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Niederschwellige vernetzte Hilfen kommen an

Seit fünf Jahren erleichtert das Familienzentrum Aufwind Pirmasenser Familien und Bürgern erfolgreich den Zugang zu individuellen Hilfsangeboten und Unterstützungen.

BildAls „Pionierarbeit für die Zukunft der Familien“ bewertete die westpfälzische Stadt Pirmasens im Februar 2021 die Etablierung einer zentralen Anlaufstelle für Familien und Bürger, um ihnen den gebündelten Zugang zu individuellen Hilfsange­boten und Unterstützungen aus mehreren Rechtskreisen zu erleichtern. Das vor fünf Jahren gegründete und seither in der Klosterstraße 9 a ansässige Familienzentrum Aufwind ist über ein eng verzahntes Partnernetzwerk breit aufgestellt und betrachtet in seiner Sozialarbeit die Familie als Gesamtes – also nicht etwa isoliert auf Jugend­liche oder Eltern. Der ganzheitliche Ansatz im Sinne einer systemischen Betrachtung wird als Voraussetzung für eine nachhaltige Veränderung beim Menschen gesehen. Denn dauerhafter Bestand von Veränderungen ist nur möglich, wenn die Rahmen­bedingungen des Systems, in das der Mensch als soziales Wesen eingebunden ist, diese zulassen.

Die Idee zum Familienzentrum Aufwind ist auf eine Initiative von Markus Zwick zurückzuführen. Weil die zahlreichen Hilfsangebote nicht immer bei den Familien ankamen, wollte der Pirmasenser Oberbürgermeister die Betroffenen besser unter­stützen mit dem Ziel, prekäre Lebenssituationen aufzubrechen und dem Verfestigen sozialer Schieflagen entgegenzuwirken. Der Grundgedanke dahinter: Wenn sie ihre Umstände selbst aktiv verbessern können, wirkt sich dies auch positiv auf den Nach­wuchs aus. Wenn dieser sieht und lernt, wie die Eltern ihr Leben eigenständig und selbstverantwortlich gestalten, lässt sich der Teufelskreis erlernter Abhängigkeit durchbrechen.

Nach fünf Jahren des Betriebs ist festzustellen: Die Einrichtung wurde von der Stadtgesellschaft angenommen und genießt einen hervorragenden Ruf. Das am Sachgebiet Soziale Arbeit der Stadtverwaltung angesiedelte vierköpfige Team agiert als offene Anlaufstelle betont niederschwellig. Die leichte Zugänglichkeit wird unter­stützt durch die Arbeit der Quartiersbüros p11, Mittendrin, Horeb-Treff, Zusammen­halt am Sommerwald sowie Verein(t) im Schachen. Dank der zugleich stadtweit auch aufsuchenden Sozialarbeit ist es gelungen, zahlreiche vernetzte Hilfen zu vermitteln.

Bilanz spricht für sich
Davon zeugen eindrucksvoll die zahlreichen Erfolge, hinter denen jeweils Menschen und deren Lebensläufe aus 24 verschiedenen Nationen stehen. Deren Geschichten sind sehr unterschiedlich ausgeprägt und jede einzelne spricht für sich. Dennoch gibt es typische Beispiele: So etwa ein junger Mann, der nach einer abgebrochenen Ausbildung und Selbstaufgabe wieder aufgebaut und in neue berufliche Bahnen gelenkt wurde, oder eine junge Mutter, der über die Vermittlung einer Fortbildung und einer Arbeitsstelle der direkte Weg in eine Anstellung als Finanzbuchhaltungskraft geebnet wurde. Charakteristisch ist etwa auch der Fall eines jungen Mannes, dessen Erkrankung zum Karriereende führte und dem daraufhin mit der Vermittlung einer Ausbildung völlig neue Perspektiven geschaffen werden konnten.

Allein in dem Programm _“Armut begegnen“_ wurden in vier Jahren (vom Projektbeginn Ende 2021 bis Ende 2025) insgesamt 116 Aufnahmen gezählt – mit in der Folge unterschiedlich langen Begleitzeiten. Die wichtigsten Ziele und schönsten Erfolge sind hier, Menschen zurück in ein geregeltes Leben mit Wohnung und Arbeit begleitet und Armut abgewendet zu haben. Die lokale Servicestelle zur Armuts­prävention entwickelt Strategien, um Armut in unserer Stadt nachhaltig zu bekämpfen und zu vermeiden. Diese Maßnahmen fördern die soziale Integration und verbessern gezielt die Arbeitsmarktchancen der Betroffenen. Ein besonderer Fokus liegt auf Kitas und Schulen: Hier ebnet Schulsozialarbeit den Weg zu einer guten Bildung, um das Risiko künftiger Armut bereits im Kindesalter zu minimieren.

Die jährlichen Kontingente der anderen Programme sind jeweils vorgegeben, auch wenn tatsächlich immer einige mehr betreut werden. Entsprechend hat die Koordinationsstelle der _Jugendberufsagentur Plus (JBA+) _im Familienzentrum Aufwind in fünf Jahren mehr als 125 junge Menschen individuell beim Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beruf unterstützt. Dank Förderung durch das Jobcenter Pirmasens (50 %) und den Europäischen Sozialfonds (40 %) kann die JBA+ ihre Arbeit stabil fortsetzen. Diese Unterstützung ist für die Stadt unverzichtbar, um jungen Menschen diese wichtige Anlaufstelle bieten zu können.

Beim _Jobfux_ saldiert sich die Betreuungszahl auf über 200. Die Leistungsfelder reichen von Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche über Bewerbungstrainings und Unterstützung bei der beruflichen Orientierung bis zur Vorbereitung auf Vorstellungs­gespräche und Eignungstests. Das an der Berufsbildenden Schule (BBS) Pirmasens angesiedelte Schulprojekt wird kofinanziert von der Europäischen Union und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds plus gefördert durch das rheinland-pfälzische Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung (MASTD).

Breites Einsatzfeld mit klarem Fokus
Das Familienzentrum Aufwind unterstützt Familien und Jugendliche mit vielfältigen sozialen Angeboten. Es konzentriert sich auf den Übergang von der Schule in den Beruf inklusive der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle (sowie allge­meiner Familienhilfe) und vermittelt bei verschiedensten Bedarfslagen zu spezielleren Beratungsstellen – sei es Drogen-, Schuldner- oder Ehe- und Familienberatung. Darüber hinaus begleitet das interdisziplinäre Team bei Bedarf Amtsgänge und hilft zur Selbsthilfe, etwa indem Möglichkeiten der Förderung individuell gefunden und entsprechende Antragsstellungen begleitet werden.

