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Geh- und Radwegbrücke und der Waldtempel sorgen für beeindruckende Perspektiven auf den Kurpark

Was von der niedersächsischen Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf dauerhaft bleiben wird:

Nachhaltig angelegte Investition in Grünanlagen und Infrastruktur für Begegnungen und Erholung

BildKurze Zusammenfassung dieser Pressemitteilung:
Wenn die niedersächsische Landesgartenschau in Bad Nenndorf Mitte Oktober 2026 offiziell endet, bleibt für die Besucherinnen und Besucher des Areals dennoch viel Sehenswertes erhalten: Wichtige Grünanlagen und Erholungsflächen sind nachhaltig konzipiert und werden wie auch einige infrastrukturelle Einrichtungen über die Saison hinaus noch viele Jahre Bestand haben. Hierzu zählen nicht zuletzt eine Geh- und Radwegbrücke sowie der sogenannte Waldtempel – eine spiralförmig angelegte Aussichtsplattform. Beide Bauwerke wurden von den Brückenbau-Spezialisten Schmees & Lühn aus dem emsländischen Niederlangen fertiggestellt.

Niederlangen (Emsland) / Bad Nenndorf. Gartenkunst, Pflanzenvielfalt und Themengärten bestimmen das Bild der niedersächsischen Landesgartenschau (LAGA), die Ende April 2026 für ein halbes Jahr eröffnet wurde. Unter dem Motto „Hier blüht Vielfalt“ wurde der Bad Nenndorfer Kurpark umgestaltet.

38.000 Stauden, Gräser und Farne sowie 175.000 Zwiebelgewächse, Blumenzwiebeln und Zwiebeln wurden angepflanzt. Hinzu kamen 56.800 Frühjahrs- und 23.500 Sommerblüher inklusive Dahlien, außerdem rund 1.700 Sträucher und 450 Bäume. Weit über die temporär angelegten LAGA-Präsentationen und -Events hinaus soll dieser Ort der Naherholung, Bewegung und Begegnung auch lange nach dem Oktober 2026 bestehen bleiben und der Natur ein Denkmal setzen.

Nach Angaben der LAGA-Organisatoren wurden rund 40 Mio. Euro in langfristig genutzte Areale und Einrichtungen investiert. Auf dem rund 34 Hektar großen Areal zählen zu diesen dauerhaften Anlagen beispielsweise der Wiesenpark, die historische Liegehalle sowie 6.000 Quadratmeter denkmalgerecht sanierte Wege. Ein weiteres Highlight ist die mystisch anmutende und 100 Meter lange Süntelbuchenallee. Sie soll das Erscheinungsbild des regionalen Anziehungspunkts als eine Art Wahrzeichen dauerhaft und somit nachhaltig prägen.

Darüber hinaus werden zwei Bauwerke erhalten bleiben, die eigens zur LAGA neu geschaffen wurden – eine Brücke, die den westlichen und den östlichen Teil des Kurparks für Fußgänger und Radfahrer miteinander verbindet, sowie der sogenannte Waldtempel. Beide Bauten sind an das Konzept des Baumwipfelpfades angelehnt und wurden von Schmees & Lühn, einem Brückenbauspezialisten aus dem emsländischen Niederlangen, im Auftrag der Stadt Bad Nenndorf erstellt.

Höchster Punkt der LAGA auf dem Waldtempel gut erreichbar

Bei dem von den Sauerzapfe Architekten aus Berlin entworfenen Waldtempel handelt es sich um eine spiralförmig angelegte, sechseinhalb Meter hohe Aussichtsplattform mit einem Außendurchmesser von rund 40 Metern. Dank der rund 137 Meter langen und gut zweieinhalb Meter breiten Rampen sowie dem Gefälle von lediglich 4,75 % ist es auch Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit – wie zum Beispiel Nutzern von Rollatoren – möglich, die Aussicht über das LAGA-Gelände zu genießen.

„Wie bei vielen unserer Konstruktionen auch, haben wir unsere Kompetenz aus der Verarbeitung von Holz und Stahl als wesentliche Komponenten für diese LAGA-Projekte genutzt. So haben wir die Stützen des Waldtempels aus Stahlprofilen ausgeführt, um eine möglichst große optische Leichtigkeit und Filigranität zu erzielen. Zwölf Stützenpaare bilden die Basis des Waldtempels. Dabei stellte die Montage auf beengtem Raum eine gewisse Herausforderung dar, zumal das Gelände abschüssig ist und der umgebende Baumbestand nicht beeinträchtigt werden durfte“, erklärt Tobias Tebbel, Geschäftsführer von Schmees & Lühn.

Der seit 125 Jahren bestehende Handwerks- und Ingenieurbaubetrieb ist weitgehend auf die Konstruktion und Herstellung von Geh- und Radwegbrücken spezialisiert. An seinem Hauptstandort in Niederlangen verfügt das Unternehmen über eine Fertigungshalle, die es ermöglicht, Bauteile mit bis zu 60 Metern Länge und fünf Metern Breite sowie mit einem Maximalgewicht von 80 Tonnen vorzufertigen.

Filigrane Waldtempel-Konstruktion aus Stahl und Holz

Diese Kapazitäten waren laut Tebbel auch ein großes Plus für die Vorbereitung und den Bau des Waldtempels: „Aufgrund der begrenzten Baufreiheit im Naturschutzgebiet Wald musste die Konstruktion kleinteilig, gut transportabel und vor Ort zu verschrauben sein. Schweiß- und Beschichtungsarbeiten im Wald waren zu vermeiden“, so der Geschäftsführer und Ingenieur weiter.

