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Ferrara Buskers Festival: Die Welt trifft sich mit Musik

Mehr als 250 Musikerinnen und Musiker aus 19 Ländern – vom 27. bis zum 31. August 2025 feiert Ferrara das 38. Ferrara Buskers Festival – mit Straßenmusik vom Feinsten.

BildBevor das Event in der UNESCO-Welterbe-Stadt startet, heizen Solisten und Bands der Wasserstadt Comacchio mit Instrument und Stimme ein.

Sie kommen aus Argentinien, Kanada, den USA, aus Frankreich, Spanien, Portugal, Rußland, Taiwan, Südkorea – aus Italien natürlich, Deutschland, den Niederlanden und anderen Ländern. Sie spielen World Music und Pop, Reggae, Rap und Rock, Tango, Jazz, Klezmer und Soul … Auch beim 38. Ferrara Buskers Festival werden die Grenzen zwischen Nationen und musikalische Genres schwinden. Menschen von nah und fern werden sich verbunden fühlen, wenn sie sich von energiegeladenen Rhythmen vor Ferraras grandioser Altstadt-Kulisse mitreißen lassen. Akrobatik, Clownerie, Magie und Straßenpoesie runden das buntgemischte Programm in den Straßen und auf den Plätzen der Welterbe-Stadt ab und mit internationalem Street Food wird für jeden kulinarischen Geschmack gesorgt sein.

Bevor sich die „Buskers“, wie Straßenmusiker im englischen Sprachraum genannt werden, in Ferrara treffen, spielen sich etliche von ihnen im nahegelegenen Comacchio schon mal warm. Am 24. August wird die Wasserstadt im Po-Delta, ein malerisches, von Kanälen und Brücken durchzogenes „Klein-Venedig“, zu ihrer Bühne. Von 21 Uhr bis Mitternacht heizen Solisten und Bands aus Italien, aus Venezuela und Mexiko dem Publikum in Comacchio mit Pop, Rock, World Music, Folk, Blues und Gypsy ein. Das Zuhören hier ist für alle ist kostenlos.

Die Elfe, der Rapper und ein Duo mit Retro-Charme

Beim Buskers Festival in Ferrara haben sich in der Vergangenheit große Namen der italienischen Musikszene wie Lucio Dalla und Gianna Nannini die Ehre gegeben. Heute sind es fachkundig ausgewählte Entdeckungen aus allen Teilen der Welt, die beim Festival die Bühne rocken. Zum Beispiel Junta Vecinal aus Mexiko. Das Trio, das auch in Comacchio aufspielen wird, interpretiert traditionelle südamerikanische Klassiker neu in einer farbenfrohen und leidenschaftlichen Show. An allen Festival-Abenden laden Junta Vecinal das Publikum zu einer musikalischen Reise ein, die ein klares Ziel hat – alle sollen die Intensität der Latino-Musik nicht nur hören, sondern spüren. Zu den in Europa schon bekannteren Namen gehört Estrella Gomes. Seit zehn Jahren tourt die Portugiesin mit ihren Songs und der Gitarre über den Kontinent. Zuhörende bezaubert sie mit ihrem charmanten Akzent und ihrem rebellischen Elfen-Charisma. Die große Überraschung kommt, wenn Estrella Trompete spielt. Denn das tut sie ganz ohne Instrument. Aus Kanada reist AP MAJOR nach Ferrara, ein Rapper, Produzent und Multiinstrumentalist. Seine elektrisierenden Rhythmen verbindet er mit sozialen und politischen Botschaften. Trotz seiner ernsten Themen versprüht der Rapper eine vitale Energie, der man sich kaum entziehen kann.