Die Arbeit ist von Fallkonferenzen geprägt, die ein gemeinsames Fallverstehen der involvierten Netzwerkpartner im Sinne Rechtskreis-übergreifender Zusammen­arbeit fördern. Alle auf das gemeinsam formulierte Ziel hin gerichtete Leistungen werden (vom Familienzentrum Aufwind moderiert) abgestimmt. Dies schärft den Fokus und erhöht die Erwartung an den Einzelnen und vermittelt zugleich das wertvolle Gefühl, als Person gesehen zu werden. Die notwendige Veränderung resultiert dabei aus den gemeinsamen Anstrengungen der Klienten und der beteiligten Leistungsträger bzw. -erbringer.

Engmaschiges Netzwerk
Jungen Menschen und ihren Familien zu eigenständigem und selbstverantwortlichem Leben unabhängig von Sozialleistungen verhelfen: Auf dieses übergeordnete Ziel ist das Familienzentrum Aufwind gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern ausgerichtet. Zu diesen zählen u. a. Arbeitsagentur und Jobcenter, Schulen, Schulsozialarbeit und Träger, die Projekte aus dem Jugendarbeitsmarkt umsetzen, Schuldner- und Drogen­beratung, Renten- und Krankenkassen wie auch das Amt für Jugend und Soziales.

Der jeweilige Impuls zur Hilfestellung kann auf allen Seiten entstehen. Die ressortübergreifende Sichtweise bringt daraufhin alle relevanten Akteure an einen Tisch und eröffnet ganzheitliche Lösungsansätze; im Ergebnis sind noch gezieltere Hilfen möglich. Außerdem können im Einzelfall und bei Bedarf jederzeit auch die jeweiligen Experten aus dem Netzwerk zur fachlichen Beratung faktisch nahtlos hinzugezogen werden.

Gewinnbringend ist dabei gerade auch die Zusammenarbeit mit Diensten und Stellen, die bei der Alltagsbewältigung unterstützen können. Dazu gehören neben den städtischen Quartiersbüros die freien Träger wie beispielsweise die Sozialpäda­gogische Familienhilfe. Das Netzwerk „Pakt für Pirmasens“ schließlich bündelt alle Akteure und ermöglicht so einen zuverlässigen und regelmäßigen Austausch.

Arbeit von Förderkulisse gestützt
„Die nicht beherrschte Alltagsbewältigung der Eltern, die dadurch erzeugte Ableh­nung und mangelnde Bestätigung durch die Gesellschaft bewirken wiederum Ablehnung“, so Torsten Frey, Sachgebietsleiter Soziale Arbeit bei der Pirmasenser Stadtverwaltung. „Die Umwelt wird als feindlich erlebt. Die Folgen dieser Ablehnung und Gegenablehnung, die mangelnde Integration und Ausgrenzung werden oft mit teuren sozialarbeiterischen oder psychologischen, mitunter strafrechtlichen Mitteln bearbeitet. So wiederholt sich trotz teuren Maßnahmen für die Kinder dieser Kinder der gleiche Teufelskreis. Wenn an der Alltagsbewältigung so viel liegt, lohnen sich niedrigschwellige und damit zeitnahe Angebote, die vor der Katastrophe ansetzen, allemal mehr, als solche, die erst eingesetzt werden können, wenn der Schaden bereits angerichtet ist. Jede Investition in die Verbesserung misslicher sozialer Situationen ist wichtig. Besonders jungen Menschen mit ihren Familien schulden wir einen Anschub, damit sie später einmal eigenständig und selbstverantwortlich leben können. Hier leistet das Familienzentrum Aufwind mit seinen Rechtskreis-über­greifenden Angeboten einen unschätzbaren Dienst.“

„Mit jedem gemeinsam betreuten Fall wurden unsere Vorgehensweisen wie in einem lernenden System weiter verbessert und gestärkt“, betont Philipp Kuhn, Koordinator der JBA+ im Familienzentrum Aufwind. „Egal, wer uns anspricht oder wen wir als Familienzentrum ansprechen: Das Familienzentrum ist mit seinen zusammen­gefassten Bestandteilen so aufgestellt, dass wir jedem ein Angebot machen können, damit er nicht durchs Netz fällt.“

„Möglichst niemanden zurücklassen – alle mitnehmen: Nicht weniger hoch lautet unser Anspruch, wenn wir auf Familien in Notlagen schauen“, erklärt Markus Zwick, Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens. „Mit unseren niedrigschwelligen Angeboten im Familienzentrum Aufwind tragen wir gemeinsam mit den Netzwerk­partnern dazu bei, dass sie den Anschluss halten und zuversichtliche Perspektiven aufbauen können. Mehr als das aber zahlt jede geleistete Hilfestellung auch direkt in die Zukunft unserer Stadtgesellschaft ein, indem sie soziale Ungleichheiten abbaut und langfristigen Zusammenhalt fördert.“

Kontakt:
Familienzentrum Aufwind
66953 Pirmasens
Klosterstraße 9 a
Philipp Kuhn
06331 14891-21 | philippkuhn@pirmasens.de

Bildunterschrift:

(v.l.): Philipp Kuhn, Koordinator der JBA+ im Familienzentrum Aufwind; Shawn Frederick, Jugendcoach der JBA+; Markus Zwick, Oberbürgermeister Pirmasens; Torsten Frey, Sachgebietsleiter Soziale Arbeit; Christine Steinke, Jobfux an der BBS Pirmasens

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Stadtverwaltung Pirmasens
Herr Maximilian Zwick
Rathaus am Exerzierplatz .
66953 Pirmasens
Deutschland

fon ..: +49 6331 84-2222
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email : presse@pirmasens.de

Ergänzendes zur Stadt Pirmasens
Erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 850 als „pirminiseusna“, angelehnt an den Klostergründer Pirminius. Der als Stadtgründer geltende Landgraf Ludwig IX. errichtete im heutigen Pirmasens die Garnison für ein Grenadierregiment, es folgten 1763 die Stadtrechte. Am südwestlichen Rand des Pfälzerwalds gelegen und grenznah zu Frankreich ist das rund 42.000 Einwohner zählende rheinland-pfälzische Pirmasens wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. In ihrer Blütezeit galt die Stadt als Zentrum der deutschen Schuhindustrie und ist in dieser Branche heute noch wichtiger Dreh- und Angelpunkt; ihren Sitz in Pirmasens haben zum Beispiel die Deutsche Schuhfachschule und das International Shoe Competence Center (ISC). Zu den tragenden Wirtschaftsbereichen zählen unter anderem chemische Industrie, Kunststofffertigung, Fördertechnik-Anlagen und Maschinenbau. Pirmasens positioniert sich heute als Einkaufsstadt mit touristischem Anspruch und gut ausgestattetem Messegelände. Seit 1965 wird eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Poissy gepflegt. Weitere Informationen unter www.pirmasens.de.

