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AFIPI untersucht mobile Produktionstechnologie für Hochleistungsrohre

AFIPI untersucht eine automatisierte, mobile Fertigungstechnologie für thermoplastische FVK-Rohre auf Basis von AFP und energieeffizienter In-situ-Konsolidierung.

Bild_Hamburg, 09.06.2026_ – Ziel der ZIM-Durchführbarkeitsstudie „AFIPI“ ist es, die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer neuartigen, automatisierten Fertigungstechnologie für Rohre aus thermoplastischen Faserverbundkunststoffen, kurz FVK, zu untersuchen. Grundlage ist ein Automated-Fiber-Placement-Prozess, kurz AFP, mit einer eigens entwickelten Heiztechnologie zur energieeffizienten In-situ-Konsolidierung. Diese kombiniert eine Wasserstoff-Sauerstoff-Flamme mit einer Hochleistungs-IR-Flashlamp.

Thermoplastische FVK-Rohre als neue Perspektive für technische Infrastrukturen

Rohre übernehmen in technischen Infrastrukturen zentrale Funktionen und müssen je nach Einsatzgebiet unterschiedlichste Anforderungen erfüllen. Sie sollen mechanisch belastbar, chemisch beständig, temperaturstabil, langlebig und zugleich möglichst leicht sowie gut reparierbar und idealerweise recycelbar sein. Etablierte Rohrsysteme aus Metall oder extrudierten Thermoplasten erfüllen viele dieser Anforderungen, bringen jedoch auch Grenzen mit sich, beispielsweise durch Korrosionsanfälligkeit, hohes Eigengewicht oder eingeschränkte Recyclingmöglichkeiten.

Faserverstärkte Kunststoffe bieten hier neue Perspektiven: Sie kombinieren geringes Gewicht mit hoher Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und im Falle thermoplastischer Matrices guter Reparatur- und Recyclingfähigkeit. Die industrielle Nutzung thermoplastischer FVK-Rohre steht jedoch noch am Anfang, da geeignete automatisierte und wirtschaftliche Fertigungsprozesse bislang fehlen.

Genau hier setzt AFIPI an. Die Studie untersucht, in welchen Marktsegmenten thermoplastische FVK-Rohre herkömmliche Rohrlösungen aus Metall, Kunststoff oder duroplastischen Verbundwerkstoffen technisch und wirtschaftlich sinnvoll ersetzen können. Bewertet werden unter anderem Gewicht, mechanische und chemische Beständigkeit, Prozessgeschwindigkeit, Fertigungskosten, Montageaufwand und Recyclingfähigkeit.

Technologischer Kern: AFP-Verfahren mit neuartiger Heiztechnologie

Im Fokus der Durchführbarkeitsstudie steht ein automatisiertes Faserlegeverfahren mit innovativer Heiztechnologie zur In-situ-Konsolidierung. Das Verfahren unterscheidet sich wesentlich von laserbasierten Ansätzen, die einen hohen Energiebedarf und aufwendige Sicherheitsvorkehrungen erfordern. Das neuartige Heizsystem verspricht eine energieeffiziente, kompakte und mobil einsetzbare Lösung, etwa für Anwendungen direkt vor Ort auf Baustellen oder in modularen Fertigungseinheiten.

Im Rahmen der Studie werden zentrale technische Aspekte des Verfahrens untersucht. Im Fokus stehen insbesondere die Prozessstabilität und Ablagequalität bei rotationssymmetrischen Geometrien, die Homogenität des Energieeintrags, das Schmelzverhalten, die Materialkompatibilität verschiedener Faser-Matrix-Systeme sowie die Skalierbarkeit für unterschiedliche Rohrdurchmesser. Dabei werden verschiedene Materialkombinationen geprüft, darunter auch Varianten mit Naturfasern.

