Tag Archives: Psychotherapie

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Wenn aus Nähe Distanz wird: Paarberatung als Weg zu einem neuen Miteinander

Die Praxis Eisenmann & Fingerl in Tübingen verbindet Paarberatung, Psychotherapie, Traumatherapie, Musiktherapie und kreative Angebote zu einem ganzheitlichen, integrativen Therapieansatz.

Tübingen. In der Praxis Eisenmann & Fingerl werden Paare dabei begleitet, festgefahrene Konflikte aufzulösen, besser miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Perspektiven für ihre Beziehung zu entwickeln

Tübingen. Beziehungen verändern sich stetig. Was am Anfang, in der Zeit der großen Verliebtheit, ganz natürlich erscheint – nämlich sich in Nähe und mit Verständnis zu begegnen und die gemeinsamen Ziele kraftvoll anzugehen -, kann im Laufe der Jahre starken Schwankungen unterliegen. Unterschiedliche Bedürfnisse, immer wiederkehrende Konflikte, Verletzungen oder auch belastende äußere Lebenssituationen können dazu führen, dass sich Paare voneinander entfernen. In der Praxis Eisenmann & Fingerl, gelegen im kultigen Bau der Alten Molkerei in Tübingen, stehen deshalb unter anderen Themen die Paarberatung und Paartherapie besonders im Mittelpunkt.
Dabei geht es nicht darum herauszufinden, wer von beiden Partnern „recht“ hat. Vielmehr geht es darum, dass beide Partner entsprechend Raum erhalten, um ihre jeweilige Sichtweise darzustellen und ihre Bedürfnisse und Wünsche auszudrücken, und gleichzeitig die Perspektive des anderen besser zu verstehen.

Hinter Konflikten verborgen liegen oft eigene Themen

Ein Ziel dieser Arbeit ist es, die Dynamik und den Hintergrund von oft wiederkehrenden Konflikten sichtbar zu machen und möglichst zu verstehen, welche eigenen Themen der einzelnen Partner dazu führen, dass es manchmal eskaliert.
Paare streiten oft über dieselben Themen – Nähe und Distanz, Kommunikation, Sexualität, Familie, Aufgabenverteilung oder unterschiedliche Vorstellungen vom gemeinsamen Leben.
In der Paarberatung wird versucht, die zugrunde liegenden Muster zu erkennen. Der Ansatz dieser Praxis orientiert sich an der systemisch-integrativen Paartherapie nach Hans Jellouschek, in der sowohl die persönliche Geschichte der jeweiligen Partner wie auch die entstandene Dynamik des Paares als solches betrachtet werden.

Ein breiter therapeutischer Ansatz und Achtsamkeit

Neben der Paarberatung bietet die Praxis Eisenmann & Fingerl auch Einzelpsychotherapie (körper- und achtsamkeitsorientierte Therapie Hakomi) und Traumatherapie an. Rainer Fingerl ist als Hakomi-Therapeut, zertifizierter Paartherapeut und Traumatherapeut (auch EMDR) tätig.
In der körper- und achtsamkeitsorientierten Arbeit (Hakomi) von Rainer Fingerl geht man davon aus, dass sich persönliche Erfahrungen, Überzeugungen und Beziehungsmuster nicht nur in Gedanken und Gefühlen, sondern auch im Körper zeigen. In einem geschützten Rahmen werden diese oft unbewussten Muster behutsam wahrgenommen und erforscht. Dabei geht es weniger darum, Probleme schnell zu analysieren, sondern darum, die eigene innere Erfahrung bewusst zu erleben und besser zu verstehen. So können neue Perspektiven entstehen und bisher festgefahrene Reaktions- und Verhaltensmuster sich verändern.
Désirée Eisenmann ergänzt das Angebot mit ihren Schwerpunkten Musiktherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Kreative und musiktherapeutische Elemente können insbesondere dort hilfreich sein, wo Gefühle und Erfahrungen nur schwer in Worte zu fassen sind. Außerdem bietet sie in ihrer Kreativwerkstatt auch Kurse für Erwachsene an. Speziell für Frauen gibt es dort Spiel-und Freiraum für das Entdecken der eigenen kreativen Ressourcen. Durch das Befreien der eigenen Schöpferkraft in Form von Malen, Gestalten, Formen oder auch Nähen kann Spaß am Ausprobieren und Entdecken sowie Freude am eigenen Tun entstehen, was wiederum Kraft und Selbstbewusstsein stiftet.
Gemeinsam verfolgen Eisenmann & Fingerl einen integrativen Ansatz, bei dem nicht eine Methode, sondern der jeweilige Mensch und seine Lebenssituation im Mittelpunkt stehen.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Praxis Eisenmann & Fingerl
Herr Rainer Fingerl
Rappstraße 21
72070 Tübingen
Deutschland

