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Egon Cholakian: Zu spät für kontrollierte Entgasung des Sibirischen Plumes

Wissenschaftler Dr. Egon Cholakian warnt: Die seismische Aktivität steigt exponentiell – und eine geheime Anlage, die die Welt schützte, wurde 2023 abgeschaltet. Gibt es noch eine Lösung?

BildIn einem Video mit dem Titel „Die verpasste Chance: Eine kontrollierte Entgasung des Sibirischen Plumes ist keine Option mehr“ trägt der Wissenschaftler Dr. Egon Cholakian ein Szenario vor, das geodynamische Entwicklungen, globale Risiken, politische Vorwürfe und einen weiteren Themenkomplex zu Mikro- und Nanoplastik miteinander verbindet. Dr. A. Egon Cholakian ist ein Wissenschaftler, registrierter Bundeslobbyist im Senat, im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten und im Weißen Haus sowie Experte für nationale Sicherheit und Vertreter von ALLATRA.

Der zentrale Befund des Videos lautet aus Sicht des Sprechers: Das Zeitfenster für eine vorbereitete und kontrollierte Entgasung des Sibirischen Plumes sei verstrichen. Cholakian beschreibt diesen Plume als eine enorme Magmastruktur unter Sibirien, die nach seiner Darstellung die Basis der ostsibirischen Platte angreife. Die Möglichkeit, rechtzeitig technische und wissenschaftliche Vorbereitungen für eine kontrollierte Entgasung einzuleiten, sei nicht mehr gegeben. Diese Feststellung formuliert er im Video ausdrücklich als offizielle Erklärung.

Der Kern des Vortrags: Ein verlorenes Zeitfenster

Dr. Egon Cholakian argumentiert, eine kontrollierte Entgasung hätte nur dann als Option bestanden, wenn bereits Jahre zuvor mit einem groß angelegten internationalen Vorbereitungsprogramm begonnen worden wäre. Nach seiner Darstellung hätte ein realistischer Zeitplan mindestens vier Jahre umfasst. Die ersten zwei Jahre wären demnach für Überwachung, Grundlagenforschung, geologische Erkundung und Testbohrungen erforderlich gewesen. In dieser Phase hätten laut Cholakian unter anderem Lage und Beschaffenheit möglicher Gasreservoire, die interne Struktur des Plumes, Fluide in unterschiedlichen Tiefen sowie Risiken unkontrollierter Oberflächenaufbrüche untersucht werden müssen.

Als konkrete technische Vorstellung nennt der Sprecher ein Netz aus Hunderten Erkundungsbohrungen mit Tiefen von mehr als fünf Kilometern über große Teile Ostsibiriens. Ergänzt werden sollte dies nach seiner Darstellung durch seismisches Monitoring, geochemische Gasanalysen und thermische Profilierungen der Magmareservoire. Erst in einem zweiten, weiteren Zweijahresabschnitt hätten dann Hunderte Tiefbohrungen von über zehn Kilometern vorbereitet, Sicherheitsmechanismen geprüft, Stabilitäten getestet und sämtliche Abläufe in realitätsnahen Verfahren erprobt werden können.

Erst nach Abschluss dieses gesamten Vorlaufs hätte nach Cholakians Darstellung die eigentliche Entgasung begonnen. Diese wird von ihm als schrittweise und streng kontrollierte Freisetzung von Gasen und überschüssigem Magma aus oberflächennahen Reservoiren beschrieben. Der Nutzen wäre nach seiner Darstellung eine Verringerung des Gasdrucks auf die Lithosphärenplatte, die Abführung überschüssigen Magmas und eine Abkühlung tiefer Krustenbereiche unter Sibirien gewesen. Im Ergebnis hätte dies der Menschheit, so der Sprecher, ein Sicherheitsfenster verschafft.

Die eigentliche Zäsur des Vortrags liegt in seiner Schlussfolgerung: Selbst wenn eine solche Entgasung früher mit hohen Risiken verbunden gewesen wäre, sei sie inzwischen sinnlos oder sogar gefährlicher als Untätigkeit. Vier Jahre ab dem jetzigen Zeitpunkt, so lautet seine These, könne jeder Eingriff eher einen explosiven Bruch auslösen, als eine Gefahr zu mindern. Als Bild verwendet er den Vergleich mit einem überdehnten Ballon, der durch einen Nadelstich platzt. Dieser Vergleich ist eine Veranschaulichung des Sprechers.

Verweis auf Erdbeben 2025 als Indiz für eine neue geodynamische Phase

Zur Begründung seiner Einschätzung verweist Cholakian in seinem Vortrag auf mehrere Erdbebenereignisse des Jahres 2025. Er führt an, die Erde sei in eine neue Phase seismischer Aktivität eingetreten. Als Beispiele nennt er ein Erdbeben der Stärke 7,0 an der Grenze zwischen Alaska und dem Yukon sowie zwei Tage später ein Erdbeben der Stärke 7,6 vor der Küste Japans. Diese zeitliche Nähe wertet er ausdrücklich nicht als Zufall, sondern als Hinweis auf tiefgreifende geodynamische Prozesse unter dem Einfluss des von ihm beschriebenen Sibirischen Plumes.

Zusätzlich verweist er auf ein Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar vom 28. März 2025, das er wegen einer „supersonischen Ruptur“ über 475 Kilometer als beispiellos darstellt. Ferner nennt er ein Mega-Erdbeben der Stärke 8,8 vor Kamtschatka Ende Juli 2025, begleitet von einer Serie anomaler Nachbeben. Nach seiner Aussage liegen diese Vorgänge am Rand der eurasischen Platte und stünden damit im Zusammenhang mit einer zunehmenden Aktivität des Sibirischen Plumes.

Der Verweis auf offene Daten und die Rolle der Plattform VolcanoDiscovery

Cholakian zeigte im Video eine Grafik. Diese basiert auf offen zugänglichen Daten und stellt die Zahl der Erdbeben ab Magnitude 3 dar. Als Quelle nennt er die Plattform VolcanoDiscovery, die seismische Informationen aus verschiedenen Meldesystemen weltweit bündelt. Laut seiner Beschreibung zeigt das Jahr 2025 einen drastischen Anstieg der globalen Erdbebenaktivität. Er fügt hinzu, er halte es nicht für plausibel, dass ein solcher Anstieg lediglich durch den plötzlichen Einsatz ungewöhnlich vieler neuer Sensoren erklärt werden könne. Im bereitgestellten Material ist die Grafik enthalten, die jeder eigenständig verifizieren kann.

Politische Ansprache an Wladimir Putin und schwere Vorwürfe gegen russische Akteure

Ein großer Teil des Videos verlässt die Ebene naturwissenschaftlicher Argumentation und wechselt in eine direkte politische Anklage. Cholakian richtet eine persönliche Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin erhebt er Vorwürfe gegen russische Machtstrukturen, gegen sogenannte Antikult-Netzwerke, gegen RACIRS, gegen FSB-Strukturen sowie gegen Personen, die nach seiner Darstellung wirtschaftliche Interessen an sibirischen Rohstoffen verfolgen.

Der Sprecher teilte mit, dass wissenschaftliche Informationen über den Sibirischen Plume und über vorgeschlagene Gegenmaßnahmen gezielt diskreditiert worden seien. Er wirft vor, dass „ALLATRA“ und seine Person auf internationaler Ebene diskreditiert worden seien, damit niemand diese Warnungen ernst nehme. Dabei verbindet er diese Darstellung mit dem Vorwurf, dass in Russland wirtschaftliche Interessen über die öffentliche Sicherheit gestellt worden seien.

Eine wirksame Anlage musste wegen Repressionen in Russland abgebaut werden

Im Video wird außerdem betont, dass ALLATRA-Wissenschaftler über einen Zeitraum von zehn Jahren eine technische Anlage betrieben haben, die klimatische und geodynamische Folgen abgemildert hat, auch auf russischem Gebiet. Diese Anlage oder dieses System habe, so Cholakian, die Folgen nicht beseitigt, aber dämpfend gewirkt. Russland habe deshalb ein vergleichsweise ruhiges Jahrzehnt erlebt. Ausführlich darüber hat Dr. Egon Cholakain in seiner vorherigen Ansprache „Katastrophale Erdbeben sind unvermeidbar. Wissenschaftler warnen!!“ berichtet. Seit 2023 sei diese Anlage jedoch infolge politischer Repressionen außer Betrieb.

