Tag Archives: Tierschutzverstoß

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Auswertung belegt 83 schwere Übergriffe im Schlachthof von Dithmarscher-Geflügel

1.455 Stunden Videomaterial zeigen systematische Gewalt gegen Gänse und Enten. ANINOVA sieht strafrechtlich relevante Verstöße und fordert Anklagen.

BildBereits Ende des vergangenen Jahres hatte ANINOVA erstmals umfangreiches Bildmaterial aus dem Schlachthof in Seddiner See (Brandenburg) veröffentlicht. Die Aufnahmen stammen aus dem Zeitraum 08.11.2025 bis 05.12.2025 und sorgten bundesweit für großes Aufsehen. In der Folge reagierten zahlreiche Supermarktketten – darunter REWE, die Bünting-Gruppe, EDEKA und Kaufland – mit einem Stopp beziehungsweise der Aussetzung weiterer Belieferungen mit Produkten des Unternehmens. Zudem stellte der Bundesverband Tierschutz e. V. die Zertifizierung der Freilandhaltung ein und untersagte dem Unternehmen ausdrücklich, weiterhin mit dieser Zertifizierung zu werben. Die Webseite des Schlachthofs wurde daraufhin bereits entsprechend angepasst.

Die nun abgeschlossene Auswertung umfasst insgesamt 1.455 Stunden Videomaterial, darunter rund 215 Stunden aus tierschutzkritischen Bereichen wie Verladung, Aufhängung und Entblutung. Die Aufnahmen zeigen unter anderem, wie Gänse und Enten grob an Hälsen und Köpfen gepackt, aus Transportboxen gerissen, geschlagen und gewürgt werden. Zu sehen ist zudem, wie Transportboxen mit lebenden Tieren geworfen werden, Tiere kopfüber hängen, während Förderbänder minutenlang stillstehen, und wie Mitarbeitende wiederholt und teils offensichtlich willkürlich Gewalt gegen die Tiere ausüben.

Die Auswertung dokumentiert 83 Übergriffe, die als mittel bis schwer eingestuft wurden. In diesen Fällen wurden den Tieren länger anhaltende oder erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt. Aus fachlicher Sicht von ANINOVA erfüllen diese Handlungen den Tatbestand der Tierquälerei und sind strafrechtlich als relevant zu bewerten.
ANINOVA hat das gesamte Videomaterial sowie sämtliche Auswertungslisten und Dokumentationen der Staatsanwaltschaft Potsdam sowie dem zuständigen Veterinäramt Potsdam-Mittelmark vollständig übermittelt.
„Wir erwarten, dass die Staatsanwaltschaft nun konsequent ermittelt und es zu Anklagen und Verurteilungen kommt. Tierquälerei darf nicht folgenlos bleiben“, erklärt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.

Kritisch bewertet ANINOVA auch das Verhalten des Schlachthofbetreibers nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Der Betrieb ging juristisch gegen ANINOVA vor und forderte unter anderem anwaltlich die Löschung des Bildmaterials. ANINOVA kam dieser Forderung nicht nach, sondern stellte den Behörden im Gegenteil sämtliche Beweise vollständig zur Verfügung.
Arbeitsrechtlich reagierte der Schlachthof lediglich mit begrenzten Maßnahmen: Eine mitarbeitende Person wurde entlassen, eine weitere – die sich unbefugt in einem tierschutzkritischen Bereich aufhielt und dort Tiere misshandelte – lediglich verwarnt und angewiesen, diesen Bereich künftig nicht mehr zu betreten. ANINOVA hält dieses Vorgehen für nicht konsequent. Zudem widersprechen die Ergebnisse der Auswertung der Darstellung des Schlachthofbetreibers, wonach lediglich zwei Personen an Tierquälerei beteiligt gewesen seien. Tatsächlich belegt das Material, dass mindestens drei Personen tierschutzwidrig handelten. „Die Auswertung zeigt klar, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. Wer angesichts dieser Beweislage nicht konsequent handelt, stellt das gesamte Management des Betriebs infrage“, so Peifer.

Die Aufnahmen zeigen erneut, wie viel Leid hinter der Fleischproduktion steckt. Wer dieses Leid vermeiden will, kann sich bewusst für eine vegane Lebensweise entscheiden und damit Tierleid konsequent vermeiden.

Weitere Informationen und Hintergrundmaterial hier.