fon ..: 07472/9645537
web ..: http://www.praxis-ef.de
email : praxis@praxis-ef.de

Die Praxis Eisenmann & Fingerl in Tübingen bietet Paartherapie, Einzelpsychotherapie, Traumatherapie sowie Musiktherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Paare und Familien und verbindet achtsamkeits-, körper- und kreativorientierte Ansätze mit einem individuellen, integrativen Vorgehen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Paarberatung und der Arbeit mit Beziehungskonflikten.

Pressekontakt:

OMERGY GmbH
Herr Hartmut Wehrmeyer
Bollhörnkai 1
24103 Kiel

fon ..: 043167070100

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EPIsoDE-Studie in JAMA Psychiatry publiziert: Psilocybin zeigt Wirkung bei behandlungsresistenter Depression

Die Ergebnisse der EPIsoDE-Studie liefern weitere Hinweise darauf, dass Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie eine bedeutsame antidepressive Wirkung entfalten kann – auch langfristig.

BildMIND Foundation unterstützt Wissenstransfer und klinische Professionalisierung im Rahmen einer siebenjährigen Kooperation mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit.

BERLIN / MANNHEIM, 19. März 2026 – 12:15 Uhr

Bei mehr als 30 Prozent der Menschen mit Depressionen wirken verfügbare Medikamente nicht zufriedenstellend. Die jetzt in _JAMA Psychiatry_ veröffentlichten Ergebnisse der EPIsoDE-Studie („Efficacy and Safety of Psilocybin in Treatment-Resistant Major Depression“) liefern weitere Hinweise darauf, dass Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie eine bedeutsame antidepressive Wirkung entfalten kann – auch langfristig. Die Implementierung dieser Therapieform erfordert eine enge Verzahnung von Forschung, klinischer Praxis und Ausbildung.

Ergebnisse der EPIsoDE-Studie: Ein differenzierter Blick

Die von Prof. Dr. med. Gerhard Gründer vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim geleitete Studie untersuchte an insgesamt 144 Patientinnen und Patienten mit behandlungsresistenter Depression in Mannheim (ZI) und Berlin (Charité – Universitätsmedizin Berlin) die Wirksamkeit und Sicherheit von Psilocybin in Kombination mit Kurzzeit-Psychotherapie. Obwohl der primäre Endpunkt – das Ansprechen auf die Therapie sechs Wochen nach der ersten Dosis – statistisch nicht signifikant gegenüber Placebo wurde, zeigen die Daten eine klinisch bedeutsame antidepressive Wirkung:

* Sekundäre Endpunkte: Nach sechs Wochen war die depressive Symptomatik in der 25-mg-Gruppe um durchschnittlich 4,6 Punkte auf der HAMD-Skala stärker reduziert als in der Placebo-Gruppe.
* Langzeitwirkung: Zwölf Wochen nachdem alle Teilnehmenden eine hohe Dosis erhalten hatten, verringerten sich die Symptome über alle Gruppen hinweg deutlich um durchschnittlich 7,5 Punkte.
* Sicherheit: Das Sicherheitsprofil wird insgesamt als gut eingeschätzt, sofern die Behandlung in eine engmaschige psychotherapeutische Vor- und Nachbereitung eingebettet ist.