Als Absturzsicherung dienen Radabweiser und ein 90 cm hohes Geländer. In den Geländern wurden 6.300 Meter Thermoholz als senkrechte Füllstäbe eingesetzt. Dank eines speziellen Verfahrens mit Hitze und Dampf ist es extrem witterungsbeständig, formstabil und resistent gegen Pilzbefall. Der Einsatz von Tropenholz lässt sich hierdurch im Sinne der Nachhaltigkeit vermeiden.

Neben dem Waldtempel dient auch die neue Geh- und Radwegbrücke als Aussichtsplattform wie ein Baumwipfelpfad. Ihre wesentliche Funktion besteht darin, die Bundesstraße B65 zu überbrücken, die den historischen Kurpark vom Erlengrund trennt.

KRP Architektur: „Brücke ist Landmarke mit hoher Fernwirkung“

Das Berliner Architekturbüro KRP (Kolb, Ripke, Peterson) begann bereits 2023 mit der Planung des außergewöhnlichen Bauwerks. „Dem behutsamen Umgang mit dem Naturdenkmal und der in der Tiefe liegenden Heilquelle musste hierbei besondere Beachtung geschenkt und gleichzeitig eine eventuelle Erweiterung der Bundesstraße auf drei Spuren mitbedacht werden“, erläutert die KRP Architektur GmbH in einer Pressemitteilung.

Die neue Brücke ersetzt die vorherige lokale Lichtsignalanlage an der B65 und gestaltet die Fuß- und Radverkehrsrouten Bad Nenndorfs nun deutlich vernetzter und komfortabler. Daneben fungiert die Brücke laut KRP als Landmarke mit hoher Fernwirkung und dient als Durchfahrtstor von Nord nach Süd. Den Querschnitt des Überbaus bildet ein flacher Hohlkasten, der in regelmäßigen Abständen auf baumartig angeordneten Stützengruppen aufliegt. Die B65 wird so durch ein Rahmensprengwerk mit einer freien Spannweite von etwa 29 Metern überbrückt.

Fußgänger erreichen die Stahlbrücke über Treppen, während Radfahrer hierfür spindelförmige Rampen nutzen. Insgesamt erstreckt sich die Brücke über eine Länge von mehr als 177 Metern; allein die Rampen haben eine Fläche von 165 Quadratmetern, und die Gesamtfläche beträgt 532 Quadratmeter.

Gemäß den Plänen von KRP Architektur erstellte Schmees & Lühn alle Brückenelemente mit maximalem Vorfertigungsgrad. Ähnlich wie beim Waldtempel musste Schmees & Lühn bei der Montage der Geh- und Radwegbrücke größtmögliche Rücksicht auf die natürliche Umgebung nehmen.

„Die zur Verfügung stehende Bauzeit für die Brücke war angesichts der Größenordnungen und der komplexen Geometrie relativ kurz. Natürlich mussten wir dabei die Eingriffe in die Natur auf ein absolutes Minimum begrenzen. So erfolgte beispielsweise die Gründung in Spundwandkästen, um Vegetation und Wurzelwerk zu schützen“, blickt Tobias Tebbel zurück.

Weitere Infos: https://www.schmees-luehn.de

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Schmees & Lühn GmbH & Co. KG
Herr Tobias Tebbel
Lathener Straße 1
49779 Niederlangen
Deutschland

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email : info@schmees-luehn.de

Kurzportrait: Schmees & Lühn GmbH & Co. KG

Ursprünglich als Handel mit Pfählen und Grubenholz für die Industrie im Jahr 1900 gegründet, hat sich die heutige Schmees & Lühn GmbH & Co. KG vom Holzbau über den Stahlbau zu einem Komplettdienstleister rund um die Erstellung und Sanierung von Brücken, Außen- und Steganlagen etc. entwickelt.

1988 begann die Firma mit dem Bau von Lärmschutzwänden und Holzbrücken. 1994 trat Josef Schmees im Alter von 22 Jahren die Nachfolge seines Vaters Bernhard an und wandelte das Unternehmen in einen Fachbetrieb für den Holz- und Ingenieurbau um. Drei Jahre später wurde das Sägewerk stillgelegt. Josef Schmees richtete den Fokus nun unmittelbar auf den Holzbrückenbau und die Konstruktion von Gebäuden in Holzrahmenbauweise. Mit dem Erwerb des Stahl- und Metallbauunternehmens Funke-Wessels GmbH in Lathen erweiterte der Betrieb 2016 seine Kompetenz im Stahlbau.

Perfekte Ausführung und absolute Termintreue stehen für das Traditionsunternehmen im Mittelpunkt. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedensten Fachdisziplinen realisieren Ingenieurbauwerke in ganz Europa. In vierter Generation wird der Betrieb heute von Josef Schmees geführt.

https://www.schmees-luehn.de/

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Wirtschaft

125 Jahre Schmees & Lühn: Fußgänger- und Radfahrerbrücken aus dem Emsland in aller Welt

Auch für komplizierte Brückenbauprojekte aus Holz und Stahl bestens gewappnet

BildNiederlangen (Emsland). Ob komplexe Anforderungen oder außergewöhnliche Dimensionen: Bei der Entwicklung und Fertigung von Fußgänger- und Radfahrerbrücken aus Holz und Stahl nimmt Schmees & Lühn auch im 125. Jahr seines Bestehens gern jede Herausforderung an. Im November des Jahres 1900 gegründet, steht das Unternehmen laut den Geschäftsführern Josef Schmees und Tobias Tebbel glänzend da.