Pressekontakt:

ars publicandi GmbH
Frau Martina Overmann
Schulstraße 28
66976 Rodalben

fon ..: +49 6331 5543-13
email : MOvermann@ars-pr.de

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Stadtbücherei Pirmasens: Glückwunsch zum 125. Geburtstag

Die westpfälzische Stadt feiert 2026 ihr eindrucksvolles Bibliotheks-Jubiläum über das ganze Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen für Groß und Klein

BildAnno 1901 gegründet und mit gerade einmal 300 Bänden im Bestand, gehört die Pirmasenser Stadtbücherei zu den ältesten in Rheinland-Pfalz. 2026 nun feiert die Bücherei der westpfälzischen Stadt ihren 125. Geburtstag – gute Gründe für ein Festprogramm mit zahlreichen Lesungen, darunter drei Premieren, sowie musikalischen und auch kulinarischen Veranstaltungen, zu denen regelmäßige Bibliotheksnutzer genauso wie Bürger und Besucher der Stadt herzlich eingeladen sind. Vor allem aber gibt es noch in diesem Jahr ein ganz besonderes „Geburtstagsgeschenk“: der Spatenstich für einen barrierefreien Neubau in zentraler City-Lage nahe dem Pirmasenser Exerzierplatz, in den die Bücherei nach Fertigstellung umziehen wird. Mit einer Nutzfläche von gut 1.000 qm bietet der neue Standort optimale Voraussetzungen dafür, die traditionsreiche Stadtbücherei über das reine Ausleihen von Medien als „Dritten Ort“ zu etablieren mit offen zugänglichen Räumen für Erlebnis, Begegnung und Austausch – unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer und ethnischer Herkunft. Bauherr ist die städtische Tochtergesellschaft Bauhilfe Pirmasens, die auch für den jetzigen Standort im Messehochhaus als Vermieter fungiert.

„Der 125. Geburtstag unserer Stadtbücherei markiert nicht nur einen echten Meilenstein in ihrer Geschichte, sondern unterstreicht einmal mehr ihre Bedeutung als unverzichtbarer Bestandteil der städtischen Kultur- und Bildungslandschaft in Pirmasens. Leiterin Ulrike Weil und ihrem Team gebührt unser aller Dank für ihr unermüdliches Engagement an diesem lebendigen Ort des Lernens und Miteinanders, der über Altersgrenzen hinweg die Generationen zusammenbringt. Tatkräftige Unterstützung bei der Erfüllung des Bildungs- und Informationsauftrags der Bücherei leisten ihnen dabei auch die Mitglieder des vor wenigen Wochen gegründeten Fördervereins ‚Freundeskreis Stadtbücherei Pirmasens‘ mit dem Ziel, das Angebot mit neuen Ideen noch attraktiver zu machen – ganz im Sinne eines frei zugänglichen Ortes, der jetzt und in Zukunft Demokratie, Bildung und soziale Teilhabe fördert“, kommentiert Denis Clauer, Beigeordneter und Kulturdezernent der Stadt Pirmasens.

Angebote für alle Altersklassen
Aktuell stehen den Nutzern der Pirmasenser Stadtbücherei auf einer Publikums­fläche von rund 430 qm in der Hauptstelle sowie den Schulbibliotheken Kirchberg, Ruhbank, Gersbach und Winzeln etwa 78.000 Medien zur Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie zur Freizeitgestaltung zur Verfügung. Hinzu kommen zahlreiche Spiele, Tonies, DVDs, Zeitungen und Zeitschriften sowie seit 2025 die „Bibliothek der Dinge“ mit 50 Alltagsgegenständen zur Ausleihe, darunter beispielsweise eine VR-Brille, ein Schallplatten- und MC-Digitalisierer und eine Nähmaschine. Streamingdienste wie etwa Onleihe und Filmfriend vervollständigen das Angebot. Um die Belange und Fragen der Besucher kümmern sich insgesamt sieben Mitarbeiterinnen. Die Nutzungszahlen bewegen sich bei bis zu 158.000 Ausleihen jährlich.

In eigenen Sondersammlungen bewahrt man die Erinnerung an Pirmasenser Persönlichkeiten, Heimatliteratur sowie Literatur zur Pirmasenser Mundart. Mit Blick auf die traditionsreiche Geschichte der „Schuhstadt Pirmasens“ gibt es darüber hinaus eine umfangreiche Literatursammlung zur Herstellung und Verarbeitung von Leder bzw. zu Schuhherstellung, -wirtschaft und -handel.

Ein wichtiger stadtkultureller Baustein sind vor allem auch die Veranstaltungen, zu denen die Stadtbücherei übers ganze Jahr in den Carolinensaal einlädt und die sowohl Lesungen regionaler und überregionaler Autoren als auch musikalische Darbietungen umfassen. In der Kinderbücherei gibt es Projekte zur Leseförderung, um in Kooperation mit Kindergärten und Schulen den Kindern Medienkompetenz zu vermitteln und ihnen einen guten (Lese)Start ins Leben zu ermöglichen. Hinzu kommen Bastel- und Vorlesenachmittage, Klassenführungen, Ausstellungen, Büchertische oder auch die Durchführung des Programms „Bibfit – der Bibliotheksführerschein“. Alljährliches Highlight bei den kleinen Bücherei-Nutzern sind die Aktionen zum Lesesommer und zum Vorlesesommer Rheinland-Pfalz mit einem großen Abschlussfest. Das Team stellt außerdem Themenpakete und bunt gemischte Überraschungstaschen für Kinder zusammen.

Übersicht der Veranstaltungen 2026 (Änderungen vorbehalten)

