Tag Archives: Kulturerbe

Uncategorized

Jenseits der Sehenswürdigkeiten: Verstecktes Kulturerbe in Yedikule und Samatya entdecken

Eine Reise nach Istanbul beginnt meist bei den weltberühmten Wahrzeichen der Stadt.

BildDiese zeitlosen Ikonen prägen die Skyline und stehen auf nahezu jeder Reiseliste. Doch die Metropole, die über Jahrtausende hinweg von verschiedenen Zivilisationen geprägt wurde, hat weit mehr zu bieten als ihre bekannten Monumente. Mit ihrer vielschichtigen Geschichte erschließt sich Istanbul vor allem über seine unterschiedlichen Viertel, die jeweils eine eigene Atmosphäre und immer neue Entdeckungen bereithalten. Yedikule und Samatya entlang der historischen Stadtmauern gehören zu den besonders reizvollen, zugleich jedoch noch immer angenehm ruhigen Vierteln der Stadt.

Einst lebten hier Kaiser, später Menschen verschiedener Glaubensgemeinschaften. Heute spiegeln Yedikule und Samatya eine lebendige und tief verwurzelte lokale Kultur wider. Wer durch die kosmopolitischen Straßen schlendert, begegnet Spuren vergangener Zivilisationen ebenso wie traditionellen Eckläden, historischen Herrenhäusern und klassischen Kaffeehäusern, den sogenannten Kahvehane, in denen Gespräche bis heute einen festen Platz im Alltag haben. Gleichzeitig pflegen die Viertel eine reiche Meyhane-Kultur, also die Tradition der türkischen Tavernen, deren kulinarisches Erbe über Generationen weitergegeben wurde. Damit sind sie ideale Orte, um diese besondere Ess- und Genusskultur kennenzulernen.

Sieben Türme und ein zeitloses Erbe

Die Festung Yedikule, auch als Festung der Sieben Türme bekannt, ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Spaziergang entlang der historischen Stadtmauern von Istanbul. Diese erstrecken sich über weite Teile der kulturell besonders bedeutenden historischen Halbinsel. Die Anlage geht auf das 5. Jahrhundert zurück und wurde während des Oströmischen Reiches errichtet, um die Stadt vor Angriffen zu schützen. In der osmanischen Zeit wurde die Anlage mit weiteren Mauern und Toren erweitert. Unter den mehreren Toren sticht vor allem das berühmte Goldene Tor hervor, das einst errichtet wurde, um siegreich zurückkehrende Kaiser zu empfangen. Innerhalb der Festung können Besucher auch die sieben Türme erkunden, die dem Bauwerk seinen Namen geben. Dazu gehören unter anderem das Verlies, die Waffenkammer und die Schatzkammer. Über die Verbindungswege zwischen den Türmen lassen sich zudem eindrucksvolle Ausblicke auf das Marmarameer und die historische Halbinsel genießen.

Nach dem Besuch der Festung führt der Weg weiter in Richtung Samatya. Unterwegs begegnet man mehreren architektonischen Highlights. Dazu gehört die griechisch orthodoxe Kirche der Heiligen Konstantin und Helena, die vor allem durch ihren eleganten Glockenturm auffällt. Unweit davon, bereits am Rand von Samatya, befinden sich die Überreste des Studios-Klosters, das später in die Imrahor-Moschee umgewandelt wurde. Die Anlage vermittelt einen eindrucksvollen Eindruck vom vielschichtigen byzantinischen und osmanischen Erbe der Region.

Von heiligen Stätten zu gemeinsamen Tischen: der Geist von Samatya

In Samatya angekommen, empfängt Besucher der historische Platz des Viertels, der auch aus beliebten türkischen Fernsehserien bekannt ist, mit einer besonders einladenden Atmosphäre. Beim Spaziergang durch die Straßen entdeckt man Antiquariate, Cafés, Restaurants und Konditoreien neben historischen Holzhäusern, die bis heute den ursprünglichen Charakter des Viertels bewahren. Einige dieser Gebäude wurden liebevoll restauriert und zu Cafés umgestaltet. Häufig werden sie von den allgegenwärtigen Straßenkatzen begleitet, die zum vertrauten Bild der Nachbarschaft gehören. In einem der Cafés lässt sich hervorragend ein traditioneller türkischer Kaffee genießen.

