Am 21. Juli 2026 findet in München der 16. Bayerische Fachkongress Glücksspiel statt – mit Fokus auf Sportwetten-Werbung und die Risiken von Online-Trading.
Während Millionen Menschen weltweit die Spiele der FIFA-Fußball-WM 2026 verfolgen, rückt die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) ein zunehmendes Problem in den Fokus der Öffentlichkeit: die allgegenwärtige Werbung für Sportwetten und die Folgen exzessiven Wettens für suchtgefährdete Menschen. Vor diesem Hintergrund lädt die LSG Fachkräfte aus Suchthilfe, Medizin, Prävention sowie Vertreter:innen aus Politik und Medien unter anderem zu diesem Thema passend zum diesjährigen Fachkongress nach München ein.
Konrad Landgraf, Geschäftsführer der LSG und Suchtexperte: „Fußball-Großereignisse wie die WM sind ein Riesenevent – und gleichzeitig Hochsaison für die Glücksspielbranche. Wir müssen die Menschen darauf aufmerksam machen, dass exzessives Wetten auf Sportergebnisse ein hohes Suchtrisiko birgt.“
Denn die Zahlen sind alarmierend: Unter den Nutzenden von Live-Sportwetten weisen 27 Prozent eine glücksspielbezogene Störung auf – ein erschreckend hoher Anteil. Vor dem Hintergrund von globalen Sportevents und der damit einhergehenden Intensivierung von Wettangeboten und -werbung gewinnt das Thema Suchtprävention in besonderem Maße an Dringlichkeit. Der LSG-Kongress widmet sich gezielt diesen Herausforderungen: Ein einführender Impulsvortrag sowie eine prominent besetzte Podiumsdiskussion mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Prävention, Politik und Medien beleuchten aktuelle Entwicklungen und diskutieren gemeinsam Lösungsansätze. Neben dem Schwerpunktthema Sportwetten greift der Kongress ein weiteres hochaktuelles Phänomen auf: das Risiko- und Suchtverhalten im Kontext von Online-Trading und Trading-Apps.
Landgraf: „Online-Trading ist auf den ersten Blick für die meisten Menschen kein Glücksspiel – aber die psychologischen Mechanismen dahinter, die zur Sucht führen können, sind erschreckend ähnlich. Hier brauchen wir dringend mehr Aufklärung, passende Beratungsangebote und eine bessere Regulierung.“
Am Nachmittag stehen praxisorientierte Workshops auf dem Programm: Deeskalationskommunikation, Gruppenarbeitsmethoden mit Glücksspielenden und der Umgang mit fehlender Krankheitseinsicht. Online-Teilnehmende erhalten Einblicke in die Recovery-Bewegung sowie Methoden zur Resilienzstärkung im beruflichen Alltag.
Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter:innen des gesamten Suchthilfesystems – darunter Beratungsstellen, Kliniken, Praxen, Gesundheitsämter, Jugendämter und Präventionseinrichtungen, aber auch Betroffene und Angehörige. Die Teilnahme ist für Mitarbeitende der staatlich geförderten Suchthilfe, der Wohlfahrtsverbände, Mitglieder der Selbsthilfe sowie Beamtinnen und Beamte kostenlos. Für alle anderen Teilnehmenden fällt eine Gebühr von 80 Euro an. Für den Besuch werden Fortbildungspunkte bei der PTK Bayern beantragt.
Zum Flyer.
Die Veranstaltungsdetails auf einen Blick:
Wann: 21. Juli 2026, 9:30 bis 16:45 Uhr
Wo: Evangelischer Handwerker-Verein e.V., Mathildenstraße 4, 80336 München
Format: Präsenz und Online
Anmeldung zur Veranstaltung unter: bas@bas-muenchen.de
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
Herr Konrad Landgraf
Edelsbergstr. 10
80686 München
Deutschland
fon ..: 089 55 273 59 10
web ..: https://www.lsgbayern.de
email : info@lsgbayern.de
Die Landesstelle Glücksspielsucht koordiniert bayernweit Prävention, Forschung, Beratung und Hilfe rund um das Thema pathologisches Glücksspielen. Sie besteht seit Juni 2008 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention finanziert. Kooperationspartner sind die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS gGmbH, der Betreiberverein der Freien Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V. und das IFT Institut für Therapieforschung gGmbH. Die LSG arbeitet fachlich unabhängig und ist nicht weisungsgebunden.
Pressekontakt:
Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
Herr Thomas Baur
Edelsbergstr. 10
80686 München
fon ..: 089 55 273 59 13
email : thomas.baur@lsgbayern.de
Am 24.09.2025 findet der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt – auch die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) ist wieder mit zahlreichen Aktionen dabei. Erstmals beteiligen sich bayernweit mehr als 30 Fach- und Kompetenznetzwerkstellen der LSG – so viele wie noch nie zuvor. Ziel des Aktionstags ist es, die Öffentlichkeit für die Risiken und Folgen von Glücksspielsucht zu sensibilisieren und über Hilfeangebote zu informieren. In diesem Jahr setzen die Suchtberater:innen der LSG auf auffällige Aktionen wie Riesenzeitungen, Protestzwerge und Entscheidungsröhren sowie auf Beachflags als Eye-Catcher, um Passant:innen auf das Thema aufmerksam zu machen. Einige Stellen haben darüber hinaus eigene kreative Formate geplant.
Glücksspiel im Fokus: Prävention, Regulierung und soziale Herausforderungen im digitalen Zeitalter
Nach aktuellen Hochrechnungen des IFT Institut für Therapieforschung München, basierend auf den Daten des bevölkerungsrepräsentativen Glücksspielsurveys 2023, haben in Deutschland zwischen 574.000 und 605.000 Minderjährige mindestens einen Elternteil mit einer Glücksspielstörung. Das entspricht etwa einem von 20 Minderjährigen. Rund 85 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen leben gemeinsam mit dem betroffenen Elternteil im selben Haushalt. Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG): „Die Zahlen sind erschreckend und zeigen, dass es in diesem Bereich großen Handlungsbedarf gibt.“
Der Deutsche Sportwettenverband DSWV rechnete vor Beginn der Fußball-EM 2024 mit Einsätzen für Sportwetten von bis zu einer Milliarde Euro. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, aber es gibt schon einen guten Grund, warum Sportwettanbieter große Turniere gerne mal den 13. Monat nennen. Und auch die neue Bundesliga-Saison wird weitere willkommene Umsätze generieren. Doch während die Kassen der meisten Anbieter klingeln, schlagen Suchtexpertinnen und -experten Alarm, denn je mehr Menschen an Sportwetten teilnehmen, desto mehr können potenziell ein problematisches Glücksspielverhalten entwickeln.
Pressemitteilung einstellen