Sieben Jahre Kooperation: Wissenschaft und gesellschaftlicher Transfer

Seit 2019 verbindet die MIND Foundation und Prof. Dr. med. Gerhard Gründer, Leiter der Abteilung für Molekulares Neuroimaging am ZI, eine enge Partnerschaft. Diese Zusammenarbeit verkörpert die dritte Säule universitärer Arbeit: den Wissens- und Technologietransfer, das gesellschaftliche Engagement und die akademische Weiterbildung.

„Gemeinsam ist es uns gelungen, Forschungsergebnisse bereits vor Zulassung von Psilocybin in die Versorgung und Ausbildung zu überführen, um der wachsenden Notlage bei depressiven Erkrankungen zu begegnen“, so Dr. Henrik Jungaberle, Co-Geschäftsführer der MIND Foundation.

Von der Forschung in die Versorgung: OVID Clinics in Berlin

Ein konkretes Ergebnis dieses Wissenstransfers ist die von Dr. med. Andrea Jungaberle geführte OVID Clinic Berlin. Seit 2021 wurden dort hunderte Patientinnen und Patienten mit psychiatrischer Leitlinien-Medizin sowie – wenn klinisch angezeigt – mit Ketamin-augmentierter Psychotherapie behandelt. Als bislang einzige private Klinik in Europa verfügt OVID außerdem über eine Compassionate Use-Lizenz für die Psilocybin-Behandlung bei therapieresistenter Depression (TRD).

Weiterbildung in Augmentierter Psychotherapie (APT)

Ein Herzstück der Kooperation ist das APT-Weiterbildungsprogramm. Bisher wurden ca. 200 Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen und -therapeuten zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet. Am 7. November 2026 startet die achte Kohorte.

Die Kombination aus neurobiologischen Wirkmechanismen, subjektiver Phänomenologie von Psychedelika und empirischer Psychotherapieforschung könnte eine substanzielle Verschiebung im Umgang mit psychischen Erkrankungen fördern: weg von der Dauermedikation, hin zu einem biopsychosozialen Ansatz, in dem eine pharmakologisch unterstützte Salutogenese langfristige Veränderungsprozesse auslöst.

Ausrichtung der MIND Foundation

Die MIND Foundation fokussiert in den nächsten Jahren auf folgende Schwerpunkte:

* Spezifische Wirkfaktoren: Neben neurobiologischen Prozessen soll die Bedeutung der subjektiven Phänomenologie, verschiedener Kontexte sowie das Zusammenspiel mit Allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie besser verstanden werden, um spezifische Wirkmechanismen der psychedelischen Therapie formulieren zu können.
* Öffentliches Gesundheitssystem: Geführt von Prof. Gründer und unterstützt durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) strebt die MIND Foundation eine Phase-III/HTA-Studie an, um Psilocybin-augmentierte Therapie (PAT) in die Regelerstattung der Krankenkassen zu bringen. Aktiv werden weitere Partner in Finanzierung und Implementierung gesucht.
* Klinische Weiterbildung und eine erweiterte Patient Journey: Wir möchten das APT-Curriculum erweitern und um ein Programm für nicht-klinische Zielgruppen ergänzen, darunter ehemalige PatientInnen. Der Fokus liegt auf lebenslangem Lernen, Schadensminimierung und Salutogenese (einem Prozess von Resilienzentwicklung). Eine geplante prospektive 10-Jahres-Studie soll Daten zu Sicherheit, langfristiger Wirkung und förderlichen Kontexten liefern.

Über die MIND Foundation

Die MIND Foundation ist eine gemeinnützige Wissenschafts- und Bildungsorganisation, die die Integration von Psychedelika in die Therapie und die lebenslange menschliche Entwicklung vorantreibt. MIND forscht, bildet Therapeuten aus und entwickelt evidenzbasierte Rahmenkonzepte für den Einsatz von Psychedelika und kontemplativen Praktiken. Ausgehend vom Konzept einer rationalen „Kultur des Bewusstseins“, das in der zeitgenössischen Philosophie des Geistes verwurzelt ist, integriert die Organisation empirische Dritte-Person- und Erste-Person-Perspektiven, letztere in der Tradition der Phänomenologie, um eine verantwortungsvolle Transformation in der psychischen Gesundheitsversorgung zu unterstützen.