Rimski & Handerkerchief, ein Duo aus Großbritannien, setzt auf Retro-Klänge. Dargeboten mit Chorgesang, Hörnern, Mundharmonika verzaubern die beiden Briten ihr Publikum mit Titeln aus längst vergangenen Tagen. Virtuosität, Ironie und jede Menge Energie bringen auch Doktor Bajan auf die Bühne. Das Akkordeon-Duo stammt aus Rußland, lebt heute in Berlin und präsentiert beliebte russische Lieder sowie Eigenkompositionen. So wie Doktor Bajan die Titel präsentiert, ist die Reaktion überall die gleiche – die Menschen tanzen, tanzen, tanzen. Lebensfreude pur kommt auch aus Paris. Die französische Straßentrommlerin Ines verwandelt Alltagsgegenstände in überraschende Instrumente. Töpfe, Pfannen, Eimer und sogar Hundespielzeug werden Teil ihrer explosiven Performance. Neben den genannten Musikerinnen und Musikern werden viele andere Akteure mitreißende Konzerte geben, wie der Blick ins Programm zeigt.

Wie gut, daß Stefan Bottoni die Zeitung gelesen hat

Die zündende Idee, in Ferrara das weltweit erste internationale Festival für Straßenmusik an den Start zu bringen, geht – von der anekdotischen Seite beleuchtet – auf eine Polizeimeldung in der Lokalpresse zurück. Demnach waren in Ferrara im Sommer 1987 zwei Musiker mit Gitarre und Schlagzeug von der Verkehrspolizei aufgegriffen und abgeführt wurden. Stefano Bottoni, Kunstschmied und Musiker in Personalunion, nahm die Nachricht mit Kopfschütteln auf und wollte etwas dagegensetzten. Seine Stadt sollte jedes Jahr für ein paar Sommertage zum Treffpunkt für Straßenmusiker aus aller Welt werden, stellte die Idee dem Bürgermeister vor. Der war, entgegen allen Erwartungen, sofort bereit das Projekt zu unterstützen. Schon ein Jahr später, 1988, fand das erste Ferrara Buskers Festival statt. Weit über 800 000 Besucher haben sich seither von der Leidenschaft der Straßenmusiker und von der Welterbe-Kulisse von Ferrara bezaubern lassen. Stefano Bottoni leitet es bis heute.

Die Preise für das Ferrara Buskers Festival sind immer noch moderat. Das Tages-Ticket 2025 kostet im Vorverkauf bis zum 20. August 10 Euro, der Pass für alle fünf Festival-Tage 25 Euro. Ab dem 21. August werden die Tageskarten für 13 Euro und die Pässe für das gesamte Festival für 30 Euro verkauft. Das Auftakt-Event in Comacchio ist kostenlos.

Neben dem Ferrara Buskers Festival beschert der Sommer in Ferrara, Comacchio und seinen Badeorten, den sieben „Lidi“, noch viele weitere Events, von Konzerten in der Morgendämmerung bis zum Puppentheater auf dem Wasser.

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Ferrara, Comacchio & Po-Delta: Ganz viel erleben, auf die sanfte Tour

Kanu bei Vollmond, per Bike & Boat durch die Lagune, dem Sonnenuntergang entgegen im Elektroboot – die Naturoasen im Po-Delta lassen sich sanft und genussvoll entdecken.

BildUrlauber können schon zuhause durchs breitgefächerte Erlebnis-Angebot stöbern und buchen.

Italien längster Fluss, der Po, ergießt sich nach seinem langen Weg durch die Ebene weitverzweigt in die nördliche Adria. Große Teile seines Deltas sind als Naturoasen geschützt und bestens geeignet, auf die sanfte Tour erkundet zu werden. Das flache Land am Wasser ist wie geschaffen für entspanntes Radwandern. Zu den schönsten Radrouten Italiens wurde vor einigen Jahren „Argine degli Angeli“, der „Damm der Engel“, gekürt. Auf einem grasgesäumten schmalen Grat verläuft der Radweg kilometerlang durch die Lagune bei Comacchio, scheinbar bis zu einer imaginären Himmelspforte am fernen Horizont. Eine Broschüre mit dieser Route und weiteren Touren-Tipps kann online abgerufen werden. Rad- und Bootausflüge lassen sich kombinieren, kleinere und größere Strecken aneinanderreihen. So können nach Belieben ganz- oder mehrtägige Trips entworfen werden. Als Ziele bieten sich die Kunst- und Kulturstädte Venedig oder Ravenna an.

