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Wirtschaft

Zwischen Resilienz und Ratlosigkeit – Führungskräfte brauchen einen inneren Kompass in unsicheren Zeiten

Führungskräfte wirken ruhig, doch innerlich kämpfen sie mit Unsicherheit. Alte Erfolgsstrategien versagen, Orientierung fehlt. Es braucht Mut, Verantwortung zu übernehmen und neue Wege zu gehen.

BildFührungskräfte fallen dieser Tage nicht auf. Und genau das ist das Problem.

In Videokonferenzen sitzen sie ruhig, nicken an den richtigen Stellen, sprechen von Transformation, Resilienz, Geschwindigkeit. Die Folien sind klar, die Sprache normiert. Man kennt die Begriffe, man kennt die Modelle. Alle haben dieselben Bücher gelesen. Alle wissen, wie es eigentlich sein sollte.

Aber was niemand weiß: Wie es morgen aussieht.

„Ich treffe Entscheidungen basierend auf bewährten Prinzipien, die mir bisher immer gute Ergebnisse gebracht haben“, erklärt Thomas Berkner, Bereichsleiter eines Industriekonzerns mit 2.000 Mitarbeitenden. „Doch gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass uns genau diese Prinzipien gerade nicht weiterhelfen.“
Es ist kein eindeutiges Versagen, das hier spürbar wird, sondern eine tiefe Unsicherheit. Entscheidungen folgen noch immer den alten Mustern – Budgetzyklen, Zielvereinbarungen, Performance-Kennzahlen. Technisch funktioniert das alles, weil es gelernt und von allen geglaubt wurde. Doch es fühlt sich an, als würde man mit einer vertrauten Landkarte durch ein Terrain navigieren, das sich längst in eine andere Richtung entwickelt hat.

Nach außen hält man die Form. Innen nicht.

Privat zeigt sich diese Verunsicherung leise. Schlaflosigkeit, gesteigerte Reizbarkeit – ein Unterbewusstsein, das nachts weiterarbeitet, weil der Kopf keine Antworten findet. Führungskräfte sprechen über Achtsamkeit, gehen joggen, optimieren Routinen, blicken immer wieder auf ihre Smartwatch, um Orientierung zu finden, wenn sich äußere Parameter verschieben. Sie wissen, wie Selbstregulation funktioniert. Doch Selbstoptimierung ersetzt keine klare Richtung.

In den Organisationen wird deshalb oft zum Schwarmwissen gegriffen. Man schaut, was andere tun: Welche Tools führen sie ein, welche Strukturen bauen sie um, welche Narrative sind gerade akzeptabel. Das wirkt rational – doch es lässt sich psychologisch erklären. Bereits die klassische Konformitätsstudie von Solomon Asch (1951) zeigte: Rund 75 Prozent der Teilnehmenden passten sich mindestens einmal bewusst einer falschen Mehrheitsmeinung an, obwohl sie es besser wussten. Unsicherheit verstärkt Anpassung – nicht aus Dummheit, sondern aus sozialem Schutzbedürfnis.

Auch die Mitarbeitenden spüren diese Verunsicherung.
„Wir hören eigentlich die scheinbar richtigen Worte“, sagt Miriam Köhler, Produktmanagerin in einem Digitalunternehmen. „Aber die Entscheidungen klingen dann immer so vorsichtig, irgendwie ausweichend. Man ist nur noch damit beschäftigt, Prozesse einzuhalten, die sich zunehmend von der Realität entfernen. Und langsam frage ich mich, ob da oben überhaupt noch jemand eine klare Vorstellung hat, wo es hingeht.“ Führung wird zur moderierten Bewegung. Verantwortung verteilt sich so lange, bis sie kaum noch greifbar ist.

Dieses Muster ist bekannt. In der Sozialpsychologie gilt seit der Bystander-Studie von Darley und Latané (1968): Je größer eine Gruppe, desto geringer fühlt sich der Einzelne verantwortlich zu handeln. In ihren Experimenten sank die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eingriff, von 85 Prozent bei Einzelpersonen auf unter 40 Prozent in Gruppen. Verantwortung verdampft, wenn sie nicht klar übernommen wird.

Was wir derzeit erleben, ist eine organisationsweite Version dieses Effekts.

Es ist eine merkwürdige Zeit. Keine klassische Krise. Kein Zusammenbruch. Eher ein schleichender Stromausfall der Gewissheiten. Die Systeme laufen weiter, aber das Licht flackert. Und man beginnt zu ahnen, wie sehr Führung seit einiger Zeit von etwas lebte, das man kaum benennen konnte: Richtung.

