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Demo in Ahrweiler: Grüne und ANINOVA protestieren gegen Schweinezucht-Skandal eines Bauernfunktionärs

Nach Enthüllungen über schwere Missstände in einer Schweinezucht in Halver rufen die Grünen im Kreis Ahrweiler für den 7. November zu einer Demonstration vor dem Bauernverband auf.

BildGrüne rufen zu Demonstration in Ahrweiler auf: Protest gegen Schweinezucht-Skandal des Bauernfunktionärs – ANINOVA stellt aktuelles Bildmaterial bereit und unterstützt Mobilisierung

Bad Neuenahr-Ahrweiler / Halver (NRW), 03.11.2025.Nach den Enthüllungen über katastrophale Zustände in einer Schweinezucht im Märkischen Kreis (NRW) wächst der öffentliche Druck: Der Betreiber der Anlage ist zugleich Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V., Kreisverband Mayen-Koblenz und Kreisverband Ahrweiler. Nun ruft die Kreistagsfraktion der Grünen in Ahrweiler zu einer öffentlichen Demonstration am 07. November 2025 um 14:00 Uhr vor der Geschäftsstelle des Bauern- und Winzerverbands (Walporzheimer Str. 173, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Parkplatz an der B267) auf. Es werden mehrere Dutzend Teilnehmer*innen erwartet.

Die Tierrechtsorganisation ANINOVA begrüßt die Initiative ausdrücklich, beteiligt sich an der Mobilisierung und stellt der Öffentlichkeit aktuelles Bildmaterial aus dem Jahr 2025 sowie ergänzende Aufnahmen aus 2024 zur Verfügung. Beide Videosequenzen stammen aus demselben Betrieb, der nachweislich wiederholt durch gravierende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz aufgefallen ist.
Die jüngsten Aufnahmen, die ANINOVA anonym zugespielt wurden, dokumentieren das extreme Leid der Tiere: verletzte, abgemagerte und teils tote Schweine, unhygienische Stallungen, verschmutzte Böden und massive bauliche Mängel. In einigen Bereichen stehen Tiere knöcheltief in Wasser und Fäkalien, eine tierärztliche Versorgung ist nicht erkennbar. Der Stall wirkt insgesamt stark verwahrlost, teilweise ohne Fenster und mit erheblichen Verletzungsgefahren für die Tiere.

Bereits im Oktober 2025 hatte ANINOVA erstmals Videomaterial veröffentlicht, das eindeutige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz belegt. Zu sehen waren Tiere mit offenen, unbehandelten Wunden, verendete Ferkel in den Buchten und abgeschnittene Schwänze, an denen sich bereits Maden befanden.

Brisant ist die Personalie des Betreibers: Er ist nicht nur Tierhalter, sondern auch Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V. – und hat selbst wissenschaftlich zum Thema Tierschutz publiziert. „Wer über Tierschutz in der Schweinehaltung forscht und gleichzeitig solche Zustände zu verantworten hat, verliert jede Glaubwürdigkeit“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.

Nach ANINOVAs Recherchen ist der Betrieb seit Jahren QS-zertifiziert und stand lange Zeit in vertraglicher Verbindung mit Westfleisch. Interne Unterlagen belegen, dass trotz wiederholter Beanstandungen keine nachhaltige Verbesserung erfolgt ist. ANINOVA hat das Videomaterial aus 2024 und 2025 sowie interne Prüfberichte der Staatsanwaltschaft Dortmund – Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität (Az. 76 Js 5/25) übermittelt. Auch das zuständige Veterinäramt bestätigte, dass es in der Vergangenheit mehrfach Beanstandungen gab. Das QS-System hat den Betrieb inzwischen gesperrt. „Diese Zustände sind erschütternd und zeigen, dass Kontrolle und Verantwortung in der Tierhaltung vollständig versagen“, so Peifer. „Wenn ein führender Funktionär des Bauernverbandes selbst für solche Haltungsbedingungen verantwortlich ist, untergräbt das das Vertrauen in das gesamte System.“

Die Grünen im Kreis Ahrweiler fordern nun eine politische und gesellschaftliche Aufarbeitung des Falls. Die geplante Demonstration soll aufzeigen, dass Tierleid und wirtschaftliche Interessen in der Landwirtschaft untrennbar miteinander verknüpft sind. „Diese Demonstration ist ein wichtiges Signal: Solange Tiere unter solchen Bedingungen leiden, darf es kein Wegsehen geben“, sagt Peifer weiter. „Wir unterstützen jede Form des Engagements, die auf echte Konsequenzen drängt.“

ANINOVA fordert eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge, klare politische Konsequenzen und ein Ende der Tierhaltung, die Tiere zu bloßen Produktionsfaktoren degradiert. Die Organisation appelliert an Verbraucher*innen, sich für eine pflanzliche, tierleidfreie Lebensweise zu entscheiden – als klares Zeichen gegen Ausbeutung und systematisches Tierleid.