* Samstag, 28. Februar 2026, 19 Uhr – Stadtbücherei: Abend der Begegnung
* Freitag, 6. März 2026, 19.30 Uhr – Forum ALTE POST: Lesung (Premiere) mit Peter Probst aus seinem Buch „Am helllichten Tag“
* Mittwoch, 18. März 2026, 19.30 Uhr – Forum ALTE POST: „Hallo Rheinland-Pfalz, reden wir über Heimat“ – eine Gesprächsreihe des PEN. In Kooperation mit dem Kulturamt Pirmasens
* Donnerstag, 26. März 2026, 19.30 Uhr – Carolinensaal: Kulinarische Lesung (Premiere) mit Gina Greifenstein aus ihrem neuen Pfalz-Krimi „Grumbeersupp“
Aus der Feder von Gina Greifenstein, die in Würzburg aufgewachsen ist und heute in der Pfalz lebt, stammen zahlreiche Kochbücher und Romane. Nun erscheint der 10. Fall der Pfalz-Krimi-Reihe um Paula Stern und Bernd Keeser, die in einer Dosenkartoffelsuppe einen Finger finden.
* Montag, 20. April, bis Freitag, 29. Mai 2026 – Kinderbücherei: Mitmach-Aktion rund um den Welttag des Buches für Kinder ab 6 Jahren
* Dienstag, 28. April 2026, 19.30 Uhr – Carolinensaal: „‚S gibt kä schäner Lännel“ – pfälzische Lyrik und Musik mit Kerstin Bachtler, Claudia Albrecht und Band
Kerstin Bachtler hat Mundartgedichte ausgewählt, die sich mit den kleinen Freuden des Alltags beschäftigen, feines Essen und natürlich den Pfälzer Wein feiern, aber die auch Raum lassen für die Schattenseiten des Lebens – immer mit einem liebevollen Augenzwinkern und ganz viel Herz. Untermalt mit pfälzischen Chansons aus eigener Feder und Schlager „uff pälzisch“ durch Claudia Albrecht.
* Donnerstag, 21. Mai 2026, 19.30 Uhr – Carolinensaal:
Musikalische Krimilesung (Premiere) mit Monika Geier und der Creekband aus „Ein schönes Kind“
Monika Geier lebt als Künstlerin und freie Schriftstellerin in der Pfalz, sie ist Meisterin im Jonglieren mit schrägen Facetten der Wirklichkeit. Zusammen mit der Creekband präsentiert sie ihren 9. Band der Bettina-Boll-Krimireihe.
* Juni bis 14. August 2026: Lesesommer/Vorlesesommer
* Freitag, 18. September 2026, 19.30 Uhr – Festhalle: Szenische Lesung mit Barbara Auer und Walter Sittler aus „Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf
In seinem letzten, postum veröffentlichten Roman „Unsere Seelen bei Nacht“ erzählt der 2014 verstorbene US-Schriftsteller Kent Haruf eine berührende Liebesgeschichte zwischen zwei nicht mehr ganz jungen Menschen. Die Schauspieler Barbara Auer und Walter Sittler lassen diese in einer szenischen Lesung lebendig werden.
* Samstag, 19. September 2026, 19 Uhr – Forum ALTE POST: Festakt zum 125. Geburtstag
* Freitag, 30. Oktober 2026, 19.30 Uhr – Carolinensaal: „Schlitterschlatter“ – zehn bitterböse Märchen der Brüder Grimm mit Madeleine Giese, Rainer Furch und Alexandra Maas
Die zehn bösesten Märchen der Gebrüder Grimm spielen (und lesen) Madeleine Giese und Rainer Furch. Die Akkordeonistin Alexandra Maas liefert den dazugehörigen Sound – nicht nur auf dem Akkordeon. Wenn dann der Teufel, Herr Korbes und die Blutwurst auf aufmüpfige Prinzessinnen treffen, gilt nur noch: „Heirate die Hexe – und dir wird nichts passieren“.
* Freitag, 20. November – Kinderbücherei: Aktion zum bundesweiten Vorlesetag
* Mittwoch, 16. Dezember 2026, Uhr – Forum ALTE POST: Ein Abend mit Hubertus Meyer-Burckhardt

Historie der Stadtbücherei Pirmasens

* Die Stadtbücherei Pirmasens wird 1901 gegründet. Initiator der sogenannten Volksbibliothek mit rund 300 Büchern ist der Lehrer Ludwig Schwinn. Nach einem halben Jahr sind bereits mehr als 1.000 Bücher verfügbar.
* Nach mehreren Standortwechseln wird die Bücherei im Zweiten Weltkrieg durch Flieger­angriffe völlig zerstört und 1948 wiedereröffnet; 1949 umfasst sie bereits wieder 1.700 Bände.
* 1953 kommt eine „Jugend-Freihandbücherei“ zustande – die erste in Rheinland-Pfalz.
* Seit 1958 hat die Einrichtung ihren Sitz im damals neu errichteten Messehochhaus in der Dankelsbachstraße.
* Es folgen ein kontinuierlicher Bestandsaufbau, inhaltliche Erschließung der Medien, Auskunfts- und Beratungsdienst, Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene, Ausstellungen, Teilnahme am nationalen Leihverkehr und die Einführung neuer Medien.
* Ab 2000 werden mehrere Leseförderprogramme für Kitas und Grundschulen eingeführt, von 2009 an nimmt die Stadtbücherei am Lesesommer teil, dem größten Leseförderprojekt des Landes (2022 ergänzt um den Vorlesesommer).
* Seit Oktober 2010 bietet die Stadtbücherei als eine der ersten Bibliotheken in Rheinland-Pfalz die Ausleihe von digitalen Medien an, die sogenannte „Onleihe“.
* 2015 entsteht der Benutzungsflyer der Stadtbücherei in den Sprachen Englisch, Arabisch, Russisch und Türkisch.
* Seit 2020 werden Streamingdienste angeboten, außerdem gibt es einen ehrenamtlich unterstützten kostenlosen Medien-Abhol- und Bring-Service für Menschen, die etwa aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbstständig vorbeikommen können.
* 2025 wird der bisherige Internetkatalog durch den Onlinekatalog abgelöst, darüber hinaus das digitale Angebot erweitert sowie die „Bibliothek der Dinge“ etabliert. Im November gründet sich der „Freundeskreis Stadtbücherei Pirmasens“, über den sich literaturbegeisterte Pirmasenser ideell, materiell und finanziell für die Belange der Stadtbücherei engagieren können.

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Erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 850 als „pirminiseusna“, angelehnt an den Klostergründer Pirminius. Der als Stadtgründer geltende Landgraf Ludwig IX. errichtete im heutigen Pirmasens die Garnison für ein Grenadierregiment, es folgten 1763 die Stadtrechte. Am südwestlichen Rand des Pfälzerwalds gelegen und grenznah zu Frankreich ist das rund 42.000 Einwohner zählende rheinland-pfälzische Pirmasens wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. In ihrer Blütezeit galt die Stadt als Zentrum der deutschen Schuhindustrie und ist in dieser Branche heute noch wichtiger Dreh- und Angelpunkt; ihren Sitz in Pirmasens haben zum Beispiel die Deutsche Schuhfachschule und das International Shoe Competence Center (ISC). Zu den tragenden Wirtschaftsbereichen zählen unter anderem chemische Industrie, Kunststofffertigung, Fördertechnik-Anlagen und Maschinenbau. Pirmasens positioniert sich heute als Einkaufsstadt mit touristischem Anspruch und gut ausgestattetem Messegelände. Seit 1965 wird eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Poissy gepflegt. Weitere Informationen unter www.pirmasens.de.