Mit bereits mehr als 3.000 produzierten Brücken, vor allem in Deutschland, aber auch europaweit und in Übersee, verfügen die Emsländer über vielfältige Erfahrungen und spezielles Knowhow. „Wo andere Handwerksbetriebe in erster Linie Probleme in der Umsetzung von Brückenbauprojekten sehen, wird es für uns erst richtig spannend. Unter den jährlich mehr als 70 Brücken aus unserem Hause gibt es mittlerweile viele herausragende Lösungen“, sagt Josef Schmees.

Als aktuelles Beispiel nennt der Urenkel des Firmengründers Johann Bernhard Schmees zum einen die Passerelle im niederländischen Zwolle. Die in diesem Jahr in Holzbauweise fertiggestellte, bis zu 10 Meter breite Fußgängerbrücke erstreckt sich über eine Länge von 130 Metern und ist damit eine der größten ihrer Art in Europa.

Nachhaltigkeit spielt hier eine wesentliche Rolle – wie auch beim Franklin-Steg in Mannheim, der ebenfalls 2025 realisiert wurde. Allein 140 m³ Fichten-Brettschichtholz hat Schmees & Lühn für einen Großteil der Brücke, den sogenannten Hauptspann, verarbeitet. Eine weitere Besonderheit ist der Einsatz von Carbonbeton statt des sonst üblichen Stahlbetons. Filigrane Carbonbetonplatten fungieren als Gehbelag und entlasten die Umwelt von CO?-Emissionen, die ansonsten als Nebenprodukt der Zementherstellung entstanden wären. Wegen des innovativen Charakters hat der Bund die Kosten von rund neun Millionen Euro für das imposante Bauwerk komplett übernommen. Daneben glänzt das Projekt mit einem Superlativ: Der Franklin-Steg ist die weltweit längste integrale (d. h. fugenlose) Holzbrücke.

Innovative Verfahren heute an der Tagesordnung

„Um Projekte solcher Dimensionen überhaupt realisieren zu können, haben wir 2022 mit dem Bau der neuen Fertigungshallen in Niederlangen einen entscheidenden Meilenstein erreicht“, erklärt Tobias Tebbel. „Wir haben dort sechs Hallen für den Stahl- und Holzbau sowie für den Korrosionsschutz unter einem Dach vereinigt. Bauteile mit bis zu 60 Metern Länge und fünf Metern Breite sowie mit einem Maximalgewicht von 80 Tonnen können wir dank des neuen Areals mit leistungsstarken Krananlagen als komplette Einzelstücke fertigen. Die Sanierung der Lingener Meckerbrücke – eines 60 Meter langen Bauwerks – markierte direkt nach der Fertigstellung der Halle den Zugang zu ganz neuen Dimensionen.“

In diesen Standort will Schmees & Lühn laut der Geschäftsführung in den kommenden Jahren weiter investieren, um verschiedene Prozesse zu optimieren und z. B. die Digitalisierung voranzutreiben. Qualifizierungsmaßnahmen für die rund 75 Mitarbeitenden sind ebenso geplant wie deren Ausstattung mit modernsten Kommunikationsmitteln.

Darüber hinaus will der nun seit 125 Jahren bestehende Handwerks- und Ingenieurbaubetrieb moderne Verbindungstechniken wie etwa eingeleimte Verbindungsstangen zum Einsatz bringen und neue Verfahren entwickeln. So ist bei den Emsländern zurzeit ein gänzlich neuer Brückenbelag in der Entstehung. Für 2026 ist eine weitere Neuerung geplant: Bei Wickede soll mit einem Brückenschlag über die Ruhr erstmals die Schubbauweise angewendet werden, bei der die Brücke zunächst an Land erstellt und später über das zu überspannende Areal geschoben wird.

Vor diesem Hintergrund sieht Schmees & Lühn sich selbst zugleich als traditionsbewussten Mittelständler, aber auch als einen Vorreiter für den Ingenieurbau rund um Brücken aus Holz und Stahl. Letzteres war zu Zeiten der Unternehmensgründung alles andere als abzusehen.

Rückblick auf die Ursprünge

So begann Johann Bernhard Schmees 1900 den Handel mit Pfählen und Grubenholz für den Bergbau und errichtete 1927 ein eigenes Sägewerk. 1937 verstarb Johann Bernhard Schmees im Alter von 63 Jahren; sein Sohn Josef übernahm das Unternehmen im Alter von 29 Jahren und baute das Sägewerk weiter aus, inklusive der Errichtung eines weiteren Sägewerks an der Ems in Fresenburg 1952.

1958 verstarb Josef Schmees im Alter von nur 50 Jahren. Seine Frau Liesel übernahm die Leitung des Sägewerks und führte den Betrieb alleine weiter, bis zum Einstieg ihres Sohnes Bernhard Schmees 1965. Er baute den Betrieb weiter aus und investierte in umfangreiche Hobeltechnik sowie in zwei Kesseldruck-Imprägnieranlagen. Die Herstellung und der Handel mit Bahnschwellen stellten damals noch den wichtigsten Geschäftsbereich dar.

