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32. Aspendos Opern- und Ballettfestival in Türkiye eröffnet

Weltstars der Oper erobern das 2.000 Jahre alte Amphitheater von Türkiye beim spektakulären Mittelmeer-Festival

BildWenn der italienische Tenor Riccardo Massi und die russische Sopranistin Olga Maslova im September auf der Bühne des antiken Theaters von Aspendos in Türkiye stehen, treten sie dort auf, wo schon vor fast 2.000 Jahren römische Zuschauer begeistert Beifall klatschten. Das 32. Internationale Aspendos Opern- und Ballettfestival vom 14. September bis 1. Oktober verwandelt eines der besterhaltenen Amphitheater der Welt in einen glanzvollen Kulturort, der es mit den großen Opernhäusern von heute aufnehmen kann.

Was dieses Festival so besonders macht: Puccinis „Turandot“ oder Verdis „La Traviata“ in einem Theater zu erleben, in dem schon in der Antike Künstler auftraten, mit einer Akustik, bei der selbst ein Flüstern von der Bühne bis auf die obersten Ränge mühelos zu hören ist.

Starpower in antiker Kulisse
Das Festival eröffnet am 14. September mit Puccinis „Turandot“, der Geschichte der eiskalten chinesischen Prinzessin. Die gefeierten Opernstars Riccardo Massi und Olga Maslova führen die Produktion der Staatsopern und -ballette von Ankara und Antalya an und versprechen vokale Glanzleistungen, wie sie diesen Ort schon zu Zeiten des Römischen Reiches berühmt machten.

Am 27. September steht der weltbekannte Tenor Ivan Magrì mit „Tosca“ auf der Bühne. Er bringt seine international gefeierte Stimme in eine der dramatischsten Opern überhaupt und in eine Kulisse, die Musik und Emotionen gleichermaßen verstärkt. Zum Abschluss gibt es am 1. Oktober ein besonderes kulturelles Highlight: Das Staatliche Akademische Bolschoi-Opern- und Balletttheater aus Usbekistan, benannt nach dem Dichter Alischer Navoi, präsentiert Verdis ergreifende „La Traviata“. Damit kommt es zu einer seltenen internationalen Zusammenarbeit an diesem geschichtsträchtigen Ort.

Vom russischen Ballett zur griechischen Tragödie unter Sternenhimmel
Neben Oper präsentiert das Festival auch Ballettklassiker, die die uralte Steinbühne in eine Tanzwelt verwandeln.
o 17. September: „Zorba“ – die lebensbejahende griechische Geschichte mit dem legendären Sirtaki, begleitet von der unvergänglichen Musik von Mikis Theodorakis
o 20. September: „Schwanensee“ – Tschaikowskys zeitloses Meisterwerk, neu interpretiert von Ricardo Amarante
o 24. September: „Don Quixote“ – eine farbenfrohe Hommage an die spanische Kultur und Cervantes‘ berühmte Romanfigur

Warum Aspendos so besonders ist
Das Theater von Aspendos wurde im 2. Jahrhundert nach Christus erbaut und gilt nicht nur als das besterhaltene römische Theater in Türkiye, sondern auch als eines der bedeutendsten Beispiele römischer Architektur weltweit. Seit 2003 ist das Festival Mitglied der European Festivals Association und hat sich zu einem kulturellen Pilgerort für Opern- und Ballettfreunde aus ganz Europa entwickelt.

Die 2.000 Jahre alte Bauweise von Aspendos trägt jeden Ton ganz ohne Verstärkung bis auf alle 15.000 Plätze. Dieses akustische Wunder fasziniert Künstler und Publikum bis heute.

Mittelmeer-Zauber trifft Kulturtourismus
Antalya, die beliebteste Urlaubsdestination der Türkei, verzaubert Besucherinnen und Besucher mit ihrer spektakulären Landschaft, glitzernden Küsten, mildem Klima, mediterranen Spezialitäten der türkischen Küche und ihrem reichen kulturellen Erbe.

Die Stadt überrascht zudem mit gut erhaltenen antiken Stätten, von denen einige im Sommer im Rahmen des Night Museums Project bis spät in die Nacht geöffnet sind. Mit dieser Mischung aus Natur, Kultur und Gastfreundschaft zog Antalya im vergangenen Jahr rund 17 Millionen Gäste an, ein neuer Rekord.

