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AMSEL aktualisiert das Kognitions-Online-Trainingsprogramm für Menschen mit Multipler Sklerose

AMSEL – Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG Baden-Württemberg, e.V. hat die Trainingsplattform „MS Kognition“ erweitert und aktualisiert.

Bild„MS Kognition“ ist ein maßgeschneidertes, interaktives Trainingsprogramm aus theoretischem Wissen und praktischen Übungen. Die aktuell zwölf wissenschaftlich fundierten Übungen schulen Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen – wichtige kognitive Funktionen, die bei Multipler Sklerose oft beeinträchtigt sind und schwerwiegende Auswirkungen auf den Alltag haben können. Neu ist die spielerische Übung „Spatzenfütterung“, mit der die Bewegungskoordination trainiert werden kann. Die Darstellungsweise und Navigation der Webseite wurden optimiert und barrierefrei gestaltet. Die App zu „MS Kognition“ wurde ebenfalls aktualisiert und erweitert. Ziel der Anwendung ist die Stärkung kognitiver Fähigkeiten.

Mit „Spatzenfütterung“ Bewegungskoordination trainieren

Die neue Übung „Spatzenfütterung“ simuliert das Gefühl des Sich-Bewegens. Im Spiel geht es darum, einem Vogel beim Auffangen vom Tisch fallender Gegenstände zu helfen. Es darf nur Nahrung gefangen werden, währenddessen eine Maus stört und verscheucht werden muss. Wird die Maus nicht rechtzeitig vertrieben, wird der Spatz langsamer oder friert in der Bewegung kurz ein. Mit jeder Schwierigkeitsstufe wird das Spiel schneller und die Maus erscheint häufiger. Die Übung trainiert die Reaktionszeit, geteilte Aufmerksamkeit und die Hand-Augen-Koordination beim Antizipieren der verschiedenen Bewegungsgeschwindigkeiten.

Unmittelbar nach Beendigung einer Übung erfolgt die Auswertung. Trainingsfortschritte werden dokumentiert. Zu jeder Übung wird erklärt, um welche Funktion es geht und anhand praktischer Beispiele belegt, wo diese Fähigkeit im Alltag erforderlich ist. Die Ergebnisse werden in einer Statistik dokumentiert, die geteilt werden kann.

Wissenschaftliche Konzeption

Konzeption und Gestaltung von „MS Kognition“ wurden von Prof. Dr. med. Peter Flachenecker, Chefarzt, und der leitenden Diplompsychologin Heike Meißner, beide Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof, Bad Wildbad, wissenschaftlich begleitet. Entwickelt wurde das Internetprojekt von AMSEL e.V. und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.

Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit

Alle Bereiche der Webseite können über die Tastatur oder von der Sprachausgabe navigiert werden. Die Schriftgröße kann individuell angepasst werden. Zur optimalen Darstellung auf allen Geräten wurde eine Formatänderung der Übungen von 4:3 zu 16:9 durchgeführt. Alle Übungen enthalten Filter, die Sehschwächen simulieren. Alle Kontraste wurden überprüft und den Vorgaben der Barrierefreiheit entsprechend angepasst. Neu ist auch die Druckfunktion der Übungsergebnisse, die einem Arzt vorgelegt werden können. Ergänzend zur Desktop-Version wurde auch die App aktualisiert. Diese kann im App Store und bei Google Play kostenlos heruntergeladen werden.

Mit MS Kognition kognitive Störungen behandeln

Bei 45 bis 65 Prozent der MS-Kranken sind kognitive Prozesse eingeschränkt. Bei zwei Drittel der befragten MS-Kranken bleiben die kognitiven Störungen unbehandelt. Die Einschränkungen, beispielsweise in der Aufmerksamkeit oder Informationsverarbeitung, führen zu Schwierigkeiten im Alltag und Beruf. Mit dem Trainingsprogramm MS Kognition können kognitive Fähigkeiten trainiert werden, um diese Schwierigkeiten zu reduzieren.

Reaktionsbereitschaft, geteilte Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisvermögen und Exekutivfunktionen können geschult werden – Fähigkeiten, die im Verlauf der Erkrankung Einschränkungen erfahren.

