Die Zinswende macht Immobilienbewertungen zu einem zentralen Steuerungsinstrument für Finanzierung und Refinanzierung. Marktwerte müssen stärker als früher Kreditlogiken und Risikopuffer beachten.
Viele Immobilienportfolios werden bis heute mit Bewertungslogiken geführt, die aus der Phase extrem niedriger Zinsen stammen. Doch die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verändert: Finanzierungskosten sind gestiegen, Kreditprüfungen sind anspruchsvoller geworden, und die Refinanzierung hängt zunehmend von transparenten Annahmen, belastbaren Cashflow-Prognosen und nachvollziehbaren Risikopuffern ab. Genau deshalb gewinnt die Immobilienbewertung eine neue Rolle. Sie ist nicht länger nur eine Marktwertermittlung, sondern entwickelt sich zu einem Instrument der Kredit- und Covenant-Steuerung, das darüber entscheidet, wie finanzierungsfähig ein Objekt tatsächlich ist.
In der Praxis zeigt sich, dass Refinanzierungen nicht selten an unterschätzten Zinslasten oder unerwarteten Verschiebungen bei Beleihungswerten scheitern. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht die Dimension: Bei einem Kreditvolumen von 10 Millionen Euro führt ein Zinsanstieg von zwei Prozent auf 4,5 Prozent zu einer zusätzlichen jährlichen Zinsbelastung von 250.000 Euro – noch ohne Berücksichtigung von Tilgung und sonstigen Finanzierungskosten. Was früher als komfortabler Ertragspuffer galt, wird damit in vielen Fällen zu einem engen Korridor. „Für Eigentümer bedeutet das: Erträge müssen nicht nur marktfähig sein, sondern auch finanzierungsfähig, und die Stabilität von Mietverträgen, Laufzeiten und Bonitäten wird stärker wertrelevant“, erklärt Dipl.-Ing./Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Dieter Eimermacher, von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken und Geschäftsführer von Eimermacher Immobilienbewertung in Frankfurt am Main (www.sv-eimermacher.de und https://immobilien-und-werte.de).
Gerade beim Beleihungsauslauf wird die neue Risikologik besonders sichtbar. Beträgt der Objektwert beispielsweise 20 Millionen Euro und liegt die Kreditfinanzierung bei 12 Millionen Euro, ergibt sich ein Beleihungsauslauf von 60 Prozent. Sinkt der Marktwert im Zuge einer Neubewertung oder geänderter Marktannahmen, verschiebt sich diese Kennzahl unmittelbar. Bei einem Wert von 17 Millionen Euro steigt der Beleihungsauslauf bereits auf rund 71 Prozent – und damit häufig in einen Bereich, in dem Banken genauer hinsehen, Sicherheiten neu bewerten oder Covenants nachschärfen. Damit wird deutlich: Immobilienbewertung ist heute nicht mehr allein Objektbewertung, sondern Schnittstelle zwischen Immobilienmarkt und Kapitalmarktlogik.
„Viele Eigentümer unterschätzen, dass eine Bewertung heute automatisch eine Refinanzierungsfrage mitbeantwortet“, sagt Dieter Eimermacher. „Wenn sich Kennzahlen wie der Beleihungsauslauf durch veränderte Marktannahmen verschieben, ist das kein theoretisches Risiko, sondern oft der Auslöser für neue Anforderungen der Banken. Deshalb muss Bewertung stärker in Szenarien denken und die Finanzierungssystematik konsequent mit abbilden.“ Nach Einschätzung von Eimermacher reicht es nicht aus, Marktwerte in einem festen Zyklus zu bestimmen. Entscheidend ist vielmehr, Bewertungsannahmen so transparent zu dokumentieren, dass sie im Kreditgespräch nachvollziehbar bleiben und als stabile Grundlage für Reporting und Controlling dienen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Qualität einer Immobilienbewertung nicht allein an ihrer formalen Richtigkeit gemessen werden kann, sondern an ihrer Fähigkeit, Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Wer heute bewertet, bewertet nicht nur den Marktwert, sondern auch die Robustheit des Cashflows, die finanzielle Belastbarkeit und die Refinanzierungsfähigkeit. In diesem Sinne wird die Bewertung zum Frühwarnsystem – und zum strategischen Steuerungsinstrument für Eigentümer, Investoren und Kreditgeber gleichermaßen.