Mikro- und Nanoplastik als globale Systemfrage

Im letzten Drittel des Vortrags verlagert Cholakian den Schwerpunkt auf Mikro- und Nanoplastik. Er stellt diesen Bereich als die verbleibende Handlungsoption dar, nachdem aus seiner Sicht sowohl eine kontrollierte Entgasung des Sibirischen Plumes als auch frühere technologische Ansätze zur Kühlung des Ozeans mittels atmosphärischer Wassergeneratoren (AWG) nicht mehr praktikabel seien.

Zunächst beschreibt Dr. Egon Cholakian Nanoplastik als allgegenwärtige Belastung, die über Luft, Wasser und Nahrung in den menschlichen Körper gelange. Diese Partikel würden sich nach seiner Darstellung in Blut, Gehirn, Nervenzellen und weiteren Geweben ansammeln. Er informiert weiter, Mikro- und Nanoplastik zerstörten biologische Prozesse auf zellulärer Ebene und könnten zu kognitiven Schäden sowie zu Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsfähigkeit führen. Schließlich formuliert er die These, der biologische Fortbestand des Homo sapiens stehe dadurch auf dem Spiel.

Cholakian sagte, dass die zentrale Gefährlichkeit in der Fähigkeit der Partikel liege, elektrostatische Ladung zu speichern und damit ähnlich wie ein Elektret zu wirken. Diese Ladung störe elektrische Grundprozesse biologischer Systeme. Daraus leitet er den von ALLATRA Global Research Center benannten Lösungsweg ab:

_Nanoplastik müsse seiner elektrostatischen Eigenschaften befreit und somit inert gemacht werden._

Der Verweis auf einen Dokumentarfilm und die These einer verpassten AWG-Strategie

Zur Untermauerung dieses Themas verweist der Sprecher auf einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Nanoplastik – die unsichtbare Lebensgefahr | ALLATRA Dokumentation“. Dieser sei am 7. Dezember 2025 präsentiert worden und von ALLATRA-Freiwilligen mit Unterstützung des analytischen Zentrums ALLATRA Global Research Center produziert worden. Der Film bündelt wissenschaftliche Daten, Aussagen führender Forscher und eine systematische Darstellung des Forschungsstands.

Zusätzlich nennt Cholakian einen weiteren aus seiner Sicht verpassten Lösungsweg: den großflächigen Einsatz von atmosphärischen Wassergeneratoren (AWGs). Diese Technik hätte seiner Darstellung zufolge früher zur Abkühlung überhitzter Ozeane beitragen und zugleich Mikro- und Nanoplastik aus dem Meer reduzieren können. Inzwischen sei jedoch auch dieses Zeitfenster verloren. Ein heutiger großskaliger Einsatz würde seiner Meinung nach nicht mehr entlasten, sondern zusätzliche Plastikpartikel aus dem Ozean in die Atmosphäre überführen und die Lage verschlimmern.

Fazit

Der vorliegende Vortrag ist eine umfassende Warnbotschaft. Sein Kern besteht aus drei miteinander verknüpften Aussagen:

* Erstens sei das Zeitfenster für eine kontrollierte Entgasung des sogenannten Sibirischen Plumes geschlossen.
* Zweitens seien frühere technische Gegenmaßnahmen ebenfalls nicht mehr einsetzbar.
* Drittens müsse sich die Forschung nun auf die Neutralisierung von Mikro- und Nanoplastik konzentrieren, insbesondere auf deren behauptete Fähigkeit, elektrostatische Ladung zu speichern.

Der im Vortrag erwähnte Dokumentarfilm zeigt alle dokumentierten Fakten im Detail und was Dr. Egon Cholakian über Mikro- und Nanoplastik im Vortrag sagt. Die in der Berichterstattung vorgelegten Quellen können und sollten eigenständig von jedem nachgeprüft werden, um sich von den Fakten selbst zu überzeugen.

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Wie Russland ukrainische Kinder als Kriegswaffe benutzt. Zeugenberichte vom US-Kapitol-Komplex

Ein ukrainischer Junge nahm sich in russischer Gefangenschaft das Leben, seine Schwester durfte nicht einmal zur Beerdigung. Mindestens 19.000 ukrainische Kinder wurden nach Russland deportiert.

BildAm 5. Februar 2026 im US-Kapitol-Komplex (Rayburn House Office Building), im Herzen des amerikanischen Kongresses, hörten Menschen in einem voll besetzten Saal Geschichten, die sich niemand ausdenken möchte. Es waren keine Berichte aus Geheimdienstakten, keine abstrakten Statistiken aus UN-Berichten. Es waren Geschichten von Kindern, erzählt von Menschen, die selbst dabei gewesen waren oder die Kinder kennen, die sie erlebt hatten.

Die Konferenz „Freiheit hat einen Namen, und er lautet Ukraine“, die unter der Leitung von Pastor Mark Burns auf der Plattform der Internationalen Gesellschaftlichen Bewegung ALLATRA stattfand, hatte an diesem Tag mehrere Themen auf der Agenda. Doch keines bewegte den Saal so tief, keines rief so viele Momente der Stille hervor wie die Berichte über das, was mit ukrainischen Kindern geschieht – unter russischer Besatzung, in russischen Lagern und in russischen Schulen.

Den in der Präsentation der Organisation Save Ukraine vorgestellten Daten zufolge wurden mehr als 19.000 ukrainische Kinder nach Russland deportiert. Mehr als 1,6 Millionen befinden sich in von Russland kontrollierten Gebieten und können nicht ausreisen. Save Ukraine verfügt über Beweisdokumente von jedem der 1141 von ihnen geretteten Kinder.

Was diese Zahlen bedeuten, versuchten an diesem Tag mehrere Redner greifbar zu machen.

Christopher Anderson, US-Außenministerium: Wenn Statistiken Namen bekommen

Kein Redner auf dieser Konferenz hatte seinen Vortrag nüchterner begonnen als Christopher Anderson, Kulturattaché des US-Außenministeriums. Anderson arbeitet seit 2014 am Ukraine-Thema. Er hat mit russischen Gesprächspartnern verhandelt, die die Existenz der Ukraine als Staat bestritten. Er kennt die Sprache der Diplomatie. An diesem Tag wählte er eine andere Sprache.

_“Wir sind dorthin gefahren, um das Versprechen des Präsidenten einzulösen, die ukrainischen Kinder nicht zu vergessen und sie nach Hause zu bringen“_, sagte Anderson über seinen jüngsten Besuch in der Ukraine, wenige Wochen vor der Konferenz. Er war zusammen mit dem Unterstaatssekretär für Demokratie, Menschenrechte und Arbeit, Riley Barnes, nach Kiew gereist. Sie kamen am Tag des Dreikönigsfestes an. Sie besuchten die Michaels-Kathedrale. Sie trafen Kirchenvertreter und sie trafen Kinder, die zurückgekehrt waren.

Was diese Kinder erzählten, hat Anderson auf das Podium gebracht.

Geschichte 1: Der Bruder, der starb, und die Schwester, die eingesperrt wurde

Die ukrainische First Lady Olena Selenska erzählte Anderson von einem Geschwisterpaar. Beide lebten auf besetztem Gebiet. Beide wurden nach Russland deportiert. Beide wurden getrennt.

Die Familie wartete. Die Familie wollte die Kinder zurückholen. Doch russische Behörden verhinderten jeden Schritt.

Der Junge war allein. Und er war nicht einfach allein, er war dem systematischen Druck eines Staates ausgesetzt, der entschlossen war, seine Identität zu zerstören. Tag für Tag sagte man ihm: Deine Familie will dich nicht mehr. In der Ukraine gibt es nur Nazis. Du gehörst nicht dorthin. Er hatte niemanden, der ihm widersprach. Er hatte keine Verbindung zur Außenwelt. Er hatte nur den Druck, der nicht aufhörte.