In der Nähe des historischen Bahnhofs an der Grenze zwischen Yedikule und Samatya befindet sich die sogenannte Eisenbahnerkirche, auch Samatya-Kirche genannt. Heute wird sie von der syrisch-orthodoxen Gemeinde genutzt. Die Kirche steht in Verbindung mit den Eisenbahnarbeitern der späten osmanischen Zeit und erinnert an die lange Beziehung des Viertels zur Eisenbahngeschichte der Stadt. Darüber hinaus befinden sich in Samatya weitere bedeutende religiöse Bauwerke, darunter die armenische Surp-Kevork-Kirche, eine der ältesten armenischen Kirchen in Istanbul, sowie die Kirche des Heiligen Memas. Beide stehen exemplarisch für den multikulturellen Charakter des Viertels.

Einst war Samatya ein kleines Fischerdorf an der Küste. Heute ist das Viertel auch für seine kulinarische Szene bekannt. In zahlreichen Meyhanes werden frischer Fisch und türkischer Raki serviert. Dazu kommen vielfältige Meze-Spezialitäten wie Topik, eine vegetarische Spezialität aus einer Kichererbsenpaste mit karamellisierten Zwiebeln, häufig ergänzt mit Kartoffeln oder Mehl, sowie Börek mit Fischfüllung.

Zusätzliche Entdeckungen: Balikli Rum Hospital und Aya-Haralambos-Kirche

In Istanbul gibt es historische Krankenhäuser, die einst als wichtige Orte der Heilung entstanden und bis heute aktiv genutzt werden. Nach einem Tag voller Kultur, Geschichte und Kulinarik in Yedikule und Samatya lohnt sich ein Besuch im Balikli Rum Hospital. Die Einrichtung nimmt einen besonderen Platz im kulturellen und sozialen Gedächtnis der Stadt ein. Noch immer werden hier Patientinnen und Patienten aus Türkiye und aus dem Ausland behandelt. Gleichzeitig gilt das Gelände als bedeutendes Kulturerbe und als lebendiges Museum.

Im Garten des Krankenhauses befindet sich die Aya-Haralambos-Kirche aus dem 18. Jahrhundert, die einst für Patienten und Personal errichtet wurde. Sie ist dem Heiligen Haralambos gewidmet, der im 2. Jahrhundert lebte und im orthodoxen Glauben als Schutzheiliger gegen Epidemien verehrt wird. Die Kirche besitzt eine starke symbolische Bedeutung als geistiger Schutz für das Krankenhaus. Sie entstand in einer Zeit, in der die Stadt von Pestepidemien geprägt war, und steht bis heute für Hoffnung und Schutz in Zeiten von Krankheiten.

Download-Link für Bildmaterial:
https://docs.tga.gov.tr/oer23o99

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

GoTürkiye c/o TravelMarketing Romberg TMR GmbH
Frau Elvira Bredenbals
Erkrather Strasse 401
40231 Düsseldorf
Deutschland

fon ..: 021186842591
web ..: https://goturkiye.com/de
email : goturkiye@travelmarketing.de

Die TravelMarketing Romberg TMR GmbH, kurz TMR genannt, vertritt seit 1992 erfolgreich erfolgreich internationale Reiseziele in den deutschsprachigen Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz. TMR ist bekannt als effiziente Full-Service-Agentur für Destinationsmarketing, Public Relations, Logistik, Eventmanagement, Social Media und Multimedia. Durch ihre langjährige Tätigkeit im deutschsprachigen Raum verfügt TMR über einen großen Erfahrungsschatz im deutschsprachigen Raum und haben Kontakte zur weltweiten Tourismusbranche.

Pressekontakt:

GoTürkiye c/o TravelMarketing Romberg TMR GmbH
Frau Elvira Bredenbals
Erkrather Strasse 401
40231 Düsseldorf

fon ..: 021186842591
email : goturkiye@travelmarketing.de

Uncategorized

75 Jahre Rolf Möller – Ein Leben für Restaurierung, Kunst und Denkmalpflege

Der Restaurator Rolf Möller wird 75. Sein Lebenswerk umfasst bedeutende Projekte der Denkmalpflege – von der Wartburg bis zur Renaissance-Malerei in Waldau.