„In solchen Phasen funktionieren die gewohnten Erfolgsstrategien einfach nicht mehr“, sagt Jessica Wahl, Personal Performance Executive Coach und Beraterin von Führungskräften in Transformationsprozessen. „Viele meiner Klienten sind extrem kompetent – aber wenn sie zu mir kommen, wird oft schnell deutlich, dass sie noch versuchen, nach alten Mustern zu handeln. Das funktioniert in alten Systemen, aber nicht, wenn sich die Parameter durch KI und veränderte Wirtschaftsbedingungen drastisch verändert haben.“
Auch Jörg Tewes, Personal Performance Executive Coach, hat ähnliche Beobachtungen gemacht: „Je unsicherer die Situation, desto stärker ist der Drang, sich an bestehenden Benchmarks und der Mehrheit zu orientieren. Doch gerade in diesen Zeiten brauchen wir Menschen, die sich selbst und ihr Team wirklich verstehen, die die wirtschaftlichen Zusammenhänge durchdringen, die auf ihr Bauchgefühl hören, vorausdenken und gleichzeitig mutig neue Wege gehen – und dabei Haltung bewahren.“

Historisch betrachtet ist das kein ungewöhnlicher Zustand. Übergangszeiten haben nie nach Handbüchern funktioniert. Sie haben immer Menschen gebraucht, die Muster früher erkennen als andere, die Entscheidungen treffen, ohne auf Garantien zu warten. Die bereit sind, angreifbar zu sein. Visionäre Führung war nie massenhaft. Sie war immer selten.

„Charisma ist dabei weniger Show als innere Klarheit“, sagt Wahl. „Es geht um die Fähigkeit, Ambiguität auszuhalten und trotzdem ins Handeln zu kommen. Führung entsteht nicht aus Sicherheit – sondern aus Verantwortung.“

Hollywood liefert dafür ein passendes Bild: Mark Watney in „Der Marsianer“. Er arbeitet gewissenhaft und ordentlich, bleibt unauffällig. Doch dann steht er plötzlich vor einer Situation, in der das Überleben aller von seinen Entscheidungen abhängt. Er entdeckt neue Stärken, entwickelt Kreativität, Initiative, Haltung – und wird dadurch zum unentbehrlichen Anführer.

Führung funktioniert so. Sie entsteht nicht aus Modellen, Büchern oder dem Schwarm. Sie entsteht dort, wo jemand den Mut hat, die Verantwortung zu übernehmen, auf sein Urteil zu vertrauen und den ersten Schritt zu machen.

Wer zögert, bleibt Zuschauer. Andere gestalten die Zukunft.

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Jessica Wahl – Institut für Personal Performance – Coachin Berlin
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Das Institut für Personal Performance Coaching begleitet seit 20 Jahren Fach- und Führungskräfte sowie Persönlichkeiten in herausfordernden beruflichen Kontexten.

Jessica Wahl, Senior Performance Coach, Atem-, Stimm- und Sprechtherapeutin, und Jörg Tewes, Diplom-Schauspieler und Senior Performance Coach, sind international als führende Experten für Performance- und Karriere-Coaching bekannt.

Das Coaching findet in einem einzigartigen Ambiente im Herzen von Berlin-Kreuzberg statt: Das Institut befindet sich in einer wunderschönen Kirche, die eine Atmosphäre von Ruhe, Konzentration und Klarheit bietet – ein bewusster Kontrapunkt zur pulsierenden Dynamik der Großstadt.

Der Fokus des Coaching-Ansatzes liegt auf Haltung, Präsenz und nachhaltiger Performance – alles unter realen Bedingungen und mit einem klaren Ziel: Menschen nicht nur fachlich, sondern auch persönlich zu stärken. Besonders wird auf die Entwicklung von Soft Skills, emotionaler Intelligenz und der Fähigkeit zur authentischen Selbstpräsentation Wert gelegt. So werden die Klienten optimal auf die komplexen Anforderungen der modernen Arbeitswelt vorbereitet, die sowohl technisches Wissen als auch ausgeprägte zwischenmenschliche Fähigkeiten erfordern. https://www.jessicawahl.de

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Methoden für Leadership: Anders als andere

„Be different or die“, lautet ein berühmter Spruch in der Marketingbranche. Es ist essenziell seine Unterscheidungsmerkmale genau herauszuarbeiten. „More of the same“ ist nicht gefragt.