Alle Übungen und der Link zum Download der App findet sich auf der Website: https://www.amsel.de/ms-kognition/index.html

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

AMSEL e.V.
Frau Michaela Seyerlen
Nöllenstraße 7
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AMSEL – wer ist das?
Die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. ist Fachverband, Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Kranke in Baden-Württemberg. Die Ziele der AMSEL: MS-Kranke informieren und ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern. Der AMSEL-Landesverband hat rund 7.200 Mitglieder, über 60 AMSEL-Gruppen und 15 Junge Initiativen in ganz Baden-Württemberg. Mehr unter www.amsel.de

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Neujahrstreffen der AMSEL: Neue Impulse im neuen Jahr für Menschen mit Multipler Sklerose

Mit dem diesjährigen Neujahrstreffen startete die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., offiziell in das neue Jahr.

BildErfolgreiche Veranstaltungen und Kampagnen des letzten Jahres sowie Ziele für 2026 standen im Mittelpunkt. Mit weiterem Ausbau digitaler Formate sollen die Angebote der AMSEL für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) und ihre Angehörigen noch zugänglicher gemacht werden. Zuversicht und gemeinsames Anpacken seien der Schlüssel zum Erfolg, waren sich der Gastredner Steffen Bilger MdB (CDU) und Adam Michel, Vorsitzender der AMSEL, einig.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sozialversicherung kamen zum traditionellen Neujahrstreffen der AMSEL in die Sparkassenakademie Stuttgart. Adam Michel fasste das AMSEL-Jahr 2025 mit den Worten „Stark im Bewährten – Innovativ im Neuen“ zusammen. Bewährte Veranstaltungsformate wie das 11. Ärztesymposium wurden ergänzt um neue wie „NextGenMS“, das die Themen und Bedürfnisse junger MS-Erkrankter unter 45 Jahren aufgriff. Die Kampagne „1.000 Gesichter und Deins“ zum Welt-MS-Tag 2025 rückte Einzelschicksale der Krankheit mit den 1.000 Gesichtern in den Fokus der Öffentlichkeit. Die App „MS Kognition“ wurde erweitert und bietet nun 12 verschiedene, MS-spezifische Übungen zum spielerischen Training kognitiver Fähigkeiten. Stolz wies Adam Michel auch auf die Spitzenposition der AMSEL im Bereich der Online-Angebote für MS-Erkrankte im deutschsprachigen Raum hin.

„Zuversicht ist das Gebot der Stunde“
So das Credo von Steffen Bilger MdB, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. In seinem Vortrag „Deutschland voranbringen – für Sicherheit, Wachstum und Wohlstand“ beschrieb er aktuelle Weltgeschehnisse, in denen neue Allianzen notwendig seien. Innenpolitisch sei eine Neuorientierung mit grundlegenden Reformen dringend erforderlich – auch im Gesundheitssystem. Unser Sozialstaat müsse als tragende Säule der Demokratie mit geeigneten Mitteln erhalten werden.
Aktuell sieht Bilger eine Aufbruchsstimmung. Der Wille zur Veränderung sei da, diese Dynamik müsse man unbedingt nutzen und positiv bleiben.
Positiv sei auch die Entwicklung und der Anstieg des ehrenamtlichen Engagements. Fast 29 Millionen Menschen seien derzeit ehrenamtlich aktiv. Der Politiker nahm das als Anlass, um allen Ehrenamtlichen der AMSEL für ihr langjähriges soziales Engagement zu danken. Dies sei eine tragende Säule unserer Gesellschaft.

MS-Themen 2026
Da sich viele Menschen zunehmend digital vernetzen, möchte die AMSEL 2026 vor allem ihre digitalen Formate weiter ausbauen, so Prof. Dr. med. Peter Flachenecker, Vorsitzender des Ärztlichen Beirats und Neurologe im Vorstand der AMSEL. Geplant sind virtuelle Gruppentreffen, ein digitales Erste-Hilfe-Tool bei MS, sowie eine KI-gestützte Suchfunktion mit wissenschaftlich fundierten Antworten. Von großer Relevanz wird auch der neu zu erwartende Wirkstoff BTKi (Bruton Tyrosinkinase-Hemmer) sein. Dieser gilt als Hoffnungsträger für MS-Kranke mit progredienten Formen der Multiplen Sklerose, für die bislang wenig zugelassene Immunmodulatoren zur Verfügung stehen.
Weitere Schwerpunkte in 2026 sind der Einfluss von Lebensstilfaktoren auf den Krankheitsverlauf und von Immuntherapeutika bei MS im höheren Lebensalter.