Festival-Infos
Zeitraum: 14. September bis 1. Oktober, jeweils 21 Uhr
Tickets: erhältlich unter www.operabale.gov.tr, www.biletinial.com, in der App SanatCepte sowie an offiziellen Vorverkaufsstellen in Antalya

Pressebilder: https://docs.tga.gov.tr/mswz0wwl

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GoTürkiye c/o TravelMarketing Romberg TMR GmbH
Frau Elvira Bredenbals
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Die TravelMarketing Romberg TMR GmbH, kurz TMR genannt, vertritt seit 1992 erfolgreich erfolgreich internationale Reiseziele in den deutschsprachigen Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz. TMR ist bekannt als effiziente Full-Service-Agentur für Destinationsmarketing, Public Relations, Logistik, Eventmanagement, Social Media und Multimedia. Durch ihre langjährige Tätigkeit im deutschsprachigen Raum verfügt TMR über einen großen Erfahrungsschatz im deutschsprachigen Raum und haben Kontakte zur weltweiten Tourismusbranche.

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Kammeroper Frankfurt im Palmengarten – „Operette sich, wer kann“

Ein mitreißendes Konzert durch die verwirrende Welt der Frauen und Männer, mit Melodien aus Operetten die wir kennen. Rund um Eifersucht, Wahrheit, Lüge und die schön-absurde Dekadenz der Liebe.

BildGewöhnlich ist hier nichts – Im Palmengarten Frankfurt wirkt der „Unerhörte Operettensalon“ auf alle Sinne. Mitunter singt bei einer Aufführung eine Nachtigall mit dem Libretto um die Wette, oder eine Ente sucht den Weg durch die Zuschauerreihen. Mit sehr guter Akustik und mit einem leidenschaftlichen Ensemble in bester Theaterqualität erlebt man ein Operetten Feeling, das insbesondere durch die deutsch-sprachige Inszenierung verzaubert und begeistert.

Zwanglos erlebt der Besucher in einem intimen Rahmen sein Operettenerlebnis mit Picknickkorb statt mit Abendtäschchen, opern-unüblich im Freien und inmitten einer Szenerie der Natur. Ein begeisternder Rahmen für einen wunderbaren und sicher überraschenden Abend.

Die Kammeroper Frankfurt folgt diesen Sommer dem Bonmot: „Operette sich, wer kann!“ mit einem „Unerhörten Operettensalon“ an diesem grünen Ort. In dem szenischen Konzert wandeln ein Mann und drei Sängerinnen durch die verwirrende Welt der Frauen und Männer, gespiegelt in Melodien, die wir aus Operetten kennen. Da liegen Schlösser im Mond, Lippen küssen so heiß, plötzlich erklingen Cymbalklänge, Nächte vergehen voller Seligkeit und niemand weiß, zum wem er (oder sie) gehört. Von Ferne winkt in dieser Mischung aus Melancholie und bizarrer Komik Federico Fellini herüber. Es geht um Eifersucht, Wahrheit und Lüge, lustige Witwen, verbrecherische Kerle und die ganze schön-absurde Dekadenz der Liebe. Die Frauen schlüpfen chamäleonhaft in die Charaktere, die sie besingen. Die Swing Tänzerin Giuseppina Galloro mischt immer wieder die Szenerie auf.
Regisseur Rainer Pudenz sucht lustvoll nach den Untiefen in den vermeintlich seichten Wassern der Operette und verbeugt sich vor dieser seltsamen Gattung. Auch die ungewohnte Besetzung garantiert einen reizvollen Verfremdungseffekt: statt Sinfonieorchester oder den besungenen Cymbalklängen ertönen zwei Saxofone, Klavier und Schlagzeug. Mit diesem originellen Abend kehrt Gründer und Pate der Kammeroper, Regisseur Rainer Pudenz noch mal auf die Bühne des Palmengartens zurück. Die Sängerinnen Cornelia Haslbauer, Johanna Reithmeier und Annette Fischer kennt und liebt das Publikum der Kammeroper schon aus zahlreichen Produktionen, ebenso den Schauspieler Philipp Hunscha, der versucht, sich einen Reim auf Frauen und Männer zu machen. Die Arrangements stammen von dem Frankfurter Saxofonisten und Komponisten Tobias Rüger. Er leitet auch den unerhörten Operettensalon musikalisch und steht mit seinem Sohn auf der Bühne.
Ein verführerischer Abend, den man sich absolut gönnen sollte.

