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Bildungspolitik im Spannungsfeld: Was Clemens‘ Reformen für Kinder mit Lernschwächen bedeuten

Dresden, 30.06.2026 – Kultusminister Clemens Reformen: Hoffnung für Kinder mit Legasthenie & Dyskalkulie? Experte Lehmann analysiert Stärken und Schwächen.

Dresden, 30. Juni 2026 – Seit 16 Jahren beobachtet Lars Michael Lehmann, Legasthenie-Experte und Gründer der Legasthenie Coaching gUG, die strukturellen Schwächen des sächsischen Bildungssystems – insbesondere für Kinder mit Lernschwächen wie Legasthenie oder Dyskalkulie. Kultusminister Conrad Clemens (CDU), seit 2024 im Amt, steht vor der Herausforderung, ein System zu reformieren, das seit Jahren mit Lehrermangel, Digitalisierungsrückständen und wachsendem Förderbedarf kämpft. Anlässlich eines aktuellen Pressegesprächs mit dem Minister im Rahmen des Presseclub Dresden e. V. zieht Lehmann ein kritisches Fazit: Es tut sich was, aber es reicht noch lange nicht.

Unterrichtsausfall: Ein akutes Problem mit langfristigen Folgen

Ein zentrales Thema des Gesprächs war der anhaltende Unterrichtsausfall an sächsischen Schulen, insbesondere an Grund- und Oberschulen. Minister Clemens, der selbst als ehemaliger Lehrer und Schulamtsleiter über langjährige Praxis im Bildungsbereich verfügt, betonte: „60 % Unterrichtsausfall in einer Oberschule – das ist eine Katastrophe.“ Sein Ziel: Zum ersten Mal seit zehn Jahren soll die Jahresstatistik einen Rückgang des Unterrichtsausfalls verzeichnen.

Warum das wichtig ist:
Kinder mit Legasthenie oder sozial benachteiligte Schüler leiden besonders unter Unterrichtsausfall. Jede ausgefallene Stunde bedeutet für sie einen Rückschritt im Lernfortschritt. Die Ankündigung, den Ausfall zu reduzieren, ist daher ein wichtiger Schritt – doch die Umsetzung bleibt abzuwarten.

Lehrkräftemangel: Quereinsteiger als Notlösung?

Der chronische Lehrermangel bleibt eine der größten Herausforderungen. Unter Clemens‘ Führung wird versucht, den Mangel durch Quereinsteiger zu kompensieren – eine Maßnahme, die bereits unter seinen Vorgängern diskutiert, aber nie konsequent umgesetzt wurde. Aktuell gehen jährlich 1.763 Lehrkräfte in den Ruhestand, während gleichzeitig ein Rückgang der Schülerzahlen erwartet wird. Um die Lücken zu füllen, setzt das Ministerium auf Quereinsteiger – darunter auch Bewerber aus der Industrie, etwa von Volkswagen. Clemens: „Wir haben über 1.000 Bewerber, die gerne Lehrer werden wollen.“

Kritische Stimme:
Lars Michael Lehmann warnt: „Ein Crashkurs von drei Monaten reicht nicht aus, um didaktisch hochwertigen Unterricht zu gewährleisten. Die Qualität des Unterrichts könnte darunter leiden – besonders für Kinder mit speziellen Förderbedarfen.“ Langfristig brauche es bessere Ausbildungsstandards und attraktivere Rahmenbedingungen, um qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Digitalisierung und Handyverbot: Mehr Fokus, weniger Ablenkung

Sachsen hat in den letzten Jahren Milliarden in die Digitalisierung investiert. Clemens, der die Digitalisierung als eine seiner Prioritäten sieht, betont, dass unter seiner Ägide fast alle Schulen mit digitaler Infrastruktur ausgestattet wurden. Fast jede Schule verfügt mittlerweile über Internet, digitale Tafeln und Tablets. Dennoch zeigt die Praxis: Die Nutzung digitaler Medien ist von Schule zu Schule unterschiedlich.

Neue Regelung:
Ab sofort gilt an sächsischen Grundschulen ein Handyverbot für die private Nutzung – ausgeweitet bis zur 8. Klasse. Mit dieser Entscheidung positioniert sich Clemens als Befürworter einer klaren, aber pragmatischen Bildungslinie: „Ein Handyverbot bei Erstklässlern? Das ist doch verrückt, dass man darüber diskutieren muss.“ Er begründet das Verbot mit der dramatisch sinkenden Konzentrationsfähigkeit der Schüler: „Dopamin, Ablenkung – das alles beeinflusst die Lernleistung.“ Die Geräte sollen während des Schultags in einer „Box“ verbleiben, um eine ruhige Lernumgebung zu schaffen.

Chance für Kinder mit Legasthenie:
Digitale Tools wie Vorlese-Apps oder anpassbare Schriftgrößen können für betroffene Schüler entscheidend sein. Doch das Verbot allein reicht nicht: „Medienpädagogik muss ab Klasse 1 beginnen“, fordert Clemens. Schüler sollen lernen, verantwortungsvoll mit digitalen Medien umzugehen – von Datenschutz bis Cybergrooming.