Seit 1974 ist AMSEL Fachverband, Interessenvertretung und Selbsthilfeorganisation für Menschen mit MS und ihre Angehörigen. Unterstützung im Umgang mit der Krankheit und jederzeit aktuelle Informationen rund um die MS gibt es auf https://www.amsel.de/

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Immunzellen im Visier: Wegweisende Grundlagenforschung zu Multiple Sklerose (MS) ausgezeichnet

Die Sobek Forschungs- und Nachwuchspreise 2025 gehen an Prof. Dr. Dr. Roland Liblau (Toulouse) und Dr. Sarah Mundt (Zürich)

BildAm 12. Dezember 2025 zeichnete die Roman, Marga und Mareille Sobek Stiftung in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart zwei Wissenschaftler aus, die mit ihren wegweisenden Arbeiten zur Rolle fehlgeleiteter Immunzellen bei Multipler Sklerose (MS) Hoffnung auf neue Therapien machen, vor allem für die fortschreitende Form der MS, für die trotz großer Fortschritte noch keine optimale Therapie zu Verfügung steht. Der mit 100.000 Euro dotierte Sobek Forschungspreis ging an den französischen Neuroimmunologen Prof. Dr. Dr. Roland Liblau aus Toulouse. Der Sobek Preis gilt als höchst dotierter Preis im Bereich der MS-Grundlagenforschung in Europa und Nordamerika, möglicherweise sogar weltweit. Der mit 15.000 Euro dotierte Sobek Nachwuchspreis ging an die in Zürich tätige deutsche Forscherin Dr. Sarah Mundt.

Mit der Preisverleihung, die unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg steht, würdigte die Sobek Stiftung erneut in Zusammenarbeit mit AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) exzellente Forschungsleistungen, die ein tieferes Verständnis der MS ermöglichen und neue Ansatzpunkte für MS-Therapien eröffnen.

Forschungspreis 2025: Wie fehlgeleitete T-Zellen das Gehirn angreifen

Prof. Dr. Dr. Roland Liblau (*1957) erhielt den Sobek Forschungspreis 2025 für seine wissenschaftlichen Beiträge zu den autoimmunen T-Lymphozyten und deren fundamentaler Rolle bei MS sowie anderen neurologischen Autoimmunerkrankungen. Professor Liblau zählt zu den international führenden ärztlichen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Neuroimmunologie. Er studierte Medizin in seiner Geburtsstadt Paris, absolvierte dort seine neurologische Facharztausbildung sowie eine immunologische Zusatzausbildung am Institut Pasteur. Von 1991 bis 1994 forschte er als Postdoktorand an der Stanford University in Kalifornien (USA), bevor er am traditionsreichen Hôpital de la Salpêtrière in Paris eine eigene neuroimmunologische Arbeitsgruppe aufbaute. Seit 2002 ist Liblau Professor für Klinische Immunologie in Toulouse und leitet dort eines der führenden Neuroimmunologie-Labore Europas; seit 2021 steht er einem Forscherteam am Toulouse Institute for Infectious and Inflammatory Diseases (INFINITY) vor.

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der sich fehlprogrammierte körpereigene Abwehr- bzw. Immunzellen, die den Körper eigentlich vor Krankheitserregern schützen sollten, gegen ihn richten. Im Zentrum der Forschungsarbeiten von Prof. Liblau steht eine bestimmte Gruppe von Immunzellen: die autoreaktiven T-Lymphozyten, insbesondere CD8+-T-Zellen, auch T-Killerzellen genannt. Diese Zellen patrouillieren normalerweise wie eine hochspezialisierte „Polizei“ durch den Körper und eliminieren infizierte Zellen. Bei MS richten sie sich jedoch gegen gesunde körpereigene Strukturen, darunter die Myelinscheiden, also die schützende Isolierung der Nervenfasern. Professor Liblau gehörte zu den Ersten, die gezeigt haben, dass bei MS nicht nur CD4+-„Helfer“-T-Zellen, sondern auch CD8+-Zellen maßgeblich an Entzündungen und Gewebeschädigungen im zentralen Nervensystem (ZNS) beteiligt sind und speziell im Gehirn einen „entzündlichen Schwelbrand“ auslösen und aufrecht erhalten. Diese Art von Entzündungen sind vor allem für ein Schub-unabhängiges, langsames Fortschreiten der MS verantwortlich, während sich die meisten MS-Therapien bislang vor allem gegen schubabhängige akute Verschlechterungen richten.