Er nahm sich das Leben.

Der Saal verstummte.

_“Ich kann Ihnen sagen, ich wäre auch zutiefst erschüttert, wenn ich solche schrecklichen Umstände ertragen müsste“,_ sagte Anderson über den nächsten Teil der Geschichte.

Die Schwester des Jungen durfte nicht zur Beerdigung kommen. Danach steckten die russischen Behörden sie in ein Heim für Kinder mit sogenannten Verhaltensauffälligkeiten. Ihre Familie in der Ukraine wartet. Sie kämpft für die Rückkehr des Mädchens. Russland blockiert jeden Versuch.

Zum Zeitpunkt der Konferenz befand sich das Mädchen noch immer in Russland.

Geschichte 2: Der Junge, dem verboten wurde ukrainische Sprache zu sprechen

Einem anderen Jugendlichen war unter russischer Besatzung das Sprechen der ukrainischen Sprache verboten worden. Er wurde gezwungen Russisch zu lernen und wurde auf den Dienst in der russischen Armee vorbereitet.

Mit Hilfe der ukrainischen Hilfsorganisation Save Ukraine gelang ihm die Flucht. Durch ein Netzwerk von Helfern, das Anderson als „unterirdische Eisenbahn“ bezeichnete, gelangte er zurück in die Ukraine.

Dort darf er nun wieder Ukrainisch sprechen.

Folter im Filtrationslager, und ein Mädchen, das seine Mutter nie wiedersah

Eine Familie durchquerte ein sogenanntes Filtrationslager auf dem Weg aus dem besetzten Gebiet. „Filtrationslager“ – ein Wort, das, wie Anderson sagte, einem das Blut in den Adern gefrieren lasse, weil es an Praktiken der sowjetischen Geschichte erinnere.

Der Vater hatte eine Tätowierung. Sie zeigte ukrainische Symbolik. Russische Soldaten folterten ihn dafür. Sie brannten die Tätowierung buchstäblich aus seinem Körper heraus. Nicht weil sie ihn für einen Kombattanten hielten. Nicht wegen einer Straftat. Sondern weil sie es nicht ertragen konnten, dass er das Symbol seines Landes auf der Haut trug.

Seine Tochter sah nie wieder ihre Mutter. Was mit der Mutter geschah, ist unbekannt. Das Mädchen, das von sich selbst sagt, sie sei Ukrainerin – das war für die russischen Behörden ein Vergehen.

_“Das sind entsetzliche Geschichten, und sie sind keine Einzelfälle. Es gibt ein gut dokumentiertes Muster und eine gängige Praxis der russischen Regierung in dieser Hinsicht.“_, betonte Anderson.

Anderson schloss seinen Vortrag mit einer Bekräftigung des Versprechens, das er im Namen von Präsident Trump und First Lady Melania Trump abgab: _“Wir setzen uns unerschütterlich dafür ein, die sichere Rückkehr ukrainischer Kinder zu ihren Familien zu gewährleisten. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um sie nach Hause zu bringen.“_

Nikolai Kuleba, Save Ukraine: 1.141 Kinder gerettet, Tausende warten noch

Nikolai Kuleba, Direktor und Mitgründer der Organisation Save Ukraine, trat kurz vor Ende der Konferenz auf. Bevor er zu sprechen begann, bat er darum, ein Video zu zeigen.

Der Film dauerte wenige Minuten. In dieser Zeit sprachen Mütter, die ihre Kinder seit Jahren nicht gesehen hatten. Sprecher schilderten, wie Kinder in Russland für den Einsatz gegen ihre eigene Heimat vorbereitet werden. Und Rückkehrende schilderten, was die Freiheit bedeutet, die man nach langer Gefangenschaft zum ersten Mal wieder atmet.

_“Über 19.000 ukrainische Kinder wurden entführt und nach Russland verschleppt, und über eine Million sind weiterhin in russisch kontrollierten Gebieten gefangen.“_, sagte der Sprecher im Video. _“Russlands Strategie, die Ukraine als Nation auszulöschen, besteht darin, Krieg gegen unsere Kinder zu führen.“_

Kuleba übernahm danach das Wort ruhig, präzise, mit der Schwere eines Mannes, der zu viel gesehen hat.

_“Heute erleben wir eines der schwersten Verbrechen unseres Jahrhunderts“, sagte er. „Die systematische Entführung, der Menschenhandel und die Militarisierung ukrainischer Kinder durch die Russische Föderation.“_

„Stell dir vor, es wäre dein Kind“ – was Besatzung für Kinder bedeutet

Kuleba bat das Publikum, sich vorzustellen, was es bedeuten würde, wenn das Gleiche amerikanischen Kindern geschähe.

_“Stellen Sie sich vor, Ihr Kind geht in Ihrem Land zur Schule und man sagt ihm: „Du darfst deine Sprache nicht mehr sprechen. Nur noch Russisch. Dein amerikanischer Name oder der Name deines Landes sind verboten. Ab heute hisst du die russische Flagge, schwörst Russland und Putin Treue und lernst aus Büchern, in denen steht, dass dein Land nie existiert hat.“_

Er fuhr fort: _“Von heute an sollst du nicht an Gott, sondern an unseren Führer Putin glauben.“_

Kuleba berichtete von einem Jungen, den die Organisation Save Ukraine in der vergangenen Woche gerettet hatte. Dieser Junge erzählte seinen Rettern, dass sein Schullehrer jeden Tag zu ihm gesagt hatte: _“Wir wollen alle Amerikaner töten – im Namen Jesu.“_

Der Saal reagierte mit Entsetzen.

Stacheldraht, Handgranaten und militärische Sommerlager

Kuleba schilderte weitere Aspekte des Alltags unter russischer Besatzung, wie ihn zurückgekehrte Kinder beschreiben:

Schulen, in denen Kinder verpflichtet werden, durch Stacheldraht zu kriechen, Handgranaten zu werfen und zu lernen, dass ihre eigene Familie der Feind ist. Sommerlager, die wie militärische Ausbildungseinrichtungen funktionieren. Eltern, die es nicht wagen, ihre Kinder auf die Straße zu lassen, weil russische Soldaten allgegenwärtig sind.

_“Mädchen berichten ständig von Belästigungen und Einschüchterungen durch russische Soldaten“_, sagte Kuleba. _“Hausdurchsuchungen finden zu jeder Tages- und Nachtzeit statt.“_

Sascha, 15 Jahre alt: Von der Straße verschleppt zum Schützengrabenbau

Kuleba berichtete von Sascha, 15 Jahre alt. Eines Tages griffen ihn auf der Straße russische Soldaten. Sie packten ihn, setzten ihn in einen Lastwagen und brachten ihn weg. Täglich musste er Schützengräben ausheben. Das war kein Ausnahmefall. Es war Zwangsarbeit für Minderjährige, organisiert von einer staatlichen Besatzungsmacht.

Elf Jahre in Angst: der Junge aus Luhansk

Ein anderer Junge wurde aus Luhansk nach elf Jahren Besatzung zurückgeholt. Er sagte Kuleba und seinen Mitarbeitern, dass er echte Angst hatte, das Haus zu verlassen. Elf Jahre seines Lebens habe er in ständiger Angst verbracht.

Die systematische Löschung der Identität

Kuleba erläuterte, womit Save Ukraine bei der Suche nach deportierten Kindern konfrontiert ist. Russland habe die Rückverfolgung systematisch durch bewusste Identitätslöschung erschwert.

_“Den Kindern werden ihre Namen, ihr Geburtstag, ihre Sprache, ihr Glaube und ihre Familien genommen. Dies ist eine bewusste Strategie, um die Identitäten und die Zukunft der Ukraine auszulöschen.“_

Mehr als 1,6 Millionen ukrainische Kinder befinden sich hinter einem neuen russischen Eisernen Vorhang und man bringt ihnen bei, dass die USA und die NATO-Staaten ihre Feinde seien, mit denen sie jetzt und immer kämpfen müssten.