Dyskalkulie endlich anerkannt: Ein überfälliger Schritt

Sachsen war bisher das einzige Bundesland, das Dyskalkulie nicht offiziell als Lernschwäche anerkannte. Hier zeigt Clemens Handlungswillen: „Wir haben als einziges Bundesland die besondere Rechenschwäche nicht anerkannt. Das fügen wir jetzt ein.“ Dies führte zu Frustration bei Eltern, die für ihre Kinder keinen Nachteilsausgleich (z. B. bei Prüfungen) erwirken konnten.

Praktische Umsetzung:
Ab dem kommenden Schuljahr soll Dyskalkulie im schulrechtlichen Nachteilsausgleich berücksichtigt werden. Doch Lehmann warnt: „Ein rechtlicher Rahmen allein reicht nicht. Ohne ausreichend Schulpsychologen und Förderangebote bleibt die Unterstützung für betroffene Kinder eine Illusion.“

Individueller Förderbedarf: Eine gesellschaftliche Aufgabe

Der individuelle Förderbedarf bei Schülern nimmt massiv zu – nicht nur bei Lernschwächen, sondern auch bei emotionalen und sozialen Störungen, Angststörungen und Depressionen. Clemens erkennt an, dass die Schule hier an ihre Grenzen stößt: „Die Bewältigung von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Problemen ist kein rein pädagogisches Problem mehr, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe.“ Er kritisiert, dass Eltern diese Probleme oft bei der Schule „abladen“. Sein Kommentar: „Eltern laden ihre Probleme in der Schule ab.“

Forderung:
Es braucht mehr Schulpsychologen, Sozialarbeiter und Entlastung für Lehrkräfte. Die Schule kann nicht alle Probleme der Gesellschaft lösen – doch sie muss bessere Rahmenbedingungen erhalten, um Kinder mit Förderbedarf angemessen zu unterstützen.

Fazit: Reformen ja – aber reichen sie aus?

Kultusminister Clemens agiert als pragmatischer Reformer, der die drängendsten Probleme des sächsischen Bildungssystems angeht – jedoch ohne revolutionäre Ansätze. Er hat wichtige Weichen gestellt:

* Reduzierung des Unterrichtsausfalls
* Anerkennung der Dyskalkulie
* Ausbau der Digitalisierung und Medienpädagogik
* Fokus auf individuelle Förderung

Doch aus Sicht von Lars Michael Lehmann fehlt es an konkreten Maßnahmen für Kinder mit Legasthenie und anderen Lernschwächen. „Clemens wirkt eher als Verwaltungspolitiker denn als pädagogischer Visionär. Sein größter Erfolg könnte sein, dass er die Not der Lehrkräfte erkannt hat – doch ob er die richtigen Lösungen findet, bleibt abzuwarten.“ „Ohne spezifische Förderung bleiben die Reformen unvollständig. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Ankündigungen auch umgesetzt werden.“

_Den Bericht zu PM lesen hier weiter. _

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Legasthenie Coaching – Institut für Bildung und Forschung gUG (haftungsbeschränkt)
Lars M. Lehmann
Bamberger Str. 7
01187 Dresden
Deutschland

fon ..: 0351-89991590
web ..: https://www.legasthenie-coaching.de
email : info@legasthenie-coaching.de

Legasthenie Coaching in Dresden bieten professionelle Unterstützung bei Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und Legasthenie. Unser erfahrenes Team entwickelt individuelle Lernstrategien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Unsere Dienstleistungen umfassen: o Individuelle Beratung o Fachkundige Diagnostik o Maßgeschneiderte Lerntherapien o Innovative Forschung im Bereich LRS unser Ansatz kombiniert Praxis und Forschung. Wir setzen auf personalisierte Lernstrategien, die auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen abgestimmt sind. Unser Team, darunter der erfahrene Legasthenie-Experte Lars Michael Lehmann, nutzt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse & persönliche Erfahrungen. Ziel ist es, die Kompensation der Lernschwierigkeiten.

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Langjähriger ISC3 Director Prof. Kümmerer erhält Ehrendoktorwürde der Universität Helsinki

Hohe Auszeichnung für einen der wichtigsten Köpfe im Bereich Nachhaltige Chemie

BildErneute Auszeichnung für Prof. Klaus Kümmerer: Die Universität Helsinki hat dem langjährigen Director des International Sustainable Chemistry Collaborative Centre (ISC3) und renommierten Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg seine zweite Ehrendoktorwürde in einem Jahr verliehen. Mit der Ehrung im Rahmen der 101. Verleihungszeremonie der Philosophischen Fakultät würdigt die weltweit angesehene Universität seine bahnbrechenden Arbeiten im Bereich der Nachhaltigen Chemie sowie der grünen und nachhaltigen Pharmazie, bei der Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und Arzneimittel. Im März ist Prof. Kümmerer bereits die Ehrendoktorwürde der Universität Ghent (Belgien) verliehen worden. Mit der Auszeichnung der finnischen Universität für besondere Verdienste um Wissenschaft und Gesellschaft steht er nun unter anderem in einer Reihe mit der ehemaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der diese Ehre im Jahr 2017 zuteil geworden ist.