1988 begann die Firma mit dem Bau von Lärmschutzwänden und Holzbrücken. Um 1992 erfolgte die Herstellung und Montage eines Stegs entlang der Ahr in Ahrweiler. Zu dieser Zeit baute Bernhard Schmees bereits kleinere Holzbrücken.

1994 trat Josef Schmees im Alter von 22 Jahren die Nachfolge seines Vaters Bernhard an und wandelte das Unternehmen in einen Fachbetrieb für den Holz- und Ingenieurbau um. Die ersten großen Brückenbauprojekte waren eine Brücke in Peine über die ICE-Strecke von Hannover nach Berlin sowie die Brücke Ebsdorf.

1998 wurde das Sägewerk stillgelegt. Josef Schmees richtete den Fokus nun unmittelbar auf den Holzbrückenbau und die Konstruktion von Gebäuden in Holzrahmenbauweise. 2001 stieg Alfred Lühn als Gesellschafter und Geschäftsführer mit ein, hob das heutige Unternehmen Schmees & Lühn mit Josef Schmees aus der Taufe – und es folgten internationale Projekte.

Im Jahr 2006 entstand im polnischen Czorsztyn die Brücke über den Fluss Dunajec, die Polen mit der Slowakei verbindet. Für diese Brücke erhielt Schmees & Lühn 2007 den polnischen Brückenbaupreis. Sogar in Südkorea war Schmees & Lühn in der Folge mit zwei Brückenbauprojekten beauftragt. 2010 gründete Schmees & Lühn eine Niederlassung in den Niederlanden für die Realisierung von Holzbauprojekten. In Almere wurde eine 75 Meter lange Holzbrücke über die Bundesstraße N702 errichtet.

2012 folgte durch den Neubau einer 1.400 Quadratmeter großen Abbundhalle mit neuester Maschinen- und Krantechnik ein wichtiger Schritt in Richtung „mehr Fertigungstiefe“. Mit dem Erwerb des Stahl- und Metallbauunternehmens Funke-Wessels GmbH in Lathen erweiterte der Betrieb 2015/2016 seine Kompetenz im Stahlbau. Auf dieser Grundlage konnten auch Großprojekte mit der Kombination Holz und Stahl verwirklicht werden. Die Holzfachwerkbrücke in Lörrach ist ein frühes Beispiel hierfür. Schmees & Lühn konzentrierte sich nun zugleich stärker auf den heimischen Markt.

Die Maurienbrücke in Hamburg war 2022 das letzte große Bauwerk aus Stahl, das den Standort Fresenburg verließ – noch vor der Fertigstellung der Niederlangener Produktionshallen im selben Jahr.

Neue Perspektiven

Ein weiteres, aufsehenerregendes Projekt der jüngsten Vergangenheit ist das „Superradwegenetz Tübingen“: Mit der Fertigstellung des „Blauen Bandes“, eines insgesamt 1,5 km langen Radwegenetzes, wurde das spektakuläre Projekt im Oktober 2024 abgeschlossen. Eine Besonderheit: Die Radwegbrücken sind beheizbar und werden in der kalten Jahreszeit auf rund zwei bis drei Grad Celsius erwärmt. Wie den bereits erwähnten Franklin-Steg hat Schmees & Lühn auch diese Brücke im Emsland vorproduziert, bevor sie dann nach Tübingen transportiert und fertiggestellt wurde. Beispielsweise wiegt das letzte, im August 2024 eingesetzte Brückenteil mit seinen rund 22 Metern Länge etwa 33 Tonnen.

Brücken aus dem Hause Schmees & Lühn überspannen nicht nur Flüsse und Straßen und verbinden Stadtteile – sie eröffnen auch völlig neue Perspektiven. So beispielsweise in Wyk auf Föhr: Nach rund 20 Monaten Bauzeit wurde die neue Mittelbrücke im August 2024 feierlich eröffnet. Zwei Treppen ermöglichen einen direkten Zugang zur Nordsee, und ein Hublift gewährleistet auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang. Energieeffiziente LED-Beleuchtung taucht den einzigartigen Steg abends in stimmungsvolles Licht.

„Mit Projekten wie diesen haben wir unsere vielfältige Kompetenz im Bau von verschiedensten Brücken und ähnlichen Bauwerken deutlich unter Beweis gestellt. Wir freuen uns auf schöne neue Aufgaben und danken unseren zum Teil schon sehr langjährigen Mitarbeitenden herzlich für ihren tollen Einsatz“, hob Geschäftsführer Josef Schmees Ende November auf der Feier des 125-jährigen Firmenjubiläums hervor.

Weitere Infos: https://www.schmees-luehn.de

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Kurzportrait: Schmees & Lühn GmbH & Co. KG

Ursprünglich als Handel mit Pfählen und Grubenholz für die Industrie im Jahr 1900 gegründet, hat sich die heutige Schmees & Lühn GmbH & Co. KG vom Holzbau über den Stahlbau zu einem Komplettdienstleister rund um die Erstellung und Sanierung von Brücken, Außen- und Steganlagen etc. entwickelt.