_“Deshalb reißen sie Familien auseinander: Jüngere Kinder werden in Katalogen präsentiert, bevor sie in Waisenhäusern oder russischen Familien verschwinden, während ältere Jugendliche zu russischen Soldaten gemacht und an die Front geschickt werden, um gegen ihr eigenes Volk zu kämpfen.“_

Was Save Ukraine tut: Die unterirdische Eisenbahn

Save Ukraine hat nach eigenen Angaben bisher 1.141 Kinder aus Russland und aus besetzten Gebieten gerettet. Die Organisation beschreibt ihre Arbeit als eine Art moderner unterirdischer Eisenbahn: aufwendig geplante, gefährliche Rettungsoperationen, bei denen Teams Tausende Kilometer zurücklegen, unter Bedingungen, die Kuleba nicht im Detail schilderte, weil die Sicherheit der Beteiligten davon abhängt.

Das Spektrum der Unterstützung umfasst:

* Rettungsoperationen aus Russland und besetzten Gebieten
* Medizinische und psychologische Rehabilitation
* Traumatherapie
* Sichere Reintegration in ukrainische Gemeinden

_“Save Ukraine hat die Aussagen aller 1.141 geretteten Kinder dokumentiert“,_ sagte Kuleba. _“Es ist offensichtlich, dass Russlands Vorgehen darauf abzielt, ganze Familien zu verletzen und zu zerstören.“_

Yulia Yatsyk, ukrainische Parlamentsabgeordnete: Was Kinder auf besetztem Gebiet lernen müssen

Die ukrainische Abgeordnete Yulia Yatsyk, die aus dem Gebiet Saporischschja stammt (ihre Heimatstadt Wasiljiwka ist seit Februar 2022 besetzt) schilderte den Bildungsalltag auf von Russland kontrollierten ukrainischen Gebieten.

In Schulen werden Kinder gezwungen, die russische Nationalhymne zu singen. Sie erhalten eine neue Geschichtsversion, in der die Ukraine der Feind ist und Russland der Befreier. Ukrainische Geschichte, ukrainische Sprache, ukrainische Identität – alles wird verboten.

_“Die meisten Kinder lernen jedoch heimlich online an ukrainischen Schulen und ihre Muttersprache weiterhin an ihren eigenen Schulen“_, sagte Yatsyk.

Wer nicht kooperiert, riskiert Konsequenzen für sich und seine Familie.

Yatsyk berichtete, dass russische Besatzungsbehörden ab 2023 Ein- und Ausreise aus besetztem Gebiet vollständig unterbunden haben. Ukrainer, die in ihren Häusern blieben, wurden gezwungen, russische Pässe anzunehmen. Wer keinen russischen Pass hat: kein Gehalt, keine Rente, keine Arbeit. Die Kinder kommen nicht zur Schule. Die Eltern kommen nicht zum Arzt.

Marina Ovtsynova über die Ereignisse in der Nacht vom 18. auf den 19. November in der ukrainischen Stadt Ternopil

Marina Ovtsynova, Präsidentin der Bewegung ALLATRA, erzählte in ihrer Rede eine Geschichte, die sich in der Nacht vom 18. auf den 19. November in der ukrainischen Stadt Ternopil ereignete. Russische Raketen trafen ein Wohnhaus. Retter gruben eine Frau aus den Trümmern.

Als sie sie herauszogen, weinte die Frau. Sie bat… …Sie bat die Retter flehentlich um etwas und niemand hätte erraten, worum.

_“Rettet mich nicht…“_, sagte sie. _“…ich flehe euch an. Ich habe gerade mit ansehen müssen, wie mein Sohn verbrannt ist.“_

_“Und ich möchte, dass Sie das noch einmal hören.“_, sagte Ovtsynova, und der Saal war wieder still. _“Eine Mutter, die aus den Trümmern ihres eigenen Hauses geborgen wird, fleht die Retter an, ihr Leben nicht zu retten, weil ihr Kind gerade vor ihren Augen getötet wurde.“_

Ovtsynova schilderte, was danach geschah. Ukrainische Mütter begannen in sozialen Netzwerken über diesen Fall zu schreiben nicht wegen Ruhm, nicht wegen Politik, sie schrieben, um zu sagen: Ab jetzt würden sie neben ihren Kindern schlafen. Nicht weil es kalt ist. Sondern weil, wenn eine Rakete oder Drohne ins Haus einschlägt, ihr Körper das Kind schützen würde. Sie würden alles tun, um ihre Kinder zu schützen.

_“Und das ist das Wesen der Ukraine – Beschützen“_, sagte Ovtsynova.

Rabbiner Moshe Reuven Asman: Was das Jahr 1827 mit heute verbindet.

Rabbiner Moshe Reuven Asman, Oberrabbiner von Kiew und der Ukraine, der seit Beginn der Vollinvasion in der Ukraine geblieben ist, zog einen historischen Vergleich.

Er sprach über die Deportation ukrainischer Kinder nach Russland, über die Versuche, ihnen ihre Kultur, ihre Sprache, ihre Heimat zu entziehen. Dann sagte er: _“Als Jude erinnert mich das an 1827.“_

Im Jahr 1827 erließ das Russische Kaiserreich ein Dekret: Jüdische Kinder sollten für 25 Jahre in die Armee eingezogen werden. Man riss sie von ihren Familien. Man machte sie zu Soldaten des Zaren. Das Ziel: Sie sollten ihr Zuhause vergessen, ihre Sprache, ihre Geschichte, ihre Religion.

_“Und jetzt macht Russland dasselbe mit dem ukrainischen Volk.“_

Pavlo Frolov fasste die humanitäre Bilanz zusammen

Der Kontext, in dem all diese Berichte stehen, ist bekannt, aber er wird durch die persönlichen Schilderungen greifbarer.

Der ukrainische Abgeordnete Pavlo Frolov, der im ukrainischen Parlament die Kommission zum Schutz von Binnenvertriebenen und anderen Kriegsopfern leitet, fasste die humanitäre Bilanz zusammen: 4,5 Millionen Binnenvertriebene innerhalb der Ukraine, 6,9 Millionen Flüchtlinge im Ausland, etwa 6 Millionen Ukrainer unter Besatzung. Mehr als 6 Millionen haben ihr Zuhause ganz oder teilweise verloren.

_“Die Welt hat solche Zerstörungen seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen“_, sagte Frolov.

Die Kosten des Wiederaufbaus wurden bis Ende 2024 auf 524 Milliarden Dollar geschätzt – das entspricht dem Elffachen des ukrainischen Vorkriegs-Jahreshaushalts. Aber, so Frolov: _“Diese Zahl enthält nur den materiellen Schaden. Sie enthält nicht den Schaden für Menschenleben, Gesundheit und Würde.“_

Was auf dem Spiel steht

Marina Ovtsynova brachte es auf den Punkt, als sie sagte: _“Wenn diese Methode eines Tyrannen, der den Atomwaffen-Startknopf in der Hand hält, einen Erfolg haben wird, – können Sie sich vorstellen, in was für einer Welt wir dann zu leben gezwungen sein würden, mit was für einer Welt die Vereinigten Staaten konfrontiert wären, was für eine Welt unsere Kinder erben würden?“_

Die Konferenz endete mit einer Schweigeminute für die Gefallenen.

Draußen über dem Kapitolhügel war es Februar. In Kiew, zur gleichen Zeit, lagen die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Irgendwo dort war ein Mädchen eingesperrt, dessen Bruder tot ist. Irgendwo in Russland saß ein Junge, dem man beibringt, seine Heimat zu hassen.

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„Freedom Shock“: Deutscher Bestseller bald auf Englisch verfügbar

Ein deutscher Bestseller wird in Kürze auf Englisch veröffentlicht: „Freedom Shock“ von Ilko-Sascha Kowalczuk bald erhältlich beim ibidem-Verlag

BildIlko-Sascha Kowalczuk’s SPIEGEL Bestseller „Freiheitsschock“ (Erstveröffentlichung bei C.H. Beck, 2024) erscheint in Kürze auf Englisch, mit dem Titel „Freedom Shock: A Different History of East Germany from 1989 to Today“, beim ibidem-Verlag.