„Die Ehrendoktorwürde der Universität Helsinki ist eine ganz besondere Auszeichnung, die nur wenige Wissenschaftler weltweit erhalten. Umso mehr freue ich mich, dass Prof. Klaus Kümmerer nun einer von ihnen ist. Er hat sich diese große Wertschätzung durch sein unnachgiebiges Engagement für eines der wichtigsten Zukunftsthemen sowie die Förderung junger Menschen und innovativer Ideen verdient“, so ISC3 Managing Director Dr. Thomas Wanner. „Im Namen des gesamten ISC3-Teams gratuliere ich ihm von Herzen. Wir sind stolz und dankbar, einen der weltweit wichtigsten Köpfe auf dem Gebiet der Nachhaltigen Chemie in unseren Reihen zu wissen.“

Seine jahrzehntelangen Bemühungen hätten einen Grundstein für die Integration der ökologischen Nachhaltigkeit in die Arzneimittelentwicklung gelegt, heißt es in der offiziellen Erklärung in Helsinki. Schon lange bevor Nachhaltige Chemie die heutige öffentliche Wahrnehmung und Bedeutung gewonnen hat, setzte sich Professor Kümmerer mit seinem Konzept „Benign by Design“ für die Entwicklung von Produkten ein, die wirksam und gleichzeitg in der Umwelt leicht abbaubar sind.

„Diese Auszeichnung ist eine große Ehre! Ich freue mich aber insbesondere, weil dadurch die Nachhaltige Chemie und jetzt auch die grüne und nachhaltige Pharmazie als eine sehr umfassende Herangehensweise noch mehr Aufmerksamkeit in Ausbildung, Industrie, Politik, Behörden und Öffentlichkeit erhält“, so Prof. Kümmerer. „Nachhaltige Chemie und Pharmazie sind unverzichtbar, um Prozesse und Produkte zu entwickeln, die wir für eine zukunftsfähige Welt und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft brauchen.“

Für den von ihm entwickelten Benign-by-Design-Ansatz, die Nachwuchsförderung auf dem Gebiet der Nachhaltigen Chemie, seine jahrzehntelangen Forschungsleistungen sowie sein Engagement zur Stärkung der öffentlichen Aufmerksamkeit für eine nachhaltige Zukunft, für die er sich seit Jahren in vielen nationalen und internationalen Gremien engagiert, ist ihm 2024 bereits das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen worden.

Auch in der Wissenschaft wurde Prof. Kümmerer vielfach in seiner Karriere ausgezeichnet, u.a. 2023 mit dem Wöhler-Preis für Nachhaltige Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Als Director des Research & Education Hub des Kompetenzzentrums für Nachhaltige Chemie (ISC3) förderte er von 2017-2024 zukunftsfähige Ansätze in Forschung und akademischer Bildung in der Nachhaltigen Chemie. In enger Kooperation des ISC3 und der Leuphana Professional School hat er die weltweit einzigartigen berufsbegleitenden Online-Studiengänge Sustainable Chemistry (Master of Science) und Sustainable Chemistry Management (Master of Business Administration) entwickelt. Prof. Kümmerer zählt zu den am häufigsten zitierten deutschen Umweltwissenschaftlern. Im internationalen Stanford-Ranking (2023) liegt er auf Platz 16 der Top-Wissenschaftler*innen in Environmental Science weltweit.

Auch die Fakultät für Pharmazie der Universität Helsinki hat von der Zusammenarbeit mit Professor Kümmerer erheblich profitiert. Seit 2016 hat er zahlreiche Forschungsprojekte und akademische Initiativen angeregt und dazu beigetragen, das entstehende Feld der Nachhaltigen Chemie und Pharmazie zu gestalten. Ein Verdienst seiner visionären Forschung ist unter anderem die Einrichtung der weltweit ersten Professuren für nachhaltige Pharmazie an der Fakultät.

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Über das ISC3
Das Internationale Kompetenzzentrum für Nachhaltige Chemie fördert Nachhaltige Chemie für eine nachhaltige Welt. Das ISC3 unterstützt durch nachhaltige innovative Ansätze aus der Nachhaltigen Chemie die chemische Industrie und chemienahe Sektoren in ihrem Transformationsprozess. Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft, die die vielfältigen Aspekte der Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus von Produkten, und ein Umdenken im Verhalten aller Beteiligten umsetzt. Um den Dialog zwischen verschiedenen Sektoren und Akteur*Innen weltweit, einschließlich Europa und anderen Regionen sowie Schwellen- und Entwicklungsländern voranzubringen, verfolgt das ISC3 einen Multi-Stakeholder-Ansatz mit der Vernetzung von politischen Entscheidungsträgern, öffentlichen und privaten Sektoren, Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft. Es leistet einen Beitrag zur internationalen Chemikalienpolitik, entwickelt berufliche und akademische Weiterbildungsangebote, berät Unternehmen und fördert Start-ups sowie die Forschung. Das 2017 vom Umweltbundesamt und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gegründete Zentrum wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) getragen und von der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA e.V.) als ISC3 Innovation Hub unterstützt. www.isc3.org

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