Das heißt: Auch wenn im Blut eines Menschen mit MS kaum noch aktivierte, auf Angriff eingestellte Immunzellen nachweisbar sind und sich auch keine Entzündungsherde im MRT zeigen, können sich im Gehirn und Rückenmark dennoch kleine Gruppen von „aufmunitionierten“ Zellen festsetzen. Diese gewebsständigen Zellen lassen sich mit herkömmlichen Therapien nur schwer erreichen und tragen wesentlich dazu bei, dass Entzündungen und Nervenschädigung bei MS trotz bestmöglicher Behandlung fortschreiten.

Professor Liblaus Arbeiten haben gezeigt, dass die gewebsständigen T-Zellen die Gehirnzellen in ihrer Umgebung schädigen oder zerstören. Dabei kooperieren die gewebsständigen CD8+ T Zellen mit gewebsständigen CD4+ T Zellen und anderen gewebsständigen Immunzellen, einschließlich B-Zellen. Wahrscheinlich sind diese gewebsständigen „Tissue-resident memory cells“ hauptverantwortlich dafür, dass bei der MS nicht nur Myelin zerstört wird, sondern auch Axone und Nervenzellen selbst geschädigt werden. Die Forschungsergebnisse wurden in führenden Fachzeitschriften veröffentlicht und haben weltweit große Resonanz gefunden. Diese neu entdeckten Schädigungsmechanismen liefern konkrete Angriffspunkte für zukünftige Therapien, die auf diese gewebsständigen T-Zellen und ihre Aktivierung zielen.

„Als Direktor eines großen interdisziplinären Forschungszentrums hat Professor Liblau eine Herkulesaufgabe übernommen. Bei seinen wissenschaftlichen Forschungen hat er immer auch über den Tellerrand der MS hinausgeschaut. Dieser erweiterte Blick hat vielversprechende neue Ansatzpunkte für die Therapie der MS ermöglicht“, so Laudator Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Sobek Stiftung.

Nachwuchspreis 2025: Wie Fresszellen und Botenstoffe Nerven schützen oder schädigen

Mit dem Sobek Nachwuchspreis 2025 würdigte die Sobek Stiftung Dr. Sarah Mundt (*1986) für ihre Forschung zu den verschiedenen Rollen von Fresszellen und zu neuroimmunen Wechselwirkungen im Zentralnervensystem, die helfen kann, MS-Therapien zielgenauer zu entwickeln. Dr. Sarah Mundt ist Forschungsgruppenleiterin in der Neurologischen Klinik am Universitätsspital Zürich. Nach ihrem Bachelor- und Masterstudium in Life Sciences an der Universität Konstanz wurde sie dort im Fach Immunologie mit summa cum laude promoviert. Ihre Arbeiten zur Rolle des Immunoproteasoms bei Entzündungsreaktionen im zentralen Nervensystem, der sogenannten Neuroinflammation, wurden vielfach zitiert. 2016 wechselte sie an das Institut für Experimentelle Immunologie Zürich und baute dort ab 2020 eine eigene Forschungsgruppe auf.

Dr. Mundts Forschung widmet sich vor allem der Frage, wie Immunzellen mit dem Gehirn „sprechen“ und warum diese Kommunikation bei MS aus dem Gleichgewicht gerät. In einer vielbeachteten Studie konnte sie zeigen, dass dendritische Zellen – eine Art „Spürhunde“ des Immunsystems – in den Hirnhäuten Myelinbestandteile aufnehmen und sie dem Immunsystem präsentieren. Dadurch ermöglichen sie es fehlgeleiteten T-Zellen, in das ansonsten gut geschützte Gehirngewebe einzudringen und dort eine Entzündung zu entfachen.

