimmunologen Prof. Dr. Dr. Roland Liblau aus Toulouse. Der Sobek Preis gilt als höchst dotierter Preis im Bereich der MS-Grundlagenforschung in Europa und Nordamerika, möglicherweise sogar weltweit. Der mit 15.000 Euro dotierte Sobek Nachwuchspreis ging an die in Zürich tätige deutsche Forscherin Dr. Sarah Mundt.

Mit der Preisverleihung, die unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg steht, würdigte die Sobek Stiftung erneut in Zusammenarbeit mit AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) exzellente Forschungsleistungen, die ein tieferes Verständnis der MS ermöglichen und neue Ansatzpunkte für MS-Therapien eröffnen.

Forschungspreis 2025: Wie fehlgeleitete T-Zellen das Gehirn angreifen

Prof. Dr. Dr. Roland Liblau (*1957) erhielt den Sobek Forschungspreis 2025 für seine wissenschaftlichen Beiträge zu den autoimmunen T-Lymphozyten und deren fundamentaler Rolle bei MS sowie anderen neurologischen Autoimmunerkrankungen. Professor Liblau zählt zu den international führenden ärztlichen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Neuroimmunologie. Er studierte Medizin in seiner Geburtsstadt Paris, absolvierte dort seine neurologische Facharztausbildung sowie eine immunologische Zusatzausbildung am Institut Pasteur. Von 1991 bis 1994 forschte er als Postdoktorand an der Stanford University in Kalifornien (USA), bevor er am traditionsreichen Hôpital de la Salpêtrière in Paris eine eigene neuroimmunologische Arbeitsgruppe aufbaute. Seit 2002 ist Liblau Professor für Klinische Immunologie in Toulouse und leitet dort eines der führenden Neuroimmunologie-Labore Europas; seit 2021 steht er einem Forscherteam am Toulouse Institute for Infectious and Inflammatory Diseases (INFINITY) vor.

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der sich fehlprogrammierte körpereigene Abwehr- bzw. Immunzellen, die den Körper eigentlich vor Krankheitserregern schützen sollten, gegen ihn richten. Im Zentrum der Forschungsarbeiten von Prof. Liblau steht eine bestimmte Gruppe von Immunzellen: die autoreaktiven T-Lymphozyten, insbesondere CD8+-T-Zellen, auch T-Killerzellen genannt. Diese Zellen patrouillieren normalerweise wie eine hochspezialisierte „Polizei“ durch den Körper und eliminieren infizierte Zellen. Bei MS richten sie sich jedoch gegen gesunde körpereigene Strukturen, darunter die Myelinscheiden, also die schützende Isolierung der Nervenfasern. Professor Liblau gehörte zu den Ersten, die gezeigt haben, dass bei MS nicht nur CD4+-„Helfer“-T-Zellen, sondern auch CD8+-Zellen maßgeblich an Entzündungen und Gewebeschädigungen im zentralen Nervensystem (ZNS) beteiligt sind und speziell im Gehirn einen „entzündlichen Schwelbrand“ auslösen und aufrecht erhalten. Diese Art von Entzündungen sind vor allem für ein Schub-unabhängiges, langsames Fortschreiten der MS verantwortlich, während sich die meisten MS-Therapien bislang vor allem gegen schubabhängige akute Verschlechterungen richten.

Das heißt: Auch wenn im Blut eines Menschen mit MS kaum noch aktivierte, auf Angriff eingestellte Immunzellen nachweisbar sind und sich auch keine Entzündungsherde im MRT zeigen, können sich im Gehirn und Rückenmark dennoch kleine Gruppen von „aufmunitionierten“ Zellen festsetzen. Diese gewebsständigen Zellen lassen sich mit herkömmlichen Therapien nur schwer erreichen und tragen wesentlich dazu bei, dass Entzündungen und Nervenschädigung bei MS trotz bestmöglicher Behandlung fortschreiten.

Professor Liblaus Arbeiten haben gezeigt, dass die gewebsständigen T-Zellen die Gehirnzellen in ihrer Umgebung schädigen oder zerstören. Dabei kooperieren die gewebsständigen CD8+ T Zellen mit gewebsständigen CD4+ T Zellen und anderen gewebsständigen Immunzellen, einschließlich B-Zellen. Wahrscheinlich sind diese gewebsständigen „Tissue-resident memory cells“ hauptverantwortlich dafür, dass bei der MS nicht nur Myelin zerstört wird, sondern auch Axone und Nervenzellen selbst geschädigt werden. Die Forschungsergebnisse wurden in führenden Fachzeitschriften veröffentlicht und haben weltweit große Resonanz gefunden. Diese neu entdeckten Schädigungsmechanismen liefern konkrete Angriffspunkte für zukünftige Therapien, die auf diese gewebsständigen T-Zellen und ihre Aktivierung zielen.