BildEhrung für den Diplom-Restaurator, Designer und Namensgeber des Romoe Netzwerks

Erfurt, Mai 2025 – Am 22. Mai 2025 feiert der Thüringer Restaurator Rolf Möller seinen 75. Geburtstag. Mit seinem jahrzehntelangen Wirken im Bereich Restaurierung, seinem gestalterischen Gespür und seiner tiefen handwerklichen Kompetenz zählt Rolf Möller zu den prägenden Persönlichkeiten in der deutschen Denkmalpflege.

Nach seiner Lehre als Maler- und Lackierer bei Kunsthandwerker und Restaurator Walter Möller (1966-1968) absolvierte Rolf Möller ein Studium an der Fachhochschule für Werbung und Gestaltung in Berlin/Potsdam (1968-1971) mit Spezialisierung auf Architektur- und Raumfassung. Seine Diplomarbeit fertigte er an der Martin-Luther-Universität Halle über den Treppenaufgang mit konservatorischer Maßnahmekonzeption an. 1996 wurde sein Abschluss im Rahmen des Einigungsvertrags als Diplom-Designer / Restaurator (FH) anerkannt. Ergänzend legte er 1975 erfolgreich die Prüfung zum Malermeister ab.

Seitdem war er für zahlreiche bedeutende Projekte verantwortlich, bei denen er kunsthistorische Substanz freilegte, dokumentierte, restaurierte und langfristig sicherte.

Zu den herausragenden Stationen seines Wirkens zählen unter anderem:

* Wartburg bei Eisenach – Restaurierung farbiger Raumfassungen
* Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden – Wand- und Deckenfassungen
* Marktkirche in Halle/Saale – Freilegung und Konservierung gotischer Bausubstanz
* Schloss Weilburg (Hessen) – Befunduntersuchungen und Raumausstattungen
* Dom zu Erfurt – Restaurierung von Gewölben und Wänden
* Haus zum Sonneborn (Hochzeitshaus), Erfurt – Sgraffiti, Renaissance-Bohlenstube und Fassungsdokumentation

Aktuell ist Rolf Möller in der historischen Kirche im Ort Waldau bei Schleusingen in Thüringen tätig. Dort entdeckte und sicherte er eine originale Emporenmalerei aus dem Jahr 1603 – eine Renaissancefassung, die über Jahrhunderte nicht sichtbar war. Durch seine sorgfältige Analyse, Freilegung und Dokumentation wird dieser verborgene Schatz der Öffentlichkeit und der Forschung wieder zugänglich gemacht.

Impulsgeber und Namenspatron: Das Romoe Netzwerk

Rolf Möller ist nicht nur durch seine restauratorischen Projekte bekannt, sondern auch als ideeller Begründer des Romoe Netzwerks – eine Plattform, die sich dem fachlichen Austausch in den Bereichen Restaurierung, Denkmalpflege und Kunsthandwerk widmet. Der Name „Romoe“ geht direkt auf seinen Namen zurück und steht sinnbildlich für die Verbindung von Erfahrung, Handwerk, Kultur und digitaler Zukunft.

Gegründet von seinem Sohn Mathias Möller, hat sich Romoe zu einem der größten Netzwerke seiner Art entwickelt. Mit über 3.000 Mitgliedern in über 80 Ländern bietet Romoe eine Plattform für den Austausch von Fachwissen, Projektdokumentationen, Fortbildungen und beruflichen Perspektiven im Bereich der Kulturguterhaltung.

Wissen bewahren – Werte erhalten

Rolf Möller steht für den generationenübergreifenden Erhalt von Bau- und Kunstgeschichte. Seine Fähigkeit, historische Farb- und Formensprache zu erkennen, zu interpretieren und fachgerecht zu sichern, ist Ausdruck seiner Hingabe und seines tiefen Verständnisses für Kulturerbe. Dabei steht seine Arbeit stets im Spannungsfeld von Forschung, handwerklicher Ausführung und ethischer Verantwortung gegenüber dem Original.

„Was er erhalten hat, spricht bis heute – in Stein, Farbe und Form“, sagt Mathias Möller, Geschäftsführer von Anuvito und Betreiber des Romoe Netzwerks.

Sein Lebenswerk ist Vorbild und Motivation zugleich für eine Denkmalpflege, die historisches Wissen mit zeitgemäßer Praxis verbindet.