In neueren Arbeiten beschäftigt sich Dr. Mundt mit Botenstoffen und Fresszellen, die das Nervengewebe gleichermaßen schützen wie schädigen können. In einer 2023 veröffentlichten Studie zeigte sie mit ihrem Team, dass der pro-entzündliche Botenstoff, das Zytokin Interleukin-12 im Gehirn eine unerwartete Schutzfunktion haben kann und deswegen Medikamente, die IL-12 blockieren, möglicherweise nicht den erhofften Erfolg bringen. Bei experimenteller MS konnte sie zusammen mit dem Forschungsteam nachweisen, dass insbesondere aus dem Blut einwandernde Monozyten und ihre „Fresszell“-Nachkommen die Hauptquelle schädlicher Sauerstoffradikale sind – und nicht, wie lange vermutet, die im Gehirn ansässigen Mikrogliazellen.

Mundt und ihr Team versuchen zu verstehen, welche Immunzellen im Gehirn Freund sind und welche Feind. Ihre Erkenntnisse können helfen, Therapien zielgenauer zu entwickeln. Anstatt das Immunsystem insgesamt zu bremsen, könnten zukünftig bestimmte „Auslöser“-Zellen oder Signalwege gezielt blockiert und gleichzeitig schützende Reaktionen verstärkt werden. „Dr. Mundt ist ein inspirierendes Vorbild für den neuroimmunologischen Nachwuchs“, betonte Laudator Prof. Dr. Klaus V. Toyka, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Sobek Stiftung.

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Roman, Marga und Mareille Sobek Stiftung
Mit dem Sobek Forschungspreis der Stiftung aus Baden-Württemberg werden jährlich seit dem Jahr 2000 richtungsweisende Leistungen von Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Multiplen Sklerose und der dazugehörenden Grundlagenforschung ausgezeichnet.

Die Sobek Stiftung verleiht ihren Forschungspreis auf Vorschlag eines wissenschaftlichen Beirates in Zusammenarbeit mit der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG). Die Schirmherrschaft für die Preisverleihung hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg.

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Multiple Sklerose (MS) heißt nicht gleich Rollstuhl

Am 03.12. ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen. Auch Multiple Sklerose (MS) kann zu Behinderungen führen, muss aber nicht. Viele MS-Kranke brauchen ihr Leben lang keinen Rollstuhl

BildMultiple Sklerose (MS) zählt zu den häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) und zeichnet sich durch sehr unterschiedliche Symptome und Verläufe aus. Viele Menschen verbinden mit einer MS-Diagnose automatisch das Bild eines Rollstuhls – doch das entspricht nicht der Realität. AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., erklärt anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen, der jährlich am 3. Dezember stattfindet: „MS führt nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen oder zur dauerhaften Nutzung eines Rollstuhls“.

Moderne Therapien verändern die Prognose

Dank früher Diagnose und moderner verlaufsmodifizierender Therapien haben sich der Krankheitsverlauf und die Behandlungsmöglichkeiten der MS in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Die Symptome der Krankheit können sehr unterschiedlich sein, reichen von Fatigue (MS-bedingte abnorme Erschöpfbarkeit), über Sensibilitäts-, Gleichgewichts- oder Blasenfunktionsstörungen bis hin zu Mobilitätseinschränkungen. Je nach Schwere können unterschiedlich starke Behinderungen die Folge sein, die ein Hilfsmittel wie Rollator oder Rollstuhl notwendig machen. Doch das betrifft bei Weitem nicht alle MS-Erkrankten. Viele von ihnen brauchen ihr Leben lang keinen Rollstuhl.

Laut aktuellem MS-Register der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ist der durchschnittliche Behinderungsgrad – gemessen am sogenannten EDSS-Wert (Expanded Disability Status Scale) – in den vergangenen zehn Jahren von 3,5 auf 2,5 gesunken. Der Wert beschreibt die Mobilität und Selbstständigkeit von MS-Erkrankten auf einer Skala von 1 bis 10: Bis zu einem EDSS von 4,5 ist die Gehfähigkeit weitgehend erhalten; ab etwa 6,0 werden Gehhilfen, ab 7,0 ein Rollstuhl notwendig.