Die Grundthese des erfolgreichen Buches lautet, dass die Ostdeutschen 1989/90 einen „Freiheitsschock“ erlebten. Ilko-Sascha Kowalczuk erzählt die faszinierende Geschichte Ostdeutschlands seit dem Zerfall des Ostblocks als einen unvollendeten Freiheitskampf, dessen Ausgang die Zukunft der gesamten deutschen Nation bestimmen wird. Kowalczuk möchte die Menschen, insbesondere im Osten, dazu ermutigen, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Das bedeutet, die Opferrolle abzulegen und eine realistische, nicht nostalgische Sicht auf die sogenannte Deutsche Demokratische Republik (DDR), Ostdeutschland, einzunehmen. Der Westen mag den Osten „erfunden“ haben. Doch der Osten hat sich auch selbst erfunden und tut dies weiterhin. Die erste erfolgreiche Revolution in Deutschland fand in der DDR statt. Doch welche Faktoren haben zur aktuellen Infragestellung der liberalen Demokratie geführt? Warum ist die rechtsextreme Partei AfD in Ostdeutschland besonders erfolgreich? Warum stehen so viele Ostdeutsche dem Putin-Regime wohlgesinnt und dem Unabhängigkeitskampf der Ukraine feindlich gegenüber? In diesem Buch wird das DDR-Regime unmissverständlich als Diktatur und die deutsche Wiedervereinigung als Erfolgsgeschichte der Befreiung dargestellt. „Freedom Shock“ ist eine Verteidigung gegen aktuelle antiliberale Tendenzen, verfasst von einem der profiliertesten ostdeutschen Intellektuellen der Gegenwart.

Das Buch ist in seiner englischen Fassung ab 16. März 2026 im Webshop des ibidem-Verlags erhältlich. In den USA wird es ab 14. April 2026 überdies von Columbia University Press vertrieben. Abgesehen davon wird es auch bei Amazon und auf allen anderen einschlägigen Plattformen verfügbar sein.

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„Wir feiern nicht, solange Bomben fallen“: Spirituelle Diplomaten rufen zur Verteidigung der Ukraine auf

Während in Kiew Drohnen fliegen, sprachen im US-Capitol Menschen, die es selbst erlebt haben “ was sie berichteten, lässt sich nicht in Zahlen fassen.

BildAm 5. Februar 2026 “ Im Rayburn House Office Building, einem der zentralen Gebäude des US-Kongresses in Washington D.C., fand eine außergewöhnliche Konferenz statt. Unter dem Titel „Freiheit hat einen Namen, und er lautet Ukraine“ versammelten sich Vertreter des US-Außenministeriums, Abgeordnete des ukrainischen Parlaments, Militäroffiziere, Rabbiner, Pastoren, Unternehmer und Freiwillige aus mehreren Ländern zu einer dreistündigen Konferenz. Die Veranstaltung geht auf die Vision und unermüdliche Arbeit von Pastor Mark Burns und der globalen Initiative „Spirituelle Diplomaten“ zurück. Burns dankte der Internationalen Gesellschaftlichen Bewegung ALLATRA ausdrücklich für ihre Unterstützung.

Die Veranstaltung war kein politisches Spektakel im klassischen Sinne. Sie war, wie mehrere Redner betonten, kein Anlass zum Feiern. Sie war ein Akt des Bezeugens.

Der Rahmen: Ein Ort mit Geschichte, ein Thema mit Gegenwart

Valery Smiyan, die als Moderatorin durch die Konferenz führte, eröffnete die Veranstaltung mit einem Verweis auf den historischen Kontext des Ortes. Das Rayburn Building, so Smiyan, sei ein Ort, an dem seit Generationen Stimmen der Freiheit erklungen seien. An diesem Tag sollte er erneut zum Resonanzraum werden “ diesmal für ein Volk, das täglich unter Beschuss steht.

_“Wir sind hier nicht als Demokraten oder Republikaner, nicht als Vertreter dieser oder jener Religion, sondern als Menschen der Ehre“, erklärte Smiyan vor den versammelten Gästen. „Vereint durch die Überzeugung, dass Freiheit kein Handelsgegenstand ist, dass Souveränität heilig ist und dass das tapfere Volk der Ukraine niemals allein gelassen werden darf.“_

Die Konferenz war nach ihren Worten durch die Vision und die Arbeit von Pastor Mark Burns möglich geworden “ einem in der Welt anerkannten geistlichen Führer, spirituellen Berater von US-Präsident Donald Trump und Leiter der Initiative „Spirituelle Diplomaten“. Diese globale Initiative setzt, so Smiyan, auf moralische Autorität und religiöse Führerschaft, um die drängendsten Krisen der Welt zu adressieren. Pastor Burns hatte bereits zuvor die Ukraine besucht und war vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf dem Sophienplatz in Kiew mit dem Orden „Für Verdienste“ III. Grades ausgezeichnet worden.

Pastor Mark Burns: „Es ist nicht die Zeit für Sektgläser“

Pastor Mark Burns betrat die Tribune nicht mit den Worten eines politischen Analytikers. Er kam mit der Stimme eines Predigers “ laut, direkt und ohne Beschönigung.

_“Wir sind hier, weil dort Menschen sterben. Menschen frieren. Menschen sitzen ohne Strom“, _sagte Burns und wandte sich dabei direkt an die Anwesenden.

_“Jetzt ist nicht die Zeit für Sektgläser. Nicht die Zeit für Cocktails. Nicht die Zeit, einander auf die Schulter zu klopfen, während Männer und Frauen in der Ukraine jeden Gottestag Drohnen ausweichen, die über ihnen fliegen. Während kleine Kinder getötet werden, nur weil sie in die Kirche gehen. Während Frauen von dieser bösen, brutalen Armee namens Russland vergewaltigt werden “ angeführt von einem bösen Mann namens Wladimir Putin.“_

Burns machte deutlich, dass er mit dem Präsidenten Trump spreche und dabei immer wieder auf die Schrecken hinweise, die sich in der Ukraine ereignen. Er appellierte an das Publikum, keine Zurückhaltung zu üben: _“Ich brauche nicht, dass ihr heute ruhig und bescheiden dasitzt. Stellt euch vor, ihr seid in einer afroamerikanischen Kirche. Ich brauche eure Reaktion.“_

In seiner Rede stellte Burns einen geopolitischen Zusammenhang her, der über die Ukraine hinausgeht. Russland und China, so Burns, agierten gemeinsam. Wer die Ukraine unterstütze, betreibe keine Wohltätigkeit, sondern handele im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten._ „Wenn wir sie jetzt nicht stoppen, dann werden wir gezwungen sein, sie mit amerikanischen Jungs auf dem Boden in Kiew zu stoppen“_, sagte er. „Die baltischen Staaten. Die NATO. Hören Sie mich?“

Die Unterstützung der Ukraine, so Burns‘ zentrales Argument, sei keine Schwächung der amerikanischen Position, sondern Ausdruck von „America First“ in seiner tiefsten Bedeutung. Burns berichtete auch, dass Präsident Trump ihm wenige Tage zuvor mitgeteilt habe, man sei einer Friedensvereinbarung sehr nahe._ „Er sagte: ,Wir sind sehr nah dran.‘ Er sagte: ,Wir sind fast so weit.'“_ Burns rief das Publikum auf, diese Botschaft zu verbreiten und nicht nachzulassen.

Zum Abschluss seiner ersten Rede sprach Burns über das Konzept der spirituellen Diplomatie. Das Abzeichen „Spiritueller Diplomat“, erklärte er, sei keine Auszeichnung, die man sich einrahme “ es sei ein Versprechen. Ein Gelöbnis, die Stimme für jene zu erheben, die keine haben. _“Wenn ihr nur für ein Selfie hier seid, dann brauche ich euch nicht. Wenn ihr nur einen Social-Media-Post machen wollt, dann bleibt zuhause. Aber wenn ihr echte Kämpfer seid “ dann seid ihr jene, die wir suchen.“_

Rabbiner Moshe Reuven Asman: Zeuge aus Kiew

Der Chiefrabbiner von Kiew und der Ukraine, Moshe Reuven Asman, trat nach Burns auf die Tribune. Er sprach nicht als religiöser Amtsträger im feierlichen Sinne, sondern als Augenzeuge “ als ein Mann, der seit dem ersten Tag der Vollinvasion die Ukraine nicht verlassen hat.