Informationen zur Demonstration:
Ort: Vor dem Bauern- und Winzerverband Kreisverband Ahrweiler, Walporzheimer Str. 173, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Walporzheimer Parkplatz an der B267)
Datum: 07. November 2025
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Anmeldung für Bürger*innen: Birgit Stupp (Fraktionsvorsitzende der Grünen Ahrweiler) – Birgit.stupp.gruene@web.de
Pressekontakt zur Veranstaltung: Mathias Heeb (Fraktionsvorsitzender der Grünen Ahrweiler) – gruene-grafschaft@t-online.de, Tel. 0151 40380863

Mehr Informationen hier.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

ANINOVA e.V.
Herr Jan Peifer
An der Autobahn 23
53757 Sankt Augustin
Deutschland

fon ..: 02241-261549-2
fax ..: 02241-261549-1
web ..: http://www.aninova.org
email : Presse@aninova.org

Der Focus von ANINOVA e.V. liegt in den Bereichen Massentierhaltung und Pelz. Die Tierrechtsorganisation zeigt mit Aufdeckungen und Undercover Recherchen auf, wie sogenannte Nutztiere in Deutschland gehalten werden. Weitere Informationen unter www.aninova.org

Pressekontakt:

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Neue Beweise belasten Schweinezucht des Bauernfunktionärs aus Rheinland-Pfalz

Neue interne Prüfprotokolle und weiteres Videomaterial belasten die Schweinezucht eines führenden Bauernfunktionärs aus Rheinland-Pfalz. Die Dokumente zeigen seit Jahren bekannte, gravierende Missstän

BildNach der jüngsten Veröffentlichung von ANINOVA über die katastrophalen Zustände in einer Schweinezucht in Halver (NRW) rücken nun auch die Verbindungen nach Rheinland-Pfalz erneut in den Fokus. Der Betreiber der Anlage ist zugleich Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V., Kreisverband Mayen-Koblenz und dem Kreisverband Ahrweiler.

Im Anschluss an die Veröffentlichung haben sich mehrere Personen an die Tierrechtsorganisation ANINOVA gewandt und weiteres Material aus dem Inneren der Anlage zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um Videomaterial aus dem Jahr 2024 sowie um interne Prüf- und Kontrollunterlagen, die zeigen, dass die Missstände seit Jahren bekannt sind und offenbar keine wirksamen Konsequenzen gezogen wurden.

Das neue Videomaterial dokumentiert kranke, verletzte und abgemagerte Schweine in dunklen, unhygienischen Stallungen. Ergänzend dazu belegen die Unterlagen, dass der Betrieb seit Jahren wiederholt bei QS-Kontrollen auffällig wurde.

Bereits seit 2016 finden sich in den Unterlagen Hinweise auf anhaltende Mängel:
o 2016: QS-Prüfer bemängelten fehlendes Beschäftigungsmaterial, kurzfristige Überbelegung und mangelnde Ordnung auf dem Gelände.
o 2023: Defekte Tränken, Mängel bei Beleuchtung und Wasserversorgung, keine ordnungsgemäße Eigenkontrolle. Erst nach mehrfachen Ermahnungen im März 2024 erfolgte eine teilweise Nachbesserung. Bereits damals drohte der Entzug des QS-Prüfzeichens.

Nach Angaben aus den Unterlagen werden in dem Betrieb rund 440 Sauen und 2.300 Ferkel gehalten. Der Betrieb war seit 2015 Vertragspartner von Westfleisch im Rahmen des „BestFerkel“-Programms. ANINOVA hatte Westfleisch um eine Stellungnahme gebeten. Das Unternehmen teilte mit, dass seit 2022 keine Belieferung mehr erfolgt, gleichzeitig liegt ANINOVA jedoch ein QS-Prüfbericht aus dem Jahr 2023 vor, in dem Westfleisch als QS-Bündler genannt wird – und damit unter anderem die QS-Kontrollen koordiniert. Zumindest bestand dadurch eine fortlaufende Verbindung zu Westfleisch, die nun auch beendet wurde, wie die Firma Westfleisch mitteilt.

Darüber hinaus ist der Betreiber der Schweinezucht – und zugleich führender Bauernfunktionär in Rheinland-Pfalz – Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V., Kreisverband Mayen-Koblenz und Kreisverband Ahrweiler. Diese Doppelfunktion wirft angesichts der dokumentierten Zustände zusätzliche Fragen nach Interessenkonflikten und Verantwortlichkeiten auf.
„Diese neuen Informationen zeigen, dass die Zustände in diesem Betrieb kein Ausrutscher sind, sondern das Ergebnis jahrelanger Nachlässigkeit“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. „Wenn über Jahre hinweg dieselben Verstöße dokumentiert werden, ohne dass sich etwas ändert, dann ist das ein strukturelles Problem – nicht nur beim Betreiber, sondern auch bei den Kontrollmechanismen selbst.“

Sowohl das Videomaterial als auch die QS-Kontrollbelege wurden von ANINOVA der Staatsanwaltschaft Dortmund – Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen (ZeUK NRW) übermittelt (Az. 76 Js 5/25).

Auch das zuständige Veterinäramt hat bestätigt, dass es in der Vergangenheit wiederholt zu Verfehlungen gekommen ist. ANINOVA fordert eine gründliche Überprüfung der bisherigen Kontrollpraxis und die Übernahme der Verantwortung durch die beteiligten Strukturen. Besonders das Veterinäramt und das Kontrollsystem QS stünden hier in der Pflicht – es hätte deutlich früher konsequent gehandelt werden müssen.

Immerhin hat QS inzwischen reagiert und den Betrieb gesperrt. „Es reicht nicht, Missstände immer wieder zu dokumentieren – sie müssen endlich Konsequenzen haben“, so Peifer.
Die Aufdeckung sorgt weiterhin für große öffentliche Resonanz: Das von ANINOVA veröffentlichte Videomaterial wurde allein auf Instagram über 960.000 Mal aufgerufen. Zahlreiche Menschen zeigen sich erschüttert, andere danken ANINOVA dafür, die Zustände ans Licht gebracht zu haben.

ANINOVA appelliert an die Öffentlichkeit, angesichts solcher Zustände keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren und sich für eine pflanzliche, tierleidfreie Lebensweise zu entscheiden – als klares Zeichen gegen Tierleid und Ausbeutung.

Weitere Informationen und das „neue“ Videomaterial sind hier zu finden. (das Videomaterial aus 2024 ist weiter unten auf der Website zu sehen)

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