Bildmaterial kann angefordert werden

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

ANINOVA e.V.
Herr Jan Peifer
An der Autobahn 23
53757 Sankt Augustin
Deutschland

fon ..: 02241-261549-2
fax ..: 02241-261549-1
web ..: http://www.aninova.org
email : Presse@aninova.org

Der Focus von ANINOVA e.V. liegt in den Bereichen Massentierhaltung und Pelz. Die Tierrechtsorganisation zeigt mit Aufdeckungen und Undercover Recherchen auf, wie sogenannte Nutztiere in Deutschland gehalten werden. Weitere Informationen unter www.aninova.org

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Illegale Käfighaltung im Kreis Heinsberg beendet – 1.500 Hühner jahrelang eingesperrt

Nach einem Hinweis wurde in Waldfeucht eine verbotene Kleingruppenhaltung aufgelöst. Rund 300 Hühner wurden verkauft. ANINOVA kritisiert fehlende Kontrollen trotz klarer Gesetzeslage.

BildIn Waldfeucht im Kreis Heinsberg ist Ende Januar 2026 eine illegale Kleingruppenhaltung von Hühnern aufgelöst worden. Der Tierrechtsorganisation ANINOVA liegt Bildmaterial aus dem Betrieb vor, das erhebliche bauliche, hygienische und tierschutzrelevante Mängel dokumentiert. Die Bilder sind Ende Januar 2026 entstanden.

In dem Betrieb wurden über einen Zeitraum von rund 20 Jahren etwa 1.500 Hühner in sogenannter Kleingruppenhaltung gehalten. Diese Haltungsform ist seit dem 1. Januar 2026 bundesweit verboten. Das Verbot wurde bereits 2021 im Zuge der Novelle der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung beschlossen und mit einer mehrjährigen Übergangsfrist versehen.

Der ursprüngliche Betreiber des Betriebs verstarb im November 2025. Die Tierhaltung wurde anschließend von dessen Bruder übernommen. Die Eier wurden ursprünglich über Eierautomaten sowie über Haustürgeschäfte vermarktet. Zum Zeitpunkt des Todes des Tierhalters befanden sich noch rund 300 Hühner im Betrieb.

Nach Einschätzung von ANINOVA wurden den Tieren in dieser Haltung erhebliches Leid und Schmerzen zugefügt. Die Hühner waren über lange Zeiträume in engen Käfigsystemen eingesperrt, die ihre natürlichen Bewegungs- und Verhaltensbedürfnisse massiv einschränkten. Hinzu kamen gravierende bauliche Mängel: Die Stallungen waren stark heruntergekommen, Teile der Decke hingen herab, die Stallung war verdreckt und von Spinnweben durchzogen. Nach Angaben des Betreibers selbst hatten einige Tiere zeitweise keinen dauerhaften Zugang zu Futter und Wasser, da sich Tiere aus den Käfigen in den Zwischengängen befanden.

Erst nach einem Hinweis an das zuständige Veterinäramt des Kreises Heinsberg wurde eine Kontrolle durchgeführt. Die verbliebenen rund 300 Hühner wurden anschließend an Privatpersonen für 1 Euro pro Tier verkauft. Eine behördlich begleitete Sicherstellung oder Vermittlung der Tiere erfolgte nach Kenntnis von ANINOVA nicht.

ANINOVA bot dem Veterinäramt Unterstützung bei der Vermittlung der verbliebenen Tiere an. Konkrete Maßnahmen wurden jedoch offenbar nicht ergriffen. Weitergehende Auskünfte verweigerte die Behörde unter Verweis auf den Datenschutz. In der Folge schaltete ANINOVA das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf ein.

„Dass eine seit Anfang 2026 eindeutig verbotene Haltungsform, in der Tieren über Jahre hinweg erhebliches Leid und Schmerzen zugefügt wurden, offenbar erst nach einem externen Hinweis aufgefallen ist, wirft erhebliche Fragen auf“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.

Der Fall verdeutlicht aus Sicht von ANINOVA erneut, dass gesetzliche Vorgaben allein nicht ausreichen, um Tiere wirksam zu schützen. Selbst bei klaren Verboten und langen Übergangsfristen werden Missstände häufig erst dann beendet, wenn sie von außen bekannt gemacht werden.
Aus Sicht von ANINOVA zeigt der Fall zudem grundsätzliche Probleme der tierlichen Nutzung auf. Eine vegane Lebensweise, die vollständig auf tierische Produkte verzichtet, ist der konsequenteste Weg, Tierleid, Schmerzen und Ausbeutung dauerhaft zu vermeiden.

Weitere Informationen hier.

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