1988 begann die Firma mit dem Bau von Lärmschutzwänden und Holzbrücken. 1994 trat Josef Schmees im Alter von 22 Jahren die Nachfolge seines Vaters Bernhard an und wandelte das Unternehmen in einen Fachbetrieb für den Holz- und Ingenieurbau um. Drei Jahre später wurde das Sägewerk stillgelegt. Josef Schmees richtete den Fokus nun unmittelbar auf den Holzbrückenbau und die Konstruktion von Gebäuden in Holzrahmenbauweise. Mit dem Erwerb des Stahl- und Metallbauunternehmens Funke-Wessels GmbH in Lathen erweiterte der Betrieb 2016 seine Kompetenz im Stahlbau.

Perfekte Ausführung und absolute Termintreue stehen für das Traditionsunternehmen im Mittelpunkt. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedensten Fachdisziplinen realisieren Ingenieurbauwerke in ganz Europa. In vierter Generation wird der Betrieb heute von Josef Schmees geführt.

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Längste integrale Holzbrücke der Welt in Mannheim eingehoben

Nachhaltige Bindung aus Holz und Carbon: Zukunftsweisende Baustoffe für den Franklin-Steg –
Holz- und Stahlbau für die Fußgänger- und Radfahrerbrücke bei Schmees & Lühn aus einer Hand

BildEine stabile, langlebige und nachhaltige Bindung gehen Holz und Carbonbeton beim sogenannten Franklin-Steg in Mannheim ein. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke wurde Ende August eingehoben, und voraussichtlich im November 2025 wird die neue Verkehrsverbindung zwischen dem Stadtteil Vogelstang und dem neuen Franklin-Quartier freigegeben.

Mannheim / Niederlangen. „Das Einheben des sogenannten Franklin-Stegs in einem Stück bildete Ende August einen spektakulären Meilenstein. Der Holzüberbau misst insgesamt 44,70 Meter, und damit ist dies die längste integrale Holzbrücke ihrer Art auf der Welt“, betont Josef Schmees, Geschäftsführer und Gesellschafter des Brückenbauspezialisten Schmees & Lühn.

Die Bezeichnung „integrale Brücke“ bezieht sich auf die Ausführung ohne Lager und Dehnfugen. Vorgefertigt wurden alle Komponenten über einen Zeitraum von rund sieben Monaten in den Hallen von Schmees & Lühn im emsländischen Niederlangen. Im August 2025 wurden sie mit insgesamt zehn Teillieferungen zur Baustelle nach Mannheim transportiert und innerhalb von drei Wochen montiert.

Die zurzeit in der Fertigstellung befindliche Fußgänger- und Radfahrerbrücke überspannt die Bundesstraße 38, um die Verkehrsverbindung zwischen dem Stadtteil Vogelstang und dem Franklin-Quartier erheblich zu verkürzen. Auftraggeber ist die Mannheimer Wohn- und Stadtentwicklung Projektentwicklungsgesellschaft (MWSP), die in der Universitätsstadt insbesondere für die Entwicklung von Konversionsflächen zuständig ist.

Farsad Tawakol, zuständiger Projektleiter bei der MWSP und Vertreter des Bauherren, betrachtet diesen Brückenschlag als eine wichtige Weichenstellung für die Stadtentwicklung: „Der Radweg verkürzt sich von 3,5 auf dann 1,7 km. Beide Stadtteile, Vogelstang und das Franklin-Quartier, werden erheblich profitieren, beispielsweise aufgrund der wechselseitigen Nutzung der Infrastruktur wie Schulen und Einkaufsmöglichkeiten etc.“

Das Franklin-Quartier, ehemals von der US Army genutzt, wird derzeit revitalisiert. Auf diesem Areal siedeln die Stadtentwickler Gewerbeflächen mit 2.000 Arbeitsplätzen und Wohnungen für rund 10.500 Menschen an – in direkter Nachbarschaft zu Wald- und anderen Grünflächen sowie dem Columbus-Park.

Kombination aus nachwachsenden Rohstoffen und Hightech-Beton

Die Kosten von rund neun Millionen Euro für das imposante Bauwerk hat der Bund komplett übernommen. Eine wesentliche Bedingung hierfür bestand in der Nachhaltigkeit. Zum einen soll umweltfreundliche Mobilität gefördert werden. Zum anderen manifestiert sich die Nachhaltigkeit insbesondere in einem geringeren CO?-Fußabdruck in Relation zum Bau einer vergleichbaren, konventionellen Brücke.

Die blockverleimten Träger der insgesamt rund 150 Tonnen schweren, fugenlosen Brücke wurden hauptsächlich aus Holz gefertigt: Allein 140 m³ Fichten-Brettschichtholz hat Schmees & Lühn in den eigenen emsländischen Werkhallen für einen Großteil der Brücke – den sogenannten Hauptspann – verarbeitet. Weitere rund 60 m³ Brettschichtholz bilden die Basis der Rampe, die auf der Vogelstang-Seite einen spiralförmigen Verlauf nimmt. Rippenplatten aus Stahl mit einem Belag aus Gussasphalt gewährleisten auf dieser Helix die sichere Begeh- und Befahrbarkeit.

Die zweite Bedingung für die staatliche Förderung betraf den innovativen Charakter, der mit der außergewöhnlichen Konstruktion für die längste integrale Holzbrücke durch den Einsatz von Carbonbeton gegeben ist. „Das hier entstandene Bauwerk ist zurzeit ein absolutes Unikat“, so Farsad Tawakol weiter.