_“Ich konnte gehen, aber ich tat es nicht“_, sagte Asman. _“Mehrmals geriet ich unter schwersten Beschuss und riskierte mein Leben.“_ Er berichtete, dass er Pastor Burns persönlich eingeladen hatte, in die Ukraine zu kommen “ und dass Burns gekommen war.

_“Ich sah, wie sein Herz zerrissen war“_, sagte Asman über Burns‘ Reaktion auf das, was er in der Ukraine gesehen hatte. _“Nach diesem Besuch traf ich mich mit religiösen Vertretern aller Konfessionen der Ukraine. Sie erzählten ihm die Wahrheit: wie viele ukrainische Kinder nach Russland entführt wurden, wie viele Kirchen zerstört wurden, wie viele Priester getötet wurden.“_

Asman zog einen historischen Vergleich, der für ihn persönliche Tiefe hatte. Er selbst sei in Leningrad geboren “ in derselben Stadt, in der Putin aufgewachsen sei. Während Putin beim KGB war, stand Asman unter KGB-Ermittlung. _“Ich weiß, was das bedeutet.“_ Heute, so der Rabbiner, versuche Russland, die Ukraine zurück in die Sowjetunion zu zwingen. Das ukrainische Volk aber wolle keine Sklaverei.

_“Wir, das jüdische Volk, waren in der Sklaverei in Ägypten und flohen. Gott führte uns heraus, aber der Pharao wollte uns zurückbringen. Das Gleiche gilt für das ukrainische Volk: Russland will die Ukraine zurück in die Sklaverei ziehen. Aber die Ukrainer wollen das nicht. Sie wollen Freiheit.“_

Asman berichtete von seinen Freiwilligen, die in Hochhäuser ohne Fahrstuhl steigen “ bis in den 20. Stock “ um älteren Menschen Wasser, Essen und warme Kleidung zu bringen oder sie zu evakuieren. Er sprach über die bittere Kälte, die er gerade erst in der Ukraine erlebt hatte, über die zerstörte Infrastruktur, über Menschen, die in Wohnungen ohne Heizung, Wasser und Licht sitzen.

Er erzählte auch über einen jungen Unternehmer namens Jordan, der im Saal anwesend war. Ich sagte zu ihm: _“Komm in die Ukraine und investiere wenigstens 6 Millionen Dollar.“_ Und er will Investitionen in Höhe von einer Milliarde Dollar beschaffen! Ich möchte ihm danken… Heute sagte er: _“Ja, ich werde in die Ukraine investieren, weil ich daran glaube, dass sie wiederaufgebaut wird und ein wunderschönes, freies Land wird.“_

Asman sagte, er sei am selben Tag beim Prayer Breakfast gewesen. Dort werde gebetet, doch das Gebet allein genüge in dieser Lage nicht. Man müsse beten “ und zugleich handeln: _“Wenn wir Menschen in einer Tragödie sehen, müssen wir kommen, um sie zu retten.“_

Christopher Anderson, US-Außenministerium: Berichte aus einer besetzten Kindheit

Kein Redner auf dieser Konferenz brachte die staatliche Dimension des amerikanischen Engagements so konkret zum Ausdruck wie Christopher Anderson, Kulturattaché des US-Außenministeriums. Anderson arbeitet seit 2014 im ukrainischen Dossier “ er war dabei, als Russland die Krim zu annektieren versuchte, und er verhandelte im Namen der US-Regierung mit russischen Vertretern, _“die die Existenz der Ukraine als Staat mit absurden Theorien über polnischen Adel zu leugnen versuchten.“_

Wenige Wochen vor der Konferenz war Anderson zusammen mit seinem Vorgesetzten, Assistant Secretary of State for Democracy, Human Rights and Labor Riley Barnes, in der Ukraine gewesen “ mit einer konkreten Mission: das Versprechen des Präsidenten einzulösen, ukrainische Kinder, die nach Russland entführt wurden, nicht zu vergessen und alles zu tun, um sie nach Hause zu bringen.

Anderson sprach über die vierte Jahrestunde der Vollinvasion, die sich in Kürze jährt “ und darüber, dass der Krieg in Wirklichkeit seit 2014 andauert. Dann wandte er sich den Schicksalen zu, die er persönlich gehört hatte.

Die Geschichte von Bruder und Schwester: Anderson berichtete von einem Geschwisterpaar, das Anderson die ukrainische First Lady Olena Selenska erzählt hatte. Die beiden Kinder lebten auf besetztem Gebiet, wurden dann tief ins russische Landesinnere deportiert und voneinander getrennt. Ihre Familie wartete auf sie und wollte sie zurückholen. Der Junge wurde permanent gemobbt “ man sagte ihm, seine Familie wolle ihn nicht mehr, in der Ukraine gebe es nur Nazis. Der psychologische Druck war systematisch und anhaltend. Das Ergebnis: Der Junge nahm sich das Leben.

Anderson hielt inne. Der Saal war still.

Die Schwester wurde nicht einmal zur Beerdigung zugelassen. Danach wurde sie in ein Heim für Kinder mit „Verhaltensauffälligkeiten“ eingewiesen. _“Sie sitzt in diesem Heim, obwohl ihre Familie sie zurückwill“_, sagte Anderson. _“Aber die russischen Behörden blockieren einfach alle Versuche.“ _Zum Zeitpunkt der Konferenz befand sie sich noch immer in Russland.

Die Geschichte des Jungen, der seine Sprache verlor: Anderson schilderte einen weiteren Fall: Ein Jugendlicher lebte unter russischer Besatzung. Das Sprechen der ukrainischen Sprache war verboten. Er musste Russisch lernen. Man bereitete ihn bereits auf den Dienst in der russischen Armee vor. Mit Hilfe der Organisation „Save Ukraine“ gelang ihm die Flucht “ und die Rückkehr in die Ukraine. Dort, so Anderson, darf er nun wieder frei sein.

Die Geschichte des Vaters mit der Tätowierung: Eine Familie wurde von besetztem Gebiet durch ein sogenanntes Filtrationslager geschleust “ ein Begriff, der, wie Anderson sagte, „einem das Blut in den Adern gefrieren lässt“. Der Vater hatte eine Tätowierung mit ukrainischer Symbolik. Russische Soldaten folterten ihn und brannten die Tätowierung buchstäblich aus seinem Körper heraus. Nur weil es ein Symbol der Ukraine war und sie es nicht mochten.

Die Tochter des Mannes wurde allein zurückgelassen. Sie sah ihre Mutter nie wieder. Was mit der Mutter geschah, ist unbekannt. Das Mädchen bezeichnete sich selbst als Ukrainerin “ für die Russen war das ein Vergehen.

_“Das sind keine Einzelfälle“_, betonte Anderson._ „Das ist eine systematische Praxis der russischen Regierung, klar dokumentiert.“_ Er schloss mit dem Versprechen, das er im Namen von Präsident Trump und First Lady Melania Trump erneuerte: _“Wir werden alles tun, um die sichere Rückkehr ukrainischer Kinder in ihre Familien zu gewährleisten. Unsere Position ist unerschütterlich.“_

Yulia Yatsyk, ukrainische Parlamentsabgeordnete: Eine Geschichte, eine von Millionen

Die ukrainische Abgeordnete Yulia Yatsyk trat auf die Tribune und kündigte an, nicht auf Englisch zu sprechen “ obwohl sie ihre Rede auf Englisch vorbereitet hatte. Sie entschied sich bewusst für Ukrainisch. _“Damit ihr hört, wie unsere Sprache klingt. Damit ihr die Schwingungen des Herzens und der ukrainischen Seele spürt.“_

Fast eineinhalb tausend Tage dauere der große Krieg in der Ukraine bereits. Die Menschen in der Welt hörten die Nachrichten, wüssten von Bombenangriffen auf Städte, von Familien, die ohne Heizung, Strom und Wasser überlebten. Aber die Stimmen jener, die in den besetzten Gebieten lebten “ in Melitopol, Mariupol, Berdjansk, Tokmak, und in ihrer eigenen Heimatstadt Wasiljiw­ka, die seit Februar 2022 besetzt sei “ würden kaum mehr gehört.