Über die Hälfte aller 2023 im MS-Register dokumentierten MS-Erkrankten aus Baden-Württemberg hatten einen EDSS-Wert zwischen 0 und 2, waren also noch nicht oder nur minimal in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkt. Auch bei den über 60-jährigen MS-Erkrankten lag nur bei 20 Prozent ein EDSS-Wert von 6,0 vor, heißt, sie waren zwar auf Mobilitätshilfen angewiesen, benötigten aber noch keinen Rollstuhl.

Rollstuhl erhält und erweitert den Bewegungsradius

Für Menschen mit MS, deren Bewegungsfähigkeit im Krankheitsverlauf stärker eingeschränkt ist, kann ein Rollstuhl den Bewegungsradius erweitern. Viele MS-Erkrankte nutzen ihn situativ: für längere Strecken, um Stürze zu vermeiden oder Kraft zu sparen. Mobilitätshilfen wie Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen ermöglichen Teilhabe am Berufsleben, am gesellschaftlichen Leben und im sozialen Umfeld. Das erkannte auch Ingrid, nachdem sie den Rollstuhl erst als Hilfsmittel akzeptierte, ihn später sehr schätzte. „Ich hatte diese irrationale Angst, wenn ich einmal im Rollstuhl bin, komme ich da nie wieder raus“, bekennt die Freiburgerin. „Ohne zu sehen, welche Möglichkeiten ich durch ihn habe. Erst durch den Rollstuhl konnte ich wieder am Leben teilnehmen.“ Ihre Erkenntnis: „Andere haben ein Auto, ich habe einen Rollstuhl.“

Fachliche Beratung durch Neurologen, Physiotherapeuten, Sanitäts- oder Rehabilitationsfachkräfte kann helfen, die individuell passendste Lösung zu finden. Nach ärztlicher Verordnung werden die Kosten in der Regel durch die Krankenkasse übernommen. Ein Rollstuhltraining kann zudem helfen, richtig mit dem Rollstuhl umzugehen, die Angst vor Hürden im Alltag wie Bordsteinkanten zu nehmen. Stereotype Formulierungen wie „an den Rollstuhl gefesselt“ oder „verurteilt zum Sitzen“ stigmatisieren und werden der Realität nicht gerecht. Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, erfahren durch ihn wertvolle Unterstützung im Alltag. Er gibt Selbstbestimmung, Mobilität, Teilhabe und Lebensqualität zurück.

Seit 1974 ist AMSEL Fachverband, Interessenvertretung und Selbsthilfeorganisation für Menschen mit MS und ihre Angehörigen. Hier finden sie Unterstützung im Umgang mit der Krankheit und jederzeit aktuelle Informationen rund um die MS. Mehr auf www.amsel.de.

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Beispielhaftes Engagement für Multiple-Sklerose-Erkrankte

Martin Stollberg, Prof. Dr. med. Jürg Kesselring und Yvonne Brückner von der AMSEL Stiftung Ursula Späth für ihr beeindruckendes Engagement für Menschen mit Multipler Sklersoe (MS) ausgezeichnet

BildDie AMSEL Stiftung Ursula Späth verleiht jedes Jahr drei dotierte Preise an Menschen, die mit ihrem Wirken die Lebenssituation Multiple-Sklerose-Erkrankter nachhaltig verbessern und die chronische Krankheit Multiple Sklerose (MS) in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Bei der 32. Preisverleihung am 21. November 2025 im Porsche-Museum Stuttgart wurde der Medienpreis an Fotograf Martin Stollberg aus Stuttgart verliehen. Der Ursula Späth-Preis ging an Prof. Dr. Jürg Kesselring aus Bad Ragaz in der Schweiz, der Preis für pflegende Angehörige an Yvonne Brückner aus Unterreichenbach.

Medienpreis für besonderen Blick und wirkungsvolle Bilder

Martin Stollberg studierte in Edinburgh Fotografie und ist heute selbstständiger Fotojournalist und Pressefotograf für namhafte Unternehmen, Agenturen und Ministerien, seit über 16 Jahren auch für die AMSEL im Einsatz. Ob Porträtaufnahmen, Kampagnenshootings oder Veranstaltungsfotografie – seine Bilder sind hochprofessionell und emotional, sie bewegen nachhaltig und helfen, die Öffentlichkeit für die Krankheit mit den 1.000 Gesichtern auf sehr wirkungsvolle Art zu sensibilisieren.