Informationen:
Kammeroper Frankfurt im Palmengarten „Ein unerhörter Operettensalon“
Ein szenisch-musikalisches Portrait über eine unfassbare Gattung
Leitung: Rüger, Pudenz, Keller, Kraatz, Messerschmidt
Mitwirkende: Annette Fischer, Cornelia Haslbauer, Johanna Reithmeier, Philipp Hunscha, Nelya Menshchikova, Tobias Rüger, Giuseppina Galloro, Elias Rüger, Noah Müller
Aufführungen: Mittwoch 6. August, Freitag 8. August, Samstag 9. August – jeweils 19.30 Uhr
Aufführungsort: Musikpavillon/Orchestermuschel im Palmengarten Frankfurt
Eingang: Bockenheimer Landstraße/Palmengartenstraße 11 und Siesmayerstraße 63
Vorverkauf: Bei Frankfurt Ticket online kaufen oder telefonisch unter 069-13 40 400, außerdem an der Kasse des Palmengarten, an der Abendkasse oder per E-Mail an pudenz@kammeroper-frankfurt.de.

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Constance Heller: Operndiva goes Pop

Die sehr gefragte klassiche Opernsängerin trat in allen berühmten Häusern auf und sang mit Weltstars wie Placido Domingo oder unter Daniel Barenboim. Jetzt debütiert sie als Popsängerin!

BildAls klassisch ausgebildete und sehr gefragte Opernchanteuse trat sie in allen berühmten Häusern auf – von der Mailänder Scala bis zur Opera Roma, sang mit Weltstars wie Placido Domingo oder unter Daniel Barenboim: Constance Heller. Nachdem die multitalentierte Musikerin mit „Friedenstraum“ erstmals erfolgreich ein Crossover-Werk veröffentlicht hatte, geht sie nun einen Schritt weiter: Auf „Evening of Love“, ihrer neuen Single, zeigt sie außer Mut ihre große Variabilität. Durch die Popminiatur, einem gelungenen Remake eines Vaya-Con-Dios Songs, tänzelt ihre Stimme locker und leicht – gerade so, als wäre es ihre Hundertste Pop-Veröffentlichung. Dabei ist es ihr Debüt im Pop. Chapeau!

Und wenn nun einige ihrer E-Kollegen die Nase rümpfen? – Sollen sie doch. „Bei mir steht der Spaß im Vordergrund“, sagt sie. Und das ist in jeder Phase zu spüren.

„Als klassische Sängerin habe ich es immer als sehr beglückend und befreiend empfunden, als Ausgleich zur Oper Pop- und Folksongs zu singen“, sagt sie. Und fährt lachend fort: „Um als Opernsänger gute Popmusik machen zu können, muss man aber alles vergessen, was man gelernt hat“.

Eine spannende aber lohnende Erfahrung für die Sängerin, „da man mit dem natürlichen Stimmklang in der Popmusik viel besser Geschichten erzählen kann und viel mehr Farben und Facetten zur Verfügung hat als im klassischen Gesang“.

Die Idee selbst entstand in ihrem Umfeld: Für ihre Freunde hat sie öfter mal Songs aufgenommen und zu Geburtstagen und an Weihnachten per Email als musikalischen Gruß verschickt. Die Songs fanden so viel Anklang, dass Constance Heller in den letzten Jahren oft gebeten wurde, nach sieben Klassik-CDs auch mal Popsongs zu veröffentlichen. Nach ihrer besinnlichen und weihnachtlichen Veröffentlichung „Friedenstraum“ kommt Constance dieser Bitte jetzt nach – mit einem wahrlich wunderschön leichten Gute-Laune-Song. „Evening of Love“ so sagt sie, „soll den Frühling einläuten“.

Hier kann man den Song streamen und downloaden!

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Alfred-Kärcher-Straße 10
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Einladung zum DIGITAL CULTURE SUMMIT

Kunstaktion zum DIGITAL CULTURE SUMMIT – 25./26. September 2023 im KOMED in Köln

BildWie wird generative KI die Erzeugung und Distribution von Wissen verändern? Welche Digital Literacy brauchen wir in den Kultureinrichtungen? Wie kann Kultur ein digitales Publikum erreichen? Was bedeutet der digitale Wandel für Kultur- und Gedächtnisinstitutionen? Wie verändert sich die Arbeitskultur und was muss Führung künftig leisten? Um diese und weitere Fragen geht es beim Digital Culture Summit, der am 25. / 26. September 2023 in Köln stattfindet. Auf der Veranstaltung diskutieren hochrangige Akteure aus Kunst, Kultur und Wissenschaft sowie aus Wirtschaft, Medien und Politik auf acht Panels darüber, wie die digitale Transformation diverse Branchen disruptiv verändert und wie das Web 3.0 und generative KI die Bereiche Kunst, Kultur und Wissenschaft in ihren Kernaufgaben treffen.