Wenn Touren im Delta-Gebiet von professionellen Natur-Guides begleitet werden, kann das besonders spannend sein. Etwa die rund zehn Kilometer lange Radtour durch die Lagune von Comacchio. Die Strecke führt über einen Damm, der am Rande des Salinengebiets verläuft. Tausende Vögel leben hier. Auch rosa Flamingos, die als attraktive Fotomotive die Kulisse verschönern. Wer mit einem Guide auf Tour geht, kann im neuangelegten archäologischen Park jede Menge über die Menschen erfahren, die vor Jahrtausenden im Delta siedelten.

Elektroboottouren und Mini-Kreuzfahrten

Liebhaber von Natur und Stille können die Gegend auf Wasserwegen beinahe lautlos erkunden. Ausflüge für kleine Gruppen durch die Lagunenlandschaft von Comacchio können jetzt auch mit elektrisch angetriebenen Booten unternommen werden. Am schönsten sind die Ausflüge zum Sonnenuntergang, wenn kein Motorgeräusch den Zauber stört, der sich in der rotgoldenen Stunde über diese Naturoase legt.

Darüber hinaus ist das Angebot an Bootstouren mit unterschiedlichen Themen und von unterschiedlicher Dauer breitgefächert. Vogelbeobachtung, Küstenfischerei, die Gewässer der Aale – zwischen Schilfgürteln, Sandbänken und offenem Meer lässt sich an Bord kleiner Ausflugsschiffe so viel entdecken. Natur erleben und gesellig beisammen sein lässt sich bei verschiedenen Mini-Kreuzfahrten mit Start in Porto Garibaldi verbinden. Je nach Tageszeit wird bei den Törns ein Mittagessen, ein „Aperitivo“ oder ein Abendessen serviert. Fangfrischer Fisch nach traditionellen Rezepten zubereitet sorgt für authentischen Delta-Genuss.

Kanutouren in Vollmondnächten

„Valli“ (Täler) nennen die Einheimischen die Lagunenseen von Comacchio. Diese wässerigen „Täler“ können bei geführten Kanu-Touren erkundet werden. Wer dabei sein mag, steigt an der südlich von Comacchio gelegenen Stazione Foce in einen der bequemen Kanadier. Begleitet von einem professionellen Guide gleitet man durch die faszinierende Wasserlandschaft, lauscht dem Sound des Deltas, den der mit dem Schilf spielende Wind und die Schreie der Vögel prägen. Von Juni bis September werden Kanutouren auch in Vollmondnächten angeboten – Faszination pur.

Gastronomie und Kultur

Als Start oder Ziel von Touren aller Art bieten sich Comacchio, die heimliche Hauptstadt des Deltas oder die Provinzhauptstadt Ferrara an. Comacchio, auf Inseln gebaut und von Kanälen durchzogen, ist ein charmantes „Venedig im Kleinformat“. Sich durch die malerischen Gassen treiben lassen, Comacchios Museen besuchen und in einem Restaurant typische Küche zu genießen, vor allem Fisch- und Muschelgerichte, ist hier immer eine gute Wahl.

Ferrara besticht mit seiner charmanten, von Renaissance-Palazzi geprägten Altstadt, die sich mit dem UNESCO-Welterbetitel schmücken darf. Das Fahrrad ist hier Verkehrsmittel Nummer eins. Sogar auf den historischen Stadtmaueranlagen lässt es sich gut radeln, mit weitem Blick ins Land kann man sanft in die Pedalen tretend das historische Herz Ferraras umrunden. Eine landschaftlich und historisch interessante Bootstour führt von Ferraras neuem Hafen zum Po Grande. Die dabei befahrenen Wasserstraßen verbinden die Stadt mit dem Fluss, dem sie ihre Gründung verdankt. Die Tour lässt Ausflügler einen faszinierenden Natur-Korridor erleben, in dem Reiher, Bienenfresser und Schildkröten ungestört zusammen mit einsamen Fischern leben. Die Fahrt durch das Becken von Pontelagoscuro bietet Po-Panorama vom Feinsten, während Orte wie die Isola Bianca als malerische Kulissen vorüberziehen.

Für weitere Infos:

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