Über Romoe

Romoe ist ein internationales Netzwerk für Fachleute aus Restaurierung, Konservierung und Denkmalpflege. Die Plattform bietet kostenfreie Profile, eine projektbezogene Referenzdarstellung, themenspezifische Inhalte sowie digitale Tools für Sichtbarkeit und fachlichen Austausch.

Weitere Informationen unter:
www.romoe.com

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

anuvito GmbH
Herr Mathias Möller
Mauer 3
98530 Dillstädt
Deutschland

fon ..: +491708979649
web ..: https://www.romoe.com/
email : presse@romoe.com

Konservierung & Restaurierung: Mit Dipl. Designer und Restaurator Rolf Möller bietet die anuvito GmbH die Vorbereitung und Durchführung von Konservierungs- und Restaurationsarbeiten an historischen Objekten, sowie die Ausführung moderner Raumgestaltung in industriellen und privaten Objekten.

Pressekontakt:

anuvito GmbH
Herr Mathias Möller
Mauer 3
98530 Dillstädt

fon ..: +491708979649
email : presse@romoe.com

Uncategorized

Schutzdach für Karahantepe

Erhalt eines neolithischen Kulturerbes in Türkiye

BildÜber Jahrtausende lag Karahantepe verborgen unter der Erde – eine Stätte, die von den ersten Siedlungen und beeindruckenden Bauwerken der Menschheitsgeschichte erzählt. Ein modernes Dach wird die uralten Ruinen in Zukunft schützen. Mit seiner geschwungenen Form soll es sich der Landschaft anpassen und die historischen Überreste vor Wind und Wetter bewahren. Damit wird die Brücke geschlagen zwischen Vergangenheit und Zukunft und dafür gesorgt, dass dieses bedeutende Erbe erhalten bleibt. Karahantepe ist eine der ältesten archäologischen Stätten der Welt und ein bedeutendes neolithisches Zentrum in der türkischen Provinz Sanliurfa. Die Maßnahme des schützenden Dachs ist Teil des Projekts „Vermächtnis für die Zukunft“, das vom türkischen Kultur- und Tourismusministerium ins Leben gerufen wurde. Ziel des Projekts ist es, Ausgrabungs- und Restaurationsarbeiten ganzjährig voranzutreiben und das kulturelle Erbe des Landes langfristig zu sichern.
Das geplante Schutzdach wird eine Fläche von rund 5.000 Quadratmetern überspannen und die historischen Überreste vor Witterungseinflüssen bewahren. Gezielte Öffnungen werden für eine optimale Belüftung sorgen. Die modulare Bauweise minimiert die Anzahl der Stützpfeiler, um den ästhetischen und funktionalen Anforderungen gerecht zu werden. Zudem bietet die Konstruktion die Möglichkeit, das Dach bei Bedarf zu erweitern, um künftigen Ausgrabungen Rechnung zu tragen.
Karahantepe: Die Geheimnisse prähistorischer Kulturen werden gelüftet
Die Geschichte Karahantepes reicht bis ins 9. Jahrtausend v. Chr. zurück. Die Stätte ist Teil des groß angelegten Tas-Tepeler-Projekts („Steinhügel“), das sich der Erforschung neolithischer Siedlungen in der Region Sanliurfa widmet. In diesem Gebiet entstanden einige der ältesten bekannten festen Siedlungen der Menschheit, in denen monumentale Bauwerke errichtet wurden. Neben Karahantepe zählen auch Göbeklitepe – eine UNESCO-Welterbestätte und eines der frühesten bekannten Monumentalbauwerke – sowie zahlreiche weitere Ausgrabungsstätten wie Sayburç, Sefertepe und Harbetsuvan Tepesi zu den erforschten Arealen.
Die laufenden Arbeiten in Karahantepe haben bereits außergewöhnliche Funde zutage gebracht. Zu den bemerkenswertesten Entdeckungen zählen öffentliche Gebäude mit menschlichen und tierischen Skulpturen sowie monumentale Strukturen, die denen in Göbeklitepe ähneln. Im Sommer 2023 sorgte die Entdeckung einer in Stein gemeißelten Darstellung eines galoppierenden Wildesels für besonderes Aufsehen. Aufgrund seiner herausragenden archäologischen Bedeutung wurde Karahantepe im vergangenen Jahr als eines der neun wichtigsten „Feldforschungs- und Erkundungsprojekte“ beim renommierten Shanghai Archaeology Forum ausgezeichnet.
Mit der Errichtung des Schutzdaches wird ein weiterer Schritt zur nachhaltigen Bewahrung dieses einzigartigen Kulturerbes unternommen – ein bedeutender Beitrag zur Erforschung der Ursprünge menschlicher Zivilisation.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