Yatsyk erzählte ihre eigene Geschichte “ „eine von Millionen“, wie sie sagte.

Februar 2022. Die ersten Tage der Invasion. Die Straßen blockiert. Geschäfte und Krankenhäuser geschlossen. Kein Strom, kein Wasser, keine Heizung, keine Verbindung. Ihr Team “ Freiwillige, Militärangehörige, Geistliche “ half Menschen, aus den besetzten Gebieten und den Kampfzonen zu fliehen. Es war eine „Straße des Lebens“ unter Beschuss. Wer nicht fliehen konnte, dem brachten sie Wasser, Essen, Medikamente, Generatoren.

Ab 2023 verboten die russischen Besatzungsbehörden die Ein- und Ausreise aus besetztem Gebiet. Ukrainer, die in ihren Häusern geblieben waren, wurden gezwungen, russische Pässe anzunehmen. Wer keinen russischen Pass hatte, bekam keine Rente, keine Arbeit, keinen Lohn. Die Kinder kamen nicht in die Schule, die Eltern nicht ins Krankenhaus.

Yatsyk schilderte, was die russische Besatzungsmacht auf den okkupierten Gebieten aufgebaut hatte: fast hundert Lager und Folterzentren. Ganze Familien wurden erschossen, weil sie eine ukrainische Flagge auf dem Balkon hatten. Die Wohnungen derer, die geflohen waren, wurden nationalisiert “ einfach weggenommen. Russische Soldaten, so Yatsyk, nutzten ukrainische Zivilisten zum Üben der Drohnensteuerung. Ältere Menschen wurden zur Jagd freigegeben.

_“Vergewaltigungen wurden zur Waffe “ nicht nur gegen Frauen, sondern auch gegen Kinder und Männer“,_ sagte Yatsyk. _“Folter, Hunger, Elektroschocks, Knochenbrüche und sogar der Tod wurden zur Lieblingsunterhaltung russischer Soldaten. Fast 80 Prozent der zivilen Infrastruktur, der Krankenhäuser und Schulen wurden zerstört und bis heute nicht wiederaufgebaut.“_

In den Schulen, die noch funktionieren, werden Kinder gezwungen, die russische Hymne zu singen. Ihnen wird eine neue Geschichte beigebracht, in der die Ukraine der Feind ist und Russland der Befreier. Die meisten Kinder, so Yatsyk, lernten trotzdem heimlich “ online, in ukrainischen Schulen, in ihrer eigenen Sprache.

_“Wegen der zerstörten Krankenhäuser können Menschen keine angemessene medizinische Versorgung bekommen“, fuhr sie fort. „Sie müssen nach Melitopol oder sogar auf die Krim fahren. Und deshalb sterben sie unterwegs “ manchmal an Verletzungen, die eigentlich nicht lebensbedrohlich wären.“_

Dann sprach Yatsyk über das, was Freiheit für sie persönlich bedeutet.

_“Freiheit bedeutet für mich, nach Hause zurückzukehren. Die Möglichkeit, durch meine Straße zu gehen, die Tür meines Hauses zu öffnen. Die Möglichkeit, meine Eltern nach Hause zu bringen. Mein Vater verbirgt seinen Schmerz darin, dass er Bilder malt.“_

Sie hielt ein Gemälde in die Höhe “ ein Werk ihres 73-jährigen Vaters. Es zeigte die „Ukrainische Beregynja“ “ die weibliche Schutzgottheit der ukrainischen Tradition. Ein Symbol weiblicher Kraft, die das Haus, die Kinder, das Land schützt.

_“Das ist über weibliche Liebe und den Wunsch nach Frieden für das eigene Land“_, sagte Yatsyk.

Sie überreichte das Gemälde Pastor Burns “ als Geschenk aus einem Land, das kämpft, aber nicht aufgibt.

_“Frieden ist kein Traum. Es ist ein sehr schwieriger, sicher kein leichter Weg “ Schritt für Schritt, Hand in Hand, mit einem Gebet im Herzen, gemeinsam. Gemeinsam ist unsere Stimme stark.“_

Die Organisation hinter der Konferenz: ALLATRA und das Netz der Spirituellen Diplomaten

Die Konferenz wurde, wie Pastor Burns bei seiner Begrüßung und seiner abschließenden Rede mehrfach betonte, durch die Internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA ermöglicht “ vertreten durch Präsidentin Marina Ovtsynova und Kommunikationsdirektorin Valery Smiyan.

Internationale Gesellschaftliche Bewegung ALLATRA ist seit 2014 aktiv in der Ukraine tätig “ mit Freiwilligen an der Front, in Evakuierungszentren, in humanitären Missionen. In den USA, so Ovtsynova, arbeite die Bewegung mit dem Kongress, dem Senat und dem Außenministerium zusammen.

In ihrer Rede wies Ovtsynova auf eine bemerkenswerte Tatsache hin: _“Das einzige Land, in dem unsere Freiwilligen systematisch verfolgt, gefoltert und inhaftiert werden, ist Russland. Warum? Weil wir die Wahrheit über Putins Nazi-Regime und die Gefahr des sibirischen Plumes erzählen, die sie vor der Welt zu verbergen versuchen, und weil wir die Ukraine unterstützen. Genau deshalb. Der Kreml sieht uns als so große Bedrohung an, dass er eine umfassende Verfolgung gegen uns eingeleitet hat.“_

Gleichzeitig, so Ovtsynova, verbreiteten Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB im Internet und in Medien “ auch in ukrainischen und europäischen “ die Falschinformation, ALLATRA sei eine „pro-russische“ Organisation. In dem Bericht über die Methoden der russischen Desinformation, der im Jahr 2024 in Washington vorgestellt wurde und an dem amerikanische und internationale Experten sowie Vertreter des ukrainischen Sicherheitsdienstes und der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine beteiligt waren, wurde konkret eine ukrainische Staatsbürgerin “ Iryna Kremenovska (Irina Kremenowskaja) “ als Agentin des russischen Einflusses genannt, die Desinformationskampagnen gegen ALLATRA organisiert habe.

_“Neben unserer Organisation versuchte sie (Iryna Kremenovska), die ukrainischen Religionswissenschaftler zu diskreditieren, die die geistliche Unabhängigkeit der Ukraine von Moskau verteidigten, und setzte sich für pro-russische Normen in der ukrainischen Gesetzgebung ein“_, – erklärte Frau Ovtsynova.

Frau Ovtsynova fuhr fort: _“Aber sie ist nicht allein. Es handelt sich um ein Netzwerk, das muss man verstehen. Sie ist nicht die einzige Akteurin. Agenten des FSB sind in ukrainische Institutionen eingedrungen, beeinflussen Journalisten und verbreiten Desinformation in der gesamten Öffentlichkeit. Und was wichtig ist: Trotz alledem ist die Ukraine eine echte Demokratie. Und in diesem demokratischen Land hat die Nationale Polizei vor wenigen Tagen offiziell anerkannt, dass „ALLATRA“ die geschädigte Partei eines illegalen Versuchs ist, unsere Organisation zu vernichten.“_

Sie schloss ihre Rede mit eindringlichen Worten:

„_Millionen Ukrainer, Millionen Helden verteidigen gerade jetzt nicht nur die Ukraine. Sie verteidigen die Idee der Freiheit selbst – die kostbare, zerbrechliche, aber unendlich wertvolle Idee, dass freie Menschen das Recht haben, über ihre Zukunft selbst zu entscheiden._

_Hinter den Tragödien und dem Leid der Ukrainer steht nicht einfach nur ein terroristischer Staat – Russland. Dahinter steht ein konkreter Mensch, ein Kriegsverbrecher, der sich für einen Gott hält – Wladimir Putin. Er nutzt den Massen-Terror gegen die friedliche Bevölkerung als politisches Instrument. Er tötet Menschen in der Ukraine, um seine Ziele zu erreichen. Und wie Pastor Burns heute sagte: Wenn diese Methode, die von einem Tyrannen angewendet wird, der den Atomknopf in der Hand hält, Erfolg haben sollte, können Sie sich vorstellen, in welcher Welt wir dann leben müssten… …welche Welt unsere Kinder erben würden?_