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Wichtiger Kompass für die städtische Entwicklung

Neues Leitbild für Pirmasens bietet Zukunftsvision für Stadtgemeinschaft und -verwal­tung in einer lebenswerten und dynamischen Stadt der Macher und Pioniere

BildDie westpfälzische Stadt Pirmasens hat am gestrigen Dienstagabend, 6. Mai 2025, im Kulturzentrum Forum ALTE POST ihr neues Leitbild präsentiert. Die Vision zeigt den Traum von Stadtgemeinschaft und -verwaltung über Pirmasens auf und beschreibt, was es bedeutet, in der Stadt der Macher und Pioniere zu leben. Mit dem neuen Claim „PS – Unser Antrieb“ wurden in zentralen Lebens­aspekten neun strategische Ziele definiert, an denen sich das Handeln künftig orientieren und ausrichten soll. Mit der Neuausrichtung des Markenkerns einher­gegangen ist ein Facelift des Logos; der Auftritt gestaltet sich jetzt moderner und dynamischer. Bei dem Entwicklungsprozess des neuen Markenkerns wurde von Beginn an die Stadtgemeinschaft aktiv mit einbezogen – über eine offene Bürger­befragung und Ideen-Workshops -, um ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen in die Gestaltungsvision für ihre Stadt einfließen zu lassen. Das neue Stadtleitbild nimmt bereits bei der Bewerbung für die Landesgartenschau 2032 eine wesent­liche Rolle ein und damit bei einem zugleich richtungsweisenden und heraus­fordernden Projekt, das die Stadtgemeinschaft nur gemeinsam bewältigen kann.

Wie schon bei dem vorherigen Leitbild aus dem Jahr 1996 war auch dieses Mal der Pirmasens Marketing e. V. maßgeblich an dem Entwicklungsprozess beteiligt. Für die Konzeption wurde die ortsansässige Agentur Reppa beauftragt.

? www.pirmasens.de/leitbild

PS – Unser Antrieb: Kompass von allen für alle
Rund 2.400 Bürger – eine überdurchschnittlich starke Beteiligung – haben den initialen Fragebogen bearbeitet und sich mit der Frage beschäftigt, für wie lebens­wert sie Pirmasens halten. Dabei wurde unterschieden nach allgemeiner, sozialer, natürlicher, wirtschaftlicher und mobiler Lebensqualität. Die kumulierten Resultate des Fragebogens sind in fünf öffentliche Ideen-Workshops eingeflossen, in denen sich die Stadtgesellschaft damit auseinandersetzte – deren Ergebnisse schließlich bildeten die Grundlage für die Definition des Leitbilds.

Pirmasens definiert sich in seinem Leitbild als eine selbstbewusste Stadt, geprägt von einem einzigartigen Wir-Gefühl. Für jeden einzelnen Bürger nämlich liegt in der Liebe zu seiner Stadt der Antrieb, etwas zu bewegen und die Stadt kontinuierlich sowie nachhaltig zu verbessern. Die neun strategischen Ziele verstehen sich als dynamischer Prozess:

* PS – Unser Antrieb für deine Zukunft
Pirmasens lebt Zukunft wie keine andere Stadt: Hier werden Träume wahr. Dafür bietet die Stadt einen pluralistischen Wirtschaftsstandort mit unternehmerischer Vielfalt, einem florierenden Arbeitsmarkt und innovativen Gründertum – Stichwort Start-up-City.
* PS – Unser Antrieb für eine starke Gemeinschaft
Pirmasens lebt Gemeinschaft wie keine andere Stadt: Hier wird niemand ausgeschlossen. Dafür stehen ein starkes soziales Netz mit entsprechend hohem Engagement, gelungene Integration und Inklusion sowie eine Gemeinschaft im Austausch mit anziehenden Veranstaltungen und Begegnungsstätten.
* PS – Unser Antrieb für deine Chancen
Pirmasens lebt Chancengleichheit wie keine andere Stadt: Hier wird niemand zurückgelassen. Dafür sprechen eine umfassende Kinderbetreuung, mehr Bildungsgerechtigkeit, garantierte Ausbildung und Arbeit für alle sowie lebens­langes Lernen.
* PS – Unser Antrieb für offene Kommunikation
Pirmasens lebt Kommunikation wie keine andere Stadt: Hier weiß jeder Bescheid. Für eine offene Kommunikation sorgt ein Kommunikations- und Informations­system, das alle Bürger erreicht. Sie haben über regelmäßige Dialogformate die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung und das Image der Stadt ist gleichermaßen positiv und vorwärtsgerichtet.
* PS – Unser Antrieb für mehr (Er)Leben
Pirmasens lebt Innenstadt wie keine andere Stadt: Hier steppt der Schuh. In der lebendigen Innenstadt ohne Leerstände herrscht Wohlfühl-Atmosphäre mit spannenden Angeboten. Die vielfältigen Freizeit- und Gastronomieangebote laden Bürger und Touristen zum Verweilen ein. Dazu trägt ein gepflegtes Erscheinungs­bild bei mit grünen Lebensadern und innovativen Beleuchtungskonzepten.
* PS – Unser Antrieb für deine Freizeit
Pirmasens lebt Tourismus wie keine andere Stadt: Hier steht das Tor zum Natur­erlebnis. Pirmasens ist ein beliebtes Reiseziel mit zahlreichen Übernachtungs­möglichkeiten und Gastronomie. Als aktive Outdoor- und Naturstadt wird eine Verbindung von Stadt und Natur gelebt. Attraktive Erlebnisangebote für alle Altersgruppen ermöglichen eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung.
* PS – Unser Antrieb für unsere Umwelt
Pirmasens lebt Umwelt wie keine andere Stadt: natürlich zukunftsfähig. Pirmasens ist eine klimaresiliente Stadt, die die ökologische Balance und Artenvielfalt erhält. Das Rausgehen in der grünen Stadt auf den miteinander vernetzten Grünflächen und Parks bereitet große Freude. Pirmasens versorgt sich energetisch selbst.
* PS – Unser Antrieb für deine Mobilität
Pirmasens lebt Mobilität wie keine andere Stadt: Hier kommt jeder sicher an. Dafür steht der gleichberechtigte Verkehr mit einer uneingeschränkten, sicheren Fortbewegung für alle Teilnehmer. Im Bereich der innovativen und nachhaltigen Mobilität nimmt Pirmasens eine Vorreiterrolle ein und bietet einen vorbildlichen öffentlichen Nahverkehr an.
* PS – Unser Antrieb für deine Gesundheit
Pirmasens lebt Gesundheit wie keine andere Stadt: Hier wird sich gekümmert. Die Stadt verfügt über eine flächendeckende Facharztversorgung, die allen Bürgern zugutekommt. Am attraktiven Standort bestehen optimale Bedingungen für die Ansiedlung ärztlicher Fachkräfte. Gleichzeitig sichern das Krankenhaus und spezialisierte Einrichtungen eine hochwertige medizinische Betreuung.