GoTürkiye c/o TravelMarketing Romberg TMR GmbH
Frau Elvira Bredenbals
Erkrather Strasse 401
40231 Düsseldorf
Deutschland

fon ..: 021186842591
web ..: https://goturkiye.com/de
email : goturkiye@travelmarketing.de

Die TravelMarketing Romberg TMR GmbH, kurz TMR genannt, vertritt seit 1992 erfolgreich erfolgreich internationale Reiseziele in den deutschsprachigen Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz. TMR ist bekannt als effiziente Full-Service-Agentur für Destinationsmarketing, Public Relations, Logistik, Eventmanagement, Social Media und Multimedia. Durch ihre langjährige Tätigkeit im deutschsprachigen Raum verfügt TMR über einen großen Erfahrungsschatz im deutschsprachigen Raum und haben Kontakte zur weltweiten Tourismusbranche.

Pressekontakt:

GoTurkiye c/o TravelMarketing Romberg TMR GmbH
Frau Elvira Bredenbals
Erkrather Str. 401
40231 Düsseldorf

fon ..: 021186842591

Uncategorized

Fraunhofer IGD: Autonomer hochqualitativer 3D-Scan ohne manuelle Nachbearbeitung

Objekte jeder Größe und geometrischer Komplexität automatisiert erfassen

BildVom Urpferdchen bis hin zum Rückbau von Kernkraftwerken: Das Fraunhofer IGD hat den ersten autonomen 3D-Scanroboter entwickelt, der farbgetreue und präzise Scans in wiederholbar hoher Qualität liefert. Dieser ermöglicht es, Kulturerbe wie das 2023 in der Grube Messel gefundene Fossil eines Urpferdchens zu digitalisieren und in ein 3D-Modell zu überführen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Einsatzbereiche, wie die Entwicklung präziser Systeme für den Rückbau von Kernkraftwerken oder um in der Automobilindustrie Bauteile zu digitalisieren, wenn keine CAD-Modelle vorliegen. Die Technologie ermöglicht es, genaue 3D-Modelle ohne manuelle Nachbearbeitung anzufertigen. Sie wird bereits in den Bereichen Kulturerbe, Industrie, Forensik und Medizin angewendet.

Die Herausforderungen beim Digitalisieren von Oberflächen sind umfangreich: Metalle glänzen und reflektieren. Bei Edelsteinen sind es oft komplexe, feine Details und die Transparenz, die das Scannen schwierig machen. Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD jedoch hat eine Lösung entwickelt, die die digitale 3D-Erfassung von Objekten unabhängig der Größe und geometrischen Komplexität ermöglicht.

Ausgangspunkt der Entwicklungen war die 3D-Digitalisierung von Kulturerbe-Gütern. Die Fraunhofer-Ausgründung Verus Digital GmbH bietet Museen und Archiven einen 3D-Scanroboter sowie 3D-Digitalisierungsleistungen an, während das Fraunhofer IGD seine 3D-Digitalisierungskompetenz nun auf andere Branchen und in industrielle Anwendungen überführt. Jetzt können beliebige Oberflächen nicht nur digital erfasst, sondern die daraus gewonnenen 3D-Modelle auch für spezifische Bearbeitungsprozesse wie autonomes robotergestütztes Entgraten, Entschichten, Lackieren oder Bedrucken genutzt werden.