Im Rahmen des Digital Culture Summit 2023, der anlässlich des 10. Jubiläums der Pausanio Akademie stattfindet, sind diverse Keynotes, Talks und Masterclasses sowie eine Party mit kölschem Buffet am Montagabend geplant. Alle acht Panels des Bühnenprogramms können nach Anmeldung auch online verfolgt werden.

Weitere Informationen und Tickets

HYBRIDES KUNSTPROJEKT

Im Rahmen des Digital Culture Summit startet ein spannendes hybrides Kunstprojekt. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin Meral Alma wird ein hochtechnisiertes Hoi Frame+ Shock Bike der Firma Kettler in ein Kunstwerk transformieren. Das Kunstwerk, das bei Dunkelheit eine weitere leuchtende Bildebene enthüllt, soll am Ende des Jahres für einen guten Zweck im Bereich der digitalen Bildung gestiftet werden. Zunächst aber wird das Kunst-Rad auf eine sowohl virtuelle als auch physische Reise gehen: Während die ersten Kilometer in Köln von den Summit-Teilnehmer:innen geradelt werden, kann das Kunstwerk ab Oktober im Pop-up des Bergson Kunstkraftwerk am Münchner Rathaus besichtigt und von den Besucher:innen ausprobiert werden. An beiden Orten sind die Nutzer:innen eingeladen, das Kunst-Bike per Selfie weiter in die Welt auszusenden, sodass es eine möglichst große Strecke zurücklegt. Das Kunstwerk mit vielen Gesichtern bringt damit das zentrale Thema des Digital Culture Summit auf den Punkt: Wir wollen uns gemeinsam fit machen fürs Digitale, damit Kunst, Kultur und Wissenschaft auch in der digitalen Gesellschaft erlebbar sind. 

DIE KÜNSTLERIN

Meral Alma, die auch einen Magister-Abschluss der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität hat, studierte von 2010-2018 freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. 2014 und 2015 erhielt sie den Förderpreis. 2017 wurde Meral Alma zur Meisterschülerin von Prof. Siegfried Anzinger ernannt. Sie nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u. a. im Museum K21, im Haus der Universität und in städtischen Galerien teil. Ihre Werke finden sich in zahlreichen Sammlungen und sind in Banken wie öffentlichen Gebäuden dauerhaft installiert. 2021 wurde Meral Alma in den Beirat der Freunde und Förderer der Kunstakademie gewählt und sie wurde als Nachfolgerin von Tony Cragg (2017) und Jacques Tilly (2019) die erste weibliche Preisträgerin für Bildende Kunst der seit 90 Jahren bestehenden Düsseldorfer Jonges.

BERGSON

Das Bergson Kunstkraftwerk wird das Publikum ab Januar 2024 in München in seinen Bann ziehen:

Im ehemaligen Aubinger Heizwerk wirst Du Events, Konzerte und vieles mehr erleben, gleichzeitig zeitgenössische bildende Kunst entdecken. Zusammen mit unserer Gastronomie werden wir dafür sorgen, dass Du bei uns bleiben willst. Das Bergson klingt gut, schmeckt gut und macht glücklich. Ein Festival für alle. Von früh bis spät. An jedem Tag im Jahr.

PAUSANIO – WIR MACHEN MENSCHEN FIT FÜRS DIGITALE, SO DASS SIE DEN DIGITALEN WANDEL GESTALTEN UND GRENZEN ÜBERSPRINGEN

Unser Team aus erfahrenen Berater:innen, Coaches und Referent:innen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft macht Menschen und Institutionen fit für den digitalen Wandel. In der Pausanio Akademie vermitteln wir Wissen und Methoden direkt aus der Praxis, geben Orientierung in der digitalen Transformation und bilden zum Digital Curator aus. Für Gedächtnisinstitutionen und Kulturbetriebe führen wir Schulungen für Mitarbeiter:innen durch und unterstützen die Organisationen durch bewährte Strategieprozesse, fachliche Beratung und individuelles Coaching bei der digitalen Transformation.