Lebendig, wandelbar und flexibel
Die so definierten Ziele sind lebendig, wandelbar und flexibel und lassen sich auf so gut wie jeden Bereich, jede Initiative und jedes Thema übertragen – und bleiben dabei stets erkennbarer Teil der gemeinsamen Stadtidentität. Beispiele für solche Innovationen sind etwa PS – Unser Antrieb für Deine Zukunft (Bildung & Karriere­chancen), PS – Unser Antrieb für deine Sicherheit (Lebenswerte Stadt & Gemein­schaft) oder PS – Unser Antrieb für nachhaltige Energie (Umwelt & Klimaschutz).

Der Claim wird nicht allein von der Stadtverwaltung nach außen getragen, er gehört vielmehr jedem einzelnen Pirmasenser im Sinne einer gelebten Identität. So soll aus Pirmasens eine Stadt werden, in der jeder einen Beitrag leistet und Verantwortung übernimmt. Individuelle Variationen sind beispielsweise PS – Mein Antrieb für unsere Gemeinschaft (Bürgerengagement), PS – Mein Antrieb für unsere Umwelt (Nachhaltige Initiativen) oder PS – Mein Antrieb für unsere Jugend (Bildung und Ausbildung fördern).

„Es war uns sehr wichtig, bei der Konzeption des Leitbilds die Stimme der Bürger zu hören und sie somit bei der Gestaltung der Zukunft von vornherein aktiv einzubeziehen“, betont Rolf Schlicher, Stadtmarketingleiter der Stadt Pirmasens und Geschäftsführer des Pirmasens Marketing e. V. „Die Zukunftsvision des neuen Leitbilds zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Lebensbereiche und kann uns allen so als Kompass dienen, um sicherzustellen, mit jedem einzelnen Schritt auf Kurs in die richtige Richtung unterwegs zu sein.“

„Seit der Festlegung unseres alten Leitbilds ist viel passiert – Pirmasens hat viele Herausforderungen bewältigt und Chancen genutzt, aber es stehen auch neue Herausforderungen und Chancen bevor“, so Markus Zwick, Oberbürger­meister der Stadt Pirmasens. „Daher war es an der Zeit, gemeinsam zu entscheiden, wie die Zukunft unserer Stadt aussehen soll. Es ist mir eine große Freude, das neue Leitbild vorzustellen. Es macht unsere Vision für die Zukunft von Pirmasens greifbar und definiert strategische Ziele, die uns als Stadtgesellschaft in den kommenden Jahren begleiten werden.“

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Erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 850 als „pirminiseusna“, angelehnt an den Klostergründer Pirminius. Der als Stadtgründer geltende Landgraf Ludwig IX. errichtete im heutigen Pirmasens die Garnison für ein Grenadierregiment, es folgten 1763 die Stadtrechte. Am südwestlichen Rand des Pfälzerwalds gelegen und grenznah zu Frankreich ist das rund 42.000 Einwohner zählende rheinland-pfälzische Pirmasens wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. In ihrer Blütezeit galt die Stadt als Zentrum der deutschen Schuhindustrie und ist in dieser Branche heute noch wichtiger Dreh- und Angelpunkt; ihren Sitz in Pirmasens haben zum Beispiel die Deutsche Schuhfachschule und das International Shoe Competence Center (ISC). Zu den tragenden Wirtschaftsbereichen zählen unter anderem chemische Industrie, Kunststofffertigung, Förder¬technik-Anlagen und Maschinenbau. Pirmasens positioniert sich heute als Einkaufsstadt mit touristischem Anspruch und gut ausgestattetem Messegelände. Seit 1965 wird eine Städte¬partnerschaft mit dem französischen Poissy gepflegt. Weitere Informationen unter www.pirmasens.de

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Pirmasenser Weg zur (möglichst) schnellen Integration

Bereits ab dem Folgetag ihres Eintreffens in Pirmasens erhalten Asylsuchende in verpflichtendem Integrationskurs praktische Hilfestellungen zur schnellen Orientierung im völlig neuen Lebensumfeld 

Bild>> Teilnehmer aus unterschiedlichen Kulturkreisen werden nach individuellen Bedarfen für soziale Gepflogenheiten und Erwartungen sensibilisiert
>> Pfälzischer Verein für soziale Rechtspflege Zweibrücken entwickelt modulares Programm und führt Halbtagskurse durch – Kooperation mit Jobcenter ermöglicht durchgehende Betreuung nach Leistungsbezugsübergang von Asylrecht zu SGB II

Wer Probleme vermeidet, braucht sie später erst gar nicht zu lösen – so lautet verkürzt der präventive Ansatz der Stadt Pirmasens, im Kontext von Unterbringung und Versorgung der Schutzsuchenden auf frühestmögliche Integration zu setzen. Asylsuchende erhalten hier seit Mai 2023 bereits ab dem Folgetag ihres Eintreffens praktische Hilfestellungen für eine schnelle Orientierung in ihrem völlig neuen Lebensumfeld. Hierfür hat der Pfälzische Verein für soziale Rechtspflege Zwei­brücken einen Integrationskurs konzipiert, in dem die Teilnehmer aus unterschied­lichen Kulturkreisen nach ihren individuellen Bedarfen für soziale Gepflogenheiten und Erwartungen sensibilisiert werden. Halbtags lernen sie dabei in kleineren Gruppen insbesondere, wo sie nach langem Weg angekommen sind und was von ihnen erwartet wird, aber beispielsweise auch, wie das Arbeitsleben funktioniert, welche Rechte und Pflichten sich aus ihrem Mietvertrag ergeben oder wie sich Amts- und Arztgänge oder auch Einkäufe organisieren lassen. Neben dem Schulen von Sachkenntnissen liegt ein weiterer Schwerpunkt der fortlaufenden Integrationskurse auf der Vermittlung von Sprachkompetenzen; im Einstieg geht viel über Englisch, aber auch der Google Dolmetscher kommt oft zum Einsatz. Darüber hinaus wird in einem Praxisteil dabei unterstützt, laufende Angelegenheiten mit den Leistungsträgern zu klären – etwa beim Wechsel in andere Rechtskreise oder Eintritt in den Arbeitsmarkt.