Präzision für den Rückbau von Kernkraftwerken

Ein Beispiel für den Technologietransfer ist die Entwicklung einer hochpräzisen, autonomen, robotergestützten Entschichtungsanlage für den Rückbau von Kernkraftwerken. Pedro Santos, Abteilungsleiter Digitalisierung von Kulturerbe beim Fraunhofer IGD, erläutert: „Im Bereich des Kernkraftwerksrückbau sind die Herausforderungen enorm. Viele Rohre oder Stahlträger haben eine sogenannte Dekontbeschichtung, die Aktivität aggregiert. Die Rohre werden beim Rückbau herausgeschnitten und zerteilt, so dass kein CAD-Modell mehr ihre Geometrie beschreibt. Die aktivierte Schicht muss aber sicher entfernt werden. Bisher geschah dies entweder durch chemische Bäder oder durch manuelle Entschichtung unter Nutzung von Höchstdruckwasserstrahlverfahren. Allerdings muss die Strahlendosis jedes Mitarbeitenden ständig überwacht werden. Daher sind die Arbeitsschichten kürzer und es wird mehr Personal benötigt.“

„Da wir mit unserer Technologie individuelle Geometrien autonom und vollständig erfassen können, haben wir diesen Prozess automatisiert.“ So kann nun ein Roboter laut Santos beliebige Baugruppen in 3D erfassen und im Anschluss autonom in wiederholbar hoher Qualität entschichten, ohne dass eine Werkerin oder ein Werker sich in der durch Sprühnebel feuchten, lauten und potentiell gefährlichen Umgebung aufhalten muss. Das System des Fraunhofer IGD ist bereits seit sieben Monaten im Block A des Kernkraftwerks Biblis im Einsatz.

Technologieübertragung in die Asservatendigitalisierung und Forensik

Neben der Anwendung im Kernkraftwerksrückbau kommen die Systeme des Fraunhofer IGD auch in der Asservatendigitalisierung und der Forensik zum Einsatz. In einem Projekt mit der Polizei Hessen sollen die Asservatenkammern mittels 3D-Scanrobotern digitalisiert werden, um Beamten jederzeit und von überall her Zugriff auf hochauflösende 3D-Modelle von Beweisgegenständen zu geben, die an Tatorten sichergestellt wurden. Dadurch entfällt ein Transport dieser Gegenstände von der Asservatenkammer zur daran interessierten Dienststelle. Zudem wird es Dienststellen an unterschiedlichen Orten ermöglicht, gleichzeitig auf dasselbe Beweismittel zuzugreifen. In einem Projekt mit dem Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich werden bei Autopsien durchgeführte CT-Scans nun mit 3D-Oberflächenscans kombiniert, um charakteristische Merkmale von Todesursachen anhand der Korrelation beider Technologien zu identifizieren. „Diese Technik erlaubt es beispielsweise, Hautverfärbungen an einer Wunde mit der Eindringtiefe eines Tatwerkzeugs in einem einzigen 3D-Modell zu visualisieren“, erklärt Santos.

Technologieübertragung in die Automobilbranche

Auch im Automobilbereich ist die Technologie von großem Nutzen. Mit ihr können beispielsweise Old- und Youngtimer länger in fahrttüchtigem Zustand erhalten werden. Für viele historische Automobile gibt es irgendwann kein OEM (Original Equipment Manufacturer)-Ersatzteil mehr. Möchte ein Sammler oder eine Sammlerin einen historisch korrekten Nachbau, so wird teilweise nach alten Gussformen gesucht, um das Ersatzteil mit den alten Verfahren originalgetreu neu herzustellen. Das ist extrem kostspielig.

Eine günstigere Lösung ist, ein beschädigtes OEM-Bauteil mit Fraunhofer-Technologien in 3D zu digitalisieren, virtuell zu reparieren und es dann im 3D-Druck neu herzustellen. Je nach Verwendungszweck im Fahrzeug muss das Bauteil für sicherheitsrelevante Baugruppen zugelassen oder vom TÜV abgenommen werden. Weitere industrielle Anwendungen in der Automobilbranche umfassen beispielsweise die Veredlung bestimmter Baugruppen, wie der Bezug des Dashboards eines Herstellers mit einem individuellen Lederüberzug durch eine Sattlerin oder einen Sattler. Auch hier kann eine autonome 3D-Digitalisierung der Baugruppe Grundlage für ein individuelles Schnittmuster sein.

