Jubel, Trubel, Heiterkeit – die Kammeroper Frankfurt lässt den Palmengarten beben: witzig, schnell, modern und phantastisch auf die Bühne gebracht.
Die Kammeroper präsentiert ein Highlight, das jeden mitreißt. Mit „Gelegenheit macht Diebe“ fegt eine selten gespielte komische Oper Gioachino Rossinis in diesem Sommer über die Bühne der Konzertmuschel im Palmengarten Frankfurt.
Gewöhnlich ist hier nichts – Im Palmengarten Frankfurt wirkt eine komische Oper auf alle Sinne. Mitunter singt bei einer Aufführung eine Nachtigall mit dem Libretto um die Wette, oder eine Ente, manchmal mit Familie, sucht den Weg durch die Zuschauerreihen. Mit sehr guter Akustik und mit einem leidenschaftlichen Ensemble in bester Theaterqualität erlebt man ein Opern Feeling, das insbesondere durch die deutsch-sprachige Inszenierung verzaubert und begeistert. Dazu gehört das opern-unübliche Erlebnis im Freien und inmitten einer Szenerie der Natur. Und zum begeisternden Rahmen für einen wunderbaren und überraschenden Abend darf statt dem Abendtäschchen der Picknickkorb nicht fehlen (auch mit prickelnden Getränken), wie auch das Sitzkissen. Jetzt kann das das Feuerwerk auf der Bühne im Palmengarten Frankfurt beginnen.
Rossinis „Gelegenheit macht Diebe“
Die eher selten gespielte komische Oper Gioachino Rossinis „Gelegenheit macht Diebe“ (Originaltitel: L’occasione fa il ladro) ist ein Frühwerk des italienischen Meisters – spritzig, temporeich und voller Finesse. Entstanden 1812, als Rossini gerade einmal 20 Jahre alt war, zeigt der Einakter bereits seinen unverwechselbaren Schwung, die rhythmische Präzision und das dramaturgische Gespür, das Rossinis spätere Opernerfolge wie „Der Barbier von Sevilla“ weltberühmt machen sollte.
Vertauschte Koffer, vertauschte Rollen
Im Zentrum des Stücks steht eine klassische, mit leichter Hand erzählte Verwechslungsintrige, die sich an ein Vaudevillestück von Eugène Scribe anlehnt. Ein plötzliches Unwetter, zwei vertauschte Koffer und die Gelegenheit, in eine fremde Identität zu schlüpfen – schon beginnt ein Spiel aus Täuschung, Tarnung und unerwarteten Volten des Schicksals. Der hasardeurhafte Don Parmenione tauscht seine Identität mit dem Adligen Conte Alberto, um dessen Braut kennen zu lernen, in deren Bild er sich spontan verliebt hat. Aber auch die Braut ist nicht die, die sie scheint. Komische Missverständnisse ketten sich ineinander und lösen sich in einem wirbelnden Finale auf.
Diese Handlung bietet nicht nur elegante Komik, sondern auch eine feine
Charakterzeichnung: Rossini komponiert jeder Figur einen eigenen musikalischen Tonfall – von Parmeniones geschmeidig-öligem Charme bis zu der energischen Entschlossenheit der Braut Berenice. Die Musik trägt diesen Humor weiter, mit brillanten Ensembles, virtuosen Koloraturen und jener rhythmischen Leichtigkeit, die Rossinis Stil unverwechselbar macht.
Der junge Rossini – Rapido! Rapido!
„Gelegenheit macht Diebe“ entstand am Teatro San Moisè in Venedig, einem der produktivsten Schauplätze für kurze, witzige Opernproduktionen des frühen 19. Jahrhunderts.
Rossini, damals bereits als musikalisches Wunderkind bekannt, komponierte das Werk innerhalb von 11 Tagen, was selbst für ihn eine Guiness-Book-of-Records-reife Leistung darstellt. Trotzdem zeigt die Partitur farbige Instrumentation, fein gearbeitete Rezitative, überraschende harmonische Einfälle und ein Ensemblefinale, in dem Rossinis dramatische Kompositionskunst bereits voll aufblüht. Regisseur Rainer Pudenz hatte sich schon mit „Die glückliche Täuschung“ und „Die verkehrte Braut“ den Ruf eines Spezialisten für Rossinis burleskes Frühwerk erworben, der sich nicht scheut, den amüsanten Wahnsinn auf die Spitze zu treiben und gleichzeitig alle Zwischentöne hörbar zu machen. Nach den Ausflügen in die zeitgenössische Opera Buffa mit dem „Sanatorio Express“ von Ivo Rantala (Regie: Dzuna Kalnina) und in die kühne Operette der 20er mit „Der Vetter aus Dingsda“ (Regie: Ingrid El Sigai) begibt sich die Kammeroper diesen Sommer wieder auf ihr ureigenstes Buffa-Terrain.