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
EIMERMACHER Immobilienbewertungen GmbH
Herr Dipl.-Ing./Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Dieter Eimermacher
Bockenheimer Landstraße 17-19
60325 Frankfurt am Main
Deutschland
fon ..: 069 63152437
web ..: http://www.sv-eimermacher.de
email : info@sv-eimermacher.de
Über die EIMERMACHER Immobilienbewertungen GmbH
Die EIMERMACHER Immobilienbewertungen GmbH ist auf professionelle Immobilienbewertungen mit System für Banken und Versicherungen, Stiftungen und kirchliche Einrichtungen, institutionelle Anleger und anspruchsvolle Privatkunden spezialisiert. Der Gründer und Geschäftsführer Dieter Eimermacher ist Diplom-Ingenieur mit Fachrichtung Architektur, Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) für das Fachgebiet Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, von der HypZert GmbH zertifizierter als Immobiliengutachter für finanzwirtschaftliche Zwecke und Professional Member (MRICS) der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS), einem weltweiten Berufsverband von Immobilienfachleuten. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Immobilienbewertung und in der Immobilienportfolioanalyse setzt Dieter Eimermacher bei der Bewertung von Immobilien seinen umfassenden technischen und ökonomischen Sachverstand ein, um Immobilieninvestitionen abzusichern und Immobilienportfolios professionell und gewinnbringend aufzubauen beziehungsweise zu optimieren und langfristig professionell zu managen. Dieses Wissen setzt Dieter Eimermacher auch bei steuerlichen Bewertungsgutachten von Immobilien, etwa zur Optimierung der Schenkung- und Erbschaftsteuer, ein. Er berät außerdem Organisationen aus dem kirchlichen Raum, Stiftungen und Family Offices auf dem Gebiet der Immobilienportfolioanalyse. Dieter Eimermacher ist Autor von „Erfolgreiches Immobilien-Portfoliomanagement“. Dieses Buch hilft allen Menschen, die ehrenamtlich oder beruflich mit der Immobilienanlage befasst sind, die vielfältigen Herausforderungen des Managements eines Immobilienportfolios zu meistern. Ebenso ist er Autor des Buches „Klimaschutz und Nachhaltigkeit – so werden unsere Immobilien grün: Zukunftssicher in Immobilien investieren mit ESG, SDG, C2C, Green Deal & Co.“. Dieses Buch bietet einen Einstieg in das Thema der Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Immobilieninvestitionen, bringt Ordnung in die Vielfalt der Begriffe und enthält Arbeitshilfen zur Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens bei der Sanierung von Bestandsgebäuden und der Durchführung von Neubauvorhaben. Weitere Informationen unter https://www.sv-eimermacher.de und https://immobilien-und-werte.de
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Nach zwei Jahren Zinswende und Preisdruck verdichten sich die Signale einer Stabilisierung, die Bewertungsprofis nuanciert einordnen müssen. Der Immobilienpreisindex des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) verzeichnete im zweiten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal einen Anstieg um 3,9 Prozent, nach plus ein Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025; der Index erreichte 182,4 Punkte. Die vdp-Zeitreihe belegt damit eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung, die Ende 2024 eingesetzt hatte. Gleichwohl bleibt der Erholungsprozess heterogen über Nutzungsarten und Standorte. Gleichzeitig hat die Europäische Zentralbank am 11. September 2025 die Einlagefazilität bei 2,00 Prozent, den Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 Prozent und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,40 Prozent bestätigt – nach vorangegangenen deutlichen Zinssenkungen 2025. Damit etabliert sich eine „neue Normalität“, in der Finanzierungskonditionen nicht mehr monatlich kippen, aber zinsseitige Sensitivität in Bewertungsmodellen Pflicht bleibt. Für die Ableitung marktkonformer Liegenschaftszinssätze heißt das: Transparente Herleitungen, robuste Bandbreiten und saubere Triangulation aus Mieten, Leerstand, Incentives, CapEx-Bahnen und Finanzierungskosten.
Nach dem starken Preissprung von 2021 bis 2023 steigen die Baupreise moderat, aber stetig weiter – mit unmittelbarer Relevanz für Bewertungs- und Controllingmodelle. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Neubaupreise konventionell gefertigter Wohngebäude im August 2025 um 3,1 Prozent über dem Vorjahresmonat; im Mai 2025 betrug der Zuwachs 3,2 Prozent. Gegenüber Mai legten die Preise im August um 0,5 Prozent zu. Diese Signale bestätigen: Die Kostenseite bleibt ein struktureller Renditetreiber, der granular geplant und dokumentiert werden muss – pauschale Ansätze führen in der Regel zu Bewertungsfehlern, Covenant-Druck und verfehlten Ausschüttungszielen.
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