Entwicklung von Standards für die 3D-Farbkalibrierung

Um noch umfassender präzise digitale Modelle erstellen zu können, erweitert das Fraunhofer IGD seine autonomen 3D-Scanroboter sukzessive. Dazu gehört die multispektrale Erfassung von Oberflächen, aber auch die Entwicklung von Standards für die 3D-Farbkalibrierung, um auch in 3D weltweit vergleichbare Ergebnisse sicherzustellen, wie sie bereits in 2D existieren. „In den nächsten zehn Jahren konzentrieren wir uns darauf, die Ergebnisse verschiedener Messtechnologien wie beispielsweise 3D-Oberflächenscans, CT-Scans, Terahertz- und Ultraschallaufnahmen eines Objekts in ein konsolidiertes 3D-Modell eben dieses Objekts zu überführen (Digital Twin), um Ergebnisse verschiedener Messverfahren KI-basiert visualisieren, korrelieren und analysieren zu können“, so Santos.

„Digitaler Zwilling sichert langfristigen Zugang zu Kunst und Kultur“

Das Fraunhofer IGD präsentiert einen autonom in 3D erfassten und berechneten digitalen Zwilling auf dem Eurographics Workshop on Graphics and Cultural Heritage (GCH 2024) in Darmstadt. Zudem zeigen die Forschenden eine mit Fraunhofer-Technologie in Farbe gedruckte 3D-Replik des dritten vor kurzem in der UNESCO Welterbe Grube Messel entdeckten Urpferchens.

„Die Digitalisierung eines solch seltenen und kostbaren Stücks haben wir dem Fraunhofer IGD mit seiner jahrelangen Expertise im 3D Scanning anvertraut und wurden nicht enttäuscht. Der digitale Zwilling sichert einem breiten Publikum sowie Fachexperten auf der ganzen Welt den langfristigen Zugang zu Kunst, Kultur und den Schätzen der Natur“, betont Philipe Havlik, Geschäftsführer der Welterbe Grube Messel gGmbH.

Im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt stellen Forschende vom 16. bis 18. September 2024 neue Ansätze und Technologien für die digitale Wissensvermittlung im Kultur- und Naturerbe sowie ihre weitreichenden Einsatzmöglichkeiten vor.

Weiterführende Informationen:

Mehr zu den 3D-Scantechnologien des Fraunhofer IGD: https://fh-igd.de/pi-urpferd

Video zum 3D-Scan des Urpferdchens: https://www.youtube.com/watch?v=P8jgrHiKPP0&t=1s 

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Frau Daniela Welling
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt
Deutschland

fon ..: +49 6151 155-146
web ..: https://www.igd.fraunhofer.de
email : presse@igd.fraunhofer.de

Über das Fraunhofer IGD:
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD setzt seit über 30 Jahren Standards im Visual Computing, der bild- und modellbasierten Informatik. Die rund 210 Mitarbeitenden des Fraunhofer IGD unterstützten Unternehmen und Institutionen der Branchen Automotive, Gesundheit und Pflege, Bioökonomie, Software- und IT-Wirtschaft, Maritime Wirtschaft sowie Kultur- und Kreativwirtschaft. Das Fraunhofer IGD bietet konkrete technologische Lösungen und hilft bei der strategischen Entwicklung. Die Forscherinnen und Forscher betreiben Problemanalyse, konzipieren Soft- und Hardwaresysteme, entwickeln Prototypen und realisieren und implementieren visuell-interaktive Systeme. Schwerpunkte sind Mensch-Maschine-Interaktion, Virtual und Augmented Reality, künstliche Intelligenz, interaktive Simulation, Modellbildung sowie 3D-Druck und 3D-Scanning. Das Fraunhofer IGD betreibt seit 1987 Spitzenforschung und begleitet an seinen drei Standorten Darmstadt, Rostock und Kiel den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel mit anwendungsorientierten Lösungen. Internationale Relevanz entfalten seine Produkte durch die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Schwesterinstitut an den Standorten Graz und Klagenfurt sowie die Beteiligung an verschiedensten EU-Projekten.

Pressekontakt:

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Frau Daniela Welling
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt

fon ..: +49 6151 155-146
web ..: https://www.igd.fraunhofer.de
email : presse@igd.fraunhofer.de

Uncategorized

Wissenschaftsminister Timon Gremmels zu Besuch am Fraunhofer IGD

Augenprothesen aus dem 3D-Drucker, Schutz vor Cyberangriffen und die Bewahrung von Kulturerbe

BildAm 4. September 2024 besuchte Wissenschaftsminister Timon Gremmels das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt. Bei seinem Besuch erhielt er umfassende Einblicke in die aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekte des Instituts im Bereich der angewandten Forschung, die für verschiedene Schlüsselbranchen von großer Bedeutung sind.