Warum die Welt ausgerechnet in diesem Sommer eine 200 Jahre alte Oper dringend
braucht
Rossini trifft den Ton unserer Zeit, als hätte er sie vorausgeahnt: Seine Opern erzählen von Menschen, die flexibel bleiben müssen und das nicht möchten oder lieben, die Koffer und Identitäten verwechseln, Chancen (v)erkennen, ständig Risiken abwägen, ohne sie wirklich zu verstehen und sich nicht mehr auskennen – Themen, die heute aktueller sind denn je, aber im Musiktheater allzu oft nur in Trostlosigkeit abgearbeitet werden. Rossini aber erinnert daran, dass Kunst Freude erzeugen darf und soll. Sein berühmtes „crescendo“ – dieser kaum merkliche, dann unwiderstehlich anschwellende Schwung aus oft einander eigentlich widerstrebenden und doch letztendlich „irgendwie“ harmonierenden Stimmen, die hinreißend jede(r) vor sich hinsingt und hinplappern – ist ein Sinnbild für die kollektive Energie, die möglich wäre und die möglich ist. Also: Willkommen, Welt, diesen Sommer im Palmengarten Frankfurt!
Wann- Wie – Wo
Premiere: Samstag, 04.07.2026
Weitere Aufführungen: Mi 08.07., Fr 10.07., Sa 11.07., Mi 15.07., Fr 17.07., Sa 18.07., Mi 22.07., Fr 24.07., Sa 25.07.2026, Beginn jeweils 19.30 Uhr
Ort: Im wundervollen Palmengarten Frankfurt, Musikpavillion / Orchestermuschel
Eingang: Bockenheimer Landstraße/Palmengartenstraße 11 und Siesmayerstraße 63
Musik Gioachino Rossini, präsentiert vom Orchester der Kammeroper Frankfurt
Text Luigi Prividali · In einer neuen deutschen Übersetzung von Thomas Peter
Leitung: Rosenberg, Pudenz, Keller, Hennig, Bresgen, Menshlikova, Villalobos, Dorn, Meinberg, Kaiser u. a.
Mitwirkende: Baumgartner, Henry, Peter, Schläger, Tchakachov, Groth u. a. ·
Eintrittskarten: Frankfurt Ticket Tel. 069 13 40 400 und über pudenz@kammeroper-frankfurt.de
Weitere Informationen: www.kammeroper-frankfurt.de
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
NOTATE Pressedienst
Herr Rainer Schilling
Rheinblickstraße 12
65187 Wiesbaden
Deutschland
fon ..: 0172 61 535 11
web ..: https://www.notate.news/
email : redaktion@notate.news
Sie können diese Pressemitteilung – auch in geänderter oder gekürzter Form – mit Quelllink auf unsere Homepage auf Ihrer Webseite kostenlos verwenden.
Pressekontakt:
NOTATE Pressedienst
Herr Rainer Schilling
Rheinblickstraße 12
65187 Wiesbaden
fon ..: 0172 61 535 11
web ..: https://www.notate.news/
email : redaktion@notate.news
Das darf man nicht verpassen: Der Vetter aus Dingsda, die Verwechslungskomödie von Eduard Künneke um Liebe, Geld, einem immer hungrigen Onkel, der das Erbe von Julia in der Familie behalten möchte, der neugierigen Verwandtschaft und dem Traum von der großen Liebe, war seit der Erstaufführung 1921 ein Welterfolg. Die
Mit dem „Vetter aus Dingsda“, der Operette mit ihren spritzigen Melodien, dem Drive und dem teilweise absurden sprachspielerischen Spott der Lieder, kann dieses Stück von Eduard Künneke nach einer Erstaufführung 1921 auch heute noch begeistern und ein Bühnenspektakel bescheren. Das Genre „Operette“ begeistert nicht alle, aber diese Ausnahme zieht alle in ihren Bann. In dieser Verwechslungskomödie geht das böse Trachten von Tante und Onkel, das Vermögen der gerade 18 Jahre alt werdenden Julia durch eine arrangierte Heirat in die eigenen Kanäle zu lenken – so viel sei verraten – zum Glück schief.
1923, vor rund hundert Jahren, lebte ein 16-jähriges Mädchen aus der schwedischen Provinz längere Zeit in Riga bei einer Tante. Sie lernt dort eine faszinierende neue Welt jenseits romantischer, aber langweiliger Seen und Birken kennen: Kinos, Konzerthäuser, die Oper. Dreizehn Jahre später war sie selbst der aus Zelluloid geborene und bestbezahlte Hauptstar des sie instrumentalisierenden Dritten Reichs. Und dessen tiefste Singstimme: Zarah Leander. 
Pressemitteilung einstellen