Filigrane Carbonbetonplatten ergänzen als Gehbelag die Holzkonstruktion laut Schmees & Lühn ideal. Überdies wurde eine Bewehrung aus Kohlenstofffasern verwendet. Dieses neuartige Baumaterial ersetzt die sonst üblichen Stahlmatten. Dabei minimiert es den Einsatz von Zement, Wasser und Sand für den Beton. Dies wirkt sich positiv auf den Klimaschutz aus, insbesondere weil weniger CO? als Nebenprodukt der energieintensiven Zementherstellung entsteht.

„Nachhaltig“ bedeutet in diesem Fall auch: langlebig. Josef Schmees sagt; „Unter Beachtung aller üblichen Regeln des Holzschutzes können wir ohne Weiteres von einer Lebensdauer von 100 und mehr Jahren ausgehen. Damit steht diese Variante den herkömmlichen Brücken aus Stahl und Beton in nichts nach.“

„Die andere Seite der Medaille beim Einsatz innovativer Baustoffe besteht häufig in der noch fehlenden baufachlichen Zulassung. Dies dauert oftmals Monate, wenn nicht sogar Jahre“, weiß Farsad Tawakol. „Aber innerhalb kürzester Zeit hat die Stadt Mannheim die ,baufachliche Zustimmung im Einzelfall‘ erteilt. Somit war die Einhaltung des ohnehin ambitionierten Zeitplans gesichert.“ Innerhalb von nur 3,5 Jahren wurde das gesamte Bauvorhaben ab der Leistungsphase II inklusive Planung und Fertigstellung abgeschlossen.

Wichtiger Zwischenschritt vor dem Zeitplan erreicht

Hierzu gehörte auch der wesentliche Meilenstein des Projekts, das Einheben der Brücke. Zwei Krane hoben die Fußgänger- und Radfahrerbrücke als Ganzes am letzten Augustwochenende 2025 ein. Das reine Einhubgewicht – ohne Carbonbetonplatten – betrug 104 Tonnen. Die Sperrung der Bundesstraße begann am Samstagabend um 22 Uhr und sollte ursprünglich bis Montagmorgen um 4 Uhr dauern. Weil die Arbeiten jedoch schneller als geplant verliefen, konnte die Bundesstraße rund acht Stunden früher wieder freigegeben werden.

„In diesem gesamten Prozess hat sich die detaillierte und vorausschauende Planung bezahlt gemacht, die wir mit unserem Auftraggeber, der MWSP, minutiös abgestimmt haben“, sagt Josef Schmees.

Dies bestätigt auch MWSP-Projektleiter Tawakol: „Wir sind der Firma Schmees & Lühn sehr dankbar, dass sie uns bei diesem Projekt mehr als nur begleitet hat. Wir kennen kein anderes Unternehmen, das die Gewerke Holz-, Stahl- und Massivbau so aus einer Hand hätte erbringen können. Und das Einheben der Brücke innerhalb kürzester Zeit hat nochmals bestätigt, dass wir mit Schmees & Lühn einen äußerst kompetenten Partner an unserer Seite haben.“

Bis November 2025 soll die Fertigstellung dieser außergewöhnlichen Brücke abgeschlossen sein. Der Verkehr auf der Bundesstraße 38 unterhalb des Franklin-Stegs kann in dieser Zeit weiter ungehindert fließen.

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Fußgängerbrücke oder schwebender Park? Passerelle in Zwolle eingeweiht

Verbindung zwischen Stadtzentrum und Bahnhofsviertel mit 130 Meter langer Holzbrücke nachhaltig gestaltet

BildNiederlangen (Emsland) / Zwolle (Niederlande). Das Wochenende um den 6. September 2025 stand in der niederländischen Stadt Zwolle ganz im Zeichen der Einweihung der Passerelle – einer 130 Meter langen Holzbrücke, die das Stadtzentrum mit dem Bahnhofsviertel verbindet und so für die Bürgerinnen und Bürger einen ganz neuen Lebensraum geschaffen hat.

Ein tanzender Roboter, der das Publikum über die Brücke führte, und eine historische silberne Kelle verdeutlichten bei der Eröffnungsfeier die Verschmelzung von Vergangenheit und Zukunft: Hierzu schlüpfte ein Schauspieler in die Rolle des damaligen Innenministers Johan Rudolf Thorbecke, der mit ebendieser silbernen Kelle 1862 den Grundstein für die Eisenbahnbrücke über die Ijssel bei Zwolle legte.

Die Stadträtin Gerdien Rots führte bei der Einweihung aus: „Die Passerelle zeigt, was wir als Zwolle gemeinsam mit unseren Partnern erreichen können. Sie ist nicht nur eine wunderschöne Brücke, sondern auch ein Symbol dafür, wie wir gemeinsam nachhaltig an der Zukunft unserer Stadt bauen.“
Vielfältige Bepflanzung und Verweilplätze laden ein

Mit ihren außerordentlichen Dimensionen ist die Holzbrücke eine der größten ihrer Art in Europa. An seiner höchsten Stelle ragt das imposante Bauwerk über sieben Meter hoch auf und ist bis zu zehn Meter breit. „Dank der vielfältigen Bepflanzung und der verschiedensten Verweilplätze wirkt die Fußgängerbrücke fast wie ein schwebender Park. Es ist beeindruckend, welchen Einfluss eine solche Holzbrücke auf den Charakter des gesamten Umfelds hat. So ist die Passerelle nicht nur ein funktionales Element des städtischen Verkehrs für Fußgänger und Radfahrer, sondern zugleich ein Monument der Nachhaltigkeit und eine Einladung an alle, die sich in der Nähe aufhalten“, sagt Tobias Tebbel, Geschäftsführer bei Schmees & Lühn und Projektleiter der Passerelle Zwolle.