Pressekontakte

MIND Foundation

Dr. sc. hum. Henrik Jungaberle

mind-foundation.org | press@mind-foundation.org

fon +49 30 29048829

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI)

Torsten Lauer | presse@zi-mannheim.de

Die Originalpublikation sowie ergänzende Materialien und Informationen finden Sie unter: www.zi-mannheim.de/episode

Aktuelle EPIsoDE Publikation

Mertens LJ, Koslowski M, Betzler F. et al. Efficacy and safety of psilocybin in treatment-resistant major depression: the EPISODE randomized clinical trial. _JAMA Psychiatry._ Published online March 18, 2026. doi: 10.1001/jamapsychiatry.2026.0132

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

MIND Foundation gGmbH
Herr Henrik Jungaberle
Boxhagner Str. 78
10245 Berlin
Deutschland

fon ..: 493029048829
web ..: https://mind-foundation.org
email : Henrik.Jungaberle@mind-foundation.org

Die MIND Foundation ist eine gemeinnützige Wissenschafts- und Bildungsorganisation, die die Integration von Psychedelika in die Therapie und die lebenslange menschliche Entwick-lung vorantreibt. MIND forscht, bildet Therapeuten aus und entwickelt evidenzbasierte Rah-menkonzepte für den Einsatz von Psychedelika und kontemplativen Praktiken. Ausgehend vom Konzept einer rationalen „Bewusstseinskultur“, das in der zeitgenössischen Philosophie des Geistes verwurzelt ist, integriert die Organisation empirische Dritte-Person- und Erste-Person-Perspektiven, letztere in der Tradition der Phänomenologie, um eine verantwortungs-volle Transformation in der psychischen Gesundheitsversorgung zu unterstützen.

Pressekontakt:

MIND Foundation gGmbH
Herr Henrik Jungaberle
Boxhagener Str. 78
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„Hände weg von Therapiehonoraren“ – Psychotherapeuten wehren sich gegen geplante Kürzung um 10 Prozent

GKV-Spitzenverband fordert Absenkung psychotherapeutischer Honorare trotz Inflation und steigendem Versorgungsbedarf.

BildBonn, 02.02.26 – Die gesetzlichen Krankenkassen planen eine deutliche Abwertung psychotherapeutischer Leistungen. Nach einem Antrag des GKV-Spitzenverbandes im Bewertungsausschuss vom 21. Januar 2026 sollen die Honorare für psychotherapeutische Leistungen pauschal um zehn Prozent gesenkt werden. Die Entscheidung darüber soll bereits am 11. März 2026 fallen und ab dem 1. April 2026 wirksam werden. Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) schlägt Alarm.

„Was hier passiert, ist kein technischer Automatismus, sondern ein vorsätzlicher Sparbeschluss auf dem Rücken psychisch erkrankter Menschen“, erklärt Dieter Adler, Vorstandsvorsitzender des DPNW. „Während der Bedarf an Psychotherapie steigt, wollen die Krankenkassen die Vergütung zusammenstreichen. Das ist unverantwortlich.“

Im offiziellen Beschluss des Bewertungsausschusses wird lediglich von einer „Überprüfung“ der Bewertungen gesprochen. Dem DPNW liegt allerdings ein Schreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen vor. In diesem wird dokumentiert, dass die Kassenseite ausdrücklich eine pauschale Absenkung um zehn Prozent vorschlägt. Hiervon wären quasi alle psychotherapeutischen Leistungen betroffen.

„Hier wird nicht über Qualität, Bedarf oder Versorgung gesprochen – hier wird schlicht und einfach gekürzt“, so Adler. „Das ist ein fatales Signal an alle Therapeutinnen und Therapeuten, die ihr Bestes geben.“ Adler befürchtet, dass dann noch weniger Kassenpatienten einen Psychotherapieplatz bekommen werden: „Wenn 10 Prozent der Einkünfte wegfallen, werden viele Kolleginnen und Kollegen lieber Privatpatienten nehmen.“

Aus DPNW-Sicht ist der Vorstoß angesichts der Inflation der vergangenen Jahre besonders ärgerlich. Zwischen 2022 und 2024 ist die Inflation in Deutschland kumuliert um rund 16 Prozent gestiegen. Um die Kaufkraft von 2021 zu erhalten, wäre daher eine entsprechende Honoraranhebung um 16 Prozent notwendig. Stattdessen fordern die Krankenkassen eine Kürzung um zehn Prozent.