Mobile Fertigungseinheit für lange Rohrsegmente

Ein weiterer Bestandteil der Studie ist die Entwicklung eines Konzepts für eine mobile Fertigungseinheit. Diese soll perspektivisch eine Vor-Ort-Produktion langer Rohrsegmente ermöglichen und damit neue Anwendungsfelder in Bau, Infrastruktur, Chemie, Mobilität und Wasserstofftechnologie erschließen.

Die Ergebnisse der Durchführbarkeitsstudie bilden die Grundlage für ein nachfolgendes ZIM-FuE-Vorhaben. In diesem soll ein mobiles System zur Herstellung thermoplastischer FVK-Rohre in einem der ermittelten Anwendungsfelder weiterentwickelt und prototypisch umgesetzt werden.

AFIPI ist im Rahmen des ZIM-Innovationsnetzwerks „RE-FIBER – Kreislauffähige Faserverbundlösungen für nachhaltige Industrieanwendungen“ entstanden. Das Netzwerk wird über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert und von der IWS GmbH betreut. Im Zuge der Netzwerkmitgliedschaft werden die Mitglieder aktiv bei der Realisierung von F&E-Projekten sowie der Sicherstellung der Finanzierung unterstützt.

Projektpartner AFIPI:

CompositeEdge GmbH | Braunschweig | www.compositeedge.de

_Weitere Infos finden Sie unter __www.re-fiber.net_

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

IWS Innovations- und Wissensstrategien GmbH
Frau Lisanne Pfeiffer
Deichstraße 29
20459 Hamburg
Deutschland

fon ..: 04036006630
web ..: https://www.iws-nord.de/
email : mail@iws-nord.de

IWS steht für den Technologie- und Wissenstransfer zwischen Industrie und Spitzenforschung und agiert branchenübergreifend dort, wo Innovationen entstehen. Wir arbeiten in mehreren Innovationsnetzwerken mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen, die den Nukleus für die gemeinschaftliche Entwicklung hochinnovativer Produkte, Verfahren oder technischer Dienstleistungen darstellen.

Pressekontakt:

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Medien

Neues Softwaremodul soll EPD-Erstellung effizienter machen

KEDRA entwickelt ein KI-basiertes Softwaremodul, das fehlende Daten für Environmental Product Declarations erkennt, ergänzt und validiert.

Bild_Hamburg, 27.05.2026 – _Ziel des Innovationsprojekts „KEDRA“ ist die Entwicklung eines KI-basierten, plattformübergreifenden Softwaremoduls zur Datenerfassung und Datenvervollständigung im Rahmen der automatisierten Erstellung von Environmental Product Declarations, kurz EPDs.

Im Mittelpunkt steht eine digitale Lösung, die fehlende oder unvollständige Daten für Nachhaltigkeitsbewertungen systematisch erkennt, ergänzt und validiert. Die Entwicklung erfolgt im Rahmen eines ZIM-Kooperationsprojekts durch die Partner brands & values GmbH und OFFIS e.V..

Die Förderung erfolgt in einer Höhe von rund 590.000 Euro durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWE.

Datenverfügbarkeit als Engpass in der EPD-Praxis

Die Nachfrage nach transparenten und belastbaren Umweltinformationen nimmt in vielen Branchen zu. EPDs gewinnen dabei als standardisierte Grundlage für Nachhaltigkeitsbewertungen, Produktvergleiche und regulatorische Nachweise an Bedeutung. Gleichzeitig stellt die Verfügbarkeit konsistenter Herstellerdaten weiterhin einen zentralen Engpass bei der EPD-Erstellung dar. Zwar ermöglichen moderne EPD-Tools inzwischen eine effizientere digitale Durchführung von Ökobilanzierung, Verifizierung und Dokumentenerstellung, die benötigten Informationen liegen in Unternehmen jedoch häufig verteilt über unterschiedliche IT-Systeme hinweg vor und gehören teilweise nicht zu den standardmäßig gepflegten Stammdaten. Dadurch entstehen fragmentierte Datenbestände mit unterschiedlichen Strukturen und Informationsgehalten, was die Zusammenführung und Nutzung der Daten erschwert. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen stellen unvollständige Primärdatenbestände eine erhebliche Hürde dar.