Martin Stollberg erzählt mit seinen Bildern Geschichten, fängt die Ästhetik des Augenblicks ein. Er lässt einmalig schöne, aber nicht geschönte, vor allem sehr authentische und besondere Bilder entstehen. „Sie machen mit Ihren Fotos die Lebenswelt MS-Betroffener für die Öffentlichkeit sicht- und fühlbar“, so Laudatorin Dr. Daniela Späth-Zöllner, Vorsitzende des Stiftungsrats der AMSEL Stiftung Ursula Späth. Der Medienpreis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Ursula Späth-Preis für einen Brückenbauer und Pionier

Seit über vier Jahrzehnten setzt sich Prof. Dr. med. Jürg Kesselring für die Belange MS-Erkrankter ein und unterstützt seit über drei Jahrzehnten auch die Arbeit der AMSEL als geschätzter Experte. Der Präsident der Schweizerischen Hirnliga und langjährige Chefarzt der Rehaklinik Valens (1988-2017) hat die Neurorehabilitation akademisch etabliert und mit seiner Neu-Definition der Trotz-Haltung – „Ich habe MS und kann trotzdem einiges machen“ die Sichtweise vieler MS-Erkrankter verändert und ihre Lebensqualität verbessert.

„Sie haben MS eine Sprache gegeben, die verstanden wird und MS-Erkrankten Perspektiven, die Hoffnung machen“, würdigte Laudator Stefan Teufel MdL, stv. Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg und Mitglied im Stiftungsrat der AMSEL Stiftung. Der Ursula Späth-Preis ist mit 5.000 Euro zugunsten eines Projektes für MS-Kranke dotiert.

Pflegepreis für mutmachende Unterstützung und Hingabe

Yvonne Brückner unterstützt seit fast 30 Jahren ihren schwer an MS-erkrankten Mann Andreas bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens. Die MS begann bei dem Produktdesigner 1998 im Alter von 38 Jahren. Heute ist er auf einen Rollstuhl angewiesen, kann die Arme nicht mehr bewegen, benutzt eine Kopfsteuerung für Computer und Rollstuhl, um weiterhin arbeiten und aktiv am Leben teilhaben zu können. Mit Stärke, Optimismus und Hingabe übernahm die 62-Jährige zunehmend die umfängliche, häusliche Pflege ihres Mannes – neben ihrem Beruf als Grundschullehrerin, dem sie ebenfalls mit viel Leidenschaft nachgeht.

Laudatorin Gordana Marsic, Mitglied des Vorstands, AOK Baden-Württemberg zeigte sich beeindruckt: „Ich danke Ihnen für das stille, unermüdliche Wirken, das es Ihrem Mann ermöglicht, zuhause und in seiner Kreativität zu bleiben. Sie sind eine Mutmacherin für viele andere pflegende Angehörige.“ Der Pflegepreis ist ebenfalls mit 1.500 Euro dotiert.

Die AMSEL Stiftung Ursula Späth unterstützt die Arbeit der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden- Württemberg e.V., ideell und finanziell. AMSEL ist seit 1974 Fachverband, Interessenvertretung und Selbsthilfeorganisation für Menschen mit MS und ihre Angehörigen. Mehr auf www.amsel.de.

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AMSEL Stiftung Ursula Späth
Die AMSEL Stiftung Ursula Späth (ehemals AMSEL-Förderkreis Ursula Späth-Stiftung) wurde 1985 mit dem Ziel gegründet, um die Arbeit des AMSEL Landesverbandes durch Spenden und Zinserträge zu sichern, um die Betreuung und gesundheitliche Fürsorge MS-Betroffener zu verbessern. Weiteres Stiftungsziel ist die Unterstützung MS-Erkrankter in besonderen Notlagen. Zu den langfristigen Projekten der AMSEL Stiftung Ursula Späth gehört die Beteiligung an dem auf MS-spezialisierten Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof in Bad Wildbad. Mehr unter www.amsel-foerderkreis-stiftung.de

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