Dieter Adler kommentiert: „Das ist eine verkehrte Welt. Statt zu prüfen, wie eine Anpassung um 16 Prozent nach oben aussehen könnte, wird pauschal ein Minus von zehn Prozent nach unten vorgeschlagen. Nehme ich beide Zahlen zusammen, so komme ich auf einen Realverlust von 25 Prozent. Die Krankenkassen versuchen erneut unsere Arbeit zu entwerten. Wir sagen: Hände weg von den Therapiehonoraren.“

Über den Verband
Das „Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk“ (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat über 2.800 Mitglieder und 13.500 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist das DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Päd. Sevgi Meddur-Gleissner und Dipl.-Soz.Päd. Tania Ghosh. Mehr unter: www.dpnw.de

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk – DPNW
Herr Dieter Adler
Karmeliterstraße 1c
53229 Bonn
Deutschland

fon ..: 0228-7638203-0
web ..: http://dpnw.de
email : pr@dpnw.info

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Herr Ulrich Hanfeld
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53179 Bonn

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email : mail@hanfeld-pr.de

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Psychotherapeuten mahnen zur Solidarität mit kranken Menschen und nicht zu deren Verurteilung als „Blaumacher“

Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) kritisiert die Pseudodiskussion von Krankentagen durch Bundeskanzler Friedrich Merz.

BildBonn, 29.01.26 – Gesundheits-Statistiken der letzten Jahre zeigen, so das DPNW, dass sich der Krankenstand in Deutschland auf hohem Niveau befindet. Laut Statistischem Bundesamt kamen Beschäftigte in Deutschland durchschnittlich auf 14,8 Krankentage im Jahr 2024. Verglichen mit 2021 stellt dies einen Anstieg von 3,6 Tagen dar. Währenddessen lagen die Werte in den Jahren 2022 und 2023 noch höher bei 15,2 Krankentagen. Haupttreiber für Krankmeldungen sind laut den Studien Atemwegsinfekte und psychische Erkrankungen.

Wie in den Medien berichtet, sieht Bundeskanzler Friedrich Merz als Hauptursache für diesen Anstieg die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk hält diese Überlegung für grundlegend falsch und empfindet ihn als Ausgrenzung kranker Menschen.

Der DPNW-Vorsitzende Dieter Adler mahnt: „Statt alle Kranken als «Blaumacher» unter Generalverdacht zu stellen, sollte sich die Bundesregierung die Ursachen für den Krankenstand anschauen. In den letzten zehn Jahren hat sich beispielsweise die Zahl depressiver Erkrankungen verdoppelt. Hier hilft nur ein verstärktes Angebot an Therapieplätzen. Die langen Wartezeiten auf eine Psychotherapie tragen gewiss erheblich zu den Krankentagen in Deutschland bei.“

Laut AOK-Gesundheitsatlas 2024 fehlen depressiv Erkrankte im Vergleich zu anderen Kranken überdurchschnittlich lange an ihrem Arbeitsplatz: Die AOK beziffert die Ausfalltage wegen Depression mit durchschnittlich 43 Tagen je Fall.

Adler führt weiter aus: „Niemand kann wegdiskutieren, dass psychische Erkrankungen in Deutschland enorm zugenommen haben und die Folgen in der Gesellschaft und in der Wirtschaft spürbar sind. Wir fordern die Bundesregierung auf: «Schaffen Sie jetzt mehr Kassensitze für Psychotherapeutinnen und -therapeuten und damit mehr Therapieplätze für alle seelisch erkrankten Menschen in Deutschland. Sie werden sehen, die Langzeitkrankenzeiten werden sinken, wenn Patienten schneller an Termine kommen. Die Folgen für die Menschen, die Gesellschaft und die Wirtschaft werden durchweg positiv sein.»“

Das DPNW geißelt die aktuell laufende Diskussion um die telefonische Krankmeldung als Pseudodiskussion, die komplett an der Realität vorbeiführe. Der Verband meint, dass alle Fakten auf dem Tisch lägen, aber die Politik nicht gewillt sei, die Realitäten anzuerkennen und stattdessen weiterhin wichtige Reformen verweigere.