Die Asylsuchenden werden gleich nach ihrer Ankunft offiziell zur Teilnahme aufgefordert. Bis zum Erhalt eines positiven Asylbescheids ist der Integrationskurs obligatorisch zu besuchen – dann geht auch die Zuständigkeit der Schutzsuchenden vom städtischen Sozialamt auf das Jobcenter über und die Residenzpflicht endet. Mit dem Ziel, die individuelle Perspektiventwicklung durchgängig weiterzuführen und keine Lücken zu den erst mit zeitlichem Versatz anlaufenden Unterstützungs­maßnahmen zuzu­lassen, wurde jedoch bereits eine Kooperation mit dem Jobcenter geschlossen. Demnach wird die Teilnahme an dem Integrationskurs auch nach dem Übergang des Leistungsbezugsübergangs von Asylrecht zu SGB II ermöglicht. 

„Wer im Einklang mit anderen und nach deren Regeln leben möchte, muss sie kennen und verinnerlichen können – das gilt für Vorschriften und Gesetze genauso wie für gesellschaftliche Normen“, so Gustav Rothhaar, Leiter des Amts für Jugend und Soziales der Stadt Pirmasens. „Wir sind überzeugt, dass Integration gerade dann gut funktioniert, wenn Ankommende so früh wie möglich die Chance bekommen, die wichtigen Regeln kennen und verstehen zu lernen, nach denen sie künftig leben.“

Pirmasenser Weg: Positives erreichen und Probleme vermeiden

Integration frühestmöglich fördern und damit einerseits Ziele wie einen schnellen Wechsel in den kräftesuchenden Arbeitsmarkt schneller erreichen und andererseits Fehlentwicklungen wie negative Fahrwasser vermeiden: Die Asylsuchenden erhalten über den Integrationskurs betont niederschwellige lebenspraktische Hilfestellungen, um im neuen Lebensumfeld schnell Fuß fassen zu können. Sie werden bereits ab dem Folgetag ihrer Ankunft eng begleitet und bei der Lösung ihren individuellen Problemstellungen unterstützt. Deshalb wird nur zur Hälfte der Zeit mit Lehrbuch gearbeitet, in der anderen Hälfte geht es um individuelle Fragestellungen aus der Runde. Bildungsniveau und -nähe, Kultur und Muttersprache, aber auch der Grad der Traumatisierung sind hier sehr inhomogen verankert. Daher wurde bei der Auswahl der Kursleiterin darauf geachtet, dass sie sehr erfahren ist sowohl im Sprachunterricht als auch im Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Idee für diesen Rheinland-Pfalz-, wenn nicht deutschlandweit einzigartigen Weg entstand im Herbst 2022 in Reihen des Teams aus dem Sachgebiet Asyl des Pirmasenser Sozialamts. Schnell war die Stadtspitze davon überzeugt und mit dem Pfälzischen Verein für soziale Rechtspflege Zweibrücken ein bewährter Partner für Konzeption und Umsetzung des Integrationskurses gefunden. Die Finanzierung der der notwendigen Kosten erfolgt aus dem laufenden städtischen Haushalt.

Der am 2. Mai 2023 angelaufene Kurs zählt aktuell 14 Teilnehmer, allesamt (nicht untypisch für die gesamte Flüchtlingsgemeinde) junge Männer. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr gut, auch wenn sich Teilnehmerzahl oft von heute auf morgen ändert, weil neue hinzukommen und andere zum Jobcenter oder sogar gleich in ein Arbeitsverhältnis wechseln. Das Ziel lautet ohnehin, jeden nach einigen Wochen bereits in einen 1-Euro-Job überführen zu können, beispielsweise beim städtischen Garten- und Friedhofsamt bzw. Tiefbauamt oder auch in den regulären Arbeitsmarkt. Der Weg dorthin ist faktisch nicht limitiert – und wenn jemand noch nicht selbstständig genug ist, wird er im Einzelfall auch übergangsweise begleitet. 

Hintergrund: Gigantische Aufgabe für die Kommunen

Im Zuge der jüngsten Flüchtlingswelle werden die Asylsuchenden landesweit nach Schlüssel zugewiesen. Dementsprechend wurden Ende 2022 für das laufende Jahr der Stadt Pirmasens insgesamt 200-250 Personen aus Ländern wie Syrien, Afgha­nistan, dem Iran und der Türkei angekündigt; das entspricht einem Prozent des landesweiten Aufkommens. Im ersten Quartal 2023 lag die Zahl der Angekommenen noch leicht unter der Prognose.

Zu den zu treffenden Vorkehrungen des zuständigen Sozialamts im Sachgebiet Asyl gehört es, ausreichend Wohnungen anzumieten – bislang konnten zentrale Sammelunterkünfte mit ihren ungünstigen Nebeneffekten vermieden werden – und zu möblieren. Bereitgestellt wird ferner eine Grundeinrichtung, zu der etwa Geschirr und Bettwäsche zählen, und die zustehenden Barmittel nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Auch um die Versorgung mit Wasser, Wärme und Strom muss sich die Stadtverwaltung kümmern, ebenso um eine Krankenversorgung, gegebenenfalls auch Kindergarten- und Schulplätze.

Dies alles wird vom Land Rheinland-Pfalz mit 840 Euro pro Monat und Kopf bis zur Erstentscheidung über das Asylverfahren gegenfinanziert und danach gedeckelt über einen verhandelten jährlichen Pauschalbetrag. Alle darüber­hinausgehenden Kosten belasten den städtischen Haushalt.

Gute Investition in Perspektive und sozialen Frieden

„Mit der Förderung von Integration kann man gar nicht früh genug anfangen“, weiß Stefan Hellmann aus langjähriger Erfahrung aus der Arbeit mit Menschen aus den verschiedensten Randgruppen der Gesellschaft. Gerade Perspektiv- und Struktur­losigkeit würden oft viele andere, noch schwerwiegendere Probleme nach sich ziehen, deren Bekämpfung später weitaus höheren Aufwand erforderten. „Alleine schon fünf Mal pro Woche morgens pünktlich um 9 Uhr zur Stelle zu sein, kann den Menschen ganz abgesehen von den vermittelten Kursinhalten schon Türen für ihren weiteren Weg öffnen“, so der Geschäftsführer beim Pfälzischen Verein für soziale Rechtspflege Zweibrücken weiter. „Schnellstmöglich Besserung für den Einzelnen zu erzielen, wirkt sich außerdem in Summe stets auch positiv auf die gesamte Stadtgesellschaft aus.“

„Menschen kommen zu uns und suchen Schutz. Landauf, landab sind in diesem Zusammenhang Empathie, Schulterschluss und Anpacken gefragt. Als Stadt freuen uns sehr über die hohe Bereitschaft unserer Bevölkerung, dem allen mit hoher Akzeptanz gerecht zu werden“, erklärt Markus Zwick, Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens. „Wir sind uns darüber im Klaren, vergleichsweise weniger als andere Kommunen mit Primäraufgaben wie der bloßen Unterbringung beschäftigt zu sein – auch die Möglichkeit einer dezentralen Unterbringung am privaten Wohnungsmarkt spielt uns sicherlich in die Karten. Dennoch gehen wir jetzt einen Schritt weiter und investieren in eine möglichst schnelle Integration der Hilfesuchenden und würden uns freuen, damit einmal mehr eine Blaupause geliefert zu haben für andere Kommunen mit vergleichbaren Problemstellungen.“