_Deshalb ist die Unterstützung der Ukraina, ihrer Freiheit und ihres Kampfes keine Wohltätigkeit. Es dient der Abschreckung. Es dient der Stärkung der Sicherheit, Stabilität und Widerstandsfähigkeit demokratischer Institutionen… …Deshalb ist heute die ganze Ukraine um ein einziges Wort vereint – verteidigen, ihre Menschen und die ganze freie Welt verteidigen._

_Genau deshalb versucht die russische Propaganda so aggressiv, die Realität zu verdrehen, indem sie behauptet, dass die Ukraine keine Unterstützung verdient, dass die Ukraine schwach ist, dass die Ukraine hoffnungslos ist. Denn wenn Sie das glauben, wenden Sie sich von der Ukraine ab. Und wenn Sie sich abwenden, siegt der russische Terror still und leise._

_Wenn Sie hören, dass die Ukraine gespalten ist, dass die Ukraine verliert, dass die Ukrainer sich ergeben wollen “ oder dass ALLATRA eine pro-russische oder putintreue Sekte ist “ denkt daran: Das ist russische Propaganda von Putin. Und ich bitte Sie: Glauben Sie das nicht!“_

Stattdessen, so Ovtsynova, solle man ukrainischen Müttern glauben, die ihre Kinder vor russischen Drohnen schützen. Freiwilligen, die unter Beschuss Medikamente liefern. Militärärzten, die komplizierte Operationen unter Drohnenangriffen und ohne Strom durchführen.

Ein Kapitol als Bühne für Zeugen

Die Konferenz im Rayburn Building war ein ungewöhnliches Ereignis “ nicht wegen der Namen auf der Rednerliste, sondern wegen der Art und Weise, wie über den Krieg gesprochen wurde. Es waren keine Lagebriefings, keine geopolitischen Analysen. Es waren Berichte von Menschen, die in besetzten Städten gelebt hatten, die Freunde verloren hatten, die täglich mit dem Tod konfrontiert waren und trotzdem weitermachten.

Pastor Burns hatte es in seiner Einleitung auf den Punkt gebracht:
_“Wir sind nicht hier, um zu feiern. Wir werden nicht feiern, bis ein echtes, langfristiges Friedensabkommen mit echten Sicherheitsgarantien für den souveränen Staat Ukraine erreicht ist.“_

Ob diese Stimmen gehört werden “ in den Parlamenten Europas, in den Büros der Vereinten Nationen, in den Kanzleien von Berlin bis Brüssel, in den Redaktionen von New York bis Tokio “ bleibt offen. Aber sie erklangen laut und deutlich. Sie kamen aus unterschiedlichen Ländern, sprachen verschiedene Sprachen, trugen unterschiedliche Schicksale. Doch ihre Botschaft war dieselbe: Während in den Hauptstädten der Welt über Strategien und Budgets debattiert wird, frieren Menschen in zerstörten Wohnungen. Während Diplomaten über Verhandlungen sprechen, kämpfen Soldaten in Schützengräben. Während die Schlagzeilen weiterwandern, geht der Krieg weiter.

Ausblick: Das Schicksal der Kinder “ ein eigenes Kapitel

Während Bomben fallen und Städte frieren, vollzieht sich ein weiteres Verbrechen in der Stille besetzter Gebiete: Mehr als

19.000 ukrainische Kinder

wurden nach Russland deportiert “ getrennt von ihren Familien, ihrer Sprache und ihrer Identität, manche für immer. Was Russland mit diesen Kindern tut, welche Schicksale sich hinter dieser Zahl verbergen und warum

russische Soldaten einen 15-jährigen Jungen von der Straße verschleppten und ihn täglich Schützengräben ausheben ließen

“ das erfahren Sie im nächsten Bericht.

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Der Krieg, der die Ukraine veränderte: Ukrainische Novellen, Gedichte und Essays

Heute jährt sich der Beginn der Vollinvasion Russlands in die Ukraine zum vierten Mal – wir laden Sie ein, Ukrainische Novellen, Gedichte und Essays zu lesen, die heute aktueller denn je sind.

BildAm 24. Februar 2022 erwachte Europa im Angesicht eines Krieges.

Die Ukrainer erwachten zu einem Bruch des Lebens selbst. Vier Jahre später ist dieses Datum nicht mehr nur ein Punkt in der Geschichte. Es ist eine Wunde, die noch immer spricht. Eine Erinnerung, die noch immer Aufmerksamkeit verlangt. Eine Realität, die weiterbesteht.

Als Verlag glauben wir, dass Literatur in Momenten wie diesen eine besondere Verantwortung hat, menschliche Erfahrungen zu bewahren.

Deshalb stellen wir heute eine Sammlung von Novellen, Essays und Gedichten vor: The War th*t Changed Us“ von Kateryna Pylypchuk, erschienen in unserer Reihe Ukrainian Voices.

Das Buch besteht aus Kurzgeschichten und Gedichten, die in den ersten Monaten der groß angelegten Invasion Russlands geschrieben wurden. Es fängt ein, wie es sich anfühlte, als das normale Leben in eine Notlage stürzte – als die Zeit nicht mehr in Tagen gemessen wurde, sondern in Sirenen, Stromausfällen, Abreisen und fragilen Momenten der Fürsorge.

Die Rezensentin Nicole Yurcaba schrieb, dass das Buch „der Welt beibringt, wie sich jeder Ukrainer gefühlt hat“.

Nicht durch Analyse, sondern durch Nähe.

Die Journalistin und Schriftstellerin Kateryna Flekman beschreibt den Text als eine Aufzeichnung emotionaler Veränderungen – vom Schock und sensorischen Verlust bis hin zu dem, was die Autorin als „Multisensibilität“ bezeichnet: ein gesteigertes, fast schmerzhaftes Bewusstsein für das Leben, das der Krieg den Menschen aufzwingt.

Im letzten Gedicht, „Clock of the War“, beginnt die Zeit selbst zu pulsieren – sie tickt von der Invasion bis zum noch nicht erreichten Sieg.

Das Vorwort zu dieser Ausgabe wurde von Wiktor Juschtschenko, dem dritten Präsidenten der Ukraine, verfasst, der die Leser daran erinnert, dass Worte Ereignisse überdauern und dass Literatur lange nach dem Verblassen der Schlagzeilen zu einem historischen Zeugnis wird. Er betrachtet dieses Buch als Teil einer kollektiven Aufzeichnung – eine, auf die zukünftige Generationen zurückgreifen werden, um zu verstehen, was die Ukrainer durchgemacht haben und wie sie sich gegen das Vergessen gewehrt haben.

Dieses Buch ist jetzt wichtig, weil der Krieg noch nicht vorbei ist. Weil Aufmerksamkeit vergänglich ist. Weil Erinnerung eine Form braucht.

Es ist auch wichtig, weil es wirkt. Ein Teil der Tantiemen der Autorin wird zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte gespendet. Das Lesen dieses Buches ist nicht nur ein Akt des Zeugnisses, sondern auch ein Akt der Solidarität.

Am heutigen 24. Februar laden wir Sie ein, „The War th*t Changed Us“ zu lesen – oder weiterzuempfehlen.

Um innezuhalten. Um zu fühlen. Um sich daran zu erinnern, dass hinter jeder Statistik eine menschliche Stimme steht.

Das Buch ist international über Amazon und alle einschlägigen Online-Plattformen erhältlich.

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Als Verlag für Wissenschaftsliteratur bieten wir ein breites Spektrum aktueller und zeitloser Fachtitel, vornehmlich aus sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen. In diesen Fachgebieten pflegen wir derzeit neben mehreren Zeitschriften 70 wissenschaftliche Reihen. Neben unserem erklärten Ziel, den wissenschaftlichen Diskurs zu fördern, wenden wir uns mit einer zunehmenden Zahl allgemeinverständlicher aktueller Sachbücher auch an Leser, die sich kompetent über ein Themengebiet informieren und sich in aktuelle Diskussionen einklinken können möchten.

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