Über den Verband
Das „Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk“ (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat über 2.800 Mitglieder und 13.500 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist das DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Päd. Sevgi Meddur-Gleissner und Dipl.-Soz.Päd. Tania Ghosh. Mehr unter: www.dpnw.de

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Justizministerium: elektronische Patientenakte observationsfrei bei E-Evidence-Verordnung – Erfolg des DPNW

Die psychotherapeutische Schweigepflicht und der Schutz sensibler Gesundheitsdaten sollen im digitalen Ermittlungsraum gewahrt bleiben.

BildBonn, 23.01.26 – Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) begrüßt die Zusage des Bundesjustizministeriums (BMJV), dass die elektronische Patientenakte (ePA) bei der Umsetzung der E-Evidence-Verordnung als „observationsfreier Raum“ festgesetzt werden soll, wie golem.de berichtete. Diese Klarstellung erfolgte nach Interventionen des DPNW.

Die E-Evidence-Verordnung zielt darauf ab, Ermittlungsbehörden europaweit einen grenzüberschreitenden Zugriff auf digitale Daten zu ermöglichen. In ihrer aktuellen Fassung können Ermittlungsbehörden auch Einsicht in Gesundheitsdaten aus der ePA nehmen. Dies hätte – so das DPNW – einen schwerwiegenden Eingriff in die ärztliche und psychotherapeutische Schweigepflicht bedeutet. Außerdem würde hierdurch das grundrechtlich geschützte Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Behandler außer Kraft gesetzt.

Der DPNW-Vorsitzende Dieter Adler erklärt dazu: „Die Zusage des Bundesjustizministeriums ist ein wichtiges Signal für den Schutz der Persönlichkeitsrechte von Patientinnen und Patienten. Psychotherapie braucht einen geschützten Raum – das gilt analog wie digital. Dass die ePA künftig ausdrücklich als observationsfreier Raum gelten soll, ist ein Erfolg der Intervention des DPNW.“

Das DPNW hat in Stellungnahmen eindringlich darauf hingewiesen, dass ein Zugriff auf psychotherapeutische Behandlungsdaten fatale Folgen für das Vertrauen in therapeutische Behandlungen und die ePA hätte. Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen seien auf maximale Vertraulichkeit angewiesen, um sich überhaupt in Behandlung begeben zu können.

Das DPNW fordert, dass die Zusage des Bundesjustizministeriums nun in nationales Recht gegossen wird. Es solle sichergestellt werden, dass die ePA kein Instrument der Überwachung, sondern ein Werkzeug zur Verbesserung der medizinischen Versorgung sei. Abschließend betont Adler: „Wir begleiten den weiteren Gesetzgebungsprozess mit Argusaugen. Der Schutz sensibler Gesundheitsdaten und die Schweigepflicht sind nicht verhandelbar. Das sollte jedem Politiker klar sein.“

Wichtig, so Adler, sei dabei auch die Änderung des § 97 der Strafprozessordnung (StPO): „Hier muss die elektronische Patientenakte ausdrücklich eingeschlossen werden. Bisher sind nur Daten, die sich im Besitz des Arztes befinden und die elektronische Versichertenkarte vor Beschlagnahme geschützt.“ So würde die elektronische Patientenakte auch bei deutschen Ermittlungsbehörden den gleichen Schutz vor Beschlagnahme haben, wie die Akte in der Praxis des Arztes.

Über den Verband
Das „Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk“ (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat rund 2.800 Mitglieder und 13.500 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist das DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Päd. Sevgi Meddur-Gleissner und Dipl.-Soz.Päd. Tania Ghosh. Mehr unter: www.dpnw.de

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