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Erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 850 als „pirminiseusna“, angelehnt an den Klostergründer Pirminius. Der als Stadtgründer geltende Landgraf Ludwig IX. errichtete im heutigen Pirmasens die Garnison für ein Grenadierregiment, es folgten 1763 die Stadtrechte. Am südwestlichen Rand des Pfälzerwalds gelegen und grenznah zu Frankreich ist das rund 42.000 Einwohner zählende, rheinland-pfälzische Pirmasens wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. In ihrer Blütezeit galt die Stadt als Zentrum der deutschen Schuhindustrie und ist in dieser Branche heute noch wichtiger Dreh- und Angelpunkt; ihren Sitz in Pirmasens haben zum Beispiel die Deutsche Schuhfachschule und das International Shoe Competence Center (ISC). Zu den tragenden Wirtschaftsbereichen zählen unter anderem chemische Industrie, Kunststofffertigung, Fördertechnik-Anlagen und Maschinenbau. Pirmasens positioniert sich heute als Einkaufsstadt mit touristischem Anspruch und gut ausgestattetem Messegelände. Seit 1965 wird eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Poissy gepflegt. Weitere Informationen unter www.pirmasens.de.

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Einladung zum musikalischen Sommer in Pirmasens

4. Auflage des „Sommerintermezzo“ bietet abwechslungsreiches In- und Outdoor-Programm für Jung und Alt mit lokalen und überregionalen Künstlern

Vom 24. Juni bis 9. Juli lädt das „Sommerintermezzo“ alle Musik- und Kulturbegeisterten aus Nah und Fern nach Pirmasens ein. Inspiriert vom Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz „Kompass Europa: westwärts“ geben sich lokale wie überregionale Musiker unterschiedlichster Genres in der Festhalle bzw. im Kulturzentrum Forum ALTE POST ein Stelldichein. Karten für die acht Veranstaltungen sind ab sofort erhältlich im Forum ALTE POST, Poststraße 2, sowie telefonisch unter 06331 2392716, per Mail an kartenverkauf@pirmasens.de oder über Ticket Regional.

Ein Programm für alle Altersklassen
Das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz interpretiert das „Sommerintermezzo“ für sein Veranstaltungsangebot auf ganz eigene Weise: Mit dem Westen assoziiert man die große Freiheit – jung, dynamisch und eigentlich ist alles möglich. Daher haben die Organisatoren bewusst auch das junge Publikum eingebunden, beispielsweise das Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasium und Kinder aus verschiedenen Grundschulen der Stadt. Zudem steht der Kinderkunsttag am 1. Juli ganz im Zeichen von Kunst und Kreativität für und mit Kindern. Neben langjährigen Partnern wie etwa dem Oratorienchor Pirmasens bereichern auch Gäste von außerhalb das diesjährige „Sommerintermezzo“. Dazu gehören unter anderem die bretonische Sängerin Gwennyn mit ihrer Band, die Sängerin und Schauspielerin Dana Golombek von Senden sowie der Percussionist Max Riefer.

Die Veranstaltungen des „Sommerintermezzo“ finden in der Festhalle bzw. im Elisabeth-Hoffmann-Saal im Forum ALTE POST statt; bei schönem Wetter werden der Hof des Kulturzentrums bzw. der Joseph-Krekeler-Platz bestuhlt, so dass sich die Gäste dort in den Pausen bei Snacks und Getränken aufhalten können.

Die „Sommerintermezzo“-Termine im Überblick

Samstag, 24. Juni 2023, 20.00 Uhr, Festhalle – „Eversmiling Liberty“
Rockoratorium von Jens Johansen und Erling Kullberg

Samstag, 1. Juli 2023, ab 10.00 Uhr, Forum ALTE POST – Kinderkunsttag

Sonntag, 2. Juli 2023, 11.00 Uhr, Festhalle – Carl Orffs „Carmina Burana“ für Kinder

Sonntag, 2. Juli 2023, 18.00 Uhr, Festhalle – Carl Orffs „Carmina Burana“
Mit Sonja Doniat (Sopran), Fabian Kelly (Tenor), Georg Gädker (Bariton), Christine und Stephan Rahn (Flügel), Max Riefer (Percussion), Oratorienchor Pirmasens, Kinderchor Münchweiler

Freitag, 7. Juli 2023, 20.00 Uhr, Forum ALTE POST – „Alles, nur nicht Texas“
Szenische Lesung mit Dana Golombek und Claudia Schmutzler

Samstag, 8. Juli 2023, 20.00 Uhr, Forum ALTE POST – Gwennyn & Band
Fusion zwischen Weltmusik und keltischem Electro-Pop-Rock

Sonntag, 9. Juli 2023, 14.30 Uhr, Forum ALTE POST – Musik am Sonntagnachmittag mit der Chorgemeinschaft Windsberg
In Kooperation mit dem städtischen Seniorenbüro

Sonntag, 9. Juli 2023, 20.00 Uhr, Festhalle – Max Riefer & Friends: „Caravan of Sound“
Eine musikalische Reise entlang der Seidenstraße.

Ausführliche Informationen zum Programm gibt es unter https://www.pirmasens.de/leben-in-ps/kultur/kulturprogramm.

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Erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 850 als „pirminiseusna“, angelehnt an den Klostergründer Pirminius. Der als Stadtgründer geltende Landgraf Ludwig IX. errichtete im heutigen Pirmasens die Garnison für ein Grenadierregiment, es folgten 1763 die Stadtrechte. Am südwestlichen Rand des Pfälzerwalds gelegen und grenznah zu Frankreich ist das rund 42.000 Einwohner zählende, rheinland-pfälzische Pirmasens wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. In ihrer Blütezeit galt die Stadt als Zentrum der deutschen Schuhindustrie und ist in dieser Branche heute noch wichtiger Dreh- und Angelpunkt; ihren Sitz in Pirmasens haben zum Beispiel die Deutsche Schuhfachschule und das International Shoe Competence Center (ISC). Zu den tragenden Wirtschaftsbereichen zählen unter anderem chemische Industrie, Kunststofffertigung, Förder-technik-Anlagen und Maschinenbau. Pirmasens positioniert sich heute als Einkaufsstadt mit touristischem Anspruch und gut ausgestattetem Messegelände. Seit 1965 wird eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Poissy gepflegt. Weitere Informationen unter www.pirmasens.de.

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