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MIAMEIDE – Uraufführung der neuen Kammeroper von Kristine Tornquist und Julia Purgina in Wien

Mia kann die Sprache der Pflanzen verstehen. Doch für diese Fähigkeit findet sich in der Welt keine Verwendung. Am Arbeitsamt wird sie in Jobs vermittelt, in denen Pflanzen wie Objekte gehandelt werde

BildMIAMEIDE (UA)
Die stillen Schwestern.
Text von Kristine Tornquist
Musik von Julia Purgina
Trickfilm von Julia Libiseller

https://www.sirene.at/aktuell/2023-miameide/

21., 23., 25., 26., 27., 28., 30. September 2023
jeweils 20.00 Uhr | 19.00 Plant Science – Das geheime Leben der Pflanzen
Jugendstiltheater, Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien (A)

Eine sirene-Produktion in Kooperation mit PHACE (en) und Momentum Vocal Music

Mia kann die Sprache der Pflanzen verstehen. Doch für diese Fähigkeit findet sich in der Welt keine Verwendung. Am Arbeitsamt wird sie in Jobs vermittelt, in denen Pflanzen wie Objekte gehandelt werden. Aber sie taugt weder als Blumenverkäuferin, noch in der Grossgärtnerei, wohin sie auch kommt, immer versteht sie zu viel von den Bedürfnissen der Pflanzen. Als sie begreift, dass in der Menschenwelt kein Platz mehr für die ist, die hören können, flüchtet sie in ein anderes Dasein.

Auch wenn wir sie nicht hören können, sind die stillen Schwestern nicht stumm. Ihre Sprache ist das Wachstum, ihr unaufhörliches Entfalten, Vermehren, Verzweigen und Differenzieren ist ihre Erzählung von der Überwindung der Entropie.

Julia Purgina hat eine lebendige und fragile Musik geschrieben, die botanische Strukturen und das fraktale Wachstum der Pflanzen nachempfindbar machen. Die Sprache der Pflanzen.

Julia Libiseller zeigt in ihrem Stopmotionfilm die unermüdlichen und surrealen Bewegungen der Blätter, Blüten und Wurzeln auf der ewigen Suche nach Licht und Wasser.

Musik. Julia Purgina
Text. Kristine Tornquist
Trickfilm. Julia Libiseller

Mia. Johanna Krokovay
Sachbearbeiterin. Romana Amerling
Arbeitslose, Gärtnerin. Ingrid Haselberger
Sachbearbeiterin, Blumenhändlerin. Benjamin Boresch
Arbeitsloser, Gärtner. Vladimir Cabak
Sachbearbeiterin, Kunde. Johann Leutgeb

Vokalensemble Momentum Vocal Music
Sopran. Ekaterina Krasko
Mezzosopran. Elisabeth Kirchner
Countertenor. Aleksandar Jovanovic
Tenor und Leitung. Simon Erasimus
Bassbariton. Benjamin Harasko

Ensemble PHACE (en)
Flöte. Doris Nicoletti
Klarinette. Reinhold Brunner
Trompete. Dominik Fuss
Posaune. Stefan Obmann
Percussion. Berndt Thurner
Percussion. Maria Chlebus
Harfe. Tina Zerdin
Klavier/Celesta. Mathilde Hoursiangou
Akkordeon. Maria Mogas Gensana
Violine. Thomas Wally
Violine. Jacobo Hernández Enríquez
Viola. Anna Lindenbaum
Violoncello. Barbara Riccabona
Violoncello. Stefanie Prenn
Violoncello. Manuel Schager
Kontrabass. Michael Seifreid
Leitung. Reinhard Fuchs

Musikalische Leitung. Antanina Kalechyts
Regie. Kristine Tornquist
Bühne. Michael Liszt. Markus Liszt. Je Jesch
Kostüm. Maria Mitterlehner
Maske. Klara Leschanz
Licht. Paul Eisemann
Sujet. Judith Baumgartner
Animation und Videotechnik. Germano Milite

Korrepetition und Studienleitung. Petra Giacalone
Assistenz und Inspizienz. Selina Umundum
Hospitanz und Übertitel. Anna Skrepek
Produktionsleitung. Martin Horváth
Produktion. Jury Everhartz

In den prähistorischen Höhlenmalereien, die so grossartige Liebeserklärungen an die Brüder Tiere sind, klafft eine auffällige Lücke: die Schwestern Pflanzen fehlen. Obwohl ihr Grün Hinter- und Untergrund unserer Existenz ist, ihr Atem uns die Atmosphäre schafft, ihr Leben Bedingung von unserem ist. Ihre Langsamkeit, ihre Beharrlichkeit, ihr Schweigen und das Fehlen eines Blickes macht sie scheinbar zu reglosen Objekten. Ein Missverständnis, wie Darwin bemerkt:

Es ist kaum eine Übertreibung, wenn man sagt, dass die in dieser Weise ausgerüstete Spitze des Würzelchens, welches das Vermögen hat, die Bewegungen der anderen Teile zu leiten, gleich dem Gehirn der niederen Tiere wirkt; das Gehirn sitzt innerhalb des vorderen Endes des Kopfes, erhält Eindrücke von Sinnesorganen und lenkt die Bewegungen.