BildUnternehmen, denen es gelungen ist, ihre Einzigartigkeit hervorzuheben, erzeugen für ihre Produkte am Markt eine Begehrlichkeit. Es gilt einen Mehrwert für den Kunden spürbar zu machen und dieser kann sich auf die verschiedenste Art und Weise ausdrücken. Es geht von individuellen Maßanfertigungen, über Punkten durch Innovation und Design bis hin zu ganz einfachen Arbeiten, die andere nicht mehr machen, weil es sich für sie (angeblich) nicht lohnt. Entscheidend ist beim Anders sein aber immer authentisch zu bleiben. Seine Kernkompetenz nicht aus den Augen zu verlieren und sich immer wieder die Fragen stellen: Können wir das wirklich und passt das zu uns? Oft benötigt das Anders sein aber auch Geduld und Konsequenz. Die beste Idee nützt uns nichts, wenn die Zeit noch nicht dafür gekommen ist.

Was haben andere anders gemacht?

Was ist erfolgreichen Unternehmen gelungen und anderen nicht? Red Bull hat es geschafft sich von der Wahrnehmung eines Getränkeherstellers zu lösen, hin zu einem Inbegriff für Life Style. Es war nicht die Innovationskraft und auch nicht die Finanzkraft, welche das Unternehmen an die Weltspitze gebracht hat. Vielmehr war es ein ausgeklügeltes Marketingkonzept. Man hat auf Randsportarten gesetzt, welche bei der Zielgruppe eine hohe Aufmerksamkeit erregen und das Sponsern der Akteure leistbar war. So wurde unbewusst das Produkt in Verbindung gebracht mit „Grenzen überschreiten“ oder „das Unmögliche möglich machen“. Gepaart mit dem Credo „Red Bull verleiht Flügel“ wurden potenzielle Kunden emotional berührt und zum Kauf angeregt.

Leo Hillinger war einfach „Bauernschlau“ und ein exzellenter Selbstvermarkter. Die Tatsache, dass er mit einem Budget von 50.000 Schilling mit einem einfachen Trick den Zutritt in die Spitzengastronomie mit seinem Wein geschafft hat, ist beeindruckend. Er hat seine engsten Freunde gefragt, ob sie auf seine Kosten in den feinsten Restaurants in Wien Essen gehen möchten. Die einzige Bedingung war, dem Kellner nach einen Hillinger Wein zu fragen und empört zu sein, wenn dieser nicht auf der Weinkarte zu finden war. Gleich am nächsten Tag hat sich Leo Hillinger dann persönlich beim Einkäufer oder Restaurantbesitzer gemeldet und ihm seinen prämierten Wein angeboten. Und die Rechnung ist aufgegangen. Natürlich stecken auch noch viel Fleiß und Engagement dahinter, um den endgültigen Durchbruch zu erreichen. Die Schifirma Original Plus beispielsweise stellt einen maßgeschneiderten Schi, wo der Kern für jeden Kunden individuell gefräst wird, zu einem leistbaren Preis her. Abgerundet wird das Konzept noch von der Tatsache, dass jeder Kunde das Design auch noch selbst bestimmen kann. Somit ist jeder Schi ein Unikat und auf das Fahrkönnen und Nutzungsverhalten des Kunden präzise abgestimmt.

Raus aus der Vergleichbarkeit

Wir sehen also, es zahlt sich richtig aus sich darüber Gedanken zu machen, die Unterscheidungsmerkmale seines Produktes oder seiner Dienstleistung sauber herauszuarbeiten. Ist man mit dem, was man verkaufen möchte, vergleichbar, zählt nur noch der Preis. Und es wird immer jemanden geben, der das Gleiche oder ein sehr ähnliches Produkt zu einem günstigeren Preis anbietet. Jetzt beginnt sich die Preisspirale zu drehen aus der man meist nur sehr schwer wieder herauskommt. Anders sein kann sich aber auch in seiner Persönlichkeit ausdrücken. Menschen sind emotionale Wesen. Es reicht oft einem Kunden ein besonders gutes Gefühl zu vermitteln, um sein Vertrauen zu gewinnen. Sich gut aufgehoben, behütet, wertgeschätzt zu fühlen, kann auch schon kaufentscheidend sein. Unterschätzen wir nicht die Macht der Gefühle, welche in der Lage sind Menschen emotional zu berühren und zu Handlungen motivieren. Das Spiel bleibt also spannend, wie es uns auch künftig gelingt, die Gunst der Kunden zu erlangen. Kreativität, Innovation aber vor allem auch Ehrlichkeit und Konsequenz sind ein guter Mix um im Spiel zu bleiben.

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