Das Fraunhofer IGD präsentierte dem Gast wegweisende Technologien aus dem Bereich Automotive und Manufacturing, die die Effizienz im Engineering und die Qualität in der Produktion durch visuell-interaktive Lösungen erheblich steigern. Im Geoinformationsmanagement wurde gezeigt wie KI und Urbane Digitale Zwillinge dazu beitragen, Planungen im kommunalen Umfeld zu beschleunigen. Auch im Bereich Gesundheit und Pflege gibt es eine Weltneuheit: Augenprothesen aus dem 3D-Drucker werden die bisherige, rein manuelle Herstellung individueller Prothesen ablösen und damit eine ganze Branche revolutionieren.

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs lag auf ATHENE, dem nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit und größten und erfolgreichsten Forschungszentrum für Cybersicherheit in Europa. Hier wurden Technologien zur visuellen Analyse von Cyberangriffen und sichere biometrische Systeme präsentiert, die sowohl in hoheitlichen als auch in kommerziellen Anwendungen eine Schlüsselrolle spielen.

Daneben wurde das Zentrum für angewandtes Quantencomputing vorgestellt sowie die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich, die das Potential haben, Fragestellungen und Probleme an denen selbst die leistungsstärksten Computer scheitern, einer Lösung und praktischen Anwendung näher zu bringen. ATHENE wie auch das Zentrum für angewandtes Quantencomputing werden vom Land Hessen gefördert.

Abschließend nahm Minister Gremmels an einer beeindruckenden Vorführung zur Digitalisierung von Kulturerbe und 3D-Drucktechnologie teil. Unter dem Motto „Von der Realität in die virtuelle Welt und wieder zurück“ wurde demonstriert, wie Kulturgüter digital erfasst und mithilfe modernster 3D-Drucktechniken originalgetreu reproduziert werden können, was neue Möglichkeiten für die Bewahrung und Wiederherstellung kultureller Artefakte eröffnet. „Für mich als Wissenschaftsminister, der ebenso für Kunst und Kultur zuständig ist, zeigt dieses Beispiel eindrucksvoll die Vielzahl von Möglichkeiten auf, die angewandte Forschung in unterschiedlichen Themenbereichen des Lebens eröffnet“, so der Minister.

Weitere Informationen unter: https://www.igd.fraunhofer.de

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Frau Daniela Welling
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt
Deutschland

fon ..: +49 6151 155-146
web ..: https://www.igd.fraunhofer.de
email : presse@igd.fraunhofer.de

Über das Fraunhofer IGD:
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD setzt seit über 30 Jahren Standards im Visual Computing, der bild- und modellbasierten Informatik. Die rund 210 Mitarbeitenden des Fraunhofer IGD unterstützten Unternehmen und Institutionen der Branchen Automotive, Gesundheit und Pflege, Bioökonomie und Infrastruktur, Software- und IT-Wirtschaft, Maritime Wirtschaft sowie Kultur- und Kreativwirtschaft. Das Fraunhofer IGD bietet konkrete technologische Lösungen und hilft bei der strategischen Entwicklung. Die Forscherinnen und Forscher betreiben Datenanalyse, konzipieren Soft- und Hardwaresysteme, entwickeln Prototypen und realisieren und implementieren visuell-interaktive Systeme. Schwerpunkte sind Mensch-Maschine-Interaktion, Virtual und Augmented Reality, künstliche Intelligenz, interaktive Simulation, Modellbildung sowie 3D-Druck und 3D-Scanning. Das Fraunhofer IGD betreibt seit 1987 Spitzenforschung und begleitet an seinen drei Standorten Darmstadt, Rostock und Kiel den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel mit anwendungsorientierten Lösungen. Internationale Relevanz entfalten seine Produkte durch die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Schwesterinstitut an den Standorten Graz und Klagenfurt sowie die Beteiligung an verschiedensten EU-Projekten.

Pressekontakt:

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Frau Daniela Welling
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt

fon ..: +49 6151 155-146
web ..: https://www.igd.fraunhofer.de
email : presse@igd.fraunhofer.de