„Als Direktor eines großen interdisziplinären Forschungszentrums hat Professor Liblau eine Herkulesaufgabe übernommen. Bei seinen wissenschaftlichen Forschungen hat er immer auch über den Tellerrand der MS hinausgeschaut. Dieser erweiterte Blick hat vielversprechende neue Ansatzpunkte für die Therapie der MS ermöglicht“, so Laudator Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Sobek Stiftung.

Nachwuchspreis 2025: Wie Fresszellen und Botenstoffe Nerven schützen oder schädigen

Mit dem Sobek Nachwuchspreis 2025 würdigte die Sobek Stiftung Dr. Sarah Mundt (*1986) für ihre Forschung zu den verschiedenen Rollen von Fresszellen und zu neuroimmunen Wechselwirkungen im Zentralnervensystem, die helfen kann, MS-Therapien zielgenauer zu entwickeln. Dr. Sarah Mundt ist Forschungsgruppenleiterin in der Neurologischen Klinik am Universitätsspital Zürich. Nach ihrem Bachelor- und Masterstudium in Life Sciences an der Universität Konstanz wurde sie dort im Fach Immunologie mit summa cum laude promoviert. Ihre Arbeiten zur Rolle des Immunoproteasoms bei Entzündungsreaktionen im zentralen Nervensystem, der sogenannten Neuroinflammation, wurden vielfach zitiert. 2016 wechselte sie an das Institut für Experimentelle Immunologie Zürich und baute dort ab 2020 eine eigene Forschungsgruppe auf.

Dr. Mundts Forschung widmet sich vor allem der Frage, wie Immunzellen mit dem Gehirn „sprechen“ und warum diese Kommunikation bei MS aus dem Gleichgewicht gerät. In einer vielbeachteten Studie konnte sie zeigen, dass dendritische Zellen – eine Art „Spürhunde“ des Immunsystems – in den Hirnhäuten Myelinbestandteile aufnehmen und sie dem Immunsystem präsentieren. Dadurch ermöglichen sie es fehlgeleiteten T-Zellen, in das ansonsten gut geschützte Gehirngewebe einzudringen und dort eine Entzündung zu entfachen.

In neueren Arbeiten beschäftigt sich Dr. Mundt mit Botenstoffen und Fresszellen, die das Nervengewebe gleichermaßen schützen wie schädigen können. In einer 2023 veröffentlichten Studie zeigte sie mit ihrem Team, dass der pro-entzündliche Botenstoff, das Zytokin Interleukin-12 im Gehirn eine unerwartete Schutzfunktion haben kann und deswegen Medikamente, die IL-12 blockieren, möglicherweise nicht den erhofften Erfolg bringen. Bei experimenteller MS konnte sie zusammen mit dem Forschungsteam nachweisen, dass insbesondere aus dem Blut einwandernde Monozyten und ihre „Fresszell“-Nachkommen die Hauptquelle schädlicher Sauerstoffradikale sind – und nicht, wie lange vermutet, die im Gehirn ansässigen Mikrogliazellen.

Mundt und ihr Team versuchen zu verstehen, welche Immunzellen im Gehirn Freund sind und welche Feind. Ihre Erkenntnisse können helfen, Therapien zielgenauer zu entwickeln. Anstatt das Immunsystem insgesamt zu bremsen, könnten zukünftig bestimmte „Auslöser“-Zellen oder Signalwege gezielt blockiert und gleichzeitig schützende Reaktionen verstärkt werden. „Dr. Mundt ist ein inspirierendes Vorbild für den neuroimmunologischen Nachwuchs“, betonte Laudator Prof. Dr. Klaus V. Toyka, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Sobek Stiftung.

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Roman, Marga und Mareille Sobek Stiftung
Mit dem Sobek Forschungspreis der Stiftung aus Baden-Württemberg werden jährlich seit dem Jahr 2000 richtungsweisende Leistungen von Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Multiplen Sklerose und der dazugehörenden Grundlagenforschung ausgezeichnet.

Die Sobek Stiftung verleiht ihren Forschungspreis auf Vorschlag eines wissenschaftlichen Beirates in Zusammenarbeit mit der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG). Die Schirmherrschaft für die Preisverleihung hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg.

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