Die Brückenspezialisten aus dem emsländischen Niederlangen haben ihren Beitrag zu diesem Projekt bereits im Februar 2025 abgeschlossen. Schmees & Lühn fertigte für die Passerelle in der eigenen Werkhalle in Niederlangen insgesamt 16 riesige Träger vor, überführte sie mit Schwerlasttransporten nach Zwolle und montierte sie dort im Frühjahr 2024. Innerhalb von 100 Stunden musste das Tragwerk oberhalb der Bahntrasse montiert werden. Weitere Tätigkeiten schlossen sich an. Schmees & Lühn war beispielsweise an der Herstellung der drei Aufzugsschächte und der drei Stahltreppen beteiligt.

Hohe Ambitionen beim Klima- und Umweltschutz

In Bezug auf den Klima- und Umweltschutz waren die Holzbrücke und die dazugehörigen Elemente von Anfang an sehr ambitioniert geplant: Zwolle will den „grünsten“ Bahnhof der Niederlande betreiben und damit seine Bedeutung als Hauptstadt der niederländischen Provinz Overijssel sowie die Strahlkraft in Sachen Zukunftsfähigkeit untermauern. Die Fußgängerbrücke spielt in diesem Szenario eine wichtige Rolle.

Ausschließlich aus Europa stammende Nadelhölzer wurden für das Tagwerk eingesetzt. Nicht zuletzt deshalb geht die Stadt Zwolle von einer sehr positiven Ökobilanz aus. So sind die CO?-Emissionen letztlich um 74 Prozent geringer als beim Bau vergleichbarer Fußgängerbrücken.

Die drei Büros ipv Delft, Karres en Brands und das Ingenieurbüro Miebach (D) erarbeiteten hierfür gemeinsam einen ersten Entwurf. Das Konzept beruht zudem auf den Planungen der Kommune Zwolle, des Eisenbahnbetreibers ProRail und der ausführenden Dura Vermeer Groep. Willkommen waren ausdrücklich auch die Wünsche und Vorschläge der Anwohner sowie der örtlichen Wirtschaft, woraufhin beispielsweise ein barrierefreier Zugang per Aufzug eingeplant wurde. Die Brücke ist offen und übersichtlich gestaltet und abends wie auch nachts gut beleuchtet.

Durch den Brückenbau entsteht ein neues Quartier, das die Altstadt mit ihren zahlreichen Kanälen, einen parkähnlichen Bahnhofsvorplatz und ein lebendiges Viertel mit Geschäften, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie attraktivem Wohnbau zusammenführt.

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Ursprünglich als Handel mit Pfählen und Grubenholz für die Industrie im Jahr 1900 gegründet, hat sich die heutige Schmees & Lühn GmbH & Co. KG vom Holzbau über den Stahlbau zu einem Komplettdienstleister rund um die Erstellung und Sanierung von Brücken, Außen- und Steganlagen etc. entwickelt.

1988 begann die Firma mit dem Bau von Lärmschutzwänden und Holzbrücken. 1994 trat Josef Schmees im Alter von 22 Jahren die Nachfolge seines Vaters Bernd an und wandelte das Unternehmen in einen Fachbetrieb für den Holz- und Ingenieurbau um. Drei Jahre später wurde das Sägewerk stillgelegt. Josef Schmees richtete den Fokus nun unmittelbar auf den Holzbrückenbau und die Konstruktion von Gebäuden in Holzrahmenbauweise. Mit dem Erwerb des Stahl- und Metallbauunternehmens Funke-Wessels GmbH in Lathen erweiterte der Betrieb 2016 seine Kompetenz im Stahlbau.

Perfekte Ausführung und absolute Termintreue stehen für das Traditionsunternehmen im Mittelpunkt. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedensten Fachdisziplinen realisieren Ingenieurbauwerke in ganz Europa. In vierter Generation wird der Betrieb heute von Josef Schmees geführt.

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Schmees & Lühn baut eine der größten Holzbrücken Europas für die Hansestadt Zwolle

Nachhaltigkeit bei 130 Meter langer Fußgängerbrücke im Vordergrund: Europäische Nadelhölzer und ein einladender Grünstreifen erhöhen die Aufenthaltsqualität im neuen Quartier.

BildNiederlangen (Emsland). Die Dimensionen der neuen Fußgängerbrücke in Zwolle lassen sich am besten mit einem Superlativ umschreiben: Zurzeit entsteht in der historischen Hansestadt über dem Bahnhof mit einer Länge von 130 Metern, einer Breite von 10 Metern und einer Höhe von bis zu 7,5 Metern eine der größten Holzbrücken Europas. Mit der Herstellung und Montage dieses außergewöhnlichen Bauwerks wurde der Spezialist Schmees & Lühn aus dem Emsland beauftragt. Die Montage muss innerhalb 100 Stunden Anfang Mai 2024 erfolgen.

Durch den Brückenbau entsteht ein neues Quartier, das die Altstadt mit ihren zahlreichen Kanälen, einen parkähnlichen Bahnhofsvorplatz und ein lebendiges Viertel mit Geschäften, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie attraktivem Wohnbau zusammenführt.