Die Familie der Pflanzen ist sehr alt (Landpflanzen seit über zwei Milliarden Jahren) und sehr gross (500.000 Arten), zu ihr gehören die erfolgreichsten Arten der Geschichte des Lebens (Bärlapp, Schachtelhalm, Farn), sie stellen den grössten Anteil der lebenden Biomasse (82%), sie haben die Erde völlig umgestaltet, die Atmosphäre erzeugt und die Bedingungen für die Entstehung der Tiere geschaffen. Statt Antropozän könnte man eigentlich immer noch von Florazän sprechen und das seit Milliarden Jahren – so sieht die Erde aus dem All betrachtet aus. Diese grüne, sauerstoffreiche Erde ist nicht die Schöpfung eines menschengleichen Gottes, sie ist das Werk unsrer lichttrinkenden, unsterblichen Schwestern.

Auch heute, wo die Aufmerksamkeit für die Verletzlichkeit der Natur steigt, gelten dennoch unterschiedliche Wertmaszstäbe für Tiere und Pflanzen. Wohl auch, weil ihr Leben vom menschlichen so verschieden ist, dass Einfühlung in dieses andere Sein kaum gelingen kann, zumal wenn man bedenkt, dass die im buchstäblichen Sinne wesentlichen Teile der Pflanze unterirdisch verborgen bleiben. Und nicht nur das, auch das Identitätskonzept ist gänzlich unvergleichbar. Während wir uns als abgegrenzte vergängliche Individuen erleben, ständig zu Flucht, Kampf und Abgrenzung gezwungen, kennen Pflanzen über den einfachen binären Lebensschalter Leben oder Tod hinaus komplexere und erweiterte Formen des Werdens, Existierens, Überdauerns und Fortpflanzens, man könnte sie sogar als Dividuen bezeichen: sie teilen, klonen, ersetzen sich, sie wachsen unaufhörlich weiter, erweitern sich immer wieder von neuem und überdauern so Jahrtausende. Doch das Grossartigste, das die Schöpfung in den Pflanzen verwirklicht hat, ist ihre Fähigkeit zur Autotrophie – sich zu erhalten, ohne anderes Leben vernichten zu müssen, als vollkommene Überwinder der Entropie, ohne die tierische Erbschuld des Fressens, Tötens und ihrem hohen Energieverbrauch.

Botaniker spekulieren schon seit Jahrhunderten über ihr Wesen, aber gerade in den letzten Jahren sind Fragen virulent geworden: Können sie sprechen? Machen sie Pläne? Kämpfen, kommunizieren, fühlen sie? Ja, denken sie vielleicht sogar? Das ist gut gemeint, aber der anthropomorphisierende Blick greift zu kurz. Da sie ganz andere Organisation und Sinne haben, sind ihre Botschaften so fremdartig wie die „kleinen grünen Männchen“ vom Mars. Ihre Rufe sind Duft, ihr Wille Wachstum. Als Meister der potentiellen Unsterblichkeit verteidigen sie sich mit Geduld, sie vergnügen sich mit vielfältiger Vermehrung, sie formulieren in Formen und perfektionieren Existenz als aktive Kunst. Ihre Botschaften sind Grün. Grüne Oden an das Licht.

Mit ihrer Langsamkeit bleiben sie trotz ihrer Bedeutung unter dem Radar der menschlichen Aufmerksamkeit und erreichen höchstens menschliche Ahnungen. Doch auch wenn das menschliche Ohr sie nicht hören kann, lässt es sich doch ahnen, wie Robert Walser, ein passionierter Waldläufer schreibt:

Es ist ein dunkles Begreifen in jedermans Herzen, warum der Wald so berauschend schön ist, und es will niemand mit der lauttönenden exakten Sprache herausrücken. Wälder, durch die man gegangen ist, hinterlassen im herzen ein namenloses Gefühl der Hoheit und Heiligkeit, und solches Gefühl gebietet zu schweigen.

Das Schweigen der Pflanzen ist ansteckend, aber nicht still, man kann es hören, wenn man horcht!

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