Das geplante Softwaremodul soll diesen Prozess deutlich vereinfachen. Es identifiziert fehlende Angaben ebenso wie widersprüchliche oder voneinander abweichende Informationen in bestehenden Datensätzen und ergänzt fehlende Werte nachvollziehbar mithilfe KI-gestützter Verfahren. Dadurch sollen Datenqualität, Transparenz und Effizienz in der EPD-Erstellung verbessert werden.

Methodischer Ansatz: Kombination aus Matrix Completion und Machine Learning

Das Projekt verbindet Verfahren der Datenimputation mit Methoden des maschinellen Lernens. Ziel ist es, vorhandene Datenzusammenhänge für die Ergänzung fehlender Werte nutzbar zu machen und die Ergebnisse anschließend plausibel und nachvollziehbar zu validieren. Dabei steht nicht nur die Automatisierung im Vordergrund, sondern auch die Transparenz der zugrunde liegenden Datenverarbeitung.

Ergänzend wird eine dialogbasierte Benutzeroberfläche geschaffen, die Anwenderinnen und Anwender bei Dateneingabe, Plausibilisierung und Dokumentation unterstützt. So soll eine nutzerfreundliche Lösung entstehen, die die Anforderungen moderner EPD- und LCA-Prozesse berücksichtigt.

Integration in bestehende Systemlandschaften

Das Modul wird als interoperabler Softwarebaustein konzipiert und soll perspektivisch an bestehende Unternehmenssysteme sowie EPD-Tool-Lösungen angebunden werden können. Damit soll eine effiziente Einbindung in vorhandene Daten- und Arbeitsprozesse ermöglicht werden, ohne zusätzliche Insellösungen zu schaffen. Der entwickelte Ansatz ist zudem grundsätzlich auch für weitere Anwendungen im Bereich Ökobilanzierung und Product Carbon Footprint (PCF) übertragbar.

Gebündelte Expertise für KI-gestützte Nachhaltigkeitsbewertungen

Im Projekt KEDRA bündeln die Partner brands & values GmbH und OFFIS e.V. ihre komplementären Kompetenzen in EPD-Software, Nachhaltigkeitsbewertung und KI-gestützter Datenverarbeitung. Während brands & values die Anforderungen aus der praktischen EPD-Erstellung und die Integration in bestehende Softwareumgebungen einbringt, verantwortet OFFIS die Entwicklung und Validierung KI-basierter Methoden.

Damit entsteht eine Lösung, die technologische Forschung und praktische Anwendbarkeit eng verbindet. KEDRA legt die Grundlage für eine teilautomatisierte, transparente und skalierbare EPD-Erstellung und bietet darüber hinaus Potenzial für datenbasierte Nachhaltigkeitsbewertungen in unterschiedlichen industriellen Anwendungsfeldern.

Die Idee zum Projekt „KEDRA“ ist im Rahmen des Innovationsnetzwerks „RE-FIBER – Kreislauffähige Faserverbundlösungen für nachhaltige Industrieanwendungen“ entstanden, das über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert wird. Im Zuge der Mitgliedschaft werden die Partner aktiv bei der Realisierung von F&E-Projekten sowie der Sicherstellung der Finanzierung unterstützt. Betreut wird KEDRA von der IWS GmbH, die auch das Antragsmanagement der Kooperationsprojekte übernimmt und die Mitglieder intensiv bei der Entwicklung neuer Technologien begleitet.

Projektpartner KEDRA:

Brands & values GmbH | Bremen | www.brandsandvalues.com

OFFIS e.V. | Oldenburg | www.offis.de

_Weitere Informationen finden Sie unter __www.re-fiber.net_

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email : mail@iws-nord.de

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