Nachhaltige Entwicklungen im Fokus – gesellschaftlich und ökologisch

Die sogenannte „Passerelle“ wird dabei nicht nur eine neue Verbindung für Fußgänger – sowie Radfahrer, die ihre „Fietsen“ hier ausnahmsweise schieben müssen – zwischen dem Stadtzentrum und der Südseite des Bahnhofs schaffen. Sie soll auch ein besonderes Statement der Nachhaltigkeit setzen. Geplant ist, in Zwolle, der Hauptstadt der niederländischen Provinz Overijssel, den „grünsten“ Bahnhof der Niederlande zu betreiben. Und hierbei nimmt die Fußgängerbrücke eine zentrale Rolle ein.

Der neue Gehweg wird wie eine angehobene Straße mit viel Grün in Form von Bäumen und Sträuchern erscheinen. Die Bepflanzung der Fußgängerbrücke soll die Artenvielfalt fördern und zum Innehalten einladen. Bänke und ein besonderes Wasserkunstwerk am höchsten Punkt der Brücke werden ebenfalls dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen.
Ausschließlich aus Europa stammende Nadelhölzer sind für den Bau vorgesehen. Nicht zuletzt deshalb rechnet die Stadt Zwolle mit einer sehr positiven Ökobilanz: So sind die CO?-Emissionen letztlich um 74 Prozent geringer als beim Bau vergleichbarer Fußgängerbrücken.

Auch Vorschläge von Anwohnern und Unternehmen berücksichtigt

Außergewöhnlich ist neben den XXL-Dimensionen der Fußgängerbrücke auch der große Kreis an Beteiligten während der gesamten Planung: Die drei Büros ipv Delft, Karres en Brands und das Ingenieurbüro Miebach (D) erarbeiteten gemeinsam einen ersten Entwurf. Das Konzept beruht zudem auf den Planungen der Kommune Zwolle, des Eisenbahnbetreibers ProRail und der ausführenden Dura Vermeer Groep. Willkommen waren ausdrücklich auch die Wünsche und Vorschläge der Anwohner sowie der örtlichen Wirtschaft, woraufhin beispielsweise ein barrierefreier Zugang per Aufzug eingeplant wurde. Die Brücke wird offen und übersichtlich gestaltet und abends wie auch nachts gut beleuchtet sein.

Von Niederlangen aus in die Niederlande

„Die wesentlichen Träger dieser Fußgängerbrücke bestehen aus Holz, und dies wird das Bild nachhaltig prägen. Hinzu kommen einige Stahlkomponenten für die Treppen und die Stützkonstruktion. Alle Teile werden bei uns in der erst kürzlich neu errichteten Halle in Niederlangen vorgefertigt. Dank der erweiterten Kran-Kapazitäten können wir problemlos selbst riesige Brückenabschnitte herstellen. Diese werden dann am künftigen Einsatzort der Brücke – in diesem Fall in Zwolle und in enger Abstimmung mit unserem Projektpartner Dura Vermeer – innerhalb kürzester Zeit montiert“, erklärt Tobias Tebbel, Projektleiter von Schmees & Lühn.

Die Überführung der Elemente – insbesondere der 16 Träger – wird im April 2024 auf 16 Tieflader-Transporte vom emsländischen Niederlangen aus in die Niederlande aufgeteilt. Je nach Landungsgröße sind die Lkw hierbei jeweils zwischen drei und acht Stunden unterwegs. Die Montage muss innerhalb 100 Stunden erfolgen, da dafür die Gleise des zentralen Knotenpunkts gesperrt werden.

„Wir freuen uns sehr, Teil dieses außergewöhnlichen Projekts zu sein. Dieses Vorhaben hat sicher eine Vorbildfunktion für viele Kommunen, die das Leben in der Innenstadt entschleunigen und ihren Bürgern eine optimale Aufenthaltsqualität bieten wollen – ein schönes Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung“, meint Tobias Tebbel.

Weitere Infos: www.schmees-luehn.de

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Kurzportrait: Schmees & Lühn GmbH & Co. KG

Ursprünglich als Handel mit Pfählen und Grubenholz für die Industrie im Jahr 1900 gegründet, hat sich die heutige Schmees & Lühn GmbH & Co. KG vom Holzbau über den Stahlbau zu einem Komplettdienstleister rund um die Erstellung und Sanierung von Brücken, Außen- und Steganlagen etc. entwickelt.

1988 begann die Firma mit dem Bau von Lärmschutzwänden und Holzbrücken. 1994 trat Josef Schmees im Alter von 22 Jahren die Nachfolge seines Vaters Bernd an und wandelte das Unternehmen in einen Fachbetrieb für den Holz- und Ingenieurbau um. Drei Jahre später wurde das Sägewerk stillgelegt. Josef Schmees richtete den Fokus nun unmittelbar auf den Holzbrückenbau und die Konstruktion von Gebäuden in Holzrahmenbauweise. Mit dem Erwerb des Stahl- und Metallbauunternehmens Funke-Wessels GmbH in Lathen erweiterte der Betrieb 2016 seine Kompetenz im Stahlbau.

Perfekte Ausführung und absolute Termintreue stehen für das Traditionsunternehmen im Mittelpunkt. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedensten Fachdisziplinen realisieren Ingenieurbauwerke in ganz Europa. In vierter Generation wird der Betrieb heute von Josef Schmees geführt.

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