„Anno 2047 – Besuch beim Zeitminister“ ist ein bemerkenswerter Denkanstoß zur richtigen Zeit. Rudolf F. Thomas hält uns einen Spiegel vor, der uns schmerzhaft an unserer eigene Lebenszeit erinnert.
Ein Lebenstracker, der die exakte verbleibende Lebenszeit anzeigt: Im finalen Band seiner Trilogie „Anno 2047 – Besuch beim Zeitminister“ verknüpft Autor Rudolf F. Thomas hochaktuelle KI-Technologie mit existenziellen Fragen der Menschheit. Was wie Science-Fiction klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Umsetzung eines jahrtausendealten biblischen Psalms und als Spiegel unserer modernen digitalen Leistungsgesellschaft.
Die digitale Umsetzung von Psalm 90
Wie gehen Menschen damit um, wenn die eigene Endlichkeit auf den Tag genau messbar wird? Im Roman „Anno 2047 – Besuch beim Zeitminister“ hat sich auf der Basis einer mystischen Lebensuhr und einfacher Fitnessuhren Lebenstracker zu einem allmächtigen Instrument entwickelt. Das Prinzip dahinter erinnert stark an das berühmte Luther-Zitat aus Psalm 90,12: _“Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“_
Im hebräischen Original bedeutet das „Zählen der Tage“ die bewusste Wahrnehmung der eigenen Begrenztheit, um ein „weises Herz“ – also ein klug geführtes Leben – zu erlangen. Genau dieser Effekt stellt sich im Roman ein: Die Menschen nutzen das Wissen um ihre verbleibende Zeit positiv, planen intensiver und bewusster. „Wir haben die Welt und unser Leben mit dem Lebenstracker erheblich verbessert“, heißt es dazu treffend auf Seite 134 des Buches.
Wenn die Uhr im Diesseits Gericht hält
Doch die mystische Lebensuhr birgt auch eine düstere, machtvolle Komponente. Ihre Ursprünge liegen in Indochina und sind tief im hinduistischen Karma-Gedanken verwurzelt. Das Besondere: Die Uhr reagiert auf das Handeln im Hier und Jetzt. Wer Gutes tut, gewinnt Lebenszeit; wer versagt, verliert sie. Damit verlagert der Roman das klassische transzendente Gericht komplett ins Diesseits.
Für die Hauptfigur Tom Friedemann – der von der Bevölkerung schließlich zum „Zeitminister“ erhoben wird – wird diese Dynamik in Begegnungen mit Stasi-Agenten und Fremdenlegionären zur Zerreißprobe. Thomas spiegelt damit meisterhaft das Denken der Gegenwart: In einer säkularisierten Welt, in der das Jenseits für viele an Bedeutung verloren hat, muss sich die Frage nach Gerechtigkeit und Strafe schon während der eigenen Lebensspanne auf der Erde entscheiden.
Ein lebensbejahendes Finale
„Anno 2047 – Besuch beim Zeitminister“ ist weit mehr als ein simpler Zukunftsthriller. Rudolf F. Thomas führt seine Leserinnen und Leser auf moderne, hoch spannende Weise an das eigene Zeitbewusstsein heran. Mit diesem dritten Band findet die Trilogie ihren krönenden, tiefgründigen und letztlich zutiefst lebensbejahenden Abschluss.
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Hochgradig spannend ist die Geschichte. Und was sich anfangs mystisch und schier unmöglich anhörte, ist mittlerweile vorstellbar, gar greifbar nah. Deine noch verbleibende Lebenszeit wird am Handgelenk angezeigt. Der Fitnesstracker hat bald ausgedient. In einigen Jahren trägst du eine Lebensuhr. Die zeigt dir deine noch verbleibende Lebenszeit exakt in Tagen an. Sie zieht ab und sie rechnet Tage quasi als Guthaben auf. Der Clou dabei ist, sie wertet zusätzlich zu deinen Gesundheitsdaten auch Dein moralisches Verhalten auf oder ab. Damit ist klar, deine Lebenszeit ist die einzige Währung, die wirklich zählt. Denn du hast nur dieses eine Leben. Die unfassbare tolle Geschichte steht im Roman „Pleichach – die Zeit ist das, was bald geschieht“. Geschrieben hat sie der Schriftsteller Rudolf F. Thomas. Derweil „podcastet“ er regelmäßig alle 14 Tage mit Moderator Andy Puhl von Radio Gong in Würzburg. Beide gehen der Frage nach „Was machst Du mit der Zeit?“. Alle, die zuhören, spüren den einmaligen Spirit zweier lebensbejahender Medienprofis. Stopp! Wer denkt, Podcasts produzieren zumeist jüngere Leute, der irrt: